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Vollständige Version anzeigen : Deutsche Nationalisten und das Heidentum



Kaiser
21.10.2004, 21:40
Falls es Nationalisten im Forum gibt die heidnische Götter anbeten, würde ich jene gerne bitten mir zu erklären, wie sie darauf gekommen sind. Traditionell Verbundeheit wie gegenüber dem Christentum wird es wohl nicht sein.

Man möge mir meine Neugier vergeben, aber ich selbst bin noch keinem ernsthaften Odin-Anbeter, etc. begegnet.

Sigi
25.10.2004, 14:23
Das hat doch nichts mit Nationalismus zu tun. Denkst du jahrtausend alte Götter lassen sich von einer Nation vereinnahmen, die kaum 60 Jahre besteht?

Landogar
25.10.2004, 18:54
Meine Rede, Sigi.
Ich selbst bezeichne mich als Heide (lat.Paganist). Es gibt übrigens nicht nur das altgermanische Heidentum, sondern auch das keltische, das hellenische, das slawische, und den einen oder anderen Hexenkult (Wicca). Ich persönlich fühle mich dem germanischen Heidentum verbunden, und bin Mitglied im Rabenclan e.V. (www.rabenclan.de).
Natürlich gibt es auch im Heidentum starke rechte Strömungen, die aber vor kurzem einen gehörigen Dämpfer durch seriöse Organisationen wie dem Rabenclan, der Pagan Federation oder dem Eldaring erhalten haben. Ich kann hier jetzt nicht alle Informationen zur deutschen "Heidenszene", die übrigens sehr groß ist, wiedergeben, darum werde ich ein paar sehr informative links zum Thema Heidentum in Deutschland auflisten:
www.rabenclan.de
www.eldaring.de
www.paganforum.de
Besonders informativ ist die Seite des Rabenclans.
Nochmals zum Politischem. Das was vor 65 Jahren von einem katholischen Adolf Hitler im Namen einer heidnischen Weltanschauung verbreitet wurde, und was immer noch heute verbreitet wird, ist absolut in keinster Weise mit dem wahren Heidentum unserer Ahnen vereinbar. Das Heidentum ist eine naturreligiöse, in ihrer Art einmalig tolerante Weltanschauung. Das Recht des einzelnen Menschen ist uns besonderst wichtig, ebenso wie unsere demokratischen Strukturen in unserem Land, die ihre ursprünglichen Wurzel im heidnischen Griechenland, und auch im heidnischen Mitteleuropa haben (Thingversammlungen). Man muss bedenken, das das System der gesellschaftlichen Rangordnung, der mittelalterlichen Leibeigenschaft, und der religösen Bevormundung und Intoleranz erst mit dem Christentum Einzug hielten. Und wenn ich von Ahnen spreche; es gibt im germanischen Heidentum in der Tat einen großen Ahnenkult, doch dieser ist keinesfalls genetischer Natur, sondern allein spiritueller. Ebenso verstehen sich die meisten von uns nicht alls Germanen, weil wir "deutsches Blut" in den Adern haben, sondern wir verstehen es alls rein kulturelle Verbundenheit. Ebenso definieren wir andere Völker nicht nach Abstammung, sondern nach kultureller Identität.
Soviel wollte ich hier eigentlich gar nicht schreiben. Schaut euch einfach mal den Link vom Rabenclan an, dort könnt ihr die Art von Heidentum erkennen, wie es die meisten von uns leben.
Mit heidnischen Grüßen,
Landogar

hbss
16.12.2004, 11:28
Das hat doch nichts mit Nationalismus zu tun. Denkst du jahrtausend alte Götter lassen sich von einer Nation vereinnahmen, die kaum 60 Jahre besteht?
ja eine frage der rhetorik
hitler hat nur mit altem klump millionen begeisdtert:
germania.

Wassiliboyd
16.12.2004, 12:21
Falls es Nationalisten im Forum gibt die heidnische Götter anbeten, würde ich jene gerne bitten mir zu erklären, wie sie darauf gekommen sind. Traditionell Verbundeheit wie gegenüber dem Christentum wird es wohl nicht sein.

Man möge mir meine Neugier vergeben, aber ich selbst bin noch keinem ernsthaften Odin-Anbeter, etc. begegnet.


