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twoxego
09.03.2021, 19:31
Sie sollten im Nahkampf hilfreich sein.

Makkabäus
09.03.2021, 19:33
Sie sollten im Nahkampf hilfreich sein.

Ähm Okay ???

twoxego
09.03.2021, 19:39
Beispielsweise sollten Gewehrhiebe von oben abgelenkt werden.
Vermutlich konnte man den Pickel auch verwenden, wenn es richtig nah wurde.
Ich jedenfalls hätte den ungern im Gesicht.

herberger
10.03.2021, 06:54
Pickelhauben sind ganz interessant, aber ich habe nie verstanden was für einen Vorteil die haben sollen. Und warum dieses Einhorn da oben ?

Tradition, diese Hauben waren aus Leder.

Parabellum
10.03.2021, 08:32
Pickelhauben sind ganz interessant, aber ich habe nie verstanden was für einen Vorteil die haben sollen. Und warum dieses Einhorn da oben ?

Laut Wiki :

Charakteristisch war die Metallspitze; sie sollte Hiebe mit Säbeln oder ähnlichen Blankwaffen seitlich ablenken.

herberger
10.03.2021, 08:48
Laut Wiki :

Charakteristisch war die Metallspitze; sie sollte Hiebe mit Säbeln oder ähnlichen Blankwaffen seitlich ablenken.

Die Pickelhaube im Krieg war nicht identisch mit der Pickelhaube im Frieden, die Friedens Pickelhaube war zu aufwendig hergestellt.


Die Farbe wurde generell feldgrau, die auffällige rote Regimentsnummer entfiel. Um Leder einzusparen, wurde die letzte Generation der Pickelhaube zum Teil auch aus Ersatzmaterialien wie Filz oder Pappe hergestellt. Als verbesserter Kopfschutz wurde dann im Laufe des Jahres 1916 im deutschen Heer der Stahlhelm aus heißgepresstem Chromnickelstahl eingeführt.

Makkabäus
10.03.2021, 16:41
Laut Wiki :

Charakteristisch war die Metallspitze; sie sollte Hiebe mit Säbeln oder ähnlichen Blankwaffen seitlich ablenken.

Die Metallspitze wurde im Krieg verdeckt mit einem Überzieher, damit es durch die Sonne nicht blinkt und der Feind auf einen aufmerksam wird. Schon umständlich.

herberger
10.03.2021, 17:27
Vor 1914 hatte die Pickelhaube überhaupt keine Funktion, denn Nahkämpfe wurden durch das Hinterlader Gewehr und das MG immer seltener, sie war nur ein weiteres Merkmal zur Feind und Freund Erkennung.

Makkabäus
17.03.2021, 12:50
So ein schönes altes, derbes englisches Lied über den 1. Weltkrieg !


http://youtu.be/kXcs1Vv3YlE

Makkabäus
17.03.2021, 15:06
http://youtu.be/QgXl5QnKdCk


http://youtu.be/ztwNogPha6I

herberger
17.03.2021, 15:09
https://www.youtube.com/watch?v=q6y6H_t2yXk

herberger
17.03.2021, 15:11
https://www.youtube.com/watch?v=0UUxrrzPVQM

herberger
17.03.2021, 15:15
https://www.youtube.com/watch?v=c7d2O3q2COQ

herberger
21.03.2021, 16:41
https://abload.de/img/518skrjsc0l._sx330_bo96j24.jpg (https://abload.de/image.php?img=518skrjsc0l._sx330_bo96j24.jpg)

Was nützt eine freie Gesellschaft und die Demokratie wenn man alles erst nach Jahrzehnten erfährt.

Wie englische Politiker, Adlige und Hochfinanziers Deutschland in den 1. Weltkrieg verwickelten
Rezension aus Deutschland
Die beiden britischen Autoren ziehen den Schleier der Lüge, Desinformation und Propaganda weg, den eine britische Geheimgesellschaft über die Fakten breitete, um an den demokratischen Institutionen vorbei das nach 1870/71 er-
starkte Deutschland zu zerstören, das ihnen im Wege stand. Sie wollte damit die Profite ihrer Mitglieder sichern und
eine englische Weltherrschaft etablieren; sogar die Einbeziehung der USA in das britische Empire wurde diskutiert.
Unter der Führung Alfred Milners waren daran Cecil Rhodes, Lord Esher, Lord Rosebery, König Edward VII., Lord Salis-
bury, Lord Kitchener, Earl Grey, L. Starr Jameson, William Stead, Alfred Beit, Lord Nathaniel Rothschild, und später
auch Winston Churchill beteiligt.

