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Vollständige Version anzeigen : Sind Bausünden erhaltenswert?



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Feldmann
02.09.2013, 14:54
Die berliner Kunsthistorikern Turit (?) Fröbe behauptet, dass Bausünden nicht abgerissen werden sollten, obwohl sie hässlich seien und die Städte verschandelten. Man könne Bausünden vielmehr in gute und schlechte Bausünden unterteilen, wobei die guten natürlich erhaltenswert seien, da sich die Leute wenigstens mit den Gebäuden beschäftigen würden, anstatt sie zu ignorieren. Außerdem sei das, was danach käme meistens auch nicht viel besser.

Ein paar Beispiele:

Rizzi-Haus (Braunschweig):

http://www.chemieunterricht-interaktiv.de/lerneinheiten/lichtundfarbe/htmlseiten/lichtundfarbe/bilder/800px-Braunschweig,_Happy_Rizzi_House.jpg

Karstadt (Lemgo):

http://www.voigtmann-online.de/Arne/bilder/fotos/lemgo/karstadt03.jpg


Was denkt ihr? Sollte man Bausünden wirklich erhalten, außer als abschreckendes Mahnmal natürlich?


Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/bausuenden-erregt-euch-nicht-12545784.html

Buch: http://www.amazon.de/Die-Kunst-Baus%C3%BCnde-Turit-Fr%C3%B6be/dp/3869950536/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1378132428&sr=1-1

KuK
02.09.2013, 15:05
Ganz klar: abreißen, solchen abgedrehten Mist, der irgendwelchen kranken Hirnen entsprungen ist.

Klassisches Beispiel aus Düsseldoof sind die Gehry-Häuser:

39040

Leif
02.09.2013, 15:11
Diese Gehry-Scheisse in Düsseldorf steht auch größtenteils leer, da die Gebäude schwere konstruktive Mängel aufweisen. Ansonsten kommt es natürlich darauf an, was an deren Stelle treten soll. Das Rizzy-Haus und sogar diesen Karstadt finde ich ganz witzig. Je größer die Bausünde, umso dringender jedoch ihr Abriss. Im Zweifelsfall verkörpert ein Neubau, sei er auch noch so misslungen, zumindest wirtschaftliche Prosperität.

Cleopatra
02.09.2013, 15:13
Abreißen diese entartete Kunst.

Heifüsch
02.09.2013, 19:00
http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html


(http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html)Berlin will DDR-Bauten am Alex unter Denkmalschutz stellen

13.08.2013 14:44 Uhrvon Ralf Schönball (http://www.tagesspiegel.de/schoenball-ralf/5265114.html)http://www.tagesspiegel.de/images/tlg_kai/8631332/3-format1.jpg
(http://www.tagesspiegel.de/berlin/das-haus-des-reisens-hier-wurde-die-sehnsucht-nach-der-grossen-weiten-welt-in-robert-ide-erweckt-/8631332.html)
Das Haus des Reisens - hier wurde die Sehnsucht nach der großen weiten Welt in Robert Ide erweckt. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

"Das Haus des Reisens, die TLG-Platten und andere Bauten am Alexanderplatz sollen zu Baudenkmälern erklärt werden. Für die Umgestaltung des Areals hätte das gewaltige Folgen..."

----------------------------------------------------------------------------
Die DDR-Nostalgiker geben keine Ruhe. Nachdem ihnen bereits der "Palast" der Republik weggenommen wurde, klammern sie sich nun an die letzten verbliebenen DDR-Hässlichkeiten am nahegelegenen Alexanderplatz. Und verhindern damit eine großzügige Hochhausbebauung, die diesem weitläufigen Platz sehr gut tun würde >:-(


(http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html)

Heifüsch
02.09.2013, 19:06
Ganz klar: abreißen, solchen abgedrehten Mist, der irgendwelchen kranken Hirnen entsprungen ist.

Klassisches Beispiel aus Düsseldoof sind die Gehry-Häuser:

39040

Sorry, aber das Ding hat was! Nur würde ich nie nach Düsseldorf ziehen. Ich hasse diese abgehobenen Alt- und Neureichen >&-(=

Heifüsch
02.09.2013, 19:11
Was denkt ihr? Sollte man Bausünden wirklich erhalten, außer als abschreckendes Mahnmal natürlich?



Rizzi spinnt, Karstadt ebenso. Und Berliner Kunsthistoriker erst recht, ich könnt euch da Sachen erzählen,...aaahhhhh!...>%.(

Ach so, ja. Abreissen natürlich! Und vorher gut dokumentieren - zur Abschreckung.

Mythras
02.09.2013, 19:15
Weg mit dem Dreck. Eine Beleidigung für jedes Auge.

Makkabäus
02.09.2013, 19:19
Sorry, aber das Ding hat was! Nur würde ich nie nach Düsseldorf ziehen. Ich hasse diese abgehobenen Alt- und Neureichen >&-(=

Diese "Bausünden" haben wirklich etwas !
Und die Düsseldorfer sind wirklich eingeschnappt mit ihrer Königsallee.
So dufte ist auch dort auch wieder nicht :auro:

Was ist ein Düsseldorfer auf dem Mond ? Ein Rätsel ! Was sind alle Düsseldorfer auf dem Mond ? Die Lösung :))

Makkabäus
02.09.2013, 19:21
Die berliner Kunsthistorikern Turit (?) Fröbe behauptet, dass Bausünden nicht abgerissen werden sollten, obwohl sie hässlich seien und die Städte verschandelten. Man könne Bausünden vielmehr in gute und schlechte Bausünden unterteilen, wobei die guten natürlich erhaltenswert seien, da sich die Leute wenigstens mit den Gebäuden beschäftigen würden, anstatt sie zu ignorieren. Außerdem sei das, was danach käme meistens auch nicht viel besser.

Ein paar Beispiele:

Rizzi-Haus (Braunschweig):

http://www.chemieunterricht-interaktiv.de/lerneinheiten/lichtundfarbe/htmlseiten/lichtundfarbe/bilder/800px-Braunschweig,_Happy_Rizzi_House.jpg

Karstadt (Lemgo):

http://www.voigtmann-online.de/Arne/bilder/fotos/lemgo/karstadt03.jpg


Was denkt ihr? Sollte man Bausünden wirklich erhalten, außer als abschreckendes Mahnmal natürlich?


Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/bausuenden-erregt-euch-nicht-12545784.html

Buch: http://www.amazon.de/Die-Kunst-Baus%C3%BCnde-Turit-Fr%C3%B6be/dp/3869950536/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1378132428&sr=1-1

Das Karstadt in Lemgo fiel mir bis jetzt gar nicht auf. Muss beim nächsten Mal darauf achten.

Feldmann
02.09.2013, 19:29
Das Karstadt in Lemgo fiel mir bis jetzt gar nicht auf. Muss beim nächsten Mal darauf achten.

Das gibt es so glücklicherweise auch nicht mehr. Jetzt ist C&A in dem Gebäude und die haben es ein wenig umgebaut.

Heifüsch
02.09.2013, 19:52
Diese "Bausünden" haben wirklich etwas !
Und die Düsseldorfer sind wirklich eingeschnappt mit ihrer Königsallee.
So dufte ist auch dort auch wieder nicht :auro:

Was ist ein Düsseldorfer auf dem Mond ? Ein Rätsel ! Was sind alle Düsseldorfer auf dem Mond ? Die Lösung :))

:gp:Nimm das, meine Grünen sind leider alle >&.)=

Heifüsch
02.09.2013, 19:53
Das Karstadt in Lemgo fiel mir bis jetzt gar nicht auf. Muss beim nächsten Mal darauf achten.

Das kuckt ganz böse, haste gemerkt? <8´(

Makkabäus
02.09.2013, 20:03
Das kuckt ganz böse, haste gemerkt? <8´(

Ich kenne Lemgo wie meine Westentasche, aber dieses Karstadt-Gebäude ist mir wirklich noch nie aufgefallen.
Ansonsten ist Lemgo eine Hammergeile Stadt :happy:

Im Ranking der 45 schönsten Städte NRW`s lag Lemgo unter den Top Ten, neben Detmold. Lippe rockt einfach :compr:

Bad Salzuflen war auf Platz 44 :schnief:

Leif
02.09.2013, 20:51
Man kann sie auch der Natur überlassen.

http://i.imgur.com/xHCtF9D.jpg http://i.imgur.com/k6uiwjE.jpg http://i.imgur.com/upb6fI6.jpg http://i.imgur.com/0iqSFVa.jpg http://i.imgur.com/00IsmjE.jpg http://i.imgur.com/zGZZ0hr.jpg http://i.imgur.com/JbqMCbB.jpg http://i.imgur.com/liCqyEx.jpg http://i.imgur.com/dkYCjzA.jpg 39050

Heifüsch
02.09.2013, 20:53
Man kann sie auch der Natur überlassen.

Du überrascht mich immer wieder! Fas-zi-nie-rend!!!!!!!>%-))

Heifüsch
02.09.2013, 20:58
Ich kenne Lemgo wie meine Westentasche, aber dieses Karstadt-Gebäude ist mir wirklich noch nie aufgefallen.
Ansonsten ist Lemgo eine Hammergeile Stadt :happy:

Im Ranking der 45 schönsten Städte NRW`s lag Lemgo unter den Top Ten, neben Detmold. Lippe rockt einfach :compr:

Bad Salzuflen war auf Platz 44 :schnief:

Bad Salzuflen...Ja, die Reha-Klinik, *ächz...!* >x.( Ansonsten schöne Gegend, da kann man wirklich nicht meckern. Wurde dieses Bielefeld eigentlich schon entdeckt? >:-)

Makkabäus
02.09.2013, 21:01
Bad Salzuflen...Ja, die Reha-Klinik, *ächz...!* >x.( Ansonsten schöne Gegend, da kann man wirklich nicht meckern. Wurde dieses Bielefeld eigentlich schon entdeckt? >:-)

Jupp von mir :)) Und alle die etwas anderes behaupten, wird mein Zorn augenblicklich wie Hagel treffen :fizeig:

Heifüsch
02.09.2013, 21:14
Jupp von mir :)) Und alle die etwas anderes behaupten, wird mein Zorn augenblicklich wie Hagel treffen :fizeig:

Wie schön! Jetzt müssen nur noch Vineta und Atlantis wiedergefunden werden, dann wären wir wieder komplett :-)

Feldmann
02.09.2013, 21:16
Man kann sie auch der Natur überlassen.

Das sind keine Bausünden, sondern Schrott bzw. Müll und gehören entsorgt.


So geht man mit Bausünden um:


http://www.youtube.com/watch?v=peGKkL_LkIc


http://www.youtube.com/watch?v=hQ4qLvReucA

meckerle
02.09.2013, 21:27
Ganz klar: abreißen, solchen abgedrehten Mist, der irgendwelchen kranken Hirnen entsprungen ist.

Klassisches Beispiel aus Düsseldoof sind die Gehry-Häuser:

39040
Das Hundertwasserhaus in Wien.
http://www.kidsnet.at/gif2/hundertwasserhaus.jpg
Es war ursprünglich gedacht als Sozialer Wohnungsbau, heute ist es ein Touristenmagnet.
Ich war schon drin.

BRDDR_geschaedigter
02.09.2013, 21:41
Wegbomben den Dreck.

Etwas Gutes haben aber sie "moderenen" Bauten. Sie halten nicht wirklich lange, wenn man das z.B. mit den Bauten im alten Rom vergleicht.

Margok
02.09.2013, 22:12
Ja, als Warnung für künftige Generationen, das Bauen solch abscheulicher Hässlichkeiten tunlichst bleiben zu lassen.
Und als Schandmal, um die augenvergewaltigenden Vorlieben "moderner" "Architekten" als das hinzustellen was sie sind: Schandbauten.

Feldmann
02.09.2013, 22:16
Ja, als Warnung für künftige Generationen, das Bauen solch abscheulicher Hässlichkeiten tunlichst bleiben zu lassen.
Und als Schandmal, um die augenvergewaltigenden Vorlieben "moderner" "Architekten" als das hinzustellen was sie sind: Schandbauten.

Ich hatte da an eine Art Freilichtmuseum gedacht. :D

Margok
02.09.2013, 22:18
Ich hatte da an eine Art Freilichtmuseum gedacht. :D
So etwas dachte ich mir.
Titel: "Die widerlichsten Bausünden der Behämmerten Republik der Deppen."

joG
02.09.2013, 22:28
Weg mit dem Dreck. Eine Beleidigung für jedes Auge.

Sie meinen die Frauenkirche? Ja, die ist etwas kitschig.

joG
02.09.2013, 22:31
So etwas dachte ich mir.
Titel: "Die widerlichsten Bausünden der Behämmerten Republik der Deppen."

Die Bauten der DDR sollten mE schon zT erhalten werden. Das sind nicht nur Bausünden. Diese Bauten kenntzeichnen eine geschichtlich-kulturelle Periode Deutschlands.

Feldmann
02.09.2013, 22:41
Sie meinen die Frauenkirche? Ja, die ist etwas kitschig.

Die Frauenkirche, immerhin eine der wenigen protestantischen Kirchen, die sich mit ihren katholischen Gegenstücken messen kann, mit Bausünden zu vergleichen, ist schon ein starkes Stück.



Die Bauten der DDR sollten mE schon zT erhalten werden. Das sind nicht nur Bausünden. Diese Bauten kenntzeichnen eine geschichtlich-kulturelle Periode Deutschlands.

Die meisten DDR-Bauten sind nun mal schnell hochgezogen worden und von schlechter baulicher Qualität, von der architektonischen reden wir lieber gar nicht erst.

Heifüsch
03.09.2013, 00:58
Die Bauten der DDR sollten mE schon zT erhalten werden. Das sind nicht nur Bausünden. Diese Bauten kenntzeichnen eine geschichtlich-kulturelle Periode Deutschlands.

Nein, nicht alles war schlecht. Hier ein durchaus eindrucksvolles DDR-Gebäude an der Berliner Karl-Marx-Allee im Stil des sowjetischen Neoklassizismus der 50er Jahre.:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/Karl-Marx-Allee_Berlin_Weberwiese_3.jpg/800px-Karl-Marx-Allee_Berlin_Weberwiese_3.jpg

http://friedrichshainblog.de/wp-content/uploads/2010/10/eingang-gemak-karl-marx-allee-berlin-friedrichshain.jpg

Auf Dauer war dieser aufwendige Baustil aber nicht durchzuhalten, so daß die letzten Bauabschnitte in Richtung Alexanderplatz mit unzusammenhängenden und verlorenen Allerwelts-Plattenbauten bebaut wurden. Ein armseliger Anblick, man kommt sich vor wie in Nordkorea ..:-(

http://cdn.fotocommunity.com/images/Deutsche-Zeitgeschichte/Die-DDR-und-das-was-uebrig-ist/Berlin-Karl-Marx-Allee-ca-1990-a25107116.jpg

WotanLiebtEuch
03.09.2013, 01:40
Man kann sie auch der Natur überlassen.



schöne Bilder aus Amerika von unseren Besatzern, das zeigt das wahre Gesicht.

sowas brauchen wir hier nicht, weg mit ihnen !!

schlaufix
03.09.2013, 05:18
Die berliner Kunsthistorikern Turit (?) Fröbe behauptet, dass Bausünden nicht abgerissen werden sollten, obwohl sie hässlich seien und die Städte verschandelten. Man könne Bausünden vielmehr in gute und schlechte Bausünden unterteilen, wobei die guten natürlich erhaltenswert seien, da sich die Leute wenigstens mit den Gebäuden beschäftigen würden, anstatt sie zu ignorieren. Außerdem sei das, was danach käme meistens auch nicht viel besser.

Ein paar Beispiele:

Rizzi-Haus (Braunschweig):

http://www.chemieunterricht-interaktiv.de/lerneinheiten/lichtundfarbe/htmlseiten/lichtundfarbe/bilder/800px-Braunschweig,_Happy_Rizzi_House.jpg

Karstadt (Lemgo):

http://www.voigtmann-online.de/Arne/bilder/fotos/lemgo/karstadt03.jpg


Was denkt ihr? Sollte man Bausünden wirklich erhalten, außer als abschreckendes Mahnmal natürlich?


Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/bausuenden-erregt-euch-nicht-12545784.html

Buch: http://www.amazon.de/Die-Kunst-Baus%C3%BCnde-Turit-Fr%C3%B6be/dp/3869950536/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1378132428&sr=1-1

Das Hertie Gebäude war in den späten 60 er Jahren moderne Architektur. Von Bausünde kann da wohl keine Rede sein. Heute passen die klobigen Betonklötze naturlich nicht mehr ins Städtebild. Also weg damit.

joG
03.09.2013, 07:23
Die Frauenkirche, immerhin eine der wenigen protestantischen Kirchen, die sich mit ihren katholischen Gegenstücken messen kann, mit Bausünden zu vergleichen, ist schon ein starkes Stück.




Die meisten DDR-Bauten sind nun mal schnell hochgezogen worden und von schlechter baulicher Qualität, von der architektonischen reden wir lieber gar nicht erst.


Die Frauenkirche ist halt gemacht als ob. Bauhistorisch hat sie allerdings eine wichtige Aussage zu machen, indem sie zeigt, dass die Bevölkerung Kitsch liebt und/oder die Erinnerung an die Vergangenheit schönen will, wo das auch mit viel Geld nur möglich ist. Solche Aussagen sind natürlich auch interessant.

joG
03.09.2013, 07:26
Nein, nicht alles war schlecht. Hier ein durchaus eindrucksvolles DDR-Gebäude an der Berliner Karl-Marx-Allee im Stil des sowjetischen Neoklassizismus der 50er Jahre.:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/Karl-Marx-Allee_Berlin_Weberwiese_3.jpg/800px-Karl-Marx-Allee_Berlin_Weberwiese_3.jpg

http://friedrichshainblog.de/wp-content/uploads/2010/10/eingang-gemak-karl-marx-allee-berlin-friedrichshain.jpg

Auf Dauer war dieser aufwendige Baustil aber nicht durchzuhalten, so daß die letzten Bauabschnitte in Richtung Alexanderplatz mit unzusammenhängenden und verlorenen Allerwelts-Plattenbauten bebaut wurden. Ein armseliger Anblick, man kommt sich vor wie in Nordkorea ..:-(

http://cdn.fotocommunity.com/images/Deutsche-Zeitgeschichte/Die-DDR-und-das-was-uebrig-ist/Berlin-Karl-Marx-Allee-ca-1990-a25107116.jpg



Danke! Ich kannte diese Bauten nicht und finde sie wirklich nennenswert. Sie erinnern mich an einen Stil, den ich in Russland und Rumänien sah.

MANFREDM
03.09.2013, 09:34
Die Frauenkirche ist halt gemacht als ob. Bauhistorisch hat sie allerdings eine wichtige Aussage zu machen, indem sie zeigt, dass die Bevölkerung Kitsch liebt und/oder die Erinnerung an die Vergangenheit schönen will, wo das auch mit viel Geld nur möglich ist. Solche Aussagen sind natürlich auch interessant.

Das witzige an der Frauenkiche in Dresden ist, dass es von Anfang an eine konstruktive Fehlplanung war.


m Jahr 1733 wurde der Bau der Steinkuppel vertraglich vereinbart. Während des Baus traten Risse in der Kuppel auf, weswegen mit dem Bau der Laterne erst 1741 begonnen werden konnte. Am 27. Mai 1743, knapp fünf Jahre nach dem Tod George Bährs, vollendete das Aufsetzen eines Kuppelkreuzes schließlich den Monumentalbau. Löscher hatte das Kreuz gegen die Pläne Bährs, der einen Obelisken (Pyramide) als Bekrönung vorgesehen hatte, und die Forderung Brühls, mit einem A-ähnlichen Obelisken die Herrschaft August des Starken zu symbolisieren, durchgesetzt.

Während der gesamten Zeit bis zur Zerstörung 1945 konnten die Kontruktionsfehler nicht gelöst werden.


Bautechnische Schwächen verursachten immer wiederkehrende Reparaturen, die vor allem mit der massiven Steinkuppel zusammenhingen. Ihre Hauptlast mussten die acht Innenpfeiler im Kirchenschiff aufnehmen, entgegen der Meinung George Bährs, der auch von einer Lastverteilung über die Außenmauern ausging. Für die Innenpfeiler war jedoch zu weicher Sandstein und schlechtes Fugenmaterial benutzt worden. Der Druck des Kuppelhalses führte zu Stauchungen und somit zu einem verminderten Zusammenwirken der einzelnen Tragglieder der Kirche. Der entstandene Schub auf die Hauptgesimszone ließ Risse in den Kapitellzonen der Pfeiler entstehen. 1735, nur ein Jahr nach der Weihe der Frauenkirche, mussten die Pfeiler mit Eisenklammern und Verputz instand gesetzt werden. Beim Bau der Kuppel bis 1736 wurden eiserne Ringanker eingezogen, um deren Stabilität zu erhöhen.

Während des Siebenjährigen Krieges beschoss die Artillerie der preußischen Armee die Kuppel, die Kriegshandlungen ließen erst 1765 eine Reparatur zu. Wieder wurden die Pfeilerschäfte durch Klammern und Bandagen gesichert, um eine weitere Senkung der Kuppel zu verhindern. 1820/21 wurde die erste Außensanierung durchgeführt, bei der Pflanzen entfernt, das Mauerwerk neu verfugt und teilweise lose Steine gesichert wurden. Das Eindringen von Feuchtigkeit und die mangelnde Beheizung der Frauenkirche schadeten dem Holzbestand, der 1844 zum Teil erneuert werden musste. Weitere Sanierungen folgten unter anderem 1861, jedoch wurde das Grundproblem der auseinandertreibenden und absinkenden Kuppel nicht gelöst.

Die Innenpfeiler, eigentlich aus reinem Sandstein bestehend, mussten immer mehr durch den Einbau von fremdem Material unterstützt werden. Dazu kamen häufige Reparaturen an den Kapitellen und Pfeilerschäften, weil diese aus dem Lot gerieten. Besonders ab 1930 wurden Stahlbänder in die Pfeiler eingebaut, von denen einige bei der Trümmerberäumung wiedergefunden wurden. Des Weiteren setzte man vielfach Stahlanker ein, deren Wirkung jedoch gering war.

Nur mit modernsten technischen Verfahren konnte der Neubau mit fast 60% neuem Baumaterial stattfinden. Was dieser Neubau mit der alten Frauenkirche zu tun, ist genau die Frage. Ich meine nur die äussere Form. http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenkirche_%28Dresden%29

Leif
03.09.2013, 09:37
Das ist alles sehr interessant. Bitte löschen!

Brotzeit
03.09.2013, 10:17
Sorry, aber das Ding hat was! Nur würde ich nie nach Düsseldorf ziehen. Ich hasse diese abgehobenen Alt- und Neureichen >&-(=


Was lebt den in D´dorf und wer zieht den nach D´dorf in die subkulturivierten Niederungen in denen man Schuhpolitur säuft wie ein Schwein das Wasser aus dem Rhein? ..........