@Kaiser:
Falls es dich interessiert:
Für mich stehen SÄMTLICHE Religionen auf einer Stufe, egal, ab sog. Hochreligionen, Monotheismen, Animismus, Totemismus, Schamanismus, Naturreligionen aller Art, antike oder vor- und frühgeschichtliche Religionen.
Das alles ist Glaubensangelegenheit und die steht unter grundgesetzlichem Schutz :cool:
Damit du nicht im Unklaren bleibst;
ich bin Agnostiker, also jemand der nicht weiss, was richtig sein könnte, weil uns Menschen nicht gegeben ist, zu erkennen, was richtig ist.
Alles klar? ?(

hbss
16.12.2004, 14:41
Nein.
Wie kauft ein Agnostiker ein?Wie macht der Sex?Wie ein Katholik?

sunbeam
16.12.2004, 14:46
Heiden, Waldfetischisten und Odin-Anbeter - ich verachte Euch! Die angebliche "germanische" Tradition, in jedem Grashalm einen Gott zu sehen ist nicht nur lächerlich sondern auch zutiefst pervers und schwimmt auf dieser ekligen Esotherik-Welle! Ist denn jetzt das ganze dt. Volk am verblöden???

hbss
16.12.2004, 14:55
Heiden, Waldfetischisten und Odin-Anbeter - ich verachte Euch! Die angebliche "germanische" Tradition, in jedem Grashalm einen Gott zu sehen ist nicht nur lächerlich sondern auch zutiefst pervers und schwimmt auf dieser ekligen Esotherik-Welle! Ist denn jetzt das ganze dt. Volk am verblöden???
sag was kluges.wie heisst die beste religion?solarenergie?geld?

sunbeam
16.12.2004, 14:58
sag was kluges.wie heisst die beste religion?solarenergie?geld?

Bildung heißt die beste Religion, und ich biete demjenigen, der es schafft Dir sprachliche Bildung angedeihen zu lassen, notfalls auch mit Rohrstock und Schlägen, 5.000 Euro! Deine Sätze schlagen ein wie Granaten, sie tun weh und man versteht nicht was Du sagen willst!
Ich errichte nun einen Thread in der Plaueder-Ecke für Dich, da kannst Du Dich austoben!

hbss
16.12.2004, 15:04
Du meinst,Jesus ahbe gepruegelt?warum steht das nicht in der bibel?

sunbeam
16.12.2004, 15:10
Du meinst,Jesus ahbe gepruegelt?warum steht das nicht in der bibel?

Du treibst mich in den Wahnsinn!!! ?( ?( ?(

Beverly
16.12.2004, 17:41
Obwohl ich an keine erfundenen Götter glaube, mögen sie nun Odin oder Jahwe heißen, finde ich es schade, dass der Thread nach drei, vier interessanten Antworten verflacht.
"Neuheidnische" Bewegungen kann ich bis ins Berlin der 1980er Jahre verfolgen, wo in den einschlägigen Stadtmagazinen (TIP, Zitty) sinngemäß so inseriert wurde:

"Macht euch die Erde untertan" sagt das Christentum. Dadurch haben wir eine kaputte Welt. Neuheidnis bla bla Telefonnummer
Kritikwürdig daran finde ich, dass mal wieder nach nicht vorhandenen Mächten von außen gesucht wird (Götter und da der Christengott Scheiße ist, versucht man es mit seinen Vorgängern). Das Absolute liegt im Menschen selbst, er muss es durch Bildung, Bewahrung und Erweiterung des Wissens von sich und der Natur entwickeln anstatt seine Zeit mit Religion zu verplempern.

Andererseits kann ich nicht von allen Menschen erwarten, dass sie wie ich denken. Neuheidnische Bewegungen sehe ich dabei mit gemischten Gefühlen: der Monotheismus bekommt mit ihnen die überfällige Kopfnuß verpasst, so hat schon Landogar auf die mit dem Christentum einher gehende Intoleranz hingewiesen.

Doch man sollte schon sehr genau eruieren, was die drei monotheistischen Religionen so unerträglich macht. Theologische Analysen helfen da nicht weiter, weder Thora noch Bibel oder Koran erklären mir, warum ich bei den einschlägigen Religions-Mafiosi manchmal einen dicken Hals kriege. Sex and Crime und ein unbefangenes Verhältnis zur Gewalt gab es auch bei unseren heidnischen Vorfahren.

