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Vollständige Version anzeigen : Versailles



Gratian
22.06.2020, 08:46
Anscheinend haben die Deutschen keinen Schimmer gehabt, was mit ihnen passieren würde falls sie den 1. Wk. verlieren. Sie dachten anscheinend die Friedensverhandlungen werden so verlaufen wie 1815, 1871. Die Sieger werden mit ihnen genauso fair umgehen wie sie mit ihren Gegner bisher. Bei Carl Peters habe ich z. B. einen Artikel über eine Kolonialpolitik nach dem Krieg gelesen weiteres habe ich gelesen das 1917 D mit Schweden Verhandlungen über einen zukünftigen Flugverkehr geführt hat. D hat anscheinend wirklich geglaubt das dieser Krieg wie alle Anderen enden wird (faire Friedensverhandlungen usw.)
Meine Frage haben die Deutschen 1914 nicht gemerkt das England sich seine wirtschaftliche Vormachtstellung nicht so kampflos nehmen lässt? Haben die Deutschen nicht ihre Wirtschaftsdaten mit denen von England verglichen und in Erwägung gezogen, daß es da Ärger geben könnte? Bismark anscheinend schon deswegen hat er sich so gegen afrikanische Kolonien gesperrt.

Sjard
02.07.2020, 09:37
Bismarck soll mal gesagt haben dass die einzige Möglichkeit die deutsch-englischen Beziehungen zu verbessern wäre die eigene
Wirtschaftsleistung zurück zu schrauben. Und er fügte noch an, das dies nicht möglich wäre.

Das deutsche Kaiserreich war nicht auf Konfrontation mit den Briten aus aber verbesserte auf friedlichem Wege
seine Wirtschaftsleistung ständig und nahm Schritt für Schritt den Briten die Monopolstellung in der Weltwirtschaft.
Das war der Hauptgrund der zum ersten Weltkrieg führte.

Chronos
02.07.2020, 09:50
Bismarck soll mal gesagt haben dass die einzige Möglichkeit die deutsch-englischen Beziehungen zu verbessern wäre die eigene
Wirtschaftsleistung zurück zu schrauben. Und er fügte noch an, das dies nicht möglich wäre.

Das deutsche Kaiserreich war nicht auf Konfrontation mit den Briten aus aber verbesserte auf friedlichem Wege
seine Wirtschaftsleistung ständig und nahm Schritt für Schritt den Briten die Monopolstellung in der Weltwirtschaft.
Das war der Hauptgrund der zum ersten Weltkrieg führte.

Man sollte in diesem Kontext aber auch die Wirkung der von den Briten erzwungenen Kennzeichnungspflicht deutscher Exporterzeugnisse mit "Made in Germany" sehen, auch wenn sich dieser Zwang für die Briten im Nachhinein als Schuss ins eigene Knie erwies und die britischen Konsumenten trotzdem die Qualität der deutschen Erzeugnisse höher schätzten und verstärkt kauften, als den britischen Murks.

Das führte mit anzunehmender Sicherheit auch zu einer stillen Wut der britischen Oberschicht gegenüber dem deutschen Reich.

Auch die Tatsache, dass deren Königshaus überwiegend aus deutschen Wurzeln zusammen geheiratet wurde, dürfte die britische Seele wohl kaum besänftigt haben.....

herberger
02.07.2020, 10:03
Die deutsche Delegation hätte nie den Pariser Vorortvertrag unterzeichnen dürfen. Es ist unklar wer in Berlin die entscheidenden Stimmen waren die den Vertrag unterzeichnen wollten, Phillip Scheidemann war wohl dagegen und trat nach der Unterzeichnung des Vertrages zurück.

Gratian
05.07.2020, 10:38
Die deutsche Delegation hätte nie den Pariser Vorortvertrag unterzeichnen dürfen. Es ist unklar wer in Berlin die entscheidenden Stimmen waren die den Vertrag unterzeichnen wollten, Phillip Scheidemann war wohl dagegen und trat nach der Unterzeichnung des Vertrages zurück.
Pariser Vorort ist doch Versailles gemeint?
Wurden die Deutschen nicht damit "überredet" das die Hungerblockade aufgehoben würde und die Gefangenen entlassen werden würden?
Adolf Weber Reparationen Youngplan 1929 Seite 2-3
Wobei eigentl. das Wort Vertrag auch nicht glücklich gewählt, denn es impliziert das zwei Partner in Augenhöhe verhandeln. Aber die Deutschen waren nicht mal dabei, sowas nennt man dann Diktat.