Feldmann
03.09.2013, 10:46
Das Hertie Gebäude war in den späten 60 er Jahren moderne Architektur. Von Bausünde kann da wohl keine Rede sein. Heute passen die klobigen Betonklötze naturlich nicht mehr ins Städtebild. Also weg damit.

Interessant, dass Bausünden grundsätzlich zur modernen Architektur gehören.



Die Frauenkirche ist halt gemacht als ob. Bauhistorisch hat sie allerdings eine wichtige Aussage zu machen, indem sie zeigt, dass die Bevölkerung Kitsch liebt und/oder die Erinnerung an die Vergangenheit schönen will, wo das auch mit viel Geld nur möglich ist. Solche Aussagen sind natürlich auch interessant.

Das übliche "Kitsch"-Argument, "Disneyland" hast du noch vergessen.

Was ist denn gegen eine (orginalgetreue) Rekonstruktion einzuwenden? Deiner Logik nach müsste man alle Häuser verfallen lassen, denn wenn das Dach kaputt ist, dann muss es ja neu gemacht werden, aber das geht nicht, weil man damit einen "unhistorischen" Zustand erschaffen würde. Wo blieben denn die "Spuren der Geschichte"?

Also lieber verschimmelte Wände und abbröckelnder Putz als eine Renovierung? :auro:

Gothaur
03.09.2013, 11:17
Die berliner Kunsthistorikern Turit (?) Fröbe behauptet, dass Bausünden nicht abgerissen werden sollten, obwohl sie hässlich seien und die Städte verschandelten. Man könne Bausünden vielmehr in gute und schlechte Bausünden unterteilen, wobei die guten natürlich erhaltenswert seien, da sich die Leute wenigstens mit den Gebäuden beschäftigen würden, anstatt sie zu ignorieren. Außerdem sei das, was danach käme meistens auch nicht viel besser.

Ein paar Beispiele:
....................................


Was denkt ihr? Sollte man Bausünden wirklich erhalten, außer als abschreckendes Mahnmal natürlich?


Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/bausuenden-erregt-euch-nicht-12545784.html

.......................................
Wie immer kommt es drauf an, wie in diesem Fall Bausünden gedeutet werden.
Dieses auf den Punkt: Gefällt mir, Gefällt mir nicht! zu bringen, stellt meines Erachtens eine Reduktion dar, die nicht der Sachlage und Problematik gerecht wird.
Schaut man sich das Gehry-Haus an, dann fällt auf jedenfall ein interessanter Aspekt der Baugestaltung und somit des Wohnens, bzw Umfeldes auf, der zwar nicht jedem gefällt, aber dennoch gedankliche, assozialtive und somit auch innovative Kreativität auslösen soll und kann. In dieser Richtung gibt es ja im übrigen schon weitere, alte und gesetzte Beispiele, wie die Architektur Hunderwassers und Gauris beispielsweise anschauungsvoll zeigt.
Aber Bausünden können vielschichtig sein, und sie machen sich ja recht oft gerade an der gestalterischen Planung am Menschen vorbei, fest. So waren und sind ja gerade urbane Trabantenstädte, meist in den 70ern erschaffen ein beredtes und warnendes Beispiel für solch Wohn- und Lebenskatastrophen, wo der Mensch vereinnahmt und dann sich selbst überlassen wird, und wo der Mensch dann schlußendlich entsozialisiert wird und verkümmert und verroht. Beispiele gab und gibt es genug dafür. Allerdings wurden ja schon etliche dieser Fehlplanungen entsprechend entsorgt und stattdessen neue, menschlichere Wohnumfelder geschaffen.
Bausünden - sind meines Erachtens auch aktuell die Schaffung von Verkaufs-, Freß-, und Vergnügungszentren auf der grünen Wiese, die die Städte leergefegt haben, wie auch die gleichzeitige Umsiedelung der Menschen ins Stadtumfeld, wo somit auch die Innenstädte veröde(te)n, und mehr und mehr an - vor allen gewachsener - Attraktivität verloren haben.
Aber die Leute, also viele Menschen wollen wieder, wie Studien und Umfragen aufzeigen, zurück in die Städte, was allerdings mittlerweile zu Problemen führt, denn so einfach läßt sich der über Jahrzehnte hinweg gewachsene Prozess der innerstädtischen Verödung nicht rückgängig machen.
Überdies kommt noch ein weiteres hinzu, was allerdings auch geflissentlich übersehen wird. Migranten, Ausländer, wie auch immer, vor allen jene, die bereits in der 2., 3. Generation hier leben, brechen vermehrt aus ihrem, hier traditionellen, Ghettoisierten Wohnumfeld aus, und gehen in die Innenstädte, kaufen da Häuser, um sie dann in familiäre Wohnbereiche umzuwandeln, meist mit Geschäftsanbindung in vorhandenen Geschäftsräumen. Diese sind zwar oft genug noch eher einseitig, aber es zeigt sich schon, daß der Weg weg vom Döner-Reisebüro-Hochzeitskleider-Geschäft führt, und eine allgemeinere Infrastruktur anbietet. Das wird sich ausweiten und vertiefen und so werden sich die Innenstädte verändern. Man sieht es jetzt schon, daß beispielsweise auch Leben wieder auf der Straße, im Umfeld von Häusern und Wohnungen stattfindet. Das überhaupt nicht künstliche Treffpunkte einer theoretisch-abstrakten interaktiven Kommunikation notwendig sind, sondern das auch schon ein paar, aus dem Haus auf die Straße gebrachte Stühle reichen, sich zusammenzusetzen.
Das ist das, was in der Zukunft sich verstärken wird, und in 15, 20 Jahren die Innenstädte viel mehr prägen wird, als wie wir uns dieses jetzt vorstellen können.
Und wer ists gewesen? Bausündenbauer, Wirschaftliches Interesse, jene, die den Geist der 70er, 80er und 90er erkannten, die Sehnsucht der Städter, sich an der Peripherie, auf dem Land niederzulassen und dort auch, mobil, quasi vor der neuen Haustür in Tempeln des Konsums und Versorgung einzukaufen, zu essen, und zu bummeln, - halt Geschäfte gucken.
Bausünden sind vielfältig, und sie sollten sich im wesentlichen wenn als solche definiert, an der sozialen Brauchbarkeit festmachen. Aussehen, Gestaltung ist da eher ein weniger nützliches Instrument, sie als solche auszumachen.
Aus diesen Aspekten heraus, auf Grund diesem bin ich im übrigen auch dafür, Bausünden abzureißen, und vor allen den Raum nutzbringender, ansprechender, wirksamer zu nutzen.
Es gibt die Bauten, die für die Zukunft, für die Generationen gebaut sind, sei es zwecks aktiver Verwendung, oder auch der Erinnerung segen, und es gibt jene, die Zeitgeistig dynamisch aufgebaut, benutzt und dann wieder entsorgt zu werden, um Platz für das kommende Neue zu schaffen.
Gruß

Leif
03.09.2013, 11:28
Interessant, dass Bausünden grundsätzlich zur modernen Architektur gehören.




Das übliche "Kitsch"-Argument, "Disneyland" hast du noch vergessen.

Was ist denn gegen eine (orginalgetreue) Rekonstruktion einzuwenden? Deiner Logik nach müsste man alle Häuser verfallen lassen, denn wenn das Dach kaputt ist, dann muss es ja neu gemacht werden, aber das geht nicht, weil man damit einen "unhistorischen" Zustand erschaffen würde. Wo blieben denn die "Spuren der Geschichte"?

Also lieber verschimmelte Wände und abbröckelnder Putz als eine Renovierung? :auro:

Psychopathen kennzeichnet in der Regel, ein gestörtes Verhältnis zur Gefühlswelt zu haben. Die Sehnsucht, das zerstörte Wahrzeichen der Heimatstadt rekonstruieren zu wollen, ist ihnen nachzuvollziehen unmöglich.

JensVandeBeek
03.09.2013, 11:29
Ich war im Februar dieses Jahres 4 Wochen auf Wyk auf Föhr. Was man in 90er Jahren dort an Strand bzw. Strandnähe gebaut hat, gehört abgerissen.

Feldmann
03.09.2013, 11:32
Psychopathen kennzeichnet in der Regel, ein gestörtes Verhältnis zur Gefühlswelt zu haben. Die Sehnsucht, das zerstörte Wahrzeichen der Heimatstadt rekonstruieren zu wollen, ist ihnen nachzuvollziehen unmöglich.

Die Rekonstruktion als solche wird ja immer von den Aposteln der Moderne abgelehnt, mit dem Hinweis darauf, dass es nicht "original" sei und dass man damit "die Geschichte verfälschen" wolle.

Wenn aber mal ein Blitz einschlägt oder es ein Hochwasser gibt, dann darf trotzdem rekonstruiert bzw. renoviert werden.



Ich war im Februar dieses Jahres 4 Wochen auf Wyk auf Föhr. Was man in 90er Jahren dort an Strand bzw. Strandnähe gebaut hat, gehört abgerissen.

Bilder?

JensVandeBeek
03.09.2013, 11:42
...

Bilder?
Habe leider nicht machen können. Mein Aufenthalt dort war Gesundheit begründet. Bei den täglichen Spaziergängen auf Promenade konnte ich sie jedoch alle sehen.

joG
03.09.2013, 13:48
Interessant, dass Bausünden grundsätzlich zur modernen Architektur gehören.
Das übliche "Kitsch"-Argument, "Disneyland" hast du noch vergessen.
Was ist denn gegen eine (orginalgetreue) Rekonstruktion einzuwenden? Deiner Logik nach müsste man alle Häuser verfallen lassen, denn wenn das Dach kaputt ist, dann muss es ja neu gemacht werden, aber das geht nicht, weil man damit einen "unhistorischen" Zustand erschaffen würde. Wo blieben denn die "Spuren der Geschichte"?
Also lieber verschimmelte Wände und abbröckelnder Putz als eine Renovierung? :auro:

Wobei Disneyland wenigstens ehrlich ist. ;)

Ich denke man sollte lieber zu seinen Kriegen stehen und die sichtbar gefüllten Lücken als Erinnerung daran bewahren. Man kann ja auch mit interessanter neuer Architektur arbeiten.

Leif
03.09.2013, 13:54
Man kann sich auch Stacheldraht durch den Bauch ziehen.

Efna
03.09.2013, 15:05
http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html


(http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html)Berlin will DDR-Bauten am Alex unter Denkmalschutz stellen

13.08.2013 14:44 Uhrvon Ralf Schönball (http://www.tagesspiegel.de/schoenball-ralf/5265114.html)http://www.tagesspiegel.de/images/tlg_kai/8631332/3-format1.jpg
(http://www.tagesspiegel.de/berlin/das-haus-des-reisens-hier-wurde-die-sehnsucht-nach-der-grossen-weiten-welt-in-robert-ide-erweckt-/8631332.html)
Das Haus des Reisens - hier wurde die Sehnsucht nach der großen weiten Welt in Robert Ide erweckt. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

"Das Haus des Reisens, die TLG-Platten und andere Bauten am Alexanderplatz sollen zu Baudenkmälern erklärt werden. Für die Umgestaltung des Areals hätte das gewaltige Folgen..."

----------------------------------------------------------------------------
Die DDR-Nostalgiker geben keine Ruhe. Nachdem ihnen bereits der "Palast" der Republik weggenommen wurde, klammern sie sich nun an die letzten verbliebenen DDR-Hässlichkeiten am nahegelegenen Alexanderplatz. Und verhindern damit eine großzügige Hochhausbebauung, die diesem weitläufigen Platz sehr gut tun würde >:-(


(http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html)

Einige solcher Bauten sollten erhalten bleiben, es gibt auch historische Werte und da finde ich es gut wenn von allen Stilen immer auch Gebäude übrig bleiben. Schade das die Architekturen des Centrum warenhaus immer mehr verschwinden.

Heifüsch
03.09.2013, 15:11
Einige solcher Bauten sollten erhalten bleiben, es gibt auch historische Werte und da finde ich es gut wenn von allen Stilen immer auch Gebäude übrig bleiben. Schade das die Architekturen des Centrum warenhaus immer mehr verschwinden.

Die Welt ist voller ranziger Schuhkartons in Beton, die braucht man nicht zu schützen. Kennt man einen, kennt man alle und deshalb weg mit dem Müll! >&-(

Efna
03.09.2013, 15:20
Die Welt ist voller ranziger Schuhkartons in Beton, die braucht man nicht zu schützen. Kennt man einen, kennt man alle und deshalb weg mit dem Müll! >&-(

Ich bin auch dagfür das zumindestens ein paar DDR Plattenbauten zu erhalten, als Zeitzeugnisse. ebenso hätte man Centrum Warenhäuser erhalten lassen könnten. auch bei uns hat man ein schönes Wandbild aus DDR Zeiten zerstört.

http://farm8.staticflickr.com/7263/7629487816_0989058117_z.jpg

Sprecher
03.09.2013, 15:23
Weg mit dem häßlichen, entarteten Mist.

Heifüsch
03.09.2013, 16:17
Ich bin auch dagfür das zumindestens ein paar DDR Plattenbauten zu erhalten, als Zeitzeugnisse. ebenso hätte man Centrum Warenhäuser erhalten lassen könnten. auch bei uns hat man ein schönes Wandbild aus DDR Zeiten zerstört.



Naja, wo´s passt... %-) Für mich sind "Künstler", die solche Konstrukte...

http://www.bz-berlin.de/multimedia/archive/00262/Womacka2_26265328.jpg

...fabrizieren keine Künstler sondern Kitschproduzenten übelster Sorte >&.(

(Womackas "Nuttenbrosche" auf dem Alexanderplatz, heute ein beliebter Punk- und Obdachlosentreff.)

Leif
03.09.2013, 17:43
Der Brunnen ist noch das Beste am Alex. Hier kann man zumindest erahnen, dass in der Dedeär zumindest in den Grundzügen eine Vorstellung von Schönheit existiert haben könnte. Brunnen Berolina-Haus, der Rest kann... gerade fällt mir ein, dass der Fernsehturm wie ein riesiges Windrat ohne Rotorblätter aussieht.

Feldmann
03.09.2013, 17:46
Ich denke man sollte lieber zu seinen Kriegen stehen und die sichtbar gefüllten Lücken als Erinnerung daran bewahren.

Ist das nicht ein Widerspruch? Wenn man an den Krieg erinnern wollte, dann müsste man doch eigentlich die Ruinen stehen lassen. Das hieße dann in unserem Fall, dass so gut wie alle deutschen Städte keine Innenstadt mehr hätten.

Oder siehst du die Neubauten als eine Art Strafe an, weil sie so hässlich sind?



Man kann ja auch mit interessanter neuer Architektur arbeiten.

Genau diese "interessante" Architektur der Nachkriegszeit verschandelt heute unsere Städte.



Einige solcher Bauten sollten erhalten bleiben, es gibt auch historische Werte und da finde ich es gut wenn von allen Stilen immer auch Gebäude übrig bleiben.

Die DDR-Bauten sind nicht gerade für ihren Abwechslungsreichtum bekannt.



Schade das die Architekturen des Centrum warenhaus immer mehr verschwinden.

Was soll an denen so erhaltenswert sein?



Die Welt ist voller ranziger Schuhkartons in Beton, die braucht man nicht zu schützen. Kennt man einen, kennt man alle und deshalb weg mit dem Müll! >&-(

Es ist genau diese mangelnde Abwechslung, die "moderne" Bauten so langweilig und beliebig aussehen lässt.

Shahirrim
03.09.2013, 17:49
Nein, besonders die Bausünden von Walter Gropius sollte man mit inquisitorischen Mitteln verfolgen und restlos austilgen!

Niemand auf der Erde sollte sich je wieder daran erinnern, dass es einen solchen Schandarchitekten gab!

Feldmann
03.09.2013, 17:50
Nein, besonders die Bausünden von Walter Gropius sollte man mit inquisitorischen Mitteln verfolgen und restlos austilgen!

Hast du da ein bestimmtes Gebäude im Sinn?

Shahirrim
03.09.2013, 17:52
Hast du da etwas ein bestimmtes Gebäude im Sinn?

Besonders das Bauhaus finde ich grauenhaft.

Feldmann
03.09.2013, 17:56
Besonders das Bauhaus finde ich grauenhaft.

Da gibt es aber Schlimmere.

Hansaviertel, Berlin:

http://www.zeitlos-berlin.de/typo3temp/pics/174dbfd383.jpg


Das Bauhaus, obwohl es keine Schönheit ist, sollte man aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung, die es ja nun mal hatte, stehen lassen.

Shahirrim
03.09.2013, 17:58
Da gibt es aber Schlimmere.

http://www.zeitlos-berlin.de/typo3temp/pics/174dbfd383.jpg


Das Bauhaus, obwohl es keine Schönheit ist, sollte man aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung stehen lassen.

Dieser Dreck hat Deutschland als Kulturland gründlicher vernichtet, als die RAF und die USAF!

Nein, da muss ein Kreuzzug in einem neuen System gegen geführt werden.

Leif
03.09.2013, 18:04
Dieser Dreck hat Deutschland als Kulturland gründlicher vernichtet, als die RAF und die USAF!
.

Das geht nun doch zu weit. Man stelle sich vor, unsere Städte wären nicht zerstört worden. Die Situation hierzulande wäre dann mit Italien, Frankreich, etc. vergleichbar. Scheußliche Bausünden überall, aber es ließe sich doch aushalten.

Shahirrim
03.09.2013, 18:09
Das geht nun doch zu weit. Man stelle sich vor, unsere Städte seien nicht zerstört worden. Die Situation hierzulande wäre dann mit Italien, Frankreich, etc. vergleichbar. Scheußliche Bausünden überall, aber es ließe sich doch aushalten.

Du willst das Deutschland doch nicht ernsthaft mit (Süd)Italien vergleichen, oder? Man kann gerade an Gebieten außerhalb der BRD, die aber deutsch geprägt waren, sehen, wie es in Deutschland mal aussah. Gerade in Frankreich ist das sehr schön erhalten geblieben!

Leif
03.09.2013, 18:17
Du willst das Deutschland doch nicht ernsthaft mit (Süd)Italien vergleichen, oder? Man kann gerade an Gebieten außerhalb der BRD, die aber deutsch geprägt waren, sehen, wie es in Deutschland mal aussah. Gerade in Frankreich ist das sehr schön erhalten geblieben!

Äh, ja.

Shahirrim
03.09.2013, 18:19
Äh, ja.

Brutus kennst du nicht mehr, oder?

Der hatte dazu mal was geschrieben, ich weiß nur nicht mehr wo. Aber er als Frankreichkenner wird es wissen. Er sagte, dass die Zerstörung deutscher Städte deswegen auch Absicht der Sieger gewesen sei, um sie hässlich wieder aufzubauen, denn die Deutschen sollten als hässliches und kulturloses Volk in die Geschichte eingehen!

Leif
03.09.2013, 18:28
Brutus kennst du nicht mehr, oder?

Der hatte dazu mal was geschrieben, ich weiß nur nicht mehr wo. Aber er als Frankreichkenner wird es wissen. Er sagte, dass die Zerstörung deutscher Städte deswegen auch Absicht der Sieger gewesen sei, um sie hässlich wieder aufzubauen, denn die Deutschen sollten als hässliches und kulturloses Volk in die Geschichte eingehen!

Äh, nein.

Le Havre oder Brest sind dagegen ja eine Offenbarung ;)

Könntest Du mir bitte erklären, was Du mit "Du willst das Deutschland doch nicht..." gemeint hast? Meinst Du, man könne das zerstörte Deutschland nicht mit Italien oder Frankreich vergleichen?

Shahirrim
03.09.2013, 18:32
Äh, nein.

Le Havre oder Brest sind dagegen ja eine Offenbarung ;)

Könntest Du mir bitte erklären, was Du mit "Du willst das Deutschland doch nicht..." gemeint hast? Meinst Du, man könne das zerstörte Deutschland nicht mit Italien oder Frankreich vergleichen?

Die anderen Städte wurden nicht so systematisch eingeäschert, wie die im Deutschen Reich. Selbst Wien nicht!

Für mich eine klare Absicht, das Kulturland Deutschland zu zerstören, damit es hässlicher wieder aufgebaut wird! Denn es passt ja sonst nicht zur Propaganda!


Und ich rede nicht von Frankreich, das finde ich auch recht hässlich. Ich rede von deutsch geprägten Gebieten! Wie z. B. Nanzig!

joG
03.09.2013, 18:33
Ist das nicht ein Widerspruch? Wenn man an den Krieg erinnern wollte, dann müsste man doch eigentlich die Ruinen stehen lassen. Das hieße dann in unserem Fall, dass so gut wie alle deutschen Städte keine Innenstadt mehr hätten.
Oder siehst du die Neubauten als eine Art Strafe an, weil sie so hässlich sind?
Genau diese "interessante" Architektur der Nachkriegszeit verschandelt heute unsere Städte.


Wieso ist da ein Widerspruch? Man baut dort, wo Lücken entstanden sind. Später, wenn man durch die Stadt wandert, sieht man wo Lücken waren. Das tue ich eigentlich sehr gerne. Da sieht man, wann Städte reich waren, wann der Dreißig Jährige Krieg durch kam oder wann ein Feuer durch die Stadt fegte. Das ist doch sehr wichtig und es stört die Ästhetik der geschichtlichen Entwicklung dann eine unechte Fassade. Wer sich nicht für Architektur interessiert sieht das nicht. Andererseits ist es, so etwas zu entdecken auch eine Aussage zur Kultur der Bevölkerung und beschreibt eigentlich einen nicht sehr charmanten Aspekt.

Ja. Sehr schön sind viele Gebäude nicht. Aber man kann die unhübschen abreißen und im heutigen Stil neue bauen.

Leif
03.09.2013, 18:35
Die anderen Städte wurden nicht so systematisch eingeäschert, wie die im Deutschen Reich. Selbst Wien nicht!

Für mich eine klare Absicht, das Kulturland Deutschland zu zerstören, damit es hässlicher wieder aufgebaut wird! Denn es passt ja sonst nicht zur Propaganda!


Und ich rede nicht von Frankreich, das finde ich auch recht hässlich. Ich rede von deutsch geprägten Gebieten! Wie z. B. Nanzig!

Nanzig deutsch? Nein, nicht wirklich. Natürlich wurde Deutschland in einem unvorstellbaren Ausmaß zerstört. Wie so oft. Ich denke nicht, dass man zu diesem Zeitpunkt unsere Zukunft im Blick hatte - es offenbarte sich darin nur die Primitivität der westlichen Führungsschicht.

Arthas
03.09.2013, 18:42
Ist das nicht ein Widerspruch? Wenn man an den Krieg erinnern wollte, dann müsste man doch eigentlich die Ruinen stehen lassen. Das hieße dann in unserem Fall, dass so gut wie alle deutschen Städte keine Innenstadt mehr hätten.