Einen Vorgeschmack lieferte der Geheimbund mit dem Burenkrieg. Er provozierte den Burenpräsidenten Krüger so-
lange, bis sich dieser nicht mehr zu helfen wußte und losschlug. Die Briten brachten so die Gold- und Diamantminen
Südafrikas in ihren Besitz und nahmen eine brutale ethnische Säuberung vor: 30.000 Burenhöfe wurden niederge-
brannt, 26.000 Frauen/Kinder und 20.000 Buren sowie 12.000 Afrikaner starben in britischen Konzentrationslagern.
Als Ersatz lockten die Briten 30.000 chinesische Arbeitskräfte nach Südafrika, die dort wie Sklaven gehalten wurden
und für 0,25 Dollar/Tag schuften mußten.

Doch weiter mit der Intrige gegen Deutschland. Obwohl sich Wilhelm II. in der Marokkokrise korrekt verhielt, hetzte
die britische Presse gegen ihn als angeblichen Kriegstreiber. Da starb seine Großmutter Königin Viktoria von England.
Zu seinem Cousin Nikolaus II. von Rußland suchte Wilhelm gute Beziehungen, die Geheimgesellschaft schaffte es je-
doch, eine Achse zwischen England und Frankreich (entente cordiale) zu schmieden und Rußland einzubeziehen, so
dass Deutschland plötzlich allein dastand. Der "Dreibund" taugte nichts: Österreich-Ungarn war eine unfähige Mili-
tärmonarchie, und Italien nutze 1915 die erste Gelegenheit, um die Seite zu wechseln. Wilhelms Großgetue und der
Bau von 60 Kriegsschiffen, der in England als Gefahr für die britische Seeherrschaft beargwöhnt wurde, nützte den Intriganten in der Öffentlichkeit. „Rule Britannia, Britannia rule the waves“, den Refrain aus einer Opernarie des Ba-rockkomponisten Thomas Augustine Arne singen die Briten noch heute viel inbrünstiger als ihre Nationalhymne.

Es würde zu weit führen, all die Tricks und Winkelzüge der perfiden Albion-Mafia gegen Deutschland wiederzugeben; dazu liest man am besten das empfehlenswerte Buch. Rußland hetzte und unterstützte Serbien gegen Österreich-Un-
garn mit Waffen und Sprengstoff; nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand, der Kriegs-erklärung an Serbien, dem russischen Kriegseintritt und der Unterstützung Österreichs durch das verbündete Deutsche Reich hatte der Geheimbund Deutschland endlich dort, wo er es haben wollte: es wurde im Verein mit dem nach der Niederlage von 1871 rachedurstigen französischen Premier „le tigre“ Clemenceau besiegt, demontiert, und mit dem Versailler Diktat, wie die unheilige Allianz erhoffte, endgültig erledigt. Damit luden die Intriganten aber die Schuld am Emporkommen Hitlers auf sich, der es ohne die ausweglose Lage in Deutschland nie und nimmer geschafft hätte. Der Rest ist bekannt.

Die britische Politik ist auch heute gegenüber dem etwas verächtlich "the Continent" genannten Europa intransi-
gent: Maggie Thatcher erpreßte die EU mit dem Einstimmigkeitsprinzip, jährlich auf rund 5 Milliarden € zugunsten
von GB zu verzichten. Heute will Boris Johnson mit einem harten Brexit aus den Verpflichtungen ausbrechen und
der EG etwa 46 Milliarden € schuldigbleiben. Die "karge Insel" hat es anscheinend immer noch nicht kapiert, dass
sie keine Weltmacht mehr ist, die die halbe Welt aussaugen konnte.

Depti
03.04.2021, 15:05
Der Erste Weltkrieg und seine Ursachen

Prolog

Sowohl die jüngere als auch die ältere Geschichtsschreibung (erinnert sei an die unselige Fischer-Kontroverse) plappert gerne das Geschwätz von der Alleinschuld des deutschen Kaiserreiches am Ersten Weltkrieg, welche in Versailles als Sturzgeburt der Siegermächte das Licht der Welt erblickte, nach. Doch was geschah damals wirklich? Wie sahen weiland die europäischen Konstellationen aus, wie gestaltete sich die Rolle unseres Königs und Kaisers, die Rolle Englands?