Was Religion ungeachtet ihrer Glaubensinhalte so verachtenswert macht, ist die Gier der Kuttenträger nach Macht im Staat, gut dotierter Pfründe und der Herrschaft über die gehirngewaschenen Köpfe der Menschen.
Der Monotheismus hat diesbezüglich eine 1500jährige "Erfolgs"geschichte vorzuweisen, in der das Religionsbusiness einen Boom nach dem anderen hatte. Die Schwarzkittel sind immer zur Stelle, wenn die Herrschenden Opium fürs Volk brauchen oder greifen selbst nach der Macht. Bei so viel Erfolg nach der Devise "die Dummen sterben nich aus" stört es nicht, wenn aus Glauben und Überzeugung blindwütiger Fanatismus und Zynismus werden. "There ist no business like God's business" ginge im religiös revivaltem Amerika des Herrn Bush vermutlich als prima Werbespruch durch :rolleyes:

Beverly
16.12.2004, 18:07
Nochmals zum Politischem. Das was vor 65 Jahren von einem katholischen Adolf Hitler im Namen einer heidnischen Weltanschauung verbreitet wurde, und was immer noch heute verbreitet wird, ist absolut in keinster Weise mit dem wahren Heidentum unserer Ahnen vereinbar. Das Heidentum ist eine naturreligiöse, in ihrer Art einmalig tolerante Weltanschauung. Das Recht des einzelnen Menschen ist uns besonderst wichtig, ebenso wie unsere demokratischen Strukturen in unserem Land, die ihre ursprünglichen Wurzel im heidnischen Griechenland, und auch im heidnischen Mitteleuropa haben (Thingversammlungen). Man muss bedenken, das das System der gesellschaftlichen Rangordnung, der mittelalterlichen Leibeigenschaft, und der religösen Bevormundung und Intoleranz erst mit dem Christentum Einzug hielten. Und wenn ich von Ahnen spreche; es gibt im germanischen Heidentum in der Tat einen großen Ahnenkult, doch dieser ist keinesfalls genetischer Natur, sondern allein spiritueller. Ebenso verstehen sich die meisten von uns nicht alls Germanen, weil wir "deutsches Blut" in den Adern haben, sondern wir verstehen es alls rein kulturelle Verbundenheit. Ebenso definieren wir andere Völker nicht nach Abstammung, sondern nach kultureller Identität.

Ungeachtet aller theologischen Differenzen :D finde ich das einen interessanten Ansatz, möglicherweise der Beginn einer fruchtbaren historischen Diskussion. Nur wird sich im Laufe so einer Diskussion wohl auch herauskristallisieren, dass der Nationalismus in Schwarz-Weiß-Rot ein kurzlebiges Phänomen ohne wirklich tiefe historische Wurzeln ist.

hbss
16.12.2004, 22:35
Frage:
Gibt es nicht erfundene Goetter?
Welchen Sinn haben Goetter,ausser den Staat ztu stuetzen?Religion=Macht=Staat.

Beverly
16.12.2004, 22:38
Frage:
Gibt es nicht erfundene Goetter?
ich bin noch keinem begegnet :rolleyes:;)

hbss
16.12.2004, 22:43
Du kennst nur echte Goetter?Haben die Skateboards?

DichterDenker
17.12.2004, 17:21
Nein, ich habe kein Skateboard.
Um mal auf dem Niveau weiterzumachen...

Wassiliboyd
17.12.2004, 17:27
Nein.
Wie kauft ein Agnostiker ein?Wie macht der Sex?Wie ein Katholik?


Wie ein MENSCH.
Auf die ganz normale, herkömmliche Art.
Brauchst du weitere Einzelheiten?

Beverly
17.12.2004, 17:58
Damit es nicht so unterirdisch weiter geht, hier ein Text zum Thema:

Germanenkult im Nationalsozialismus


Frühes 20. Jahrhundert
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbinden Lanz von Liebenfels und Guido von List die "Wurzelrassentheorie" (Theosophie) und die "Lehre der rassischen Überlegenheit der Arier" (Ariosophie) mit germanischer Mystik und Runenkult. Sie gründen eine neugermanische, deutsch-völkische Gesellschaft, die dem Kampf gegen das "Untermenschentum" dienen soll und Beispiel für weitere neuheidnische, neogermanische und antisemitische Glaubensgemeinschaften wurde. Diese Vereinigungen verstehen sich im weitesten Sinne als "Naturreligionen" und sehen die Legitimation ihrer völkischen Weltanschauung in dem Bestehen eines "Naturgesetzes" und eines "Blutsmythos".