Oder siehst du die Neubauten als eine Art Strafe an, weil sie so hässlich sind?




Genau diese "interessante" Architektur der Nachkriegszeit verschandelt heute unsere Städte.




Die DDR-Bauten sind nicht gerade für ihren Abwechslungsreichtum bekannt.




Was soll an denen so erhaltenswert sein?




Es ist genau diese mangelnde Abwechslung, die "moderne" Bauten so langweilig und beliebig aussehen lässt.

joG ist eine widerliche antideutsche Wanze die diesen Subjekten nahe steht:

http://syndikalismus.files.wordpress.com/2010/01/antideutsche_2004_in_dresden.jpg (http://www.nadir.org/nadir/initiativ/bgr/130205/)

Da erübrigt sich eigentlich alles Weitere.

Shahirrim
03.09.2013, 18:46
Nanzig deutsch? Nein, nicht wirklich. Natürlich wurde Deutschland in einem unvorstellbaren Ausmaß zerstört. Wie so oft. Ich denke nicht, dass man zu diesem Zeitpunkt unsere Zukunft im Blick hatte - es offenbarte sich darin nur die Primitivität der westlichen Führungsschicht.

Die Elsässer sind ja so weit davon entfernt, dass man das keinesfalls als "deutschgeprägt" bezeichnen kann, verzeih mir. :D Ist Straßburg für dich eigentlich deutsch?

Und ich habe den Eindruck, dass du die Tiefe der Reeducation nicht verstehst.

Leif
03.09.2013, 18:49
Die Elsässer sind ja so weit davon entfernt, dass man das keinesfalls aus deutschgeprägt bezeichnen kann, verzeih mir. :D Ist Straßburg für dich eigentlich deutsch?

Und ich habe den Eindruck, dass du die Tiefe der Reeducation nicht verstehst.

Ich bin mir den Ausmaßes der Reeducation durchaus bewusst. Und wenn nicht, wüsste ich es nicht ;) Straßburg ist für mich deutsch. Historisch, ethnisch, kulturell.

Shahirrim
03.09.2013, 18:50
Ich bin mir den Ausmaßes der Reeducation durchaus bewusst. Und wenn nicht, wüsste ich es nicht ;) Straßburg ist für mich deutsch. Historisch, ethnisch, kulturell.

Warum wurden dann keine österreichischen Städte eingeäschert? Ich unterstelle hier Absicht aus den genannten Gründen! Ein böses Volk durfte keine schönen Städte mehr haben! Alle Gebiete, die nicht zu Deutschland gehörten, aber von ihnen bewohnt wurden, sind ja besser weggekommen.

Oder nenne mir das österreichische Wesel.

Leif
03.09.2013, 19:10
Warum wurden dann keine österreichischen Städte eingeäschert? Ich unterstelle hier Absicht aus den genannten Gründen! Ein böses Volk durfte keine schönen Städte mehr haben! Alle Gebiete, die nicht zu Deutschland gehörten, aber von ihnen bewohnt wurden, sind ja besser weggekommen.

Oder nenne mir das österreichische Wesel.

Auch Städte in Österreich wurden schwer beschädigt. Wien wurde zu 20% zerstört, Salzburg zur Hälfte. Ich bin mit der Schadensbilanz in Österreich aber auch nicht sonderlich vertraut. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Alliierten einen Völkermord an den Deutschen verüben wollten. Jedoch ist zu beachten, dass es erst gegen Kriegsende zu größten Zerstörungen kam. Das kann also nicht die Intention gewesen sein.

Shahirrim
03.09.2013, 19:16
Auch Städte in Österreich wurden schwer beschädigt. Wien wurde zu 20% zerstört, Salzburg zur Hälfte. Ich bin mit der Schadensbilanz in Österreich aber auch nicht sonderlich vertraut. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Alliierten einen Völkermord an den Deutschen verüben wollten. Jedoch ist zu beachten, dass es erst gegen Kriegsende zu größten Zerstörungen kam. Das kann also nicht die Intention gewesen sein.

Ein bisschen musst du noch lernen über die Boshaftigkeit der Sieger! :))

Sprecher
03.09.2013, 19:41
Nein, besonders die Bausünden von Walter Gropius sollte man mit inquisitorischen Mitteln verfolgen und restlos austilgen!

Niemand auf der Erde sollte sich je wieder daran erinnern, dass es einen solchen Schandarchitekten gab!

Außerdem sollte man sein Grab einebnen!

Sprecher
03.09.2013, 19:44
Die anderen Städte wurden nicht so systematisch eingeäschert, wie die im Deutschen Reich. Selbst Wien nicht!


Vermutlich sollten durch die Vorzugsbehandlung außerdem die separatistischen Gelüste bei den Ösis geweckt werden.

Heifüsch
03.09.2013, 19:55
Das geht nun doch zu weit. Man stelle sich vor, unsere Städte wären nicht zerstört worden. Die Situation hierzulande wäre dann mit Italien, Frankreich, etc. vergleichbar. Scheußliche Bausünden überall, aber es ließe sich doch aushalten.

Die Rotterdamer sollen sogar ganz froh darüber sein, daß ihre Stadt von den Nazis ausradiert wurde. Dadurch unterscheidet sich diese heutige Neubauwüste immerhin von anderen niederländischen Städten mit ihren reichlich erhaltenen Bausubstanzen aus dem "Goldenen Zeitalter".

Aber hier entwickeln sich ja regelrechte Diskussionen! Sowas ist leider selten auf den Architektursträngen >&.)=

Leif
03.09.2013, 20:00
Die Rotterdamer sollen sogar ganz froh darüber sein, daß ihre Stadt von den Nazis ausradiert wurde. Dadurch unterscheidet sich diese heutige Neubauwüste immerhin von anderen niederländischen Städten mit ihren reichlich erhaltenen Bausubstanzen aus dem "Goldenen Zeitalter".

Aber hier entwickeln sich ja regelrechte Diskussionen! Sowas ist leider selten auf den Architektursträngen >&.)=

Ja, furchtbar. Also diese Diskussionen. Warum musst Du sie auch noch weiter anheizen :'( Rotten Dam...

Heifüsch
03.09.2013, 20:20
Ja, furchtbar. Also diese Diskussionen. Warum musst Du sie auch noch weiter anheizen :'( Rotten Dam...

Hehe! Hast ja recht. Keine schlafenden User wecken,..pssst... >8-)

Feldmann
03.09.2013, 21:06
Gerade in Frankreich ist das sehr schön erhalten geblieben!

Meinst du Straßburg?

Es ist schon merkwürdig, dass die am besten erhaltenen deutschen bzw. deutsch geprägten Städte außerhalb Deutschlands zu finden sind, z.B. Prag oder Bern.



Wieso ist da ein Widerspruch? Man baut dort, wo Lücken entstanden sind.

Um Lücken zu haben, müssen die Ruinen abgetragen werden, dass wäre aber ein "unhistorischer" Eingriff, weil die Ruinen nun mal da sind und als Mahnmahl erhalten werden sollten. Man will schließlich keine "Geschichtsverfälschung" betreiben.

Deine Theorie hinkt ein wenig.



Andererseits ist es, so etwas zu entdecken auch eine Aussage zur Kultur der Bevölkerung und beschreibt eigentlich einen nicht sehr charmanten Aspekt.

Und der wäre?



Ja. Sehr schön sind viele Gebäude nicht. Aber man kann die unhübschen abreißen und im heutigen Stil neue bauen.

Die heutigen Stile sind recht uneinheitlich und man muss ganz genau aufpassen, dass es nicht noch schlimmer wird.



Außerdem sollte man sein Grab einebnen!

Gräber einebnen ist ein Verbrechen, Tote sollte man in Frieden lassen.

Shahirrim
03.09.2013, 22:11
Meinst du Straßburg?

Es ist schon merkwürdig, dass die am besten erhaltenen deutschen bzw. deutsch geprägten Städte außerhalb Deutschlands zu finden sind, z.B. Prag oder Bern.

:top:

Das meine ich!

...

Gräber einebnen ist ein Verbrechen, Tote sollte man in Frieden lassen.

Sehe ich auch so. Man sollte nicht auf das Niveau der Feinde sinken. Dennoch, wenn die Frist des Grabes abgelaufen sein soll, dann sollte man die Gelegenheit ergreifen.

Dieser Mann ist wirklich das größte Grauen, den das Kaiserreich hervorgebracht hat und verdient es, vergessen zu werden.

Leif
03.09.2013, 22:23
Immerhin, er hat deutscher Kultur Weltgeltung verschaffen.

Im historischen Kontext betrachtet, muten seine Bauten durchaus radikal und attraktiv an. Manche Experimente sind gescheitert, aber nur weil niemand ihre Wirkung abschätzen konnte. Am Ende bleibt er darin doch sehr deutsch, die Welt neu erfinden zu wollen - und damit zu scheitern. Jedoch nicht, ohne sie fundamental zu verändern.

Ohne den Krieg hätten wir heute die Wahl - der überbordende Historismus hier, die authentische Bauhausarchitektur dort. Ein hübsches, harmonisches Ensemble. Kontrastreich, wie alle Kunst.

Denn wo diese Bauten den Anschein von Kulturlosigkeit erwecken und ästhetischen Ansprüchen nicht gerecht zu werden scheinen, entlarven sie nur den Bauherren und die Gesellschaft, in deren Auftag der Architekt schließlich handelt. Romanische, gotische oder die Formensprache der Renaissance - das gehörte schon alles nicht mehr zur Lebenswirklichkeit der Menschen. Damals wie heute. Die deutsche Architektur war immer aufrichtig. Und das trifft auch auf das Bauhaus zu.

Heifüsch
04.09.2013, 00:41
Immerhin, er hat deutscher Kultur Weltgeltung verschaffen.

Im historischen Kontext betrachtet, muten seine Bauten durchaus radikal und attraktiv an. Manche Experimente sind gescheitert, aber nur weil niemand ihre Wirkung abschätzen konnte. Am Ende bleibt er darin doch sehr deutsch, die Welt neu erfinden zu wollen - und damit zu scheitern. Jedoch nicht, ohne sie fundamental zu verändern.

Ohne den Krieg hätten wir heute die Wahl - der überbordende Historismus hier, die authentische Bauhausarchitektur dort. Ein hübsches, harmonisches Ensemble. Kontrastreich, wie alle Kunst.

Denn wo diese Bauten den Anschein von Kulturlosigkeit erwecken und ästhetischen Ansprüchen nicht gerecht zu werden scheinen, entlarven sie nur den Bauherren und die Gesellschaft, in deren Auftag der Architekt schließlich handelt. Romanische, gotische oder die Formensprache der Renaissance - das gehörte schon alles nicht mehr zur Lebenswirklichkeit der Menschen. Damals wie heute. Die deutsche Architektur war immer aufrichtig. Und das trifft auch auf das Bauhaus zu.

Bauhaus war der erlösende Impuls, um den überladenen Gründerzeitkitsch endgültig zu überwinden. Dummerweise wurde dieser Stil aber nicht perfektioniert, wie´s eigentlich zu erwarten gewesen wäre, denn bis dahin waren in der Architektur aus schlichten Anfängen immer komplexere und raffiniertere Weiterentwicklungen entstanden. Je mehr der Bauhausstil in die Jahre kam, desto karger, reizloser und banaler wurde er dagegen, und das ist das eigentliche Problem :-(

Arthas
04.09.2013, 04:31
Nein, besonders die Bausünden von Walter Gropius sollte man mit inquisitorischen Mitteln verfolgen und restlos austilgen!

Richtig. Die nationale Revolution muß auch eine kulturelle Revolution sein. Der Kulturmarxismus hat sich mit äußerster Gewalt und ohne jede Rücksicht auf das Vorhandene, ja eher mit einem fanatischen Haß auf alles was bis dahin war und Gültigkeit hatte an die Macht geprescht. Man darf ihn in keinster Weise schonen und muß ihn, wie eben auch seine bauliche Manifestation in Form des Modernismus radikal Auslöschen! Mit einer ebenso gründlichen Radikalität wie er sie einst selbst anwendete, ja bis heute anwendet. Hier kann man nur die 68er-Maxime "macht kaputt, was euch kaputt macht" anwenden.


Niemand auf der Erde sollte sich je wieder daran erinnern, dass es einen solchen Schandarchitekten gab!

Ein paar Freilichtmuseen für entartete Architektur sollten dann aber doch vorhanden sein. Bilder nützen da nichts. Man muß es schon mit eigenen Augen mal gesehen haben. Nur so kann man die marxistischen Prediger des Modernismus für alle Zeiten verstummen lasen.

Natürlich sollten solche Freilichtmuseen streng abgetrennt von den baulichen Gesamtkomplexen unserer zukünftigen Städte sein.

Sloth
04.09.2013, 04:53
http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html


(http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html)Berlin will DDR-Bauten am Alex unter Denkmalschutz stellen

13.08.2013 14:44 Uhrvon Ralf Schönball (http://www.tagesspiegel.de/schoenball-ralf/5265114.html)http://www.tagesspiegel.de/images/tlg_kai/8631332/3-format1.jpg
(http://www.tagesspiegel.de/berlin/das-haus-des-reisens-hier-wurde-die-sehnsucht-nach-der-grossen-weiten-welt-in-robert-ide-erweckt-/8631332.html)
Das Haus des Reisens - hier wurde die Sehnsucht nach der großen weiten Welt in Robert Ide erweckt. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

"Das Haus des Reisens, die TLG-Platten und andere Bauten am Alexanderplatz sollen zu Baudenkmälern erklärt werden. Für die Umgestaltung des Areals hätte das gewaltige Folgen..."

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Die DDR-Nostalgiker geben keine Ruhe. Nachdem ihnen bereits der "Palast" der Republik weggenommen wurde, klammern sie sich nun an die letzten verbliebenen DDR-Hässlichkeiten am nahegelegenen Alexanderplatz. Und verhindern damit eine großzügige Hochhausbebauung, die diesem weitläufigen Platz sehr gut tun würde >:-(


(http://www.tagesspiegel.de/berlin/staedtebau-berlin-will-ddr-bauten-am-alex-unter-denkmalschutz-stellen/8629648.html)
Offensichtlich soll hier "Nostalgikern" unterstellt werden, sie würden an den Häusern hängen, da sie zu DDR-Zeiten errichtet wurden. Tatsächlich aber konnte man beobachten, wie Bauten aus der DDR systematisch entfernt wurden.
Sind auch nicht alle diese DDR-Häuser Schmuckstücke, ist ihr Nutzen doch ohne Zweifel. Wer Gebäude abreißen läßt, nur weil sie aus einer früheren Epoche stammen, vegeht sich nicht nur an der Geschichte und der Stadt, sondern auch am Steuerzahler.

Arthas
04.09.2013, 04:59
Immerhin, er hat deutscher Kultur Weltgeltung verschaffen.

Im historischen Kontext betrachtet, muten seine Bauten durchaus radikal und attraktiv an. Manche Experimente sind gescheitert, aber nur weil niemand ihre Wirkung abschätzen konnte. Am Ende bleibt er darin doch sehr deutsch, die Welt neu erfinden zu wollen - und damit zu scheitern. Jedoch nicht, ohne sie fundamental zu verändern.

Ohne den Krieg hätten wir heute die Wahl - der überbordende Historismus hier, die authentische Bauhausarchitektur dort. Ein hübsches, harmonisches Ensemble. Kontrastreich, wie alle Kunst.

Denn wo diese Bauten den Anschein von Kulturlosigkeit erwecken und ästhetischen Ansprüchen nicht gerecht zu werden scheinen, entlarven sie nur den Bauherren und die Gesellschaft, in deren Auftag der Architekt schließlich handelt. Romanische, gotische oder die Formensprache der Renaissance - das gehörte schon alles nicht mehr zur Lebenswirklichkeit der Menschen. Damals wie heute. Die deutsche Architektur war immer aufrichtig. Und das trifft auch auf das Bauhaus zu.

Wohl kaum. Du vergißt, daß es da noch ganz andere Entwicklungen gab. Der Historismus näherte sich bereits im Kaiserreich seinem Ende zu. Es waren vor allem solch große Architekten wie Schultze-Naumburg und Höger die die moderne Deutsche Architektur definierten und schufen. Nicht die Bauhaus-Architektur stellte die Zukunft dar, sondern der Neoklassizismus und Expressionismus. Das Bauhaus war eine Begleiterscheinung des Bolschewismus und sein Sieg im Zuge der Weltkriege ein Fehler der Geschichte. Ein Fehler den es auszumerzen gilt.

Arthas
04.09.2013, 05:11
Bauhaus war der erlösende Impuls, um den überladenen Gründerzeitkitsch endgültig zu überwinden.

Nicht wirklich. Siehe meinen Beitrag #82.


Dummerweise wurde dieser Stil aber nicht perfektioniert, wie´s eigentlich zu erwarten gewesen wäre, denn bis dahin waren in der Architektur aus schlichten Anfängen immer komplexere und raffiniertere Weiterentwicklungen entstanden. Je mehr der Bauhausstil in die Jahre kam, desto karger, reizloser und banaler wurde er dagegen, und das ist das eigentliche Problem :-(

Hier schätzt Du diesen Unstil leider vollkommen Falsch ein. Ich habe es schon oft geschrieben, der Modernismus ist in allererster Linie ideologischer Ausdruck linken, also kulturmarxistischen Denkens. Die "Verfeinerung" dieses Stils besteht eben darin, daß er immer häßlicher, beliebiger, fremder wird. Das ist das innerste Wesen des Modernismus wie auch der Linken in Gänze. Desto verfeinerter und reiner sie werden, desto mehr kommt ihre wahre häßliche Natur zum Vorschein: die ungezügelter Entartung!

Leif
04.09.2013, 08:58
Wohl kaum. Du vergißt, daß es da noch ganz andere Entwicklungen gab. Der Historismus näherte sich bereits im Kaiserreich seinem Ende zu. Es waren vor allem solch große Architekten wie Schultze-Naumburg und Höger die die moderne Deutsche Architektur definierten und schufen. Nicht die Bauhaus-Architektur stellte die Zukunft dar, sondern der Neoklassizismus und Expressionismus. Das Bauhaus war eine Begleiterscheinung des Bolschewismus und sein Sieg im Zuge der Weltkriege ein Fehler der Geschichte. Ein Fehler den es auszumerzen gilt.

Tatsächlich konnte sich der Bauhausstil erst nach seinem Durchbruch in Amerika durchsetzen - aber die Amerikaner bolschewistisch?

Feldmann
04.09.2013, 11:37
Offensichtlich soll hier "Nostalgikern" unterstellt werden, sie würden an den Häusern hängen, da sie zu DDR-Zeiten errichtet wurden. Tatsächlich aber konnte man beobachten, wie Bauten aus der DDR systematisch entfernt wurden.
Sind auch nicht alle diese DDR-Häuser Schmuckstücke, ist ihr Nutzen doch ohne Zweifel. Wer Gebäude abreißen läßt, nur weil sie aus einer früheren Epoche stammen, vegeht sich nicht nur an der Geschichte und der Stadt, sondern auch am Steuerzahler.

Warum sollten Häuser, die sowohl von schlechter baulicher Qualität als auch hässlich sind, mit dem Geld der Steuerzahler erhalten werden?



Bauhaus war der erlösende Impuls, um den überladenen Gründerzeitkitsch endgültig zu überwinden.

Der viel geschmähte Historismus ist bis heute unübertroffen, man schaue sich nur mal die Ringstraße in Wien an. Die Beliebheit sanierter "Altbauten" spricht ebenfalls für sich.



Dummerweise wurde dieser Stil aber nicht perfektioniert, wie´s eigentlich zu erwarten gewesen wäre, denn bis dahin waren in der Architektur aus schlichten Anfängen immer komplexere und raffiniertere Weiterentwicklungen entstanden. Je mehr der Bauhausstil in die Jahre kam, desto karger, reizloser und banaler wurde er dagegen, und das ist das eigentliche Problem :-(

Das Hauptroblem ist doch vielmehr die Nachkriegszeit mit ihrem Abrisswahn ("autogerechte Stadt"), doch da war das Bauhaus schon lange geschlossen.



Tatsächlich konnte sich der Bauhausstil erst nach seinem Durchbruch in Amerika durchsetzen - aber die Amerikaner bolschewistisch?

Wohl eher kommerzialistisch, aber eine gewisse Nähe zwischen moderner Architektur und Sozialismus lässt sich nicht bestreiten.

Heifüsch
04.09.2013, 11:53
Offensichtlich soll hier "Nostalgikern" unterstellt werden, sie würden an den Häusern hängen, da sie zu DDR-Zeiten errichtet wurden. Tatsächlich aber konnte man beobachten, wie Bauten aus der DDR systematisch entfernt wurden.
Sind auch nicht alle diese DDR-Häuser Schmuckstücke, ist ihr Nutzen doch ohne Zweifel. Wer Gebäude abreißen läßt, nur weil sie aus einer früheren Epoche stammen, vegeht sich nicht nur an der Geschichte und der Stadt, sondern auch am Steuerzahler.

Ich kann hier nur für die Situation in Berlin sprechen und hier wurden durchaus alle Plattenwohnbauten aus DDR-Zeiten aufwendig saniert und somit für die nächsten Jahrzehnte erhalten. (Okay, direkt am Reichstag mussten einige neuzuerrichtenden Regierungsbauten weichen.) Manche Platten in den Außenbezirken wurden um einige Etagen verkleinert, weil sie im Urzustand schlecht zu vermieten waren, aber das war´s dann auch schon an westlicher Abrisswut im ehemaligen Arbeiterparadies. Die Karl-Marx-Allee wurde sogar komplett unter Denkmalschutz gestellt und zwar mitsamt ihrer unwirtlichen Betonklötze in Alexanderplatznähe. Ich weiß nicht, ob du diese ehemalige Stalinallee noch kennst, wie sie sich nach der Wende darbot. Kakerlakenverseuchte Wohnungen hinter bröckelnden Mauern, dauernd fielen Fliesen von den Fassaden auf die verwahrloste Straße mit ihren heruntergekommenen Grünflächen und schiefen Laternenruinen. Das war ein Fass ohne Boden, aber das wurde nun alles saniert, so what?