Christopher Clark, ein britischer(!) Historiker, veröffentlichte in den letzten Jahren zwei hervorragende Monographien zum Thema "Preußen", darunter eine Biographie unseres letzten preußischen Königs und deutschen Kaisers, Wilhelm II.

Clark über sein Buch und über die Rolle Wilhelms in seiner Zeit:
http://www.youtube.com/watch?v=-AxVlo8CRAE

Ziel dieses Beitrages soll sein, zusammenfassend Clarks Erkenntnisse, die auf einem umfangreichen und sehr sorgfältigen Quellenstudium basieren, darzulegen und die Frage aufzuwerfen, warum, trotz der Tatsache, dass diese Quellen ja kein Geheimnis waren und jedem Historiker zugänglich, bis heute an der Alleinschuld Deutschlands am WKI. festgehalten wird und warum das Bild über Wilhelm nach wie vor so negativ gezeichnet wird.

Wie begann der Erste Weltkrieg? Wo lagen seine Ursachen? Warum kam es zum Kriegseintritt Frankreichs und Großbritanniens?

Vorgeschichte

Im Juni 1913 brach auf dem Pulverfass Balkan erneut ein Krieg aus, in dessen Verlauf Serbien erhebliche Territorialgewinne für sich verbuchen konnte. Zwar bestätigte sich in dessen Verlauf die Unabhängigkeit Albaniens, jedoch brach im Lande ein Aufstand aus und serbische Truppen marschierten ins Land ein, um denselben niederzuschlagen. Recht bald drohte Serbien mit einem erneuten Vorstoß nach Albanien, gar bis an die Adria. In Folge dessen setzte Österreich-Ungarn ein Ultimatum, und zwar am 18.10.1913, dessen Inhalt nach Serbien alle seine Truppen abzuziehen habe. Im Herbst desselben Jahres unterstützten alle europäischen Großmächte dieses Ultimatum und erachteten die Ansprüche Serbiens als unakzeptabel. Selbst Serbiens Verbündeter, das kaiserliche Rußland, ließ durch seinen Außenminister Sergej Sasonow verkünden, dass "Serbien an den Ereignissen, die zu dem Ultimatum geführt hatten, mehr Schuld trage, als gemeinhin angenommen werde." (Clark, Christopher, Kaiser Wilhelm II. Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers. München 2000. 259) Daraufhin drängte St. Petersburg seinen Verbündeten, das Ultimatum einzuhalten.

Seine Majestät der Kaiser, Wilhelm II., drängte im Verlauf der Ereignisse Österreich-Ungarn mehr als einmal zu einer friedlichen Koexistenz mit Serbien, so dass Kaiser Franz Joseph am 16. Mai 1914 sich gegenüber seinem Außenminister, Graf Berchthold, beklagte: "Trotzdem scheint man sich in Berlin von dem Gedanken einer politischen Annäherung Österreichs-Ungarns und Serbiens [...] noch nicht frei gemacht zu haben." (Ebd. 263)

Als Wilhelm II. auf seiner königlichen Jacht "Hohenzollern" die Nachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo erhielt, brach er nach eingehender Beratung sofort Richtung Berlin auf, um den Frieden in Europa noch erhalten zu können. Zwar äußerte Wilhelm in einer Randbemerkung, dass man den Serben zunächst eine Reihe von Forderungen stellen müsse, die, wenn sie selbige nicht akzeptieren, energisch durchgesetzt werden sollten; "jetzt oder nie", "mit den Serben muss aufgeräumt werden, und zwar bald." (Ebd. 265 f.), jedoch wurde in der bisherigen Geschichtswissenschaft dieser Notiz jene Bedeutung beigemessen, welche als Beweis für Wilhelms Kriegsentschlossenheit angesehen wurden. Nur handelte es sich lediglich um eine von Wilhelms regelmäßig gemachten Randbemerkungen, die keinesfalls als Befehl galten und als einen solchen auch nie angesehen wurden. Denn die folgenden Ereignisse sprechen eine andere Sprache.

