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Thema: Das Millionenspiel - aktueller denn je...

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    Standard Das Millionenspiel - aktueller denn je...

    Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an das Fernsehspiel [Links nur für registrierte Nutzer] aus dem Jahr 1970.
    Für die, die nicht wissen um was es in diesem Fernsehfilm geht:

    Das Millionenspiel ist ein Fernsehfilm aus dem Jahre 1970 von Tom Toelle. Das Drehbuch dazu verfasste Wolfgang Menge, der dafür die Kurzgeschichte The Prize of Peril des US-amerikanischen Schriftstellers Robert Sheckley adaptierte. Darin geht es um eine Fernsehshow, in der ein Kandidat eine Woche lang vor Auftragskillern flüchten muss. Die Bevölkerung ist dabei ausdrücklich dazu aufgerufen, ihm entweder zu helfen oder ihn auffliegen zu lassen.
    In der erfolgreichen TV-Show Das Millionenspiel des Privatsenders TETV treten Freiwillige an, die jeweils sieben Tage lang auf der Flucht sein werden, um an den Hauptpreis von einer Million Deutsche Mark zu gelangen. Der Leverkusener Bernhard Lotz ist bereits der 15. Kandidat, der sich freiwillig von der Köhler-Bande jagen lässt.

    Lotz ist nach fast einer Woche ohne Schlaf, wenig Essen und voller Todesangst am Rande des körperlichen Zusammenbruchs. Er könnte zwar vorzeitig aussteigen, aber die Aussicht auf den Hauptgewinn von einer Million Mark und vor allem auch das Schicksal seiner Vorgänger treiben ihn voran: Als einer von ihnen aus dem Spiel ausstieg, wurde er von seinem Umfeld so sehr als Feigling verhöhnt, dass er Selbstmord beging.

    Die ganze Republik sitzt nun gebannt vor dem Fernseher, egal ob voller Faszination oder Ekel. Lotz versucht unterzutauchen, doch er wird immer wieder von seinen Mitmenschen erkannt. Obwohl es Personen gibt, die ihn der Köhler-Bande ausliefern wollen, trifft er aber auch Leute, die ihm helfen. Über das ganze Spiel hinweg ist ihm die Köhler-Bande immer dicht auf den Fersen.

    Eingestreut werden immer wieder Szenen aus dem Millionenspiel-Studio, in dem der joviale Showmaster Thilo Uhlenhorst seines Amtes waltet und Dokumentationen aus Lotz’ Leben einspielt. Die Verbindung zur aktuellen Handlung bieten Außenreporter, die ständig von den neuesten Entwicklungen berichten. Unterbrochen werden die Einspielungen zudem durch stark sexualisierte Werbespots des (fiktiven) Stabil-Elite-Konzerns.

    Interessant sind auch die Diskussionen hinter den Kulissen, in denen die Millionenspiel-Macher geschickt ihr eigenes Spiel manipulieren, indem sie Lotz an strategisch günstigen Stellen helfen oder schaden.

    Den Schluss des Films bildet das große Finale, in dem Lotz durch die Todesspirale – eine 28,40 Meter lange Röhre mit drei Einschussmöglichkeiten für die Köhler-Bande – gehen muss. Lotz, der am Rande des Zusammenbruchs steht und kurz vor dem Finale von Ärzten versorgt werden musste, wird leicht angeschossen, erreicht jedoch das Ziel und erhält aus den Händen Moulians einen Umschlag mit der Million. Er befindet sich jedoch nach Aussage eines herbeigeholten Arztes in einem schweren Schockzustand und wird auf einer Trage aus dem Studio gebracht. Moderator Uhlenhorst erklärt die 15. Ausgabe des Spiels für beendet und kündigt die nächste Folge in drei Wochen an.

    Der Film nahm inhaltlich viele spätere Medien-Entwicklungen vorweg, z. B. Privatfernsehen, Quotenjagd, Reality-TV/Big Brother, permanente Werbeunterbrechung und grundsätzlich den Werteverfall aufgrund von TV-gesteuerter Sensationslust. Ihren Höhepunkt findet diese Entwicklung vor allem in der „Berichterstattung“ des Thilo Uhlenhorst (dargestellt von dem populären ZDF-Showmaster Dieter Thomas Heck) und seinem Außenreporterteam (ebenfalls dargestellt von bekannten Fernseh- und Sportreportern), in der die Menschenjagd wie eine Sportveranstaltung kommentiert wird.

    Menges auf Authentizität getrimmte Show mit gestellten Außenaufnahmen und geschickt eingestreuten „Dokus” sah so echt aus, dass manche TV-Zuschauer bei der Erstausstrahlung am 18. Oktober 1970 in der ARD dachten, sie sähen eine wirkliche Menschenjagd. Interessant war auch deren Reaktion: Obwohl Empörung überwog, riefen manche Leute die fiktive Telefonnummer des Senders an und wollten sich als Kandidat in der Rolle des Gejagten oder auch als Jäger anmelden.






    Wenn man sich die Entwicklung des Privatfernsehens der BRD in den letzten Jahren ansieht, ist es im Prinzip nicht mehr sehr weit bis zu einer Sendung wie dem Millionenspiel. Es bleibt zu hoffen das ein solches Spiel nicht Realität wird.

    http://www.abload.de/img/sigpic123360_8xhkny.jpg

  2. #2
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