Was gezielt beseitigt wurde, weil es eben absolut indiskutabel war, waren die depressionserregenden Bürogebäude Unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor, das ebensolche "Hotel Berlin" Ecke Friedrichstraße, einige Bauruinen daselbst, das DDR-Außenministerium und der vollkommen deplatzierte "Palast" der Republik und ein hässliches Hotel direkt hinter dem Dom.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Bundesarchiv_Bild_183-H0519-0025-001%2C_Berlin%2C_Unter_den_Linden%2C_Fernsehturm%2 C_Neubauten.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Bundesarchiv_B_145_Bild-F088843-0020,_Berlin,_Schlo%C3%9Fbr%C3%BCcke,_DDR-Au%C3%9Fenministerium.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0424-040%2C_Berlin%2C_Frachtschiff_auf_Spree%2C_Palasth otel.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/34/Palast_der_Republik_DDR_1977.jpg/800px-Palast_der_Republik_DDR_1977.jpg

Feldmann
04.09.2013, 11:59
Was gezielt beseitigt wurde, weil es eben absolut indiskutabel war, waren die depressionserregenden Bürogebäude unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor, das ebensolche "Hotel Berlin" Ecke Friedrichstraße, einige Bauruinen daselbst, das DDR-Außenministerium und der vollkommen deplatzierte "Palast" der Republik und ein hässliches Hotel direkt hinter dem Dom.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Bundesarchiv_Bild_183-H0519-0025-001%2C_Berlin%2C_Unter_den_Linden%2C_Fernsehturm%2 C_Neubauten.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Bundesarchiv_B_145_Bild-F088843-0020,_Berlin,_Schlo%C3%9Fbr%C3%BCcke,_DDR-Au%C3%9Fenministerium.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0424-040%2C_Berlin%2C_Frachtschiff_auf_Spree%2C_Palasth otel.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/34/Palast_der_Republik_DDR_1977.jpg/800px-Palast_der_Republik_DDR_1977.jpg

Hier scheint man in unserer geliebten Hauptstadt mal zur Abwechslung alles richtig gemacht zu haben.

Heifüsch
04.09.2013, 12:07
Der viel geschmähte Historismus ist bis heute unübertroffen, man schaue sich nur mal die Ringstraße in Wien an. Die Beliebheit sanierter "Altbauten" spricht ebenfalls für sich.

Ich spreche ja auch nicht vom Historismus, sondern von der gedankenlosen Kommerzialisierung und wahllosen Durchmischung aller nur möglichen Stile, wie das gegen Ende des 19. Jhdts. nun mal üblich geworden war. (Auch in der Möbelindustrie und der gesamten Innenarchitektur).
Gegen rein historistische Bauten, wie sie um die Jahrhundertmitte aufkamen ist ja nichts einzuwenden, im Gegenteil! Ebensowenig gegen intelligente Kombinationen unterschiedlicher Stilelemente, was aber gerade in Preussen dann zu einem oft brachialen düsteren Jugenstil führte, auf den man ebensogut hätte verzichten können. :-(

Heifüsch
04.09.2013, 12:12
Hier scheint man in unserer geliebten Hauptstadt mal zur Abwechslung alles richtig gemacht zu haben.

Auf jeden Fall! Aber man hätte durchaus mehr tun können, wenn man an die abgrundtief hässlichen "Edel"-Plattenbauten in der nördlichen Wilhelmstraße oder am Nordufer der Spree zwischen Friedrichstraße und Reichstag denkt >x.(

http://mietenstopp.blogsport.de/images/Wilhelm_56_59.jpg

Feldmann
04.09.2013, 12:14
Ich spreche ja auch nicht vom Historismus, sondern von der gedankenlosen Kommerzialisierung und wahllosen Durchmischung aller nur möglichen Stile, wie das gegen Ende des 19. Jhdts. nun mal üblich geworden war. (Auch in der Möbelindustrie und der gesamten Innenarchitektur).

Du meinst Eklektizismus.



Gegen rein historistische Bauten, wie sie um die Jahrhundertmitte aufkamen ist ja nichts einzuwenden, im Gegenteil! Ebensowenig gegen intelligente Kombinationen unterschiedlicher Stilelemente, was aber gerade in Preussen dann zu einem oft brachialen düsteren Jugenstil führte, auf den man ebensogut hätte verzichten können. :-(

Preußischer Jugendstil?



Auf jeden Fall! Aber man hätte durchaus mehr tun können, wenn man an die abgrundtief hässlichen "Edel"-Plattenbauten in der nördlichen Wilhelmstraße oder am Nordufer der Spree zwischen Friedrichstraße und Reichstag denkt >x.

Die "Edel-Platte". :haha:

Heifüsch
04.09.2013, 12:22
Du meinst Eklektizismus.

Preußischer Jugendstil?

Eklektizismus kann man das nicht nennen, wenn eine Renaissancefassade mit Rokokoelementen und gotischen Türmchen versehen wird. Oder denk einfach mal an die schweren "altdeutschen" Möbel bei den türkischen Trödlern. Was haben die noch mit der Eleganz früherer Epochen zu tun? >8-(

Und preussicher Jugendstil, so nenne ich die wilhelminischen Villen und Regierungsbauten, die auf den Mittelaltergeschmack und die Jugendstilallergie seiner Majestät des Kaisers zugeschnitten wurden. Diese Bauten unterscheiden sich in ihrer Schwere vollkommen vom Jugendstil in Wien oder Brüssel :-)


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1b/Landgericht_I_Berlin_Architekten_Thoemer%2C_M%C3%B 6nnich_%26_Schmalz.jpg/800px-Landgericht_I_Berlin_Architekten_Thoemer%2C_M%C3%B 6nnich_%26_Schmalz.jpg

Die beiden Türme wurden inzwischen durch modernistische ersetzt >%-)
http://www.luise-berlin.de

Feldmann
04.09.2013, 12:36
Und preussicher Jugendstil, so nenne ich die wilhelminischen Villen und Regierungsbauten, die auf den Mittelaltergeschmack und die Jugendstilallergie seiner Majestät des Kaisers zugeschnitten wurden. Diese Bauten unterscheiden sich in ihrer Schwere vollkommen vom Jugendstil in Wien oder Brüssel :-)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1b/Landgericht_I_Berlin_Architekten_Thoemer%2C_M%C3%B 6nnich_%26_Schmalz.jpg/800px-Landgericht_I_Berlin_Architekten_Thoemer%2C_M%C3%B 6nnich_%26_Schmalz.jpg

Das ist überwiegend Neobarock mit Jugendstilelementen.

Das Treppenhaus sieht "interessant" aus:

http://img.fotocommunity.com/images/Deutschland/Berlin/Landgericht-Berlin-a25948741.jpg

Heifüsch
04.09.2013, 12:46
Das ist überwiegend Neobarock mit Jugendstilelementen.

Das Treppenhaus sieht "interessant" aus:

http://img.fotocommunity.com/images/Deutschland/Berlin/Landgericht-Berlin-a25948741.jpg

Genau! Reinen Jugendstil findeste hier selten. Immer wurde ein traditioneller Stil jugendstilifiziert, um vor der strengen Obrigkeit Gnade zu finden. Gerade natürlich bei staatstragenden Gebäuden.

Sloth
04.09.2013, 17:37
Ich kann hier nur für die Situation in Berlin sprechen und hier wurden durchaus alle Plattenwohnbauten aus DDR-Zeiten aufwendig saniert und somit für die nächsten Jahrzehnte erhalten. (Okay, direkt am Reichstag mussten einige neuzuerrichtenden Regierungsbauten weichen.) Manche Platten in den Außenbezirken wurden um einige Etagen verkleinert, weil sie im Urzustand schlecht zu vermieten waren, aber das war´s dann auch schon an westlicher Abrisswut im ehemaligen Arbeiterparadies. Die Karl-Marx-Allee wurde sogar komplett unter Denkmalschutz gestellt und zwar mitsamt ihrer unwirtlichen Betonklötze in Alexanderplatznähe. Ich weiß nicht, ob du diese ehemalige Stalinallee noch kennst, wie sie sich nach der Wende darbot. Kakerlakenverseuchte Wohnungen hinter bröckelnden Mauern, dauernd fielen Fliesen von den Fassaden auf die verwahrloste Straße mit ihren heruntergekommenen Grünflächen und schiefen Laternenruinen. Das war ein Fass ohne Boden, aber das wurde nun alles saniert, so what?

Was gezielt beseitigt wurde, weil es eben absolut indiskutabel war, waren die depressionserregenden Bürogebäude Unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor, das ebensolche "Hotel Berlin" Ecke Friedrichstraße, einige Bauruinen daselbst, das DDR-Außenministerium und der vollkommen deplatzierte "Palast" der Republik und ein hässliches Hotel direkt hinter dem Dom.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Bundesarchiv_Bild_183-H0519-0025-001%2C_Berlin%2C_Unter_den_Linden%2C_Fernsehturm%2 C_Neubauten.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Bundesarchiv_B_145_Bild-F088843-0020,_Berlin,_Schlo%C3%9Fbr%C3%BCcke,_DDR-Au%C3%9Fenministerium.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0424-040%2C_Berlin%2C_Frachtschiff_auf_Spree%2C_Palasth otel.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/34/Palast_der_Republik_DDR_1977.jpg/800px-Palast_der_Republik_DDR_1977.jpg
Übertrieben negative und ideologisch geprägte Darstellung des Sachverhalts. Auch kann ich an den abgebildeten Bauwerken nichts Abstoßendes entdecken. Mag sein, daß man die neuen Wessis mit einem schönen Erscheinungsbild der Städte überzeugen wollte, jedoch zeigt ein Blick in den alten Westen, daß deine schriftlichen Ausführungen eben für Diesen zutreffen - und der zu zahlende Preis bald auch euch in Rechnung gestellt werden wird.
Fährst du also auf der Bundesstraße durch Remscheid, dort großspurig "Freiheitsstraße" genannt, wirst du keine gepflegten Fassaden finden und keine schönen Gebäude entdecken. Vielleicht ein paar einsame Untote auf den Bürgersteigen.

Anhand dieses Beispiels wird erklärt, wie es in großen Teilen Nordrheinwestfalens aussieht:
Leider war Sat. 1 feige und hat den Artikel verschwinden lassen, der hier einst zu erreichen war: http://www.sat1nrw.de/Aktuell/NRW-Zerfall/42d7553/#form
Jedoch habe ich diesen Screenshot von dem den Artikel begleitenden Bildmaterial, wie es bei Sat. 1 NRW ausgestrahlt wurde:
http://img94.imageshack.us/img94/592/verfall.jpg

Heifüsch
04.09.2013, 18:13
Übertrieben negative und ideologisch geprägte Darstellung des Sachverhalts. Auch kann ich an den abgebildeten Bauwerken nichts Abstoßendes entdecken. Mag sein, daß man die neuen Wessis mit einem schönen Erscheinungsbild der Städte überzeugen wollte, jedoch zeigt ein Blick in den alten Westen, daß deine schriftlichen Ausführungen eben für Diesen zutreffen - und der zu zahlende Preis bald auch euch in Rechnung gestellt werden wird.
Fährst du also auf der Bundesstraße durch Remscheid, dort großspurig "Freiheitsstraße" genannt, wirst du keine gepflegten Fassaden finden und keine schönen Gebäude entdecken. Vielleicht ein paar einsame Untote auf den Bürgersteigen.



Nein, meine Ablehnung der DDR-Architektur ist nicht ideologisch begründet sondern rein ästhetisch. Ebenso übrigens wie meine Ablehnung der Nachkriegsarchitektur der BRD. Im Unterschied zum Westen wurde der Osten allerdings in eine Einheitsoptik gepresst, wie man sie heute nur noch von Nordkorea her kennt, während der Westen doch eine gewisse Bandbreite individueller Hässlichkeitsvarianten kannte. Zudem nahm man hier wenigstens noch etwas Rücksicht auf gewachsene Stadtstrukturen, während man im Osten teils ganz bewusst alles negierte, was dort früher stand und die Betonklötze einfach willkürlich in der Gegend verteilte. Hier die Fischerinsel, das ehemalige Zentrum der Doppelstadt Cölln-Berlin:



http://www.artflakes.com/artwork/products/280537/zoom/818fcd63345cdf11a1519a9c02705329.jpg

Der alte Mühlendamm um 1910:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/48/M%C3%BChlendamm_Titzenthaler_1902.jpg/764px-M%C3%BChlendamm_Titzenthaler_1902.jpg

...und was die DDR-Oberen daraus gemacht haben, eine breite Autoschneise für ein paar stinkende Plastikautos:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Bundesarchiv_Bild_183-T0913-0301%2C_Berlin%2C_M%C3%BChlendammbr%C3%BCcke%2C_Ro tes_Rathaus.jpg/419px-Bundesarchiv_Bild_183-T0913-0301%2C_Berlin%2C_M%C3%BChlendammbr%C3%BCcke%2C_Ro tes_Rathaus.jpg

Sloth
04.09.2013, 18:36
Nein, meine Ablehnung der DDR-Architektur ist nicht ideologisch begründet sondern rein ästhetisch. Ebenso übrigens wie meine Ablehnung der Nachkriegsarchitektur der BRD. Im Unterschied zum Westen wurde der Osten allerdings in eine Einheitsoptik gepresst, wie man sie heute nur noch von Nordkorea her kennt, während der Westen doch eine gewisse Bandbreite individueller Hässlichkeitsvarianten kannte. Zudem nahm man hier wenigstens noch etwas Rücksicht auf gewachsene Stadtstrukturen, während man im Osten teils ganz bewusst alles negierte, was dort früher stand und die Betonklötze einfach willkürlich in der Gegend verteilte. Hier die Fischerinsel, das ehemalige Zentrum der Doppelstadt Cölln-Berlin:



http://www.artflakes.com/artwork/products/280537/zoom/818fcd63345cdf11a1519a9c02705329.jpg

Der alte Mühlendamm um 1910:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/48/M%C3%BChlendamm_Titzenthaler_1902.jpg/764px-M%C3%BChlendamm_Titzenthaler_1902.jpg

...und was die DDR-Oberen daraus gemacht haben, eine breite Autoschneise für ein paar stinkende Plastikautos:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Bundesarchiv_Bild_183-T0913-0301%2C_Berlin%2C_M%C3%BChlendammbr%C3%BCcke%2C_Ro tes_Rathaus.jpg/419px-Bundesarchiv_Bild_183-T0913-0301%2C_Berlin%2C_M%C3%BChlendammbr%C3%BCcke%2C_Ro tes_Rathaus.jpg
So wild finde ich das aber nicht. Man muß auch den Kontext sehen:
"Wohnungspolitik" der DDR:
"Gesamtheit von politischen, materiellen und sozialen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, in der DDR die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990 zu lösen. Dem dienen alle aufeinander abgestimmten Bau- und Bewirtschaftungsmaßnahmen zur Erneuerung der Städte und Siedlungen sowie zur rationellen Wohnungsbewirtschaftung und -nutzung [...] Durch den Neubau und die Modernisierung von 1,4 Million Wohnungen konnten 1971-1980 für etwa 4,25 Million Bürger die Wohnverhältnisse bereits verbessert werden [...] Die Mieten in der DDR sind stabil und niedrig; im Durchschnitt werden für einen Quadratmeter Wohnfläche nur 0,80 bis 1,25 M Miete entrichtet."

Es wurden also in der DDR allein von 1961 bis 1982 über 2,5 Million Wohnungen modernisiert bzw neugebaut.

Heifüsch
04.09.2013, 19:02
So wild finde ich das aber nicht. Man muß auch den Kontext sehen:
"Wohnungspolitik" der DDR:
"Gesamtheit von politischen, materiellen und sozialen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, in der DDR die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990 zu lösen. Dem dienen alle aufeinander abgestimmten Bau- und Bewirtschaftungsmaßnahmen zur Erneuerung der Städte und Siedlungen sowie zur rationellen Wohnungsbewirtschaftung und -nutzung [...] Durch den Neubau und die Modernisierung von 1,4 Million Wohnungen konnten 1971-1980 für etwa 4,25 Million Bürger die Wohnverhältnisse bereits verbessert werden [...] Die Mieten in der DDR sind stabil und niedrig; im Durchschnitt werden für einen Quadratmeter Wohnfläche nur 0,80 bis 1,25 M Miete entrichtet."

Es wurden also in der DDR allein von 1961 bis 1982 über 2,5 Million Wohnungen modernisiert bzw neugebaut.

Daß gebaut werden musste, ist nicht die Frage, sondern wie gebaut wurde. Und hier waren eben Stadtplaner am Werk, die die Bewohner ihrer Wohnsilos bestenfalls als Ameisen betrachteten, wenn nicht als werktätige Roboter. Aber das gab es im Westen natürlich auch. Hier in Kreuzberg beispielsweise das "Neue Kreuzberger Zentrum" anfangs auch als NKZ betitelt bis jemandem die merkwürdige Konnotation auffiel.

http://www.tip-berlin.de/files/mediafiles/31/Kotti_BSD.jpg

Sloth
04.09.2013, 19:07
Daß gebaut werden musste, ist nicht die Frage, sondern wie gebaut wurde. Und hier waren eben Stadtplaner am Werk, die die Bewohner ihrer Wohnsilos bestenfalls als Ameisen betrachteten, wenn nicht als werktätige Roboter. Aber das gab es im Westen natürlich auch. Hier in Kreuzberg beispielsweise das "Neue Kreuzberger Zentrum" anfangs auch als NKZ betitelt bis jemandem die merkwürdige Konnotation auffiel.

http://www.tip-berlin.de/files/mediafiles/31/Kotti_BSD.jpg
Bei der gegebenen Bevölkerungsdichte sind keine Porsche&Villa für jeden drin.

Heifüsch
04.09.2013, 19:21
Bei der gegebenen Bevölkerungsdichte sind keine Porsche&Villa für jeden drin.

Darum geht´s hier nicht. Gerade in dieser Gegend rund um das Kottbusser Tor wurden massenhaft intakte Gründerzeitbauten abgerissen, wodurch sich Spekulanten mit Hilfe des damaligen SPD-Senats eine goldene Nase verdienten. Erst die Hausbesetzerbewegung stoppte diese Abrisswut und heute sind die Besserverdienenden froh, wenn sie die verbliebenen alten Gebäude beziehen können. In unmittelbarer Nähe der obigen Zumutung kann man allerdings nicht wohnen; zu viele Türken, Junkies, Dealer und Obdachlose. Die türkischen Faschisten nicht zu vergessen...

fireeater
04.09.2013, 19:34
...
Jedoch habe ich diesen Screenshot von dem den Artikel begleitenden Bildmaterial, wie es bei Sat. 1 NRW ausgestrahlt wurde:
http://img94.imageshack.us/img94/592/verfall.jpg

Kann es sein, dass auch diese Gebäude in dem Bericht Thema waren:

39092

Wirkliche Bausünden, die den Menschen nie richtig berücksichtigt haben:

39093

http://de.wikipedia.org/wiki/Wohnpark_Hochheide

Sloth
04.09.2013, 21:49
Darum geht´s hier nicht. Gerade in dieser Gegend rund um das Kottbusser Tor wurden massenhaft intakte Gründerzeitbauten abgerissen, wodurch sich Spekulanten mit Hilfe des damaligen SPD-Senats eine goldene Nase verdienten. Erst die Hausbesetzerbewegung stoppte diese Abrisswut und heute sind die Besserverdienenden froh, wenn sie die verbliebenen alten Gebäude beziehen können. In unmittelbarer Nähe der obigen Zumutung kann man allerdings nicht wohnen; zu viele Türken, Junkies, Dealer und Obdachlose. Die türkischen Faschisten nicht zu vergessen...
Doch tut es. Es bestand die Notwendigkeit, soviel Wohnraum wie möglich zu schaffen.

Heifüsch
04.09.2013, 21:52
Doch tut es. Es bestand die Notwendigkeit, soviel Wohnraum wie möglich zu schaffen.

Nun gut...<8´(

Sloth
04.09.2013, 21:54
Kann es sein, dass auch diese Gebäude in dem Bericht Thema waren:

39092

Wirkliche Bausünden, die den Menschen nie richtig berücksichtigt haben:

39093

http://de.wikipedia.org/wiki/Wohnpark_Hochheide
Scheint das Teil zu sein. Furchtbar.

Sloth
04.09.2013, 21:54
Nun gut...<8´(
???

Dolohov
04.09.2013, 21:55
Die berliner Kunsthistorikern Turit (?) Fröbe behauptet, dass Bausünden nicht abgerissen werden sollten, obwohl sie hässlich seien und die Städte verschandelten. Man könne Bausünden vielmehr in gute und schlechte Bausünden unterteilen, wobei die guten natürlich erhaltenswert seien, da sich die Leute wenigstens mit den Gebäuden beschäftigen würden, anstatt sie zu ignorieren. Außerdem sei das, was danach käme meistens auch nicht viel besser.

Ein paar Beispiele:

Rizzi-Haus (Braunschweig):

http://www.chemieunterricht-interaktiv.de/lerneinheiten/lichtundfarbe/htmlseiten/lichtundfarbe/bilder/800px-Braunschweig,_Happy_Rizzi_House.jpg

Karstadt (Lemgo):

http://www.voigtmann-online.de/Arne/bilder/fotos/lemgo/karstadt03.jpg


Was denkt ihr? Sollte man Bausünden wirklich erhalten, außer als abschreckendes Mahnmal natürlich?


Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/bausuenden-erregt-euch-nicht-12545784.html

Buch: http://www.amazon.de/Die-Kunst-Baus%C3%BCnde-Turit-Fr%C3%B6be/dp/3869950536/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1378132428&sr=1-1

Bei dem ersten Bild bekomm ich Augenkrebs...

Feldmann
04.09.2013, 21:56
Übertrieben negative und ideologisch geprägte Darstellung des Sachverhalts. Auch kann ich an den abgebildeten Bauwerken nichts Abstoßendes entdecken. Mag sein, daß man die neuen Wessis mit einem schönen Erscheinungsbild der Städte überzeugen wollte, jedoch zeigt ein Blick in den alten Westen, daß deine schriftlichen Ausführungen eben für Diesen zutreffen - und der zu zahlende Preis bald auch euch in Rechnung gestellt werden wird.
Fährst du also auf der Bundesstraße durch Remscheid, dort großspurig "Freiheitsstraße" genannt, wirst du keine gepflegten Fassaden finden und keine schönen Gebäude entdecken.

Der "Westen" sieht (leider) auch nicht besser aus. Im Gegensatz zum "Osten" hatte man hier nämlich das Geld, um seine architektonischen "Träume" umsetzen zu können.



So wild finde ich das aber nicht. Man muß auch den Kontext sehen:
"Wohnungspolitik" der DDR:
"Gesamtheit von politischen, materiellen und sozialen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, in der DDR die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990 zu lösen. Dem dienen alle aufeinander abgestimmten Bau- und Bewirtschaftungsmaßnahmen zur Erneuerung der Städte und Siedlungen sowie zur rationellen Wohnungsbewirtschaftung und -nutzung [...] Durch den Neubau und die Modernisierung von 1,4 Million Wohnungen konnten 1971-1980 für etwa 4,25 Million Bürger die Wohnverhältnisse bereits verbessert werden [...] Die Mieten in der DDR sind stabil und niedrig; im Durchschnitt werden für einen Quadratmeter Wohnfläche nur 0,80 bis 1,25 M Miete entrichtet."

Der Zweck heiligt also die Mittel?



Hier in Kreuzberg beispielsweise das "Neue Kreuzberger Zentrum" anfangs auch als NKZ betitelt bis jemandem die merkwürdige Konnotation auffiel.

http://www.tip-berlin.de/files/mediafiles/31/Kotti_BSD.jpg

Scheußlich!