Merkelraute
05.07.2020, 13:30
Die deutsche Delegation hätte nie den Pariser Vorortvertrag unterzeichnen dürfen. Es ist unklar wer in Berlin die entscheidenden Stimmen waren die den Vertrag unterzeichnen wollten, Phillip Scheidemann war wohl dagegen und trat nach der Unterzeichnung des Vertrages zurück.
Viele Soldaten wollten aber nicht mehr kämpfen. Ab 1917 war überall die Luft raus.

herberger
05.07.2020, 13:56
Viele Soldaten wollten aber nicht mehr kämpfen. Ab 1917 war überall die Luft raus.

Wer spricht von kämpfen?

Merkelraute
05.07.2020, 14:26
Wer spricht von kämpfen?

Der Waffenstillstand von Compiegne war doch schon im November 1918 unterzeichnet. Dein Herr in Deinem Avatar wollte das so. Da musste sich das deutsche Militär bis hinter den Rhein zurückziehen.

herberger
05.07.2020, 14:35
Der Waffenstillstand von Compiegne war doch schon im November 1918 unterzeichnet. Dein Herr in Deinem Avatar wollte das so. Da musste sich das deutsche Militär bis hinter den Rhein zurückziehen.

Der Herr auf meinem Avatar wollte einen Waffenstillstand und keine Kapitulation.

Auf alle Fälle hätte man sich weigern sollen den Friedensvertrag zu unterschreiben, die Türkei hat auch keinen Friedensvertrag unterschrieben.

Zitat Hitler "Ich habe keinen Eid auf Versailles geleistet"!

Der Wirtschaftswissenschaftler Keynes Mitglied der brit. Delegation in Versailles

"Was machen wir eigentlich wenn die Deutschen nicht unterschreiben"?

Merkelraute
05.07.2020, 14:45
Der Herr auf meinem Avatar wollte einen Waffenstillstand und keine Kapitulation.

Auf alle Fälle hätte man sich weigern sollen den Friedensvertrag zu unterschreiben, die Türkei hat auch keinen Friedensvertrag unterschrieben.

Zitat Hitler "Ich habe keinen Eid auf Versailles geleistet"!

Der Wirtschaftswissenschaftler Keynes Mitglied der brit. Delegation in Versailles

"Was machen wir eigentlich wenn die Deutschen nicht unterschreiben"?
So wie ich das gelesen habe, wollte Hindenburg einen Waffenstillstand zu jeden Bedingungen.

herberger
05.07.2020, 14:52
So wie ich das gelesen habe, wollte Hindenburg einen Waffenstillstand zu jeden Bedingungen.

Deutschland war zu einem Waffenstillstand bereit nach Wilsons 14 Punkteplan, aber dann schob Präsident Wilson hinterher,

"Wir verhandeln nur mit einer parlamentarischen Demokratie"!

Das war die erfolgreichste Kriegslist in der Geschichte der Kriege.

arbool
18.07.2020, 07:42
Am 4. August 1914 wurde im Reichstag über die Kriegskredite abgestimmt. Die SPD-Reichstagsfraktion stimmte nun im Sinne einer Burgfriedenspolitik einstimmig zu,
wobei Karl Liebknecht unter Einhaltung des Fraktionszwanges zustimmte.
Mit ihrer Zustimmung zur Kriegspolitik der kaiserlichen Regierung gab die SPD-Fraktion drei seit der Parteigründung geltende Programmpunkte auf:
die Opposition zum Militarismus,
den proletarischen Internationalismus
und den Klassenkampf.
Die Antwort auf die Zustimmung der SPD zum Krieg
war die Zustimmung der französischen Sozialisten zu einer Kriegserklärung Frankreichs gegen Deutschland.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs zerbrach die Sozialistische Internationale."
< Der rote Gott Karl Liebknecht hat also für den Kriegszug 1914 des Kaiserreichs gestimmt.
Sehr interessant!