Die Juli-Krise

Am 6. Juli 1914 sagte Wilhelm zu seinem geschäftsführenden Staatssekretär, Admiral Eduard von Capelle, dass er (seine Majestät der Kaiser) nicht daran glaube, dass es zu größeren kriegerischen Verwicklungen kommen werde, denn seiner Ansicht nach seien Rußland und Frankreich noch gar nicht kriegsbereit. Wilhelm hoffte immer noch, dass dieser Konflikt regional begrenzt bleibe und fügte wörtlich hinzu, dass es keinen Anlass zur Besorgnis gäb, denn "für die nächsten sechs Jahre könne man von der Seite (gemeint war Rußland) sicher sein." (Ebd. 270).

Serbien seinerseits akzeptierte überraschend einige der wichtigsten Punkte jener nach dem Mordanschlag von Sarajevo aufgestellten Forderungen, woraufhin Wilhelm II. auf die Kopie der serbischen Antwort schrieb: "Eine brilliante Leistung für eine Frist von 48 Stunden. Das ist mehr als man erwarten konnte! Ein großer moralischer Erfolg für Wien, aber damit fällt jeder Kriegsgrund fort." und fügte hinzu, als er von der Teilmobilmachung Österreichs erfuhr: "Darauf hätte ich niemals Mobilmachung befohlen." (Ebd. 274)
Der Kaiser wies seinen Staatssekretär für auswärtige Beziehungen, Gottlieb von Jagow, an, Österreich sofort darüber zu informieren, dass es für Berlin keinen Kriegsgrund mehr gäbe und er bereit sei, "den Frieden in Österreich zu vermitteln." (Ebd. 274)
Jedoch leistete Jagow diesem kaiserlichen Befehl nicht Folge, und die Ereignisse nahmen ihren schicksalhaften Lauf.

Erich von Falkenhayn, kaiserlich-deutscher Kriegsminister, notierte, dass Wilhelm "wirre Reden [halte], aus denen nur klar hervorgeht, dass er den Krieg jetzt nicht mehr will und entschlossen ist, um diesen Preis selbst Österreich sitzen zu lassen." (Ebd. 274). Zeichnet sich uns hier das Bild eines Kriegshetzers oder das eines um jeden Preis, selbst um den des Verrats an einen Bundesgenossen bereiten friedenswilligen Monarchen?

Die europäischen Konstellationen

Um zu verstehen, in welcher internationalen und vor allem isolierten Lage sich das deutsche Kaiserreich weiland befand, ist es von Notwendigkeit, die Konstellationen der europäischen Großmächte verständlich nachzuzeichnen.

Deutschlands einziger noch verbliebener Verbündeter war das Königliche und Kaiserliche Österreich-Ungarn, nachdem es zu einer Verlängerung des Bismarckschen Rückversicherungsvertrages mit Rußland nicht mehr gekommen war. Warum, stellt sich die Frage? Dieser Rückversicherungsvertrag war ein geheimes Dokument gewesen, dessen Paragraphen ein Beistandsabkommen beider Reiche beinhalteten, von dessen Existenz das Haus Habsburg aus guten Gründen jedoch nichts wusste. Rußland war der natürliche Verbündete Serbiens, das wiederum in starker Opposition zu Österreich ob der Vorherrschaft auf dem Balkan stand. Wenn es zu einer Konfrontation auf dem Balkan zwischen Serbien und Österreich-Ungarn kommen sollte, und die damalige Zeit ging mit dieser Möglichkeit hoch schwanger, so wäre sofort Rußland auf den Plan gerufen worden, dem serbischen Brudervolke beizustehen. Da das deutsche Reich, wie erwähnt, jedoch mit Österreich vertraglich gebunden war, so hätte sich eine Konfrontation mit Rußland nicht mehr vermeiden lassen, wenn Wilhelm gleichzeitig das Bündnis mit Österreich nicht gefährden wollte, ohne den Vertrag mit Rußland zu brechen. Die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages mit Rußland war also, aus damaliger Perspektive, nur folgerichtig gewesen.