Wirkliche Bausünden, die den Menschen nie richtig berücksichtigt haben:

39093

http://de.wikipedia.org/wiki/Wohnpark_Hochheide

:kotz:



Bei dem ersten Bild bekomm ich Augenkrebs...

So soll es sein.

Praktiker
04.09.2013, 22:00
Das Rizzi-Haus ist aus heutiger Sicht eine häßlche Kindergartenarbeit ,- aber auch für diesen Augengraus gab es mal eine Zeit ,- wo so etwas schön oder modern gefunden wurde.
Es ist somit ein Stück Geschichte und ein Stück Zeitgefühl und somit unbedingt erhaltenswert ,- wir werden unds doch nicht unserer eigenen Geschichte entledigen !

Heifüsch
04.09.2013, 22:01
???

>$-(

Sloth
04.09.2013, 22:03
Der Zweck heiligt also die Mittel?
Platte oder Platte machen, das ist hier die Frage. Mit anderen Worten: Ja! Bevor Wohnraum in nur ungenügendem Ausmaße zur Verfügung steht, setzt man besser ein paar Plattenbauten hin; das ist doch klar...

Heifüsch
04.09.2013, 22:14
Platte oder Platte machen, das ist hier die Frage. Mit anderen Worten: Ja! Bevor Wohnraum in nur ungenügendem Ausmaße zur Verfügung steht, setzt man besser ein paar Plattenbauten hin; das ist doch klar...

Nochmal: In Westberlin stand damals ausreichend Wohnraum zur Verfügung. Viele Häuser standen leer und die Besitzer liessen sie verfallen. Die Spekulantenmafia war es, die dann den Wohnraum verknappte um ihre Sch..ß Wohnklötze subventioniert zu bekommen.

Feldmann
04.09.2013, 22:18
Es ist somit ein Stück Geschichte und ein Stück Zeitgefühl und somit unbedingt erhaltenswert ,- wir werden unds doch nicht unserer eigenen Geschichte entledigen !

In architektonischer Hinsicht sind wir schon sehr weit gegangen.



Platte oder Platte machen, das ist hier die Frage. Mit anderen Worten: Ja! Bevor Wohnraum in nur ungenügendem Ausmaße zur Verfügung steht, setzt man besser ein paar Plattenbauten hin; das ist doch klar...

Die Platten wurden aber bedauerlicherweise nicht nur als Zwischenlösung gesehen. Die vergammelten Innenstädte in der der DDR waren in dieser Hinsicht sehr eindeutig.

Sloth
04.09.2013, 22:33
Nochmal: In Westberlin stand damals ausreichend Wohnraum zur Verfügung. Viele Häuser standen leer und die Besitzer liessen sie verfallen. Die Spekulantenmafia war es, die dann den Wohnraum verknappte um ihre Sch..ß Wohnklötze subventioniert zu bekommen.
Ich fürchte, ich habe gerade von der DDR gesprochen.

Sloth
04.09.2013, 22:44
Die Platten wurden aber bedauerlicherweise nicht nur als Zwischenlösung gesehen. Die vergammelten Innenstädte in der der DDR waren in dieser Hinsicht sehr eindeutig.
Es gab auch noch andere Baustellen. Die Energieversorgung stand auf dem Spiel, weil die DDR es nicht schaffte, ihre nukleare Kapazität zu erhöhen. Die Sowjets lieferten bestellte Teile nicht oder nur in lausiger Qualität und die DDR mußte sie selbst entwickeln. Der Energiebedarf stieg weiter und so nahm der Anteil der Atomenergie am Strommix ab Anfang der 80er wieder ab, während er 1980 nach Frankreich und der BRD den weltweit dritthöchsten Wert aufwies. Viel Energie mußte in die Modernisierung der Industrie gesteckt werden, um den Arbeitskräftemangel auszugleichen. Der Exportmarkt im Osten wankte, die Preise für Produkte aus den Bruderstaaten stiegen. Stolz verkündete die DDR in den 80ern, als einziger sozialistischer Staat den Anschluß an die Entwicklung der Mikroelektronik im Westen nicht verloren zu haben. Im Handel mit der BRD erziehlte man ab 1984 einen Überschuß. Alles in allem sehr gute Leistungen, die man würdigen sollte. Man stelle sich vor, Lappen wie der Gauck, die damals die Fresse aufrissen, hätten regiert. Mein Gott!

Heifüsch
04.09.2013, 22:49
Ich fürchte, ich habe gerade von der DDR gesprochen.

Zuletzt hattest du das aber auf das von mir angeführte "NKZ" in Kreuzberg bezogen, watch #101. Und Kreuzberg lag schon immer in Westberlin, ich hab´s gerade nochmal gegoogelt. Außerdem wohne ich da schon seit tausend Jahren :-(

Feldmann
04.09.2013, 22:53
Es gab auch noch andere Baustellen. Die Energieversorgung stand auf dem Spiel, weil die DDR es nicht schaffte, ihre nukleare Kapazität zu erhöhen. Die Sowjets lieferten bestellte Teile nicht oder nur in lausiger Qualität und die DDR mußte sie selbst entwickeln. Der Energiebedarf stieg weiter und so nahm der Anteil der Atomenergie am Strommix ab Anfang der 80er wieder ab, während er 1980 nach Frankreich und der BRD den weltweit dritthöchsten Wert aufwies. Viel Energie mußte in die Modernisierung der Industrie gesteckt werden, um den Arbeitskräftemangel auszugleichen. Der Exportmarkt im Osten wankte, die Preise für Produkte aus den Bruderstaaten stiegen. Stolz verkündete die DDR in den 80ern, als einziger sozialistischer Staat den Anschluß an die Entwicklung der Mikroelektronik im Westen nicht verloren zu haben. Im Handel mit der BRD erziehlte man ab 1984 einen Überschuß. Alles in allem sehr gute Leistungen, die man würdigen sollte. Man stelle sich vor, Lappen wie der Gauck, die damals die Fresse aufrissen, hätten regiert. Mein Gott!

Wir sollten nicht zu weit vom Thema abschweifen.

Sloth
04.09.2013, 22:54
Zuletzt hattest du das aber auf das von mir angeführte "NKZ" in Kreuzberg bezogen, watch #101. Und Kreuzberg lag schon immer in Westberlin, ich hab´s gerade nochmal gegoogelt. Außerdem wohne ich da schon seit tausend Jahren :-(
Das von dir angeführte Zentrum diente doch nur als Beispiel dafür, daß auch im Westen komprimierter Wohnraum errichtet wird. Warum sollte ich wegen eines Beispiels das Thema wechseln?

Heifüsch
04.09.2013, 23:04
Das von dir angeführte Zentrum diente doch nur als Beispiel dafür, daß auch im Westen komprimierter Wohnraum errichtet wird. Warum sollte ich wegen eines Beispiels das Thema wechseln?
Lassen wir´s gut sein. Westberlin war jedenfalls nicht Westdeutschland, das kann man nicht vergleichen :-)

Sloth
04.09.2013, 23:10
Wir sollten nicht zu weit vom Thema abschweifen.
Zum besseren Verständnis ist nunmal ein Umriß der Gesamtlage notwendig. Mißverständnisse werden so ausgeräumt und es zeigt sich, welche Vorwürfe sich auflösen.

Sloth
04.09.2013, 23:10
Lassen wir´s gut sein. Westberlin war jedenfalls nicht Westdeutschland, das kann man nicht vergleichen :-)
Westberlin, das Mekka der Wehrdienstverweigerer...
Heute wohl immernoch...

Heifüsch
04.09.2013, 23:17
Westberlin, das Mekka der Wehrdienstverweigerer...
Heute wohl immernoch...

Ich bin damals als Reservist nach Westberlin gezogen. Dumm gelaufen, das würde ich heute anders machen :-)

Sloth
04.09.2013, 23:21
Ich bin damals als Reservist nach Westberlin gezogen. Dumm gelaufen, das würde ich heute anders machen :-)
War bestimmt lustig mit den ganzen Hippies im Wagon :D

Feldmann
04.09.2013, 23:31
War bestimmt lustig mit den ganzen Hippies im Wagon :D

Thema!!!

Heifüsch
04.09.2013, 23:36
Thema!!!

Genau! Hier zur Abwechslung mal die schönsten Bausünden der Welt:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bausuenden-ranking-reiseblogger-kueren-haesslichste-gebaeude-der-welt-a-591576.html

http://www.spiegel.de/img/0,1020,1361311,00.jpg

Eine Kathedrale in Liverpool...*kotz!*
(http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bausuenden-ranking-reiseblogger-kueren-haesslichste-gebaeude-der-welt-a-591576.html)

Sloth
04.09.2013, 23:46
Thema!!!
Thema, ja Äh, ja, äh Wohnraum äh ja schaffen... äh.

Angesichts der Situation also eine gute Leistung. Keine Notwendigkeit zu klagen.

Feldmann
05.09.2013, 00:11
Genau! Hier zur Abwechslung mal die schönsten Bausünden der Welt:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bausuenden-ranking-reiseblogger-kueren-haesslichste-gebaeude-der-welt-a-591576.html

:gp:



http://www.spiegel.de/img/0,1020,1361311,00.jpg

Oh ja, Brutalismus gehört zu den schlimmsten Bausünden.



Thema, ja Äh, ja, äh Wohnraum äh ja schaffen... äh.

Angesichts der Situation also eine gute Leistung. Keine Notwendigkeit zu klagen.

Aufgabe erfüllt, jezt kann der Mist weg.

Heifüsch
05.09.2013, 00:15
Thema, ja Äh, ja, äh Wohnraum äh ja schaffen... äh.

Angesichts der Situation also eine gute Leistung. Keine Notwendigkeit zu klagen.
Thema verfehlt! Es geht um Bausünden! Bis morgen stellst du uns bitte eine Auswahl widerwärtigster, ekelerregendster und impertinentester Bausünden zusammen, die die moderne Welt je gesehen hat! Und zwar ohne irgendwelche Hinweise auf die Wohnungsnot >&.(

Heifüsch
05.09.2013, 00:18
Aufgabe erfüllt, jezt kann der Mist weg.

Ich hab ihn deswegen gerade zur Schnecke gemacht! Was nun? Ich geb´ihm nen Grünen... <8-(

Feldmann
05.09.2013, 00:20
Ich geb´ihm nen Grünen... <8-(

Den kannst du auch mir geben. :D

Heifüsch
05.09.2013, 00:24
Den kannst du auch mir geben. :D

Zu spät! Nee, ...Moment, einen hab ich noch...Vorsicht, Kopf weg! >:-)

Sloth
05.09.2013, 00:29
Aufgabe erfüllt, jezt kann der Mist weg.
Bei uns macht die FDP schon Werbung mit der Abschaffung des Solis. Wenn ihr also alsbald wieder auf eigenen Beinen stehen müßt, werden euch die Platten schon noch ans Herz wachsen.

Heifüsch
05.09.2013, 00:29
Zur Auflockerung mal ein kleines Rätsel. Was ist das? Leif? Hallo!?

http://www.artflakes.com/artwork/products/232927/zoom/232927.jpg

Und so sieht´s dort heute aus. Eiermann heisst der Kretin, der das verbrochen hat. Er ist noch auf der Flucht ...>$.(=

http://www.you-are-here.com/kirche/gedaechtnis.jpg

Sloth
05.09.2013, 00:30
Thema verfehlt! Es geht um Bausünden! Bis morgen stellst du uns bitte eine Auswahl widerwärtigster, ekelerregendster und impertinentester Bausünden zusammen, die die moderne Welt je gesehen hat! Und zwar ohne irgendwelche Hinweise auf die Wohnungsnot >&.(
Auch noch Hausaufgaben!

OneDownOne2Go
05.09.2013, 00:33
Zur Auflockerung mal ein kleines Rätsel. Was ist das? Leif? Hallo!?

http://www.artflakes.com/artwork/products/232927/zoom/232927.jpg

Und so sieht´s dort heute aus. Eiermann heisst der Kretin, der das verbrochen hat. Er ist noch auf der Flucht ...>$.(=

http://www.you-are-here.com/kirche/gedaechtnis.jpg

Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin - mit "zeitgenössischer Umbauung" :kotz:

Feldmann
05.09.2013, 00:40
Schauen wir uns die Liste der "10 hässlichsten Gebäude der Welt" (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bausuenden-ranking-reiseblogger-kueren-haesslichste-gebaeude-der-welt-a-591576-2.html) mal genauer an.


1. Boston City Hall:

http://www.american-architecture.info/USA/USA-Boston/800px-03-30-07-BostonCityHall.jpg


2. Tour Montparnasse (Paris):

http://farm8.staticflickr.com/7239/7172016765_e66fb4a4e2_c.jpg


3. LuckyShoe-Denkmal (Tuuri, Finnland):

http://www.top10sworld.com/wp-content/uploads/2011/02/luckyshoe-monument-tuuri-finland.jpg


4. Metropolitan Cathedral (Liverpool):

http://www.interestingtimestours.co.uk/uploads/images/23043-Liverpool-Catholic-Ca.jpg


5. Port Authorithy Bus Terminal (New York):

http://files2.structurae.de/files/photos/1/20080617/dsc04548_shift.jpg


6. Torres de Colón (Madrid):

http://farm8.staticflickr.com/7156/6610554973_2e86309c2e_z.jpg


7. Kunstmuseum (Vaduz):

http://images.gadmin.st.s3.amazonaws.com/n53313/images/key_liech/kunstmuseum-vaduz.jpg


8. Schottisches Parlament (Edinburgh):

http://edinburghselfcatering.files.wordpress.com/2010/04/scottish-parliament.jpg


9. Zentralbibliothek (Birmingham):

http://farm6.staticflickr.com/5266/5636841441_b113b4f4ce_z.jpg


10. Peter-der-Große-Statue (Moskau):

http://www.gat.st/sites/default/files/imagecache/Vollbild/public/baumann_scholl_peter_der_groe.jpg


Also ich habe schon hässlichere Gebäude gesehen, v.a. hier Deutschland.

Heifüsch
05.09.2013, 00:41
Auch noch Hausaufgaben!

Strafe muß sein. Und in Schönschrift bitte! >8.(

Heifüsch
05.09.2013, 00:43
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin - mit "zeitgenössischer Umbauung" :kotz:

Bingo! Dein Smiley weist dich als großen Ästheten aus. Weiter so! >:-)

Heifüsch
05.09.2013, 00:48
Schauen wir uns die Liste der "10 hässlichsten Gebäude der Welt" (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bausuenden-ranking-reiseblogger-kueren-haesslichste-gebaeude-der-welt-a-591576-2.html) mal an.
Also ich hab schon hässlichere Gebäude gesehen, v.a. hier Deutschland.

Grauenerregend! Sloth wird sich anstrengen müssen, das zu toppen. Aber stimmt schon, da können wir Deutschen durchaus mithalten. Leider... >%-(

Arthas
05.09.2013, 06:49
Tatsächlich konnte sich der Bauhausstil erst nach seinem Durchbruch in Amerika durchsetzen - aber die Amerikaner bolschewistisch?

Gropius kann man zur linken Avantgarde der unmittelbaren Vor- und Zwischenkriegszeit zählen. Das Bauhaus stand der bolschewistischen Kulturpolitik nahe und tatsächlich war es ja auch die Sowjetunion unter Lenin, welche mit dem Konstruktivismus als erstes Land überhaupt einen dominierenden modernistischen Baustil hervorbrachte. Das Bauhaus orientierte sich an der Sowjetarchitektur und sah in dieser ein Vorbild für die Zukunft, wenngleich es selbst eine führende Rolle in der modernistischen Architektur einnahm. Amerika ist natürlich nicht bolschewistisch, wohl aber auf einer linken Ideologie basierend. Nach der Emigration eines großen Teiles der linken Kultur- und Geisteselite Europas im Zuge der 30er- und 40er-Jahre erst recht. Man lese dazu auch meinen Strang "Der marxistische Westen".

Arthas
05.09.2013, 06:58
Thema, ja Äh, ja, äh Wohnraum äh ja schaffen... äh.

Angesichts der Situation also eine gute Leistung. Keine Notwendigkeit zu klagen.

Doch. Daß es auch anders geht, hat die DDR in den 50ern bewiesen. Und zu dieser Zeit war die Gesamtsituation noch um einiges schlechter.

Leif
05.09.2013, 10:25
Gropius kann man zur linken Avantgarde der unmittelbaren Vor- und Zwischenkriegszeit zählen. Das Bauhaus stand der bolschewistischen Kulturpolitik nahe und tatsächlich war es ja auch die Sowjetunion unter Lenin, welche mit dem Konstruktivismus als erstes Land überhaupt einen dominierenden modernistischen Baustil hervorbrachte. Das Bauhaus orientierte sich an der Sowjetarchitektur und sah in dieser ein Vorbild für die Zukunft, wenngleich es selbst eine führende Rolle in der modernistischen Architektur einnahm. Amerika ist natürlich nicht bolschewistisch, wohl aber auf einer linken Ideologie basierend. Nach der Emigration eines großen Teiles der linken Kultur- und Geisteselite Europas im Zuge der 30er- und 40er-Jahre erst recht. Man lese dazu auch meinen Strang "Der marxistische Westen".

Dagegen spricht allerdings, dass van der Rohe keineswegs sozialistische Tendenzen aufwies und sein Einfluss sehr viel prägender war als der Gropius'. Auch bei vielen Faschisten fand die moderne Architektur durchaus Anklang:

Bei seinem Aufenthalt in Vichy konnte Le Corbusier auf seine faschistischen Freunde und Kreise zählen. So lobbyierte für ihn Marcel Bucard (http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Bucard), Gründer des rechtsextremen Mouvement Franciste (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mouvement_Franciste&action=edit&redlink=1). Corbusiers Vertrauter Georges Valois (http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Valois), Gründer von Le Faisceau (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Le_Faisceau&action=edit&redlink=1), der ersten faschistischen Partei außerhalb Italiens, wie auch Pierre Winter (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pierre_Winter&action=edit&redlink=1), ein überzeugter und aktiver Faschist, lobten Corbusiers Werk – seine städtebaulichen Konzeptionen drückten «die tiefsten Gedanken des Faschismus» aus, so Valois, seine «Cité radieuse» mit ihren «Wohnmaschinen» pries Winter als «Umsetzung des faschistischen Programms».[3] (http://de.wikipedia.org/wiki/Le_Corbusier#cite_note-ww40.2F09-3) (Wiki)

Sloth
05.09.2013, 10:28
Doch. Daß es auch anders geht, hat die DDR in den 50ern bewiesen. Und zu dieser Zeit war die Gesamtsituation noch um einiges schlechter.
Nicht unbedingt. Die 50er und 60er waren relativ einfache Jahre für die DDR. Konsum entwickelte sich, es gab nur wenige Enpässe. Das ging dann in den 70ern los und die Regierung beschloss, den Konsum zu subventionieren.

Feldmann
05.09.2013, 11:55
Auch bei vielen Faschisten fand die moderne Architektur durchaus Anklang:

Faschismus und Sozialismus sind ja auch nicht so unähnlich.


Casa del Fascio (Como):

http://farm2.staticflickr.com/1189/5123946927_e296d9fc47_b.jpg

So etwas hätten selbst Gropius oder Mies van der Rohe nicht besser machen können.

Heifüsch
05.09.2013, 13:01
Faschismus und Sozialismus sind ja auch nicht so unähnlich.

So etwas hätten selbst Gropius oder Mies van der Rohe nicht besser machen können.

Neckisch, diese beiden Pflanzenkübelchen >%.) Und wie allerharmonischst das mit dem Gebäude rechts daneben harmonifiziert!
Welch geniale Kombination! Übertroffen nur durch Stellas Schlossplanung...>x.(

http://www.getidan.de/wp-content/uploads/2011/05/Stiftung-Berliner-Schloss-Humboldtforum-Franco-Stella.600.jpg

Feldmann
05.09.2013, 16:34
Welch geniale Kombination! Übertroffen nur durch Stellas Schlossplanung...>x.(

Immerhin auch ein Italiener. :D

Heifüsch
05.09.2013, 16:40
Immerhin auch ein Italiener. :D

In bester Mussolini -Tradition! %.)=

jack000
05.09.2013, 16:47
Hier scheint man in unserer geliebten Hauptstadt mal zur Abwechslung alles richtig gemacht zu haben.
Das ist nicht nur in der Ecke so, überall in der Stadt sind die Neubauten zu 80-90% wirklich gelungen (Passen sich ins Umfeld ein, sind nicht irgendwelche Architekturexperimente, etc...)

jack000
05.09.2013, 16:52
Neckisch, diese beiden Pflanzenkübelchen >%.) Und wie allerharmonischst das mit dem Gebäude rechts daneben harmonifiziert!
Welch geniale Kombination! Übertroffen nur durch Stellas Schlossplanung...>x.(

http://www.getidan.de/wp-content/uploads/2011/05/Stiftung-Berliner-Schloss-Humboldtforum-Franco-Stella.600.jpg
Nun, eine Rekonstruktion der Spreeseite wäre sehr teuer gewesen und man hatte das Geld nicht, bzw. die Gesamtkosten hätten dann das Schloß komplett in Frage gestellt.
So hat man aber erstmal den Fuß in der Tür mit etwas Schlichtem was nicht stört und auch keiner vermissen wird, wenn tatsächlich mal das Geld vorhanden sein sollte auch die Spreeseite zu rekonstruieren.
Irgendwelche Lösungen dazwischen wären Blödsinn.

Leif
05.09.2013, 17:18
Eine Reko wäre bestimmt nicht teurer geworden.

Stadtknecht
05.09.2013, 17:30
Aus den Trabantenstadt-Bausünden der 1960`er und 1970`er Jahre könnte man schicke Wohnungen machen, denn die Wohnungen sind oftmals sehr gut geschnitten.

Natürlich müsste man diese Stadtviertel vorher "befrieden" und zwar mit Maßnahmen, die rechtlich problematisch sein dürften und die Modernisierung der oftmals abgewohnten Häuser dürfte auch nicht billig werden.

Leif
05.09.2013, 17:40
An dieser Stelle möchte ich mein Konzept der sukzessiven Versklavung vorstellen: Alle Ausländer in Deutschland werden entrechtet und durch den Staat an Deutsche verkauft. So können wir das Gemeinwesen sanieren und haben billige Arbeitskräfte zur Rekultivierung unseres Lebensraumes zur Verfügung. Nachdem der Sklave seinen Kaufpreis abgearbeitet hat, muss er das Land verlassen. (C)

Stadtknecht
05.09.2013, 17:42
An dieser Stelle möchte ich mein Konzept der sukzessiven Versklavung vorstellen: Alle Ausländer in Deutschland werden entrechtet und durch den Staat an Deutsche verkauft. So können wir das Gemeinwesen sanieren und haben billige Arbeitskräfte zur Rekultivierung unseres Lebensraumes zur Verfügung. Nachdem der Sklave seinen Kaufpreis abgearbeitet hat, muss er das Land verlassen. (C)

Aber sonst geht`s Dir gut?

jack000
05.09.2013, 17:44
Eine Reko wäre bestimmt nicht teurer geworden.
Na ich denke schon, denn es hätte wenn dann ja (zumindest von aussen) 1:1 sein müssen und das wäre schon deutlich aufwendiger gewesen:
http://brandwende.com/index.php?rex_resize=615w__berlin_stadtschloss_luf taufnahme.jpg

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/wanderungen/pix/schloss/bild11.jpg

=> Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Leila
05.09.2013, 18:02
Das Problem ist, daß die modernen Menschen jahrhundertealte Gebäude für „Bausünden“ halten, die besser heute noch als morgen abgerissen werden sollten.