In der Zeit der Weimarer Republik schritt die Entfaltung der neuheidnischen germanischen Szene weiter voran. Schon 1917 entstand die Thule-Gesellschaft, die mit dem frühen Nationalsozialismus verbunden war, später allerdings aufgelöst wurde.

Nationalsozialismus
Im Nationalsozialismus waren die absolute Übersteigerung des Nationalgefühls und die "Ideologie des Völkischen" Grundlage des Systems. Dabei spielten die völkisch-neuheidnischen Gruppierungen keine unwesentliche Rolle, indem sie die nationalsozialistische Weltanschauung ins Religiöse erhoben.

Im Dritten Reich wurde Hitler von vielen als ein "Erlöser" seines angeblich gedemütigten Volkes (Versailler Vertrag) angesehen. Parteitage wurden zelebriert, als seien es Messen, das Wahrzeichen des Dritten Reiches, das Hakenkreuz, entsprach einem Kreuz in Form eines keltischen Sonnenrades. Hohepriester des Germanenkultes war der SS-Führer Heinrich Himmler. In der Wewelsburg, der "Ordensburg" der SS, schmückt eine Schwarze Sonne als Zeichen neuheidnischer Religion noch heute den so genannten Obergruppenführersaal. Auf der Suche nach indogermanischen und arischen Wurzeln zogen manche SS-Forschungsprojekte bis in die Berge Tibets oder suchten Runen auf Hünengräbern und in alten Steinbrüchen. In der SS-Symbolik wimmelt es von germanischen Bezügen, die Doppelsigrune ist wohl das bekannteste Zeichen.

Wo neuheidnisch-germanische oder esoterische Gruppen im Nationalsozialismus nicht die rassistische Lehre vom Herrenvolk unterstützten, sondern eigenständige religiöse Vereinigungen bilden wollten, wurden sie als eine Art Konkurrenz empfunden und bekämpft.

Quelle
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/lexikon2.php?pid=170&name=Germanenkult

Wäre uns das Dritte Reich länger erhalten geblieben :rolleyes: wären neuheidnische Bestrebungen in ihm allenfalls zu dem geworden, was Neuheiden dem Christentum - mit Recht - vorwerfen: eine auf Intoleranz basierende Religion zu sein.

Beverly
17.12.2004, 18:23
Auf

http://www.linxxnet.de/linXXboriZ/TexteW/w001.html

wird u. a. die Entwicklung in der Nachkriegszeit beschrieben:

Von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart
Die "germanisch"-neuheidnische religiöse Bewegung bestand in Westdeutschland auch in der Nachkriegszeit weiter. Über die 50ger und 60ger Jahre sind relativ wenige Informationen vorhanden. So bestand die GGG nach dem Tod Fahrenkrogs 1952 noch bis 1964, als der Verein aus dem Vereinsregister gelöscht wurde. Auch entstand in den 60ern erneut ein Guido-von-List-Gesellschaft, die die Idee der Armanen aufgriff. Diese Richtung nannte sich damals WSW (Wotanische Schöpfungswonne)
Die rechtsradikalen Neuheiden profitierten möglicherweise von dem Aufschwung der politischen Rechtsradikalismus in der zweiten Hälfte der 1960 Jahre. 1971 entstand der geheimbündlerisch Organisierte Armanenorden um Sigrun Schleipfer der ariosophisches Gedankengut pflegt. International ordnet sich diese Gruppe in die Arbeitsgemeinschaft naturreligiöser Stammesverbände Europas (ANSE) ein.


Seit den 60er Jahren des 20 Jahrhunderts ist es zu relativ starken und schnellen Veränderungen der Religionen vor dem Hintergrund einer sich "globalisierenden" und sekulärer werdenden Welt gekommen. Im Zeichen des "Neuen Zeitalters" (New Age) und mit den Mitteln weltumspannender Medien entwickelte sich der "Weltmarkt der Religionen". Dies äußert sich sowohl in der innere Entwicklung regional - "traditioneller" Religionsgemeischaften (Neuer Fundamentalismus) als auch in der Entstehung neuer religiöser Bewegungen, dem verstärkten "Export" von Religionen durch Mission und Migration, sowie der Etablierung individuell konstituierter Religiosität mit geringer organisatorische Bindung. Grade im letzten Kontext individueller Sinnsuche wuchs das Interesse für "ethnische" Religionen und ihre Erscheinungsformen, wie etwa dem Schamanismus. Über den Umweg der Indianer richtete sich das Intresse von EuroperInnen und NordamerikanerInnen auch auf die Religionen der "Kelten" und "Germanen".