Warum führte Deutschland dann Krieg gegen Frankreich, was ja immer als Beweis für des deutschen Königs und Kaisers „imperialistischer“ Eroberungsgelüste herhalten muss? Frankreich seinerseits hatte 1907 ein Beistandsabkommen mit Rußland geschlossen, die zusammen mit England die sogenannte Triple Entente bildeten, das heißt, führt eine europäische Macht Krieg gegen Rußland, so wären Frankreich und England verpflichtet gewesen, Rußland militärisch zur Seite zu stehen. Das wusste man in Berlin nur allzu gut und das war zur damaligen Zeit "normale" Praxis gewesen. Die Einkreisung des deutschen Reiches also war somit kein Hirngespinst ewiggestriger Revanchisten, sondern gerierte zur militärpolitischen Tatsache, die ab den Juli-Tagen des Jahres 1914 zu folgenden Ereignissen führte: Österreich-Ungarn eröffnete den Krieg gegen den serbischen Verbündeten Rußland, um Serbien seinerseits in die Schranken zu weisen, um freie Hand auf dem Balkan zu haben. Deutschland, mit Österreich verbunden, befand sich somit im Krieg gegen Rußland, was wiederum Frankreich und England auf den Plan rief, die durch den Vertrag von St. Petersburg mit Rußland verbündet waren. Der „lachende Dritte“ war England gewesen, dessen Rolle sich als entscheidend gestaltete, dass es zu einem großen kontinentalen Krieg überhaupt erst kam; denn hätte England Frankreich und Rußland nicht garantiert, im Falle einer militärischen Auseinandersetzung an ihren Seiten zu kämpfen, so wäre man in Paris, Vertrag hin oder her, wo man immer noch auf eine Revanche für 1870 begierig hoffte, niemals in diesen Krieg gezogen, weil man, trotz des deutschen Zweifrontenkrieges, den deutschen Truppen militärisch unterlegen war.

Die Rolle Englands

Ein, wie immer, dreckiges Spiel spielte dabei natürlich London. König Georg V. lies am 28. Juli 1914 mitteilen, dass England im Falle eines Krieges neutral bleiben werde, was zur Folge gehabt hätte, dass auch Frankreich nicht in den Konflikt eingegriffen hätte, trotz des Vertrages von 1907. Dieser Eindruck einer englischen Neutralität verstärkte sich noch, als der britische Außenminister, Sir Edward Grey, zögerte, die englischen Intentionen zu verkünden.

Sehr schön! Die Rolle Habsburgs und Italiens im Dreibund-Vertrag ist nicht die, die diese beiden Staaten vorgaben. Ihre Rolle diente allein der Täuschung des deutschen Reiches. Italien sollte gemäss Dreibundvertrag Frankreich in Schach halten. Mit der Erklärung Italiens schon vor dem 28.7.1914 freundschaftliche Neutralität üben zu wollen, war der Dreibundvertrag nur noch Makulatur. Frankreich hatte nun freie Hand zur Rache für 1970. Woher wusste Italien vor dem 28.7.1914, dass Habsburg Serbien den Krieg erklären wird? Man sieht, dass auch Habsburg in die Verschwörung gegen das Deutsche Reich verwickelt war. Da man auf den Kleidern des Erzherzogs und der Erzherzogin kein Blut sieht, darf man diese Ermordung als Fake ansehen. Kaiser Wilhelm II. nahm an der Beerdigung des Erzherzogpaares nicht Teil trotz all der markigen Worte, die er abgegeben haben soll. Wo ist die von Wilhelm II. unterschriebene Ernennungsurkunde eines de Caprivi? Denn dieser Herr hat die Fortschreibung des Rückversicherungvertrages mit Russland vertrödelt oder war es gar Absicht?

Depti
03.04.2021, 15:23
Der Erste Weltkrieg und seine Ursachen

Prolog



Die europäischen Konstellationen

Die Rolle Englands

Ein, wie immer, dreckiges Spiel spielte dabei natürlich London. König Georg V. lies am 28. Juli 1914 mitteilen, dass England im Falle eines Krieges neutral bleiben werde, was zur Folge gehabt hätte, dass auch Frankreich nicht in den Konflikt eingegriffen hätte, trotz des Vertrages von 1907. Dieser Eindruck einer englischen Neutralität verstärkte sich noch, als der britische Außenminister, Sir Edward Grey, zögerte, die englischen Intentionen zu verkünden. Doch schon zwei Tage später, am 30. Juli, erfuhr Wilhelm von seinem Botschafter, dass London davor gewarnt habe, dass Großbritannien in diesem Krieg nur unter der Bedingung "abseits stehen" werde (Ebd. 279), wenn der Krieg auf Rußland, Österreich und Serbien beschränkt bliebe. Die Doppelzüngigkeit ist hier offensichtlich. Somit war der Kriegseintritt Englands besiegelt. Seine Majestät der König und Kaiser war außer sich vor Wut, bezeichnete die Engländer als "Halunken", als "gemeines Krämergesindel" und erkannte scharfsinnig, dass England das deutsche Reich dazu zwingen wollte, seinen Verbündeten Österreich "sitzen zu lassen" (Ebd. 280) und nur einen Vorwand suchte, um eine Ausweitung des Konfliktes zu Gunsten Londons herbeizuführen und alle europäischen Festlandmächte gegeneinander auszuspielen.