Heute vormittag bin ich wieder einmal in der Stadt Basel gewesen; leider zur Unzeit, da die Sonne allzugrell vom Himmel herabschien, so daß meine Freihandaufnahmen entweder unter- oder überbelichtet gerieten. Die im Anhang dieses Beitrags zu sehende Photographie zeigt eine Häuserzeile, die nach dem Kalkül der Spekulanten komplett abgerissen und durch einen Turm aus Beton, Stahl und Glas ersetzt werden soll. Jegliches Aufbegehren gegen dieses Bauvorhaben ist aber unnütz, da nicht die Nostalgiker, sondern die hochmodernen Menschen – also die vierschrötigen Konformisten – das Sagen haben: Klick! (http://www.tageswoche.ch/de/2013_24/basel/551354/kleinbasler-wirte-wehren-sich-gegen-den-grossen-turm.htm)

Wäre ich skrupel- und verantwortungslos, zudem noch bar jeglichen Schönheitssinns, dann könnte ich zu mir selbst wie folgt sprechen: „Dieses Thema tangiert mich nicht, denn ich lebe in meinem kleinen, renovierten, formschönen, einladenden, gemütlichen und denkmalgeschützten jahrhundertealten Haus sehr gerne und bequem; und nichts veranlaßt mich, im klinisch reinen und sterilen Kleinbasel abends spazierengehen und einkehren.“

Leif
05.09.2013, 18:17
Na ich denke schon, denn es hätte wenn dann ja (zumindest von aussen) 1:1 sein müssen und das wäre schon deutlich aufwendiger gewesen:
http://brandwende.com/index.php?rex_resize=615w__berlin_stadtschloss_luf taufnahme.jpg

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/wanderungen/pix/schloss/bild11.jpg

=> Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Ich sehe den Aufwand nicht. Aber es wurden dazu auch keine Gutachten erstellt, so dass man etwa die Mehrkosten hätte versuchen können über Spenden zu finanzieren. Die Entscheidung für ein modernes Erscheinungsbild auf dieser Seite ist allein ideologisch motiviert.

Leila
05.09.2013, 18:28
Gegenüber schaut es heute so aus:

Xarrion
05.09.2013, 18:29
Gegenüber schaut es heute so aus:

Grauenhaft.
Welcher Architekt hat denn das verbrochen?

iglaubnix+2fel
05.09.2013, 18:37
Aber sonst geht`s Dir gut?

Die Bedingungen dafür hat er Dir doch gerade nahe gebracht!:fizeig:

Leila
05.09.2013, 18:41
Grauenhaft.
Welcher Architekt hat denn das verbrochen?

Es gibt Namen, die ich selbst mit meinem Pseudonym nicht in Verbindung bringen möchte.

jack000
05.09.2013, 18:58
Ich sehe den Aufwand nicht.
Hast du dir mal die Bilder angeschaut? Bedenke doch das Rekonstruktion Millimeterarbeit bedeutet und auch Farben auf Nuancen genau wiederhergestellt werden müssen. Das wäre im gegensatz zu der einfachen Stella-Betonfassade in jedem Fall ein deutlicher finanzieller Mehraufwand gewesen.


Aber es wurden dazu auch keine Gutachten erstellt, so dass man etwa die Mehrkosten hätte versuchen können über Spenden zu finanzieren.
Das wäre eine Möglichkeit, aber aktuell sind noch nicht mal die Spenden für den Rest eingegangen, die eingehen sollten.


Die Entscheidung für ein modernes Erscheinungsbild auf dieser Seite ist allein ideologisch motiviert.
Das denke ich nicht, als in der Krise der Staat jede nur erdenkliche Ausgabe auf den Prüfstand stellen musste, war das Stadtschloss auf Platz 1 und daher wurde der Bau verschoben.

Heifüsch
05.09.2013, 19:04
An dieser Stelle möchte ich mein Konzept der sukzessiven Versklavung vorstellen: Alle Ausländer in Deutschland werden entrechtet und durch den Staat an Deutsche verkauft. So können wir das Gemeinwesen sanieren und haben billige Arbeitskräfte zur Rekultivierung unseres Lebensraumes zur Verfügung. Nachdem der Sklave seinen Kaufpreis abgearbeitet hat, muss er das Land verlassen. (C)

Themenfremd aber interessant! >8.)=

Heifüsch
05.09.2013, 19:19
Na ich denke schon, denn es hätte wenn dann ja (zumindest von aussen) 1:1 sein müssen und das wäre schon deutlich aufwendiger gewesen:
http://brandwende.com/index.php?rex_resize=615w__berlin_stadtschloss_luf taufnahme.jpg

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/wanderungen/pix/schloss/bild11.jpg

=> Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach
Stimmt schon, daß die Spreefassade im Vergleich zum Rest sehr uneinheitlich strukturiert war, weil sie eben aus älterer Zeit stammte. Wenn die Rekonstruktion dieses Abschnitts deshalb nun zu aufwendig gewesen wäre, hätte man aber zumindest einen dem Gebäude angemessenen Ersatz ins Auge fassen sollen. Was nichts anderes heißt, als die Barockfassade hier einfach weiterzuführen, wie das zu allen Zeiten geschehen wäre, bevor es in Mode kam, historische Gebäude ganz bewusst mit stilbrechenden Neuzutaten zu entwerten. Zumindest die Grundstruktur könnte man schon mal in schlichter Ausführung errichten und diese dann nach und nach ausbauen. Eine breite Treppe zur Spree hin könnte diesem Fassadenabschnitt dann noch zusätzlichen Reiz geben, aber das wäre dann ja wieder unzulässiges "Disneyland" :-)

Dazu auch: http://www.politikforen.net/showthread.php?141331-Das-Berliner-Stadtschlo%C3%9F-Ein-Traum-wird-wahr-%29

Leif
05.09.2013, 19:22
Man hätte den Hof einfach öffnen können. Das wäre am günstigsten, schönsten und ließe auch noch Rekonstruktionspotenzial.

Heifüsch
05.09.2013, 19:25
Gegenüber schaut es heute so aus:

Abscheulich ist´s...>x-(

Heifüsch
05.09.2013, 19:33
Hast du dir mal die Bilder angeschaut? Bedenke doch das Rekonstruktion Millimeterarbeit bedeutet und auch Farben auf Nuancen genau wiederhergestellt werden müssen. Das wäre im gegensatz zu der einfachen Stella-Betonfassade in jedem Fall ein deutlicher finanzieller Mehraufwand gewesen.


Das wäre eine Möglichkeit, aber aktuell sind noch nicht mal die Spenden für den Rest eingegangen, die eingehen sollten.


Das denke ich nicht, als in der Krise der Staat jede nur erdenkliche Ausgabe auf den Prüfstand stellen musste, war das Stadtschloss auf Platz 1 und daher wurde der Bau verschoben.

Das Neue Schloß in Stuttgart war auch nicht unwesentlich beschädigt. Wie würdest du es denn finden, wenn die Nordfassade zur Königstraße in Stellas speziellem Stil "rekonstruiert" worden wäre?

willy
05.09.2013, 19:36
An dieser Stelle möchte ich mein Konzept der sukzessiven Versklavung vorstellen: Alle Ausländer in Deutschland werden entrechtet und durch den Staat an Deutsche verkauft. So können wir das Gemeinwesen sanieren und haben billige Arbeitskräfte zur Rekultivierung unseres Lebensraumes zur Verfügung. Nachdem der Sklave seinen Kaufpreis abgearbeitet hat, muss er das Land verlassen. (C)

goldichhhh!:appl:

Frumpel
05.09.2013, 19:42
Die Frauenkirche ist halt gemacht als ob. Bauhistorisch hat sie allerdings eine wichtige Aussage zu machen, indem sie zeigt, dass die Bevölkerung Kitsch liebt und/oder die Erinnerung an die Vergangenheit schönen will, wo das auch mit viel Geld nur möglich ist. Solche Aussagen sind natürlich auch interessant.

Treten die Schmerzen ganz plötzlich auf oder ist dieser Druck im Kopf ständig da?

tabasco
05.09.2013, 19:45
Abscheulich ist´s...>x-(
Ich find's absolut ok.

Heifüsch
05.09.2013, 20:22
Ich find's absolut ok.

Dann möchte ich doch mal wissen, welchen Tee du dauernd schlürfst >:-)

Leila
05.09.2013, 23:21
Ich find's absolut ok.

Das finden auch alle, die vermutlich solventer sind als ich. Ich gönne ihnen ihre Sterilität von ganzem Herzen. Sollen sie sich doch in ihren abgeschrägten Kuben wohlfühlen!

Mich Landbewohnerin besuchen sogar Käfer, deren Namen ich nicht kenne, und vom Schlafzimmerfenster aus erblicke ich Schmetterlinge, die lustig in der Luft umeinanderflattern. Die Stadtbewohner hingegen achten derweilen auf das Herannahen der Kehrichtabfuhr, ja sie richten sogar ihre Uhren nach ihr; und während sie in ihrer Freizeit den Körper ertüchtigen, um die schwere Last ihrer Hypotheken lächelnd stemmen zu können, ruhe ich sanft auf meinem Sofa und mache ein Nickerchen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/23/NAMA_H%C3%A9racl%C3%A8s_%26_Atlas.jpg/220px-NAMA_H%C3%A9racl%C3%A8s_%26_Atlas.jpg
Herakles und Atlas (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_griechischer_Phrasen/Alpha#.CE.B1.E1.BC.B1_.E1.BC.A9.CF.81.CE.AC.CE.BA. CE.BB.CE.B5.CE.B9.CE.BF.CE.B9_.CF.83.CF.84.E1.BF.8 6.CE.BB.CE.B1.CE.B9)

Leila
05.09.2013, 23:40
Zweifelsohne können solche Bauwerke für schön gehalten werden, wohl kaum aber bei Regenwetter. Was ich unter diesem gähnenden Loch vermisse, das ist die Gemütlichkeit. Schade, daß während der Aufnahme kein Zeppelin durch die Öffnung zu sehen war.

Gothaur
06.09.2013, 06:36
------------------------Vollzitat-----------
Das geschah aber nicht nur in der "DDR" so, sondern in Westdeutschland ebenfalls. In den meisten Fällen wurden die zerstörten Innenstädte, was den Straßen betraf, nach dem Krieg großzügiger aufgebaut. Stadtplaner sahen damals schon die Steigerung des Individualverkehrs und bis Mitte der 70er wurde dem ja ein völlig anderer Stellenwert zugedacht, als wie es dann geschah. Da wurde selbst auf historisch relevante Altstadtviertel wenig Rücksicht genommen. Gerade hier im Ruhrgebiet kann man das sehr gut (oft genug allerdings auch nur noch mittels mühevoller Recherche) nachvollziehen. Da verschwanden nicht nur Häuserzeilen, sondern ganze Straßen und Gäßchen, und machten großen Straßen Platz. Sehr oft betraf dieses auch alte Bach-, Flußverläufe, bzw Kanäle, die gedeckelt wurden, um so Platz für Autos, Busse und Bahnen zu schaffen.
Gruß

Arthas
06.09.2013, 08:13
Dagegen spricht allerdings, dass van der Rohe keineswegs sozialistische Tendenzen aufwies und sein Einfluss sehr viel prägender war als der Gropius'.

Mies van der Rohe kann man in der Tat nicht unbedingt als jemanden einordnen, der direkt für die politische Linke stritt, gleichwohl aber, wie auch Gropius, als einen dem kulturellen Bolschewismus Nahestehenden. Er war immerhin auch Mitglied der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußland. Letztlich zählt bei Kulturschaffenden aber weniger das Parteibuch oder die aktive Politikbeteiligung (sowohl Gropius als auch Mies van der Rohe waren beide noch bis Ende der 30er in Deutschland aktiv und Teil der Reichskulturkammer), sondern eben das geschaffene Werk. Und dieses ist im Falle des Modernismus nunmal von marxistischen Gedanken und Vorstellungen beseelt. Davon abgesehen war Mies van der Rohe aber auch kein Begründer des Bauhaus wie Gropius.


Auch bei vielen Faschisten fand die moderne Architektur durchaus Anklang:

Bei seinem Aufenthalt in Vichy konnte Le Corbusier auf seine faschistischen Freunde und Kreise zählen. So lobbyierte für ihn Marcel Bucard (http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Bucard), Gründer des rechtsextremen Mouvement Franciste (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mouvement_Franciste&action=edit&redlink=1). Corbusiers Vertrauter Georges Valois (http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Valois), Gründer von Le Faisceau (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Le_Faisceau&action=edit&redlink=1), der ersten faschistischen Partei außerhalb Italiens, wie auch Pierre Winter (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pierre_Winter&action=edit&redlink=1), ein überzeugter und aktiver Faschist, lobten Corbusiers Werk – seine städtebaulichen Konzeptionen drückten «die tiefsten Gedanken des Faschismus» aus, so Valois, seine «Cité radieuse» mit ihren «Wohnmaschinen» pries Winter als «Umsetzung des faschistischen Programms».[3] (http://de.wikipedia.org/wiki/Le_Corbusier#cite_note-ww40.2F09-3) (Wiki)

Der Faschismus entstand ja auch aus dem Sozialismus heraus, änderte nach seiner Anfangsphase unter dem positiven Einfluß Deutschlands aber schon bald sein Kulturbild hin zum Neoklassizismus. (Der modernistisch angelehnte Neoklassizismus Italiens, wie man ihn beispielsweise bei der Esposizione Universale di Roma sehen kann, ist da auch eine ganz interessante Alternativantwort auf die architektonische Moderne.)

Arthas
06.09.2013, 08:27
Nicht unbedingt. Die 50er und 60er waren relativ einfache Jahre für die DDR. Konsum entwickelte sich, es gab nur wenige Enpässe. Das ging dann in den 70ern los und die Regierung beschloss, den Konsum zu subventionieren.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß die DDR in den immer noch durch Kriegszerstörungen geprägten 50ern Wohnraumtechnisch besser gestellt gewesen sein sollte als in den 70ern. Mal abgesehen davon, daß die modernistische Entartung schon Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre in der DDR begann. Als anderes Beispiel wäre auch noch das stark verwüstete Rußland der ersten Nachkriegsjahre zu nennen, welches weiterhin im Stile des Sozialistischen Klassizismus baute. Oder auch generell alle Zeiten vor den Weltkriegen. Die Häßlichkeit des Modernismus ist keine der Zweckmäßigkeit, sondern des Willens.

jack000
06.09.2013, 08:51
Stimmt schon, daß die Spreefassade im Vergleich zum Rest sehr uneinheitlich strukturiert war, weil sie eben aus älterer Zeit stammte. Wenn die Rekonstruktion dieses Abschnitts deshalb nun zu aufwendig gewesen wäre, hätte man aber zumindest einen dem Gebäude angemessenen Ersatz ins Auge fassen sollen. Was nichts anderes heißt, als die Barockfassade hier einfach weiterzuführen, wie das zu allen Zeiten geschehen wäre, bevor es in Mode kam, historische Gebäude ganz bewusst mit stilbrechenden Neuzutaten zu entwerten.
sorry, aber das ist doch totaler Blödsinn. Das hätte dann die Qualität wie der Eiffelturm-Nachbau in China oder das Venedig-Ensemble in Las Vegas.


Zumindest die Grundstruktur könnte man schon mal in schlichter Ausführung errichten und diese dann nach und nach ausbauen. Eine breite Treppe zur Spree hin könnte diesem Fassadenabschnitt dann noch zusätzlichen Reiz geben, aber das wäre dann ja wieder unzulässiges "Disneyland" :-)
Bedenke, das man jetzt etwas hat, was niemand vermissen wird wenn es abgerissen wird. So entsteht höherer Druck es irgendwann tatsächlich mal abzureissen. Die Grundstrukturen schonmal grob nachzubauen halte ich im Prinzip auch für richtig, die Gefahr besteht dann aber, dass man dann es ewig so läßt.

jack000
06.09.2013, 08:52
Das Neue Schloß in Stuttgart war auch nicht unwesentlich beschädigt. Wie würdest du es denn finden, wenn die Nordfassade zur Königstraße in Stellas speziellem Stil "rekonstruiert" worden wäre?
Zum Kotzen nachtürlich. Beim Schloss in Stuttgart waren die Aussenmauern allerdings noch vorhanden => Es war also kein kompletter Neuaufbau.

Pythia
06.09.2013, 11:16
... deutsche Architektur war immer aufrichtig. Und das trifft auch auf das Bauhaus zu.Beleidige keine Architekten indem Du Bauhaus-, Westwall-, Bunker- und Plattenbau-Stil Architektur nennst, und 99% aller Gebäude von 20. und 21. Jahrhundert mitsamt Mist von Gehry oder Libeskind werden nie Welt-Kulur-Erbe. Der Scheiß wird uns nur viel Mühe kosten mit Abriß und Entsorgung, wenn die Konsum-Gier der Proleten die Erde versaut hat und wir die Erde sanieren müssen.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/07/2100-g.gif
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Danach ist nix mehr von der bisherigen Bauerei brauchbar, und für viel Welt-Kultur-Erbe reicht das Geld nicht: Überleben wird irre teuer, wenn giftfreie Lebensmittel, Trinkwasser und Atemluft mühsam hergestellt werden müssen. Dann kann auch kein Yoghurt mehr auf dem Weg von Kuh über Verarbeitung, Verpackung und Verteilung bis zum Verbraucher 3.000 km rumfahren.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/08/VertFarm.gif
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Die Sünden der Väter rächen sich bis in die 10. Generation: Architektur wird völlig neu definiert, und nur mit viel Glück können wir ein paar Sachen wie Stonehenge oder Neuschwanstein als Welt-Kultur-Erbe für Touristen zu erhalten oder restaurieren. Ansonsten bleibt kein Stein auf dem Anderem. Wäre gut, wenn nun schon zukunfts-bewußer gebaut würde.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
In etwa wie beim Messebau: imposant muß es sein, und nach der Buchmesse müssen die Messe-Stände selbst umfallen, damit flotter abgeräumt werden kann, um Platz zu haben für die Stände der Möbelmesse.http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF

Leila
06.09.2013, 12:25
Gespräch, geführt in einem riesengroßen ‚Einfamilienhaus‘ im Züribiet.

„Wieviel? Fünfhundert Quadratmeter?“
„Ebenerdig, plus sechshundert Quadratmeter im Unter- und dreihundert Quadratmeter im Obergeschoß.“
„Hei! Dann muß Dein liebstes Freizeitvergnügen das Staubsaugen sein!“
„Nein, dafür habe ich Personal.“
„Also mich würde das Personal stören.“
„Du hast aber auch von gar nichts eine Ahnung! Wenn hier unter der Aufsicht des Hausverwalters fleißig geputzt wird, dann befinde ich mich entweder in Laax, Paris oder L.A.“

Der pure Neid erstickte mich! – Da ich im Haus kein Kinderzimmer entdeckte und im Park weder ein Indianerzelt noch ein Trampolin stehen sah, fiel mir die Dokufiktion-Serie „Zukunft ohne Menschen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Zukunft_ohne_Menschen) ein.

Die Dienerschaftszimmer (http://www.schloss-ludwigsburg.de/schloss-garten/gebaeude/neuer-hauptbau/verborgene-schaetze/die-dienerschaftszimmer).

Rockatansky
06.09.2013, 12:38
Wenn der schiefe Turm von Pisa (http://de.wikipedia.org/wiki/Schiefer_Turm_von_Pisa) als Bausünde gelten soll, dann ja

Heifüsch
06.09.2013, 12:46
Das geschah aber nicht nur in der "DDR" so, sondern in Westdeutschland ebenfalls. In den meisten Fällen wurden die zerstörten Innenstädte, was den Straßen betraf, nach dem Krieg großzügiger aufgebaut. Stadtplaner sahen damals schon die Steigerung des Individualverkehrs und bis Mitte der 70er wurde dem ja ein völlig anderer Stellenwert zugedacht, als wie es dann geschah. Da wurde selbst auf historisch relevante Altstadtviertel wenig Rücksicht genommen. Gerade hier im Ruhrgebiet kann man das sehr gut (oft genug allerdings auch nur noch mittels mühevoller Recherche) nachvollziehen. Da verschwanden nicht nur Häuserzeilen, sondern ganze Straßen und Gäßchen, und machten großen Straßen Platz. Sehr oft betraf dieses auch alte Bach-, Flußverläufe, bzw Kanäle, die gedeckelt wurden, um so Platz für Autos, Busse und Bahnen zu schaffen.
Gruß

Das ist natürlich richtig. Ich hatte das aber am Beispiel Berlins festgemacht, wo es kein Problem mit engen Straßen gibt wie andernorts. Und hier wurde das östliche Innenstadtbild eben doch um einiges radikaler vergewaltigt als das westliche. In Westberlin wurde tatsächlich auf die Beibehaltung alter Straßenzüge Wert gelegt, während die Ostberliner wenig Respekt vor derlei Dingen zeigten. Meine Meinung >:-)

Leila
06.09.2013, 12:55
Wenn der schiefe Turm von Pisa (http://de.wikipedia.org/wiki/Schiefer_Turm_von_Pisa) als Bausünde gelten soll, dann ja

Treuherzig dreinblickende Hunde, die ihr Köpfchen leicht zur Seite neigen, erblicken den Schiefen Turm zu Pisa so:

Heifüsch
06.09.2013, 12:59
sorry, aber das ist doch totaler Blödsinn. Das hätte dann die Qualität wie der Eiffelturm-Nachbau in China oder das Venedig-Ensemble in Las Vegas.


Bedenke, das man jetzt etwas hat, was niemand vermissen wird wenn es abgerissen wird. So entsteht höherer Druck es irgendwann tatsächlich mal abzureissen. Die Grundstrukturen schonmal grob nachzubauen halte ich im Prinzip auch für richtig, die Gefahr besteht dann aber, dass man dann es ewig so läßt.