Eine weiter für unseren Zusammenhang wichtige Entwicklung vollzog sich auf politischem Gebiet. Auch die neue radikale Rechte in Europa und Nordamerika durchlief einen Prozeß der Internationalisierung. Ihre ideologische Basis veränderte sich in Richtung auf die gemeinsame Verteidigung "weißer" " abendländischer" Werte
Beide oben benannten Prozesse beförderten die Internationalisierung der neuheidnisch-germanischen religiösen Bewegung. Unter den Labeln Asatru und Odinismus fand weltweit auch eine gewisse inhaltliche Vereinheitlichung statt. Die organisatorische Differenzierung in eine nichtrassistische (universalistische) und eine rassistische Richtung erfolgte erst in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts, wobei es in der Praxis eher ein Spektrum mit den beiden Polen Rechtsradikale und Antirassistische Asatru gibt und dazwischen noch ein ganze Menge zum Teil indifferenter AnhängerInnen und InteressentInnen.
Asatru als kam unter dem gegenwärtigen Namen (Asatruarmenn) in Island auf, wo diese Religion 1971 staatlich anerkannt wurde. Gruppen dieses Typs verbreiteten sich auch in Skandinavien und den Vereingten Staaten. Hier propagierte Steve McNallen den Gedanken einer spirituellen Zusammengehörigkeit genetische verwandter Gruppen. In dieser rassistsichen Tarditionlinie agierte bis 1986 die Asartu Free Assambly und die wirkt die 1996 gegründete Asatru Folk Assambly weiter. Einen gemäßigteren Ansatz vertritt die Asatru Alliance.
Zu den rechten europäischen Gruppen gehören die sehr deutlich rechtsradikal orientierte Allgermanische / Alldeutsche Heidnische Front und die oben erwähnte ANSE. Ebenfalls über Deutschland hinaus ist die neue GGG (siehe oben) organisiert. 1982 wurde ein ,,Freundeskreis Ludwig Fahrenkrog'' gegründet. Nach Angaben der GGG entstand gleichzeitig "um die heidnisch-religiöse Tradition fortzusetzen, die ,,Heidnische Glaubens-Gemeinschaft'', deren Mitglieder seit 1991 die GGG fortführen." (Selbstdarstellung Siehe: Reader). Diese Darstellung ist allerdings nicht korrekt, da die Heidnische Glaubensgemeinschaft gegenwärtig ebenfalls existiert, oder bis vor kurzem existiert hat. Darüber hinaus wirken in der Bundesrepublik zahlreiche weitere Gruppen wie etwa die Glaubensgemeinschaft Oding (GOD), die rechtsradikale Artgemeinschaft, die Deutschgläubige Gemeinschaft.
Der Troth wurde 1987 in Texas gegründet und ist heute eine internationale Organisation nichtrassistischer Asatru. In Deutschland entstand 1994 der Rabenklan, eine Heidenvereinigung die sich von rechtem Gedankengut abgrenzt..
Seit 1998 ist der Troth offiziell in Deutschland vertreten. Weiterhin wirkt in Deutschland die Pagan Federation, die in Großbritannien vor allem für keltisches Neuheidentum steht.
Verschiedene Asatru - Richtungen haben über Personen Beziehungen zur Wicca-Religion. AnhängerInnen von Asatru wirken als Hexen, Hexer oder schamanische SpezialistInnen.

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ist also grob gesehen durch folgende Tendenzen geprägt:
- Internationalisierung
- Entstehung eines Flügels der Bewegung der in kritischer Distanz zum rechstradikalen und rassistischen Positionen steht und die Entscheidung des Individuums als Grundlage für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe sieht.

hbss
18.12.2004, 11:26
Du treibst mich in den Wahnsinn!!! ?( ?( ?(Bist du nicht schon dort?
**
Erbitte die weiteren versprochenen Informationen zum Agnostiker Einkauf.