Doch das englische Doppelspiel ging noch weiter. Wilhelm hoffte noch immer auf einen Gesinnungswechsel in London. Nur ganze 24h später, am 31. Juli, unterbreitete König Georg V. das Angebot der englischen und französischen Neutralität, falls Deutschland auf einen Angriff auf Frankreich Abstand nähme. Der deutsche König und Kaiser ließ daraufhin England mitteilen, dass er zwar im Moment den Befehl zur Generalmobilmachung nicht mehr zurücknehmen könne, aber bereit wäre, gegen die Zusage der englisch-französischen Neutralität jeden Angriff auf Frankreich zu stoppen. Daraufhin gab Wilhelm den Befehl, keine weiteren Truppen Richtung französischer Grenze zu entsenden, bis man aus London ein Bestätigungstelegramm erhielte, was zu einem heftigen Streit zwischen dem Kaiser und seinem Generalstabschef führte, der seinerseits sofort losschlagen wollte (Vgl. Ebd. 280), denn Frankreich selbst hatte bereits mobil gemacht. Falkenhayn befürchtete nicht zu Unrecht, dass durch den Stopp der Truppendislozierung sich Deutschland in seinem Rücken entblöße. Doch der Kaiser ließ sich davon nicht beeindrucken. Er verfügte den Stopp der 16. Division, die bereits auf dem Weg in Richtung Luxemburg war. Generalstabschef Moltke äußerte gegenüber Kriegsminister Falkenhayn tränenüberströmt: "...diese Entscheidung des Kaisers [...] zeige , [I]dass dieser immer noch auf Frieden hofft." (Ebd. 281).
Gegen 17 Uhr desselben Tages traf aus London die Nachricht ein, dass England sogar für den Fall einer Auseinandersetzung mit Frankreich bereit wäre, neutral zu bleiben, doch nur ganze sechs Stunden später widerrief Grey dieses Angebot und Wilhelms Botschafter Lichnoswky gab das dem Kaiser zur Kenntnis (Vgl. Ebd. 282). Einen Tag später brach der Erste Weltkrieg aus.

Diese Erklärung Georg V. ist lächerlich, wenn man beachtet, was Frankreich am 3. August 1914 in einer offiziellen Note an das Deutsche Reich sich geleistet hat. An diesem Tage hat Frankreich dem deutschen Reich den Krieg erklärt, indem es erklärte dem Beispiel Russlands vom Abend des 1. August 1914 zu folgen. Von Kriegserklärungen eines Wilhelm II. an Russland und Frankreich kann daher keine Rede sein.

Makkabäus
07.04.2021, 17:04
Wer macht die beste Militärmusik ? Richtig, die Briten !


http://youtu.be/JNtVSuXfFJc

herberger
09.06.2021, 15:35
Eine interessante Theorie, warum ist die deutsche Hochseeflotte im August 1914 nicht nach Petersburg gefahren und hätte Truppen dort angelandet um die Stadt zu erobern? In Petersburg liefen alle Fäden das Russischen Reiches zusammen, und die meiste russ. Industrie lag im Raum Petersburg inclusive der Rüstungsbetriebe.

Götz
09.06.2021, 18:51
Eine interessante Theorie, warum ist die deutsche Hochseeflotte im August 1914 nicht nach Petersburg gefahren und hätte Truppen dort angelandet um die Stadt zu erobern? In Petersburg liefen alle Fäden das Russischen Reiches zusammen, und die meiste russ. Industrie lag im Raum Petersburg inclusive der Rüstungsbetriebe.

Wilhelm liebte "seine Schiffe" für derartige Risiken einfach zu sehr.

Wenn man das Desaster bedenkt, das die Entente bei ihrem Landungsversuch bei Galipoli gegen das osmanische Reich erlitt, dann erscheint
einem eine deutsche amphibische Aktion, in der leicht verminbaren Ostsee, in unmittelbar in der Nähe der damaligen russischen Hauptstadt
als mehr als ein ein wenig tollkühn.