Diese Gefahr ist sicher gegeben. Allerdings besteht nun aber auch die Gefahr, daß man sich an Stellas hässliche Parkhausfassade gewöhnt, daß Palastnachtrauerer sie vielleicht sogar zur Klagemauer umfunktionieren und sie schon mal zum Nukleus eines wiederzuerrichtenden Palasttempels der Republik erklären %-)

Ansonsten wäre hier pragmatisches Denken gefragt und sonst nix. Man frage sich nur, was hätte Andreas Schlüter gemacht, wenn ihm die Ostfassade während der Bauarbeiten an seinem Barockschloß versehentlich in die Spree gerutscht wäre? Genau...! Von wegen Blödsinn >:-(=

Leila
06.09.2013, 15:46
Aus meinem Geheimwissen ausgeplaudert: Ein Architekt, der in irgendwo Hochhäuser bauen läßt, datierte den Zeitpunkt des Zerfalls der von ihm entworfenen Bauwerke mit dem Wort: „Von heute an gerechnet bin ich dann längst tot.“

Leila
06.09.2013, 17:45
Grauenhaft.
Welcher Architekt hat denn das verbrochen?

Bestimmt sind Dir auf dem Bild die vielen fröhlichen und lebenslustigen Menschen aufgefallen, die miteinander bei einem Glas Bier oder Wein tiefsinnige Gespräche führen.

Rockatansky
06.09.2013, 23:26
Treuherzig dreinblickende Hunde, die ihr Köpfchen leicht zur Seite neigen, erblicken den Schiefen Turm zu Pisa so:

Das ist schön!

Dann ist ja die Erde an dieser Stelle schief! :auro:

Also bin ich dafür Erdverschiebungen nicht wieder zu begradigen!

:crazy:

Leif
07.09.2013, 00:06
Der Turm wurde erst kürzlich restauriert und dabei etwas begradigt.

Heifüsch
07.09.2013, 02:19
Der Turm wurde erst kürzlich restauriert und dabei etwas begradigt.

Die Erdkugel unter dem Turm wurde also ein wenig zur Seite geschoben. Hab´s gar nicht gemerkt, hehe...

Pythia
07.09.2013, 10:53
Es sieht nach einer blöden Frage aus, da Bausünden unbedingt agerissen werden sollten, um sinnvolle Verwendung des Baulands zu ermöglichen. Aber manche Bausünden werden für ein Welt-Kultur-Erbe gehalten, Manches Erhaltenswerte wird für eine Bausünde gehalten, und es gibt keine oberste Instanz, die so urteilen kann, daß Alle zustimmen.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Sogar offensichtliche Bausünden, die bereits abgerissen wurden, wie das Stadtschloß Berlin, werden drastisch verschlimmert als noch viel üblere Bausünden wieder begangen. Aber auch beim Berliner Stadtschloß wollen natürlich Alle, die daran profitieren oder profitieren wollen, die ehemalig Bausünde drastisch verschlimmer mit anderer Leute Geld wieder aufbauen.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Profiteuer und Möchtegern-Profizteure würden ja auch nicht zögern einen Latrinen-Donnerbalken von einem Goldschmied kunstvoll mit Juwelen besetzen zu lassen, sofern sie damit ordentlich viel Kohle krallen können.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.getidan.de/wp-content/uploads/2011/05/Stiftung-Berliner-Schloss-Humboldtforum-Franco-Stella.600.jpg

Heifüsch
07.09.2013, 11:38
Pythia ist nun mal etwas eigenartig, damit muß man leben. Noch eigenartiger sind die Briten, die gerade dabei sind, sich an allen Fronten selbst zu demontieren, auch im Städtebau.
Während die Küstenstädte verfallen, werden in der Londoner City die Millionen immer noch mit vollen Händen aus dem Fenster geschmissen. Von wegen Rule Britannia...das war mal. Wer es nötig hat, so peinlich zu protzen und damit seine eigene Hauptstadt zu zerstören, muß krank sein inner Birne... :-(

http://cdn.fotocommunity.com/images/England/London/London-The-Gherkin-a25236520.jpg

Auch interessant und bezeichnend für den Geisteszustand der Briten: Die "Cutty Sark", der letzte erhaltene Clipper von 1869 in Greenwich:

http://img.dailymail.co.uk/i/pix/2007/05_02/cuttysarkPA_468x355.jpg

So habe ich das noch kennengelernt. Heute sieht´s dort so aus:

http://moblog.net/media/a/d/a/adamtime/cutty-sark-greenwich.JPG

Diese Vollidioten!!! Aaahhhh....>x´(

Leila
07.09.2013, 11:55
[…]

Londoner Hausfassade ließ Luxusauto schmelzen (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3398182/londoner-hausfassade-liess-luxusauto-schmelzen.story):

http://static1.kleinezeitung.at/system/galleries_520x335/upload/0/4/6/3398182/4446650_BLD_Online.jpg

Leila
07.09.2013, 12:01
Hiermit stifte ich den undotierten Preis des guten Geschmacks und küre den Heifüsch zum ersten Preisträger.

Heifüsch
07.09.2013, 12:02
Londoner Hausfassade ließ Luxusauto schmelzen (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3398182/londoner-hausfassade-liess-luxusauto-schmelzen.story):

http://static1.kleinezeitung.at/system/galleries_520x335/upload/0/4/6/3398182/4446650_BLD_Online.jpg

Ja, habe ich irgendwo gelesen! Aber wer konnte das schon ahnen, daß so ein Brennspiegel vor nichts zurückschreckt? Strafe muß sein, hehe! >:-)=

Heifüsch
07.09.2013, 12:06
Hiermit stifte ich den undotierten Preis des guten Geschmacks und küre den Heifüsch zum ersten Preisträger.

Ich danke dir! Jetzt muß ich aber erst mal diesen Putin loswerden. Der nervt...>&-(

http://pix.echtlustig.com/1302/in-der-zwischenzeit-in-russland--putin-auf-hai.jpg

Leila
07.09.2013, 12:13
Geometrieaufgabe an die vierschrötigen Betonköpfe: Wieviele m³ Erde müßte man von der Erdkugel abtragen und außerirdisch deponieren, um sie würfelförmig zu machen?

Leila
07.09.2013, 12:24
„… und als der Schöpfer sah, daß seine Schöpfung mißraten war, erschuf er die Spötterin Leila. Danach löschte er das Licht, um ihre Schönheit zu bewundern.“

Leif
07.09.2013, 12:52
Der Architekt der Londoner Solarwaffe hat übrigens ein Vegas ein ähnliches Gebäude mit dem selben Effekt entworfen.

Pythia
07.09.2013, 16:12
Geometrieaufgabe an die vierschrötigen Betonköpfe: Wieviele m³ Erde müßte man von der Erdkugel abtragen und außerirdisch deponieren, um sie würfelförmig zu machen?

Als Architekten-Gattin weißt Du doch, daß Quadratur eines Kreises keine Fläche reduziert. Es muß also gar nix abgetragen werden und ist auch ganz einfach: mehr Planung ist gar nicht nötig, denn ein guter Bauleiter kann das vor Ort regeln.
Das einzige Problem ist generelle Zustimmung zur Lokalisierung der Kanten. Bei jedem bisherigem Vorschlag kamen Irre angerannt und kreischten hysterisch: "Keine Kante in meinem Garten!"

http://www.24-carat.de/2012/04/0-CUBE.JPG

Heifüsch
07.09.2013, 16:31
Als Architekten-Gattin weißt Du doch, daß Quadratur eines Kreises keine Fläche reduziert. Es muß also gar nix abgetragen werden und ist auch ganz einfach: mehr Planung ist gar nicht nötig, denn ein guter Bauleiter kann das vor Ort regeln.
Das einzige Problem ist generelle Zustimmung zur Lokalisierung der Kanten. Bei jedem bisherigem Vorschlag kamen Irre angerannt und kreischten hysterisch: "Keine Kante in meinem Garten!"
http://www.24-carat.de/2012/04/0-CUBE.JPG




Hehe! Du kannst ja rischtisch witzisch sein! Aber deine Würfelerde kannste gleich entsorgen. Die Meere würden sich nämlich in der Mitte der Flächen kreisförmig und gewohnt konvex anordnen, zumindest meinen Berechnungen zufolge >&-)=

Pythia
07.09.2013, 16:59
... deine Würfelerde kannste gleich entsorgen. Die Meere würden sich nämlich in der Mitte der Flächen kreisförmig und gewohnt konvex anordnen, zumindest meinen Berechnungen zufolge >&-)=

http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Aber nur mit einer starren Rotations-Achse und Rotation immer in die gleiche Richtung.

Dann wickelt sich das Drehmoment nämlich um die Wasser-Wurzeln der einzelnen Würfelflächen und der Würfel wird wieder zu einer Kugel mit ein paar Knitterkanten.

Dann kannst Du auch gleich eine Buckminster Fuller Erde machen.

Aber das wäre dann wieder eine wirklich boshafte Bausünde.

https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcRBDAoz-gLgSg-inaMN2oKi8mYU0Kkagc5A6J7V7ceTJ_rLZfVe

Heifüsch
07.09.2013, 17:10
In der Tat, sowas wollen wir nicht, auch nicht auf dem Mond oder sonstwo. Aber schön, daß wir wieder beim Thema sind! :-)

schlaufix
08.09.2013, 05:31
Interessant, dass Bausünden grundsätzlich zur modernen Architektur gehören.

:

Wieso gehören Bausünden grundsätzlich zur moderen Architektur?

Sloth
08.09.2013, 11:08
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die DDR in den immer noch durch Kriegszerstörungen geprägten 50ern Wohnraumtechnisch besser gestellt gewesen sein sollte als in den 70ern. Mal abgesehen davon, daß die modernistische Entartung schon Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre in der DDR begann. Als anderes Beispiel wäre auch noch das stark verwüstete Rußland der ersten Nachkriegsjahre zu nennen, welches weiterhin im Stile des Sozialistischen Klassizismus baute. Oder auch generell alle Zeiten vor den Weltkriegen. Die Häßlichkeit des Modernismus ist keine der Zweckmäßigkeit, sondern des Willens.
Das meinte ich auch nicht wohnraumtechnisch, sondern generell. Ab den 70ern schlichen sich Probleme ein, deren Lösungen massive Maßnahmen erforderten.
Dieser Wartburg z.B. zeugt von mehr Spielraum in den früheren Jahren:
http://data.motor-talk.de/data/galleries/0/73/1160/26484854/wartburg-313-3533912840116847111.JPG

Feldmann
08.09.2013, 11:21
Wieso gehören Bausünden grundsätzlich zur moderen Architektur?

Rhetorische Frage? :?

Heifüsch
08.09.2013, 12:47
Rhetorische Frage? :?

Jedenfalls hatte man noch nie so viele Möglichkeiten, zu sündigen. Und spätestens seit Beuys alles zur Kunst erklärt hat, fühlt sich die Zunft der Mutter aller Künste auch berufen, alles umzusetzen, was ihnen oder ihren Praktikanten gerade in den Sinn kommt. Insofern ist moderne Architektur schon fast gleichbedeutend mit "Bausünden". >x-(

Leif
08.09.2013, 12:56
Es ist nicht alles schlecht.

Arbeiten Michael Hansmeyers

http://www.michael-hansmeyer.com/images/columns/live9.jpg

http://www.musicmonks.com/wp-content/uploads/2013/01/7.png

Heifüsch
08.09.2013, 15:49
Es ist nicht alles schlecht.

Arbeiten Michael Hansmeyer

http://www.musicmonks.com/wp-content/uploads/2013/01/7.png

Hat was! Aber Säulen gehen ja generell auf Bäume zurück. Konsequenterweise sollten solche Gebilde dann aber auch eine Art Blätterdach bilden, anstatt von einer Parkhausdecke erdrückt zu werden. Die alten Portugiesen beherrschten diese Kunst noch perfekt >8-)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/05/Mosteiro_dos_Jeronimos_Inside%28eugen_staab%29.jpg/800px-Mosteiro_dos_Jeronimos_Inside%28eugen_staab%29.jpg

Innengewölbe der Hauptkapelle des Mosteiro dos Jerónimos (bei Lissabon), Manuelinischer Stil

Leif
08.09.2013, 16:04
Mir haben auch diese Ordensgewölbe immer sehr gut gefallen

http://www.ostpreussen.net/ostpreussen/karten/galerie/images/26021812.jpg

(Marienburg)

Geronimo
08.09.2013, 16:06
Innengewölbe der Hauptkapelle des Mosteiro dos Jerónimos (bei Lissabon), Manuelinischer Stil

Hat in der Tat was.:ja:

Brathering
08.09.2013, 16:09
Ich habe nichts beizutragen außer dem Wunsch nach mehr guten Bildern :)

Leif
08.09.2013, 16:11
Interessant ist auch das Gewölbe Pirnas Marienkirche mit Fischblasen und stilisierten Ästen

http://wgue.smugmug.com/Orte/Sachsen/Pirna-Grosssedlitz/i-wjvHCts/1/L/Pirna_043-L.jpg

Heifüsch
08.09.2013, 16:12
Hat in der Tat was.:ja:

Das absolute Gegenteil einer Bausünde! Obwohl, Schönheit gilt in manchen Kreisen ja auch als Sünde, aber bisher hat sich hier noch kein Moslem blicken lassen, hehe...

Heifüsch
08.09.2013, 16:15
Mir haben auch diese Ordensgewölbe immer sehr gut gefallen

http://www.ostpreussen.net/ostpreussen/karten/galerie/images/26021812.jpg

(Marienburg)

Form follows function, ein ganz einfaches Prinzip :-)

jack000
08.09.2013, 16:23
Wieso gehören Bausünden grundsätzlich zur moderen Architektur?
Einfach mal Bausünde googlen und dann auf die Bildersuche klicken:
https://www.google.de/search?q=Baus%C3%BCnde&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=0ZUsUqLbCKqC4gTw6IH4CQ&ved=0CAkQ_AUoAQ&biw=1066&bih=505

Es kommen hier und da auch Gebäude vor 1945 vor, aber die stehen in einem anderen Zusammenhang. I.d.R. den, dass diese einer Bausünde weichen mussten.

Arthas
09.09.2013, 10:07
Das meinte ich auch nicht wohnraumtechnisch, sondern generell. Ab den 70ern schlichen sich Probleme ein, deren Lösungen massive Maßnahmen erforderten.
Dieser Wartburg z.B. zeugt von mehr Spielraum in den früheren Jahren:
http://data.motor-talk.de/data/galleries/0/73/1160/26484854/wartburg-313-3533912840116847111.JPG

Ich bin nicht über die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse der DDR genauestens im Bilde, aber hier ging es ja nun auch um die Architektur. Und da geht es eben auch anders, wenn man denn will. Selbst mit knappen Mitteln. Auch eine weiß verputzte Wand sieht schon um einiges besser aus als Sichtbetonplatten.

Arthas
09.09.2013, 10:20
Es ist nicht alles schlecht.

Arbeiten Michael Hansmeyers

http://www.michael-hansmeyer.com/images/columns/live9.jpg

http://www.musicmonks.com/wp-content/uploads/2013/01/7.png

Nicht schlecht. Nun fehlt aber noch ein passendes Gebäude dazu.

Leila
09.09.2013, 10:51
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e7/Bachhaus_Eisenach_2009.jpg
Bachhaus Eisenach (http://de.wikipedia.org/wiki/Bachhaus_Eisenach)

kotzfisch
09.09.2013, 11:50
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e7/Bachhaus_Eisenach_2009.jpg
Bachhaus Eisenach (http://de.wikipedia.org/wiki/Bachhaus_Eisenach)

Das ist irgendwie spannend und gelungen.

Heifüsch
09.09.2013, 19:46
Das ist irgendwie spannend und gelungen.

Das kann ich nachvollziehen, obwohl es doch nicht ganz mein Geschmack ist. Aber komischerweise beißt sich das nicht, oder ich bilde mir das nur ein, keine Ahnung...>%.)

Heifüsch
09.09.2013, 23:33
Cube Houses Rotterdam. Definitiv krank! Vor allem dieser alberne Hexenhut links oben, ähnlich wie beim Frankfurter Messeturm >x.(

http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/03/da/b1/11/rotterdam.jpg

Pythia
10.09.2013, 02:16
Bei der Konsum-Gier unserer Proleten spielen jetzige und vergangene Bausünden in 100 Jahren keine Rolle mehr:
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/07/2100-g.gif
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF

... Auch eine weiß verputzte Wand sieht schon um einiges besser aus als Sichtbetonplatten ...Und nachts ist es kälter als draußen. Du schreibst wirklich viel Stuß für einen Studenten, der Architekt werden will.
Wie lange willst Du noch?

schlaufix
10.09.2013, 04:43
Einfach mal Bausünde googlen und dann auf die Bildersuche klicken:
https://www.google.de/search?q=Baus%C3%BCnde&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=0ZUsUqLbCKqC4gTw6IH4CQ&ved=0CAkQ_AUoAQ&biw=1066&bih=505

Es kommen hier und da auch Gebäude vor 1945 vor, aber die stehen in einem anderen Zusammenhang. I.d.R. den, dass diese einer Bausünde weichen mussten.

Lies doch bitte auch die vorherigen Beiträge bevor Du anwortest.

schlaufix
10.09.2013, 04:45
Das ist irgendwie spannend und gelungen.
An erster Stelle gehört die Stadt verklagt die es an dieser Stelle genehmigt hat.

schlaufix
10.09.2013, 04:47
Rhetorische Frage? :?

Nein!

Leila
10.09.2013, 05:08
Das ist irgendwie spannend und gelungen.


Das kann ich nachvollziehen, obwohl es doch nicht ganz mein Geschmack ist. Aber komischerweise beißt sich das nicht, oder ich bilde mir das nur ein, keine Ahnung...>%.)

Den 1. Preis erhielt Berthold Penkhues, ein Schüler des Dekonstruktivisten Frank Gehry. Die Modelle der andern Wettbewerbsteilnehmer sind dort (http://www.eisenachonline.de/nachrichten/archiv/2003.03.10/news/last/2003.03.12-06163?size=1#galerie) zu bewundern.

Ich habe nun noch das alte Gebäude modernisiert bzw. dekonstruiert (in nüchterner geistiger Verfassung):

Leila
10.09.2013, 05:13
Cube Houses Rotterdam. Definitiv krank! Vor allem dieser alberne Hexenhut links oben, ähnlich wie beim Frankfurter Messeturm >x.(

http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/03/da/b1/11/rotterdam.jpg

Ein großer Fliegenpilz aus Plastik wäre hübsche Bedachung gewesen!

Leila
10.09.2013, 09:30
Übrigens: Niemandem, der sich inner- und außerhalb ‚formschöner‘ Quader aus Beton, Glas, Plastik und Stahl wohlfühlt, mißgönne ich sein Wohlgefallen und Wohlbefinden; mir erscheint bloß rätselhaft, weshalb die kunstsinnigen und kulturbeflissenen Touristen nicht zur Plattenbausiedlung Neulobeda (http://de.wikipedia.org/wiki/Neulobeda), sondern nach Venedig pilgern.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/38/DPP_0337.JPG/320px-DPP_0337.JPG

Stadtknecht
10.09.2013, 11:53
Cube Houses Rotterdam. Definitiv krank! Vor allem dieser alberne Hexenhut links oben, ähnlich wie beim Frankfurter Messeturm >x.(

http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/03/da/b1/11/rotterdam.jpg


Die Rotterdamer Würfelhäuser finde ich irgendwie originell!

Sloth
10.09.2013, 12:01
Bei der Konsum-Gier unserer Proleten spielen jetzige und vergangene Bausünden in 100 Jahren keine Rolle mehr:
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/07/2100-g.gif
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF

Gerade das Big-Feuerzeug ist doch langlebig und damit umweltfreundlich. Es funktioniert meist noch, wenn wiederaufladbare Feuerzeuge längst den Geist aufgegeben haben.

Feldmann
10.09.2013, 12:14
Mir haben auch diese Ordensgewölbe immer sehr gut gefallen

Für Gotik gibt es einen eigenen Strang (http://www.politikforen.net/showthread.php?130814-Gotische-Architektur).



Den 1. Preis erhielt Berthold Penkhues, ein Schüler des Dekonstruktivisten Frank Gehry. Die Modelle der andern Wettbewerbsteilnehmer sind dort (http://www.eisenachonline.de/nachrichten/archiv/2003.03.10/news/last/2003.03.12-06163?size=1#galerie) zu bewundern.

Ich habe nun noch das alte Gebäude modernisiert bzw. dekonstruiert(in nüchterner geistiger Verfassung):

:haha:



Übrigens: Niemandem, der sich inner- und außerhalb ‚formschöner‘ Quader aus Beton, Glas, Plastik und Stahl wohlfühlt, mißgönne ich sein Wohlgefallen und Wohlbefinden; mir erscheint bloß rätselhaft, weshalb die kunstsinnigen und kulturbeflissenen Touristen nicht zur Plattenbausiedlung Neulobeda (http://de.wikipedia.org/wiki/Neulobeda), sondern nach Venedig pilgern.

Das ist in der Tat ein großes Rätsel.

Was sagen die Apologeten der Moderne hierzu?

Leila
10.09.2013, 12:22
Die Rotterdamer Würfelhäuser finde ich irgendwie originell!

Ich war in einem solchen Haus in Holland (weiß aber nicht mehr, wo genau). Jedenfalls fragte ich mich damals schon, wo ich meine vielen Bücher unterbringen könnte. – Ach, dummerweise ‚entsorgte‘ ich vor meinem letzten Umzug sämtliche Personal-Computer … und an meinen Klapprechner kann ich den Dia-Scanner nicht mehr anschließen! Die Stecker an den Kabelenden passen in keine Buxe mehr!

Pythia
10.09.2013, 13:13
Übrigens: Niemandem, der sich inner- und außerhalb ‚formschöner‘ Quader aus Beton, Glas, Plastik und Stahl wohlfühlt, mißgönne ich sein Wohlgefallen und Wohlbefinden; mir erscheint bloß rätselhaft, weshalb die kunstsinnigen und kulturbeflissenen Touristen nicht zur Plattenbausiedlung Neulobeda (http://de.wikipedia.org/wiki/Neulobeda), sondern nach Venedig pilgern.

Ja, konventionelle Hirnwäsche hat unsere kulturbeflissenen Touristen eben darauf gedrillt. Ihnen erklärte ja Keiner, daß die Stadt verrottender Scheiß-Kitsch ist, dessen bauliche Verwesung Venedig zur Stink-Latrine in der Käseglocke macht.
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Der faulige Ruch, der aus den Halb-Ruinen an den Kanälen dringt, hat allerdings auch einen Vorteil: er tötet so viele Fliegen und Mücken, daß kulturbeflissene Touristen weniger belästigt werden als zu erwarten.

