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Vollständige Version anzeigen : Lehrstellenreform!


Falkenau
22.05.2003, 19:10
Viele Arbeitgeber wollen heute aus verschiedenen Gründen keine Auszubildenden einstellen. Dies hat zur Folge, dass dieses Jahr rund 160.000 Jugendliche und junge Erwachsene ohne Lehrstelle ausgehen werden. Das sind 160.000 Einzelschicksale. Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg usw., aber das ist jetzt nicht das eigentliche Thema. Zu verdanken haben wir diese Zahl unter anderem den tollen Gewerkschaften. Diese handeln bei ihren blöden Streiks immer höhere Auflagen aus, was das Einstellen und Kündigen eines AN (und da gehören Azubis auch dazu) angeht. So haben Azubis einen besonderen Kündigungsschutz. Das klingt zwar anfangs ganz gut, aber in der Praxis ist das dann so, dass ein AG den Azubi nach den drei Monaten nur noch ganz schwer kündigen kann. Warum sollte ein AG nicht das Recht haben, einen Azubi zu entlassen, wenn dieser nur krankmacht und stinkfaul ist? Das ist eine von vielen Hürden, weshalb AG heutzutage es sich mehrmals überlegen, ob sie einen Ausbildungsplatz anbieten. Natürlich bietet ein Azubi auch seine Arbeitskraft. Was aber bringt das dem AG, wenn der Azubi ein bis zweimal in der Woche in der Berufsschule ist und er dem Azubi für den Schulbesuch genauso entlohnen muss wie für die Arbeit, wofür er als AG ihn eigentlich zahlt? Neben der zurzeit schlechten Wirtschaftslage geben diese zwei Faktoren einem AG wirklich zu denken, ob er wirklich einen Ausbildungsplatz anbieten sollte.
Warum reformiert man das Ausbildungssystem nicht? Wozu braucht man eine Lehrzeit von drei Jahren? Warum kann man diese nicht auf zwei Jahre verkürzen? Mein Vorschlag sähe so aus:
Ein Azubi hat in der Regel im ersten Lehrjahr rund 60 Schultage. Im zweiten und dritten Lehrjahr jeweils 40. So hat er während der gesamten Lehrzeit insgesamt 140 Berufsschultage. Warum macht man das nicht so, dass man die Schulausbildung vor Beginn der praktischen Ausbildung an einem Stück absolviert? Bei einer fünftägigen Schulwoche wären das dann 28 Schulwochen. Würde die Ausbildung am 1. September beginnen, so wäre man ca. im April mit der theoretischen Ausbildung fertig. In dieser Zeit würde der Azubi zwar kein Geld verdienen, da er dem AG noch keine Leistung bringt, aber sobald die praktische Ausbildung beginnen würde, würde er Geld verdienen. Der AG hätte dann die ganze Arbeitswoche lang die Arbeitskraft des Azubis für sich zur Verfügung. Dafür zahlt er ihn ja schließlich auch. Da die durchschnittliche Ausbildungszeit nicht mehr drei, sondern zwei Jahre betragen würde, wäre der Azubi auch nach nur rund 17 Monaten praktischer Arbeit mit seiner Ausbildung komplett fertig. Meines Erachtens lernt man in 17 Monaten Praxis alle notwendigen Vorgänge in einem Beruf. Sollte der AG nach Abschluss der Lehre keinen Gefallen mehr an dem Ausgelernten mehr haben, so kann er den Ausbildungsplatz neu belegen lassen, von einem neuen Bewerber, der diesen Beruf erlernen will. Dies hätte den Vorteil, dass AG kostengünstige Arbeitskräfte hätten und die jungen Ausbildungssuchenden viel höhere Chancen auf das Finden eines Ausbildungsplatzes.

Thomas I
22.05.2003, 19:13
Kleiner Fehler dabei: Azubis sollen lernen und nicht arbeiten. So will es der Gesetzgeber.

por356
22.05.2003, 19:38
Der Arbeitgeber sieht es aber oft genau anders rum.

Primär arbeiten und dabei was lernen.

Falkenau
22.05.2003, 19:55
Original von por356
Der Arbeitgeber sieht es aber oft genau anders rum.

Primär arbeiten und dabei was lernen.

Mein Vorschlag wäre AG-freundlich und die Azubis würden trotzdem etwas lernen.

Und die Gewerkschaften würden sich auch aufregen, also kann es ja gar nicht so schlecht sein! :D