Die Briten hätte diese Situation allerdings wahrscheinlich erfreut, hätte sie ihrer eigenen Flotte
doch erhebliche Chancen eröffnet und eine Menge Arbeit erspart.

Gratian
10.06.2021, 14:43
Was für ein Unsinn! Erst durch und auch gerade wegen die beiden Weltkriege verlor GB sein Empire und ähnlich erging es darin Frankreich.

Ohne diese verfluchten Weltkriege wäre auch die USA nie die dominante Weltmacht geworden, denn die Europäischen Staaten hätten sich länger als echte Weltmächte und Führungsnationen behauptet!!!
Aber in Carl Peters III. Band "England und die Engländer" steht auch drin das GB kurz davor steht wirtschaftl. auf den Stand von Irland zu fallen. Allein die starke Kriegs- und handelsmarine bewahrte GB eine einigermaßen intakte Wirtschaft.

herberger
10.06.2021, 14:51
Wilhelm liebte "seine Schiffe" für derartige Risiken einfach zu sehr.

Wenn man das Desaster bedenkt, das die Entente bei ihrem Landungsversuch bei Galipoli gegen das osmanische Reich erlitt, dann erscheint
einem eine deutsche amphibische Aktion, in der leicht verminbaren Ostsee, in unmittelbar in der Nähe der damaligen russischen Hauptstadt
als mehr als ein ein wenig tollkühn.

Die Briten hätte diese Situation allerdings wahrscheinlich erfreut, hätte sie ihrer eigenen Flotte
doch erhebliche Chancen eröffnet und eine Menge Arbeit erspart.

Ist schwer zu beurteilen, aber eines ist sicher, statt im Westen hätte man im Osten aufmarschieren sollen, nach dem Schlieffenplan braucht Russland 6 Monate um kriegsbereit zu sein, auf Drängen der Franzosen griffen die Russen sofort an, auch ohne kriegsbereit zu sein, und da mit hatte man auf deutscher Seite nicht gerechnet. Dann kam noch hinzu im Schlieffenplan hatte man die Briten als Gegner nicht vorgesehen.

Götz
10.06.2021, 15:25
Ist schwer zu beurteilen, aber eines ist sicher, statt im Westen hätte man im Osten aufmarschieren sollen, nach dem Schlieffenplan braucht Russland 6 Monate um kriegsbereit zu sein, auf Drängen der Franzosen griffen die Russen sofort an, auch ohne kriegsbereit zu sein, und da mit hatte man auf deutscher Seite nicht gerechnet. Dann kam noch hinzu im Schlieffenplan hatte man die Briten als Gegner nicht vorgesehen.

Die effizienteste Methode wäre wohl die Infiltrationsstrategie gewesen, indem man eigene Agenten/Lobbyisten in Schlüsselpositionen bei Rivalen (sowohl potentiellen Verbündeten als auch Feinden) positioniert,
aber dabei war die Entente, insbesondere die Briten, den Mittelmächten um Jahrzehnte voraus und daher haushoch überlegen.

herberger
10.06.2021, 15:28
Die effizienteste Methode wäre wohl die Infiltrationsstrategie gewesen, indem man eigene Agenten/Lobbyisten in Schlüsselpositionen bei Rivalen (sowohl potentiellen Verbündeten als auch Feinden) positioniert,
aber dabei war die Entente, insbesondere die Briten, den Mittelmächten um Jahrzehnte voraus und daher haushoch überlegen.

Man hatte vor dem WKI nicht Fantasie genug was ein Krieg mit den zur Verfügung stehenden Waffen bedeutet.

Valdyn
10.06.2021, 15:47
Man hatte vor dem WKI nicht Fantasie genug was ein Krieg mit den zur Verfügung stehenden Waffen bedeutet.

Man hätte es ahnen können. Schon der amerikanische Bürgerkrieg 50 Jahre zuvor hatte phasenweise den Charakter eines Stellungskrieges der letztlich von den industriellen Möglichkeiten entschieden wurde.

Sjard
10.06.2021, 17:01
Man hätte es ahnen können. Schon der amerikanische Bürgerkrieg 50 Jahre zuvor hatte phasenweise den Charakter eines Stellungskrieges der letztlich von den industriellen Möglichkeiten entschieden wurde.