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Gebäude sind ja eigentlich nur Verpackung, bei der leider all zu oft die Maxime gilt: möglichst viel mehr scheinen als sein. Und da sehe ich Neulobeda eher als eine Art unscheinbare Wundertüte mit manchmal überwältigendem Überraschungs-Inhalt. Ich zumindest fand unter den 22.000 Einwohnern von Neulebeda tatsächlich nur weit mehr sein als scheinen.
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Also wirklich nur äußerst erfreuliche Überraschungen, obwohl meine Erwartungen nach dem erstem dort gefundenem Goldstück deutlich in die Höhe gingen. Ich hatte in Jena und Weimar 3 Projekte, für die ich vorzugsweise Leute aus Lobeda einstellte, die stets durch Fleiß und Können auffielen und mich 1997/98 an die 50er und frühen 60er der BRD erinnerten.
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Weimar forderte beim Wiederaufbau des Wieland-Hauses, daß nur blinde, taubstumme, gelähmte und hirntote Architekten daran arbeiteten, da die Unesco jedes Detail vorschrieb. Ich schaffte es durch die hervorragenden Lobda-Leute trotzdem, daß bis zur Ziselierung der Tür-Schlüssel Alles richtig wurde, bei diesem Auftrag der Tarmac, für die ich öfters arbeite.

Leila
10.09.2013, 14:07
Als ich Soziologie (genauer: die industrielle Revolution – noch genauer: die Verhältnisse der Fabrikarbeiter) studierte, beherbergte mich eine Zeitlang ein deutsches Bergarbeiterehepaar, das in einem rußgeschwärzten Reihenhäuschen im Ruhrgebiet wohnte. Schon beim ersten Blick in ihr Wohnzimmer fiel mir die Reproduktion einer Photographie auf: Der vom Zigarettenrauch vergilbte Monte Brè am lieblichen Luganersee! Und sogleich begriff ich die Bedeutung der deutschen Wörter „Sehnsucht“ und „Fernweh“ …

König
10.09.2013, 14:42
Die Bausünden sind unbedingt erhaltenswert, weil sie uns einen immerwährenden Eindruck von der Sündhaftigkeit des Menschengeschlechts vermitteln.
Fällt die Schlechtigkeit des Menschen, können und sollten die schlechten Bauten gefällt werden.
Man kann nur zu einem Asteroiden beten, er möge diese Arbeit erfolgreich verrichten.

Leila
10.09.2013, 15:19
[…]

Ich weiß von Dir, lieber Pythia, daß Du einst in einem Dschungel Bauprojekte verwirklicht hast, die abertausenden Menschen bis auf den heutigen Tag ein erkleckliches Einkommen ermöglichen; aber vergleiche mich, Bescheidene, bitteschön nicht mit Dir, und Dich nicht mit meinem bescheidenen Mann! Denn dieser bezeichnet sich selbst nur als Restaurator, nicht als Architekt, und ich nenne mich nicht „Architektengattin“, sondern bloß „Buchhalterin“. – Im Vergleich zu Deiner immensen Lebensleistung, die nicht genug gewürdigt werden kann, ist alles, was ich mit meinen Geschäftspartnern vollbrachte, kaum, ja nicht der Rede wert. Alles von Dir Vollbrachte bewundere ich ohne Neid. Wenn Du Dich in Deiner derzeitigen Behausung und Umgebung wohlfühlst, dann gönne ich Dir das von ganzem Herzen. Nichts würde mich veranlassen, Dir Dein Eigenheim abspenstig zu machen.

Ob die wunderschöne Stadt Venedig vor dem Zerfall gerettet werden kann, das weiß ich nicht; aber schlage Du doch etwas vor, was die Venezianer beherzigen und in die Tat umsetzen können!

Gruß von Leila

Leif
10.09.2013, 15:59
Um der Diskussion wieder eine Richtung zu geben: Alte Gebäude sind etwas besonderes. Ist es auch vorstellbar, dass Bausünden eines Tages, trotz zweifelhaften ästhetischen Wertes, mit dem Respekt behandelt werden, wie ihn aufmerksame Menschen den Kulturleistungen ihrer Altvorderen heute entgegenbringen?

Ist womöglich die besondere Wertschätzung, die wir alten Bauten entgegenbringen, manchmal auch nur eine Projektion unserer eigenen Vergangenheitssehnsucht?

Heifüsch
10.09.2013, 16:34
Ich weiß von Dir, lieber Pythia, daß Du einst in einem Dschungel Bauprojekte verwirklicht hast, die abertausenden Menschen bis auf den heutigen Tag ein erkleckliches Einkommen ermöglichen; aber vergleiche mich, Bescheidene, bitteschön nicht mit Dir, und Dich nicht mit meinem bescheidenen Mann! Denn dieser bezeichnet sich selbst nur als Restaurator, nicht als Architekt, und ich nenne mich nicht „Architektengattin“, sondern bloß „Buchhalterin“. – Im Vergleich zu Deiner immensen Lebensleistung, die nicht genug gewürdigt werden kann, ist alles, was ich mit meinen Geschäftspartnern vollbrachte, kaum, ja nicht der Rede wert. Alles von Dir Vollbrachte bewundere ich ohne Neid. Wenn Du Dich in Deiner derzeitigen Behausung und Umgebung wohlfühlst, dann gönne ich Dir das von ganzem Herzen. Nichts würde mich veranlassen, Dir Dein Eigenheim abspenstig zu machen.

Ob die wunderschöne Stadt Venedig vor dem Zerfall gerettet werden kann, das weiß ich nicht; aber schlage Du doch etwas vor, was die Venezianer beherzigen und in die Tat umsetzen können!

Gruß von Leila

Sehr gut! Pythia braucht das für sein Ego >:-) Aber was Venedig betrifft, hätte ich ne Lösung: Nur noch Individualtouristen zulassen. Keine Reisegruppen, keine Busladungen und schon gar keine hässlichen "Traumschiffe" mit ignoranten "Musste gesehen haben"-Herdenmenschen. Ich bin mal mit sehr wenig Geld über die Alpen getrampt. Mein Onkel in Zürich hatte mir netterweise noch 20 Franken gegeben und dann ging´s los. Das Tessin war geil, der uralte Mönch, der mich in seinem Fiat in Richtung Milano mitgenommen hatte schon weniger, aber ich konnte ihn mit einem energischen "Noli me tangere!" in seine Schranken weisen :-)
Der absolute Kulturschock kam dann in Venezia und der hielt noch lange an. Eine Märchenstadt! Ich war absolut geplättet und durchstöberte tagelang jeden Winkel. Und gepennt wurde in einem Güterwagen in Mestre oder am Lido >%-)

Leif
10.09.2013, 17:32
Du hast dich als Jesus zu erkennen gegeben? Gewagt.

Stadtknecht
10.09.2013, 18:15
Als ich Soziologie (genauer: die industrielle Revolution – noch genauer: die Verhältnisse der Fabrikarbeiter) studierte, beherbergte mich eine Zeitlang ein deutsches Bergarbeiterehepaar, das in einem rußgeschwärzten Reihenhäuschen im Ruhrgebiet wohnte. Schon beim ersten Blick in ihr Wohnzimmer fiel mir die Reproduktion einer Photographie auf: Der vom Zigarettenrauch vergilbte Monte Brè am lieblichen Luganersee! Und sogleich begriff ich die Bedeutung der deutschen Wörter „Sehnsucht“ und „Fernweh“ …

Erzähl mal, wann und wo war das?

Rußgeschwärzte Reihenhäuschen, das gab es vor 30-40 Jahren in der Nähe von Stahlwerken.

Mittlerweile ist das Ruhrgebiet, mit wenigen Ausnahmen, unglaublich grün.

Leila
10.09.2013, 18:51
[…]

Oh, Du geliebter Heifüsch, schnappe mich auf mit Deinem Maul und zerfleische mich mit Deinen Zähnen, damit ich hier nichts mehr schreiben kann!

Ich kenne die Stadt Venedig seit Jahrzehnten, d.h. seit den 1960er-Jahren. Eine Jugendfreundin von mir erhielt von wohltätigen Zürchern ein Stipendium, um in dort die Architektur, Bildhauerei und Malerei zu studieren. Mehr als einmal besuchte ich sie in ihrem räumlich und zeitlich beschränkten Heim. Tag und Nacht spazierten wir miteinander in den Gassen herum, kehrten ein, aßen und tranken. – Nein, was mir jetzt alles durch den Kopf geht, schreibe ich hier nicht auf, sondern behalte es für mich, damit mir die Trauertränen das Schriftbild nicht trüben.

Zu einer meiner vielen Geburtstagsfeiern schenkte mir mein seliger Vater ein Büchlein, das ich heute noch besitze: „Der Marktplatz zu Venedig – mit einen Nachwort von Harald Keller.“ Die vielen Zeichnungen darin erinnerten mich an die Erlebnisse und Eindrücke, die ich als kleines Mädchen von der Lagunenstadt gewann. Damals waren die Tauben im Verhältnis zu den Touristen noch in der Überzahl. – Heute ist in Venedig alles anders als damals. Es gibt nur noch ein Kino, nur noch eine Buchhandlung, nur noch eine Papeterie, dafür Abertausende Touristen bzw. Ignoranten, die nicht länger als ein paar Stunden in dieser an sehenswerten Kunstschätzen reichen Stadt verweilen. Sie kommen per Riesendampfschiff daher und dampfen alsbald wieder davon. Hinter sich lassen sie ihren Müll.

Die „Individualtouristen“ betreffend: Mir kam einmal der Gedanke, statt Eintrittsgeld ein Intelligenztest zu verlangen, um den Besucherstrom zurückzuhalten, verwarf ihn aber gleich wieder, da er mir anmaßend erschien. Also begnügte ich mich mit meinen schönen Erinnerungen (zu denen jene zählt, als in Mestre der Bahnhof brannte).


http://www.youtube.com/watch?v=ZFF5MGCpkUg

Leila
10.09.2013, 19:17
Erzähl mal, wann und wo war das?

Rußgeschwärzte Reihenhäuschen, das gab es vor 30-40 Jahren in der Nähe von Stahlwerken.

Mittlerweile ist das Ruhrgebiet, mit wenigen Ausnahmen, unglaublich grün.

Mitte der 1970er-Jahre, nahe Oberhausen.

Heifüsch
10.09.2013, 19:33
Du hast dich als Jesus zu erkennen gegeben? Gewagt.

Hihi! Nee, aber mangels Italienischkenntnissen bediente ich mich meines rudimentären Lateins, Mönchen gegenüber kein Problem. Denn non scolae sed vitae discimus, was sich damit wenigstens einmal bewahrheitet hatte >8-)

Schon wieder OT! Was ist nur los hier? <8´(

Heifüsch
10.09.2013, 19:47
Oh, Du geliebter Heifüsch, schnappe mich auf mit Deinem Maul und zerfleische mich mit Deinen Zähnen, damit ich hier nichts mehr schreiben kann!

Ich kenne die Stadt Venedig seit Jahrzehnten, d.h. seit den 1960er-Jahren. Eine Jugendfreundin von mir erhielt von wohltätigen Zürchern ein Stipendium, um in dort die Architektur, Bildhauerei und Malerei zu studieren. Mehr als einmal besuchte ich sie in ihrem räumlich und zeitlich beschränkten Heim. Tag und Nacht spazierten wir miteinander in den Gassen herum, kehrten ein, aßen und tranken. – Nein, was mir jetzt alles durch den Kopf geht, schreibe ich hier nicht auf, sondern behalte es für mich, damit mir die Trauertränen das Schriftbild nicht trüben.

Zu einer meiner vielen Geburtstagsfeiern schenkte mir mein seliger Vater ein Büchlein, das ich heute noch besitze: „Der Marktplatz zu Venedig – mit einen Nachwort von Harald Keller.“ Die vielen Zeichnungen darin erinnerten mich an die Erlebnisse und Eindrücke, die ich als kleines Mädchen von der Lagunenstadt gewann. Damals waren die Tauben im Verhältnis zu den Touristen noch in der Überzahl. – Heute ist in Venedig alles anders als damals. Es gibt nur noch ein Kino, nur noch eine Buchhandlung, nur noch eine Papeterie, dafür Abertausende Touristen bzw. Ignoranten, die nicht länger als ein paar Stunden in dieser an sehenswerten Kunstschätzen reichen Stadt verweilen. Sie kommen per Riesendampfschiff daher und dampfen alsbald wieder davon. Hinter sich lassen sie ihren Müll.

Die „Individualtouristen“ betreffend: Mir kam einmal der Gedanke, statt Eintrittsgeld ein Intelligenztest zu verlangen, um den Besucherstrom zurückzuhalten, verwarf ihn aber gleich wieder, da er mir anmaßend erschien. Also begnügte ich mich mit meinen schönen Erinnerungen (zu denen jene zählt, als in Mestre der Bahnhof brannte).


Ich war dort in den 70ern und die Touristen habe ich eigentlich gar nicht so recht wahrgenommen. Jedenfalls lebten da noch echte Venezianer und da ich noch nicht das Alter Gustav von Aschenbachs erreicht hatte, war´s auch sonst wenig deprimierend :-)

Aber um mal wieder auf die Bausünden zurückzukommen ist doch dieser Campanile auf dem Markusplatz eine rechte Schande! Abscheulich geradezu in seinem disneylandmässigen Zuckerbäckerhistorismus! Zumindest nach der Logik von Rekonstruktionsgegnern, hehe! >x.)=

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f8/Ruins_of_St_Mark%27s_Campanile.jpg/800px-Ruins_of_St_Mark%27s_Campanile.jpg

Campanile, Zustand 1902 nach dem suboptimal verlaufenen Versuch, einen Fahrstuhl einzubauen...:-(

http://www.reise400.de/venedig/main-photos-s03/campanile-01.jpg

...und hier die plumpe Fälschung >:-(
Hupps, was issn das da hinten? Auch ne Fälschung. Man darf doch wirklich keinem Bild mehr trauen >%-(

Leila
10.09.2013, 21:25
[…]

Na, ja. Manche Türme könnte man für aufragende aufgeregte Würmer halten, um es nicht anders sagen.

J. W. v. Goethe schrieb irgendwo, daß er, um sich einen Überblick zu verschaffen, jeden Turm bestieg; so, wie auch ich, viele Jahre später. Wie er, schaue ich lieber von oben herab als von unten herauf.

Ob ein mühsam errichtetes Bauwerk abgerissen oder erhalten werden soll, überlasse ich dem Urteil meiner Zeitgenossen und Nachfahren – oder den Naturgewalten. Für mich beanspruche ich nicht einmal ein Grabmal. Ich bin schon dafür dankbar, die Zeit erlebt zu haben, als man vor einer Kathedrale nicht Schlange stehen mußte.

Item. – Den 250 Meter hohen Fernsehturm „St. Chrischona“ könnte man meinetwegen abreißen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/55/Aerial_view_-_Fernsehturm_St._Chrischona5.jpg/309px-Aerial_view_-_Fernsehturm_St._Chrischona5.jpg

Warum? Weil er der der Öffentlichkeit unzugänglich ist. Kein rotierendes Restaurant befindet sich auf ihm, durch dessen Fenster man während des Genusses von Speis und Trank in die Ferne sehen kann. Er ist in sozialdemokratischem Sinne gar kein Fernsehturm.

latrop
10.09.2013, 21:56
Na, ja. Manche Türme könnte man für aufragende aufgeregte Würmer halten, um es nicht anders sagen.

J. W. v. Goethe schrieb irgendwo, daß er, um sich einen Überblick zu verschaffen, jeden Turm bestieg; so, wie auch ich, viele Jahre später. Wie er, schaue ich lieber von oben herab als von unten herauf.

Ob ein mühsam errichtetes Bauwerk abgerissen oder erhalten werden soll, überlasse ich dem Urteil meiner Zeitgenossen und Nachfahren – oder den Naturgewalten. Für mich beanspruche ich nicht einmal ein Grabmal. Ich bin schon dafür dankbar, die Zeit erlebt zu haben, als man vor einer Kathedrale nicht Schlange stehen mußte.

Item. – Den 250 Meter hohen Fernsehturm „St. Chrischona“ könnte man meinetwegen abreißen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/55/Aerial_view_-_Fernsehturm_St._Chrischona5.jpg/309px-Aerial_view_-_Fernsehturm_St._Chrischona5.jpg

Warum? Weil er der der Öffentlichkeit unzugänglich ist. Kein rotierendes Restaurant befindet sich auf ihm, durch dessen Fenster man während des Genusses von Speis und Trank in die Ferne sehen kann. Er ist in sozialdemokratischem Sinne gar kein Fernsehturm.

Du hast Recht - es ist ein Fernmeldeturm !!!

Leila
10.09.2013, 22:00
Der weltbekannte und weltberühmte Dekonstruktivist Frank Gehry dekonstruktivierte sogar seinen Namen bis zur Unkenntlichkeit. Rekonstruiert man diesen, dann kommt endlich sein wirklicher Name heraus: Ephraim Goldberg (http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Gehry).

Zu dieser Feststellung möchte ich gerne Brutus (http://www.politikforen.net/member.php?117545-Brutus) Erklärung vernehmen!

Leif
10.09.2013, 22:40
Im Quicky-Eintrag steht eine möglich Erklärung. Er hatte eine Wette verloren!

Pythia
11.09.2013, 02:33
Eine Märchenstadt! Ich war absolut geplättet und durchstöberte tagelang jeden Winkel ...Dann kennst Du den Moder der stinkenden Halbruinen an den Kanälen ja gut. Aber hat die Konsum-Gier unserer Proleten bis 2085 die Erde mit Giftgas und Säureregen so versaut, daß es Atemluft und Trinkwasser nur noch in Kuppeln für Städte, Industrie und Landwirtschaft gibt, werden die Reste von Venedig und andere Bausünden erst mal irrelevant.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/07/2100-a.gif
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Es dauert aber noch noch lange bis die Reste der alten Kulturen wieder für Touristen hergerichtet sind, mit Schutzschichten, damit Touristen nix daran kratzen, schmieren, schnitzen oder meißeln können, und die versifften Reste von Venedig werden wegen toxischer Gefahr wohl außerirdisch entsorgt. Vielleicht werden sie mit dem Atom-Müll in die Sonne geschossen.

Pythia
11.09.2013, 04:00
Die Konsum-Gier unserer Proleten macht jetzige und vergangene Bausünden im Jahr 2100 unwichtig:
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/07/2100-g.gifhttp://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF

... Bic-Feuerzeug ist doch langlebig und damit umweltfreundlich. Es funktioniert meist noch, wenn Nachfüll-Feuerzeuge längst ...Stimmt, wenn Nichtraucher damit nur zu Allerheiliegen eine Friedhofs-Kerze anzünden. Was zahlte Dir Bic für den Beitrag? Für genug Honorar schreibe ich auch Bic-Wegwerf-Kulis seinen umweltfreundlich. Stimmt ja bei 1 Bic-Kuli je 100 km² Regenwald.
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/08/VertFarm.gif
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Ein 1.000 Bewohner-Wohngebäude mit 23.000 m² Grünfläche hilft im Jahr mit 25 t Obst, Gemüse, Kräuter und Blumen, viel Honig und 5.000 t Sauerstoff die Bewohner zu versorgen, entzieht der Luft 7.000 t CO2, Staub, Feinstaub, Keime und andere Schadstoffe, und reduziert die Schall-KOntamination beträchtlich. Es ist eigentlich absolut idiotisch ...
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
... daß wir nicht schon lange so bauen, obwohl wir alle technischen Mittel dazu haben. Nach Krawallen von Proleten-Horden, sogenannten Bürger-Initiativen, annulierte Rotterdamm die Baugenehmigung für einen bestens geplanten Landwirtschafts-Hochbau im Hafen mit Energie-Selbstversorgung, eigener Kläranlage und eigem Verlade-Dock.

Stadtknecht
11.09.2013, 11:26
Mitte der 1970er-Jahre, nahe Oberhausen.

Das ist ein ganzes Stück weit weg von hier.

Sloth
11.09.2013, 14:36
Stimmt, wenn Nichtraucher damit nur zu Allerheiliegen eine Friedhofs-Kerze anzünden. Was zahlte Dir Bic für den Beitrag? Für genug Honorar schreibe ich auch Bic-Wegwerf-Kulis seinen umweltfreundlich. Stimmt ja bei 1 Bic-Kuli je 100 km² Regenwald.
Unsinn, ein Bic Feuerzeug hält bei mir als Raucher mehrere Monate, überdauert mehrere Feuerzeuggenerationen der Auffüller und Sparfüchse und kostst mich nur einen Euro. Viele der auffülbaren und Billigfeuerzeuge sind defekt, befor sie leer sind.

Pythia
11.09.2013, 18:44
Unsinn, ein Bic Feuerzeug hält bei mir als Raucher mehrere Monate, überdauert mehrere Feuerzeuggenerationen der Auffüller und Sparfüchse und kostst mich nur einen Euro. Viele der auffülbaren und Billigfeuerzeuge sind defekt, befor sie leer sind.

Bic und alle anderen Billigfeuerzeuge, auffüllbar oder nicht, dienen nur der Proleten-Konsum-Gier. Sonst nix. Mein Zippo Baujahr 1938 hatte ich von meinem Vater. Nun dient es meinem 1. Enkel schon 12 Jahre, und meine anderen Enkelkinder streiten sich bereits, wer eines Tages mein neueres Gold-Zippo mit Initialien krallen darf.
1973 wurde mir ein goldenes Dupont geschenkt, das gewiß auch noch Jemand gute Dienste leistet, nachdem es mir 1978 geklaut wurde.

http://www.24-carat.de/2013/01/DUP-ZIP.GIF



http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Der Diebstahl hatte aber die recht positive Wirkung, daß ich seitdem besser auf mein jeweiliges Feuerzeug achte und auch meine Montblank-Stifte stets gut im Auge halte. Die sind schon so alt, daß Montblanc sie gar nicht mehr im Web zeigt. Nur bei ebay (http://www.ebay.co.uk/itm/Montblanc-TITANIUM-fountain-pen-RARE-only-made-2-years-great-mechanic-clip-/171094125036?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item27d60129ec#ht_6118wt_1070) wurde gerade ein Montblanc-Titanium-Füller so wie meine Stifte für 222 € verscherbelt:
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
http://www.24-carat.de/2013/09/pen-mont.jpg (http://www.ebay.co.uk/itm/Montblanc-TITANIUM-fountain-pen-RARE-only-made-2-years-great-mechanic-clip-/171094125036?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item27d60129ec#ht_6118wt_1070)
http://www.24-carat.de/Forum/L-05.GIF
Und auch nur ein einzelner Füller, kein Satz mit Kugelschreiber und Bleistift im Etui. Aber für lausige 222 € gäbe ich keinen meiner Stifte her, die ich mir 1964 zugelegt hatte. Nicht nur weil ich dann mit Mordandrohungen meiner Enkelkinder rechnen müßte, denn ich zücke meine Stifte immer gerne, und es macht mir Spaß, wenn sie etwas Begierde erregen.
Ich gebe meinem innerem http://www.24-carat.de/Forum/Welt/Pig-dog.jpg Schweinehund eben ganz gerne mal Auslauf.
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George Grant Blaisdell (1895–1978) erfand Zippo und gab lebenslange Garantie: "Es funktioniert oder wir reparieren es kostenlos!" Zippo-Werkstätten reparieren noch immer kostenlos. Da die BRD keine lebenslange Garantie erlaubt, gibt es hier "nur 30 Jahre" Garantie.