Und ich dachte immer, der russisch-japanische Krieg im Jahr 1905 hätte als erster Krieg den Charakter eines Stellungskriegs gehabt. :?

Valdyn
10.06.2021, 17:17
Und ich dachte immer, der russisch-japanische Krieg im Jahr 1905 hätte als erster Krieg den Charakter eines Stellungskriegs gehabt. :?

Meines Wissens kamen schon im Bürgerkrieg gegen Ende die Vorläufer moderner Maschinengewehre zum Einsatz z.B. Oder auch die ersten Hinterlader in signifikanter Anzahl. Das trug dazu bei, dass die Feuerkraft stieg und man statt sich mit Vorderladern aufeinander zu zu bewegen sich eher defensiv verhielt und oft auch einbuddelte. Dazu kam natürlich, dass der Krieg quasi in einer Hochphase der Industrialisierung stattfand und damit eben auch die Industrie die entscheidende Rolle spielte. Nachschub ist ja alles.

Letztlich gibt es da ja sogar auch eine grobe Analogie zwischen den Südstaaten und den Deutschen in beiden Kriegen. Auch die Südstaaten waren deutlich mit Industriekraft und Mannstärke unterlegen und haben versucht zu Beginn mit einer schnellen Offensive die Entscheidung zu erzwingen. Je länger der Krieg dauerte, desto schwieriger wurde es.

Der wesentliche Punkt war beim 1. WK ja und was "neu" war, dass letztlich die Industriekraft über Sieg oder Niederlage entschieden hat da die Waffen so tödlich waren/wurden auf allen Seiten, dass man von Siegen im Feld kaum sprechen konnte. Wer am Ende genug Nachschub hatte, der gewann.

herberger
12.06.2021, 08:39
Das Gatling Maschinen Gewehr das im US Bürgerkrieg erschien war nicht Kriegstauglich, und wurde es auch später nicht. Ab 1885 gab es das Maxim MG und das Gatling MG wurde nicht mehr gebraucht. Das Maxim MG war bis Mitte des 20. Jahrhundert im Dienst. In den USA griff man nach 1945 das Gatling MG wieder auf und machte es kriegstauglich.

Maxim MG
https://abload.de/img/maxim_maschinengewehr5pjx1.jpg (https://abload.de/image.php?img=maxim_maschinengewehr5pjx1.jpg)


Geschichte

Alle heutigen Gatling-Waffen sind Weiterentwicklungen der Gatling Gun, die 1861 während des Amerikanischen Bürgerkriegs erfunden wurde. Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte zuerst kein Interesse daran; trotzdem kaufte der Unionsgeneral Benjamin Franklin Butler 12 Stück und setzte sie an der Front bei Petersburg ein.

Die ursprüngliche Gatling verfügte über sechs Läufe, was eine Überhitzung der Gewehrläufe verhinderte. Sie rotierten um eine Mittelachse. Die Patronen wurden durch die Schwerkraft von oben in die Kanone befördert. Gatling war nicht der erste, der über eine Kombination mehrerer Läufe nachdachte. Bereits im 18. Jahrhundert gab es entsprechende Ideen und auch die französische Mitrailleuse von Nordenfelt verfügte über mehrere Läufe.

Man benötigte vier Mann, um das Gatling-Maschinengewehr zu bedienen. Die leichtesten Modelle waren über 45 Kilogramm schwer. Das Modell 1876 war in der Lage, theoretisch 1200 Schuss pro Minute abzugeben, unter Einsatzbedingungen waren es noch etwa 400 Schuss pro Minute. Vor der Ablösung des Schwarzpulvers durch rauchschwache Pulver bestand zudem das Problem, dass sich beim Feuern eine große Wolke aus Pulverdampf bildete, die die Sicht des Schützen behinderte.

Wolfger von Leginfeld
03.07.2021, 07:25
Die effizienteste Methode wäre wohl die Infiltrationsstrategie gewesen, indem man eigene Agenten/Lobbyisten in Schlüsselpositionen bei Rivalen (sowohl potentiellen Verbündeten als auch Feinden) positioniert,
aber dabei war die Entente, insbesondere die Briten, den Mittelmächten um Jahrzehnte voraus und daher haushoch überlegen.

Gilt auch für die Spionage. Nachdem man durch Oberst Redl alles erfahren hatte, wäre ein Waffengang eigentlich ausgeschlossen gewesen.