Wassiliboyd
18.12.2004, 11:49
Bist du nicht schon dort?
**
Erbitte die weiteren versprochenen Informationen zum Agnostiker Einkauf.


Hat einer 'ne Idee, wie man mit einem solchen Schwachmatisten diskutieren kann und ob das überhaupt geht?

hbss
18.12.2004, 12:18
Obwohl ich an keine erfundenen Götter glaube, mögen sie nun Odin oder Jahwe heißen, finde ich es schade, dass der Thread nach drei, vier interessanten Antworten verflacht.
"Neuheidnische" Bewegungen kann ich bis ins Berlin der 1980er Jahre verfolgen, wo in den einschlägigen Stadtmagazinen (TIP, Zitty) sinngemäß so inseriert wurde:

"Macht euch die Erde untertan" sagt das Christentum. Dadurch haben wir eine kaputte Welt. Neuheidnis bla bla Telefonnummer
Kritikwürdig daran finde ich, dass mal wieder nach nicht vorhandenen Mächten von außen gesucht wird (Götter und da der Christengott Scheiße ist, versucht man es mit seinen Vorgängern). Das Absolute liegt im Menschen selbst, er muss es durch Bildung, Bewahrung und Erweiterung des Wissens von sich und der Natur entwickeln anstatt seine Zeit mit Religion zu verplempern.

Andererseits kann ich nicht von allen Menschen erwarten, dass sie wie ich denken. Neuheidnische Bewegungen sehe ich dabei mit gemischten Gefühlen: der Monotheismus bekommt mit ihnen die überfällige Kopfnuß verpasst, so hat schon Landogar auf die mit dem Christentum einher gehende Intoleranz hingewiesen.

Doch man sollte schon sehr genau eruieren, was die drei monotheistischen Religionen so unerträglich macht. Theologische Analysen helfen da nicht weiter, weder Thora noch Bibel oder Koran erklären mir, warum ich bei den einschlägigen Religions-Mafiosi manchmal einen dicken Hals kriege. Sex and Crime und ein unbefangenes Verhältnis zur Gewalt gab es auch bei unseren heidnischen Vorfahren.

Was Religion ungeachtet ihrer Glaubensinhalte so verachtenswert macht, ist die Gier der Kuttenträger nach Macht im Staat, gut dotierter Pfründe und der Herrschaft über die gehirngewaschenen Köpfe der Menschen.
Der Monotheismus hat diesbezüglich eine 1500jährige "Erfolgs"geschichte vorzuweisen, in der das Religionsbusiness einen Boom nach dem anderen hatte. Die Schwarzkittel sind immer zur Stelle, wenn die Herrschenden Opium fürs Volk brauchen oder greifen selbst nach der Macht. Bei so viel Erfolg nach der Devise "die Dummen sterben nich aus" stört es nicht, wenn aus Glauben und Überzeugung blindwütiger Fanatismus und Zynismus werden. "There ist no business like God's business" ginge im religiös revivaltem Amerika des Herrn Bush vermutlich als prima Werbespruch durch :rolleyes:
Ohne die gier nach macht so wie du es nennst,werden leute wie du nicht hinterherlaufen oder so lange posts machen.ausserdem leben zb moenchen in einem kloster in armut.bevor du solche these aufstellst,solltest du erstmal mit einem gottesfuerchtigem menschen reden.

Issis
18.12.2004, 14:13
Erstmal hass ich diese gleichung Heidnisch=Nazireligion hass ich wie die Pest. Nicht jeder der Odin oder andeere germanische Götter glaubt ist rechts oder sogar rechtsextrem. Das sind vorurteile und die zum Teil auch gezielt schürren. Klar gibt es rechtsextreme Organisationen das sind aber eher getarnte Nazivereine. Allerdings sind die grossteil der heidnischen Vereine unpolitisch und nicht nationalistisch. Leider führen oft Medien ein falsches Bild voran wo meistens die gesamte heidnische Religion als Nazi kram abgetan das ist einfach nur falsch.

susaro
21.12.2004, 22:55
Falls es Nationalisten im Forum gibt die heidnische Götter anbeten, würde ich jene gerne bitten mir zu erklären, wie sie darauf gekommen sind. Traditionell Verbundeheit wie gegenüber dem Christentum wird es wohl nicht sein.

Man möge mir meine Neugier vergeben, aber ich selbst bin noch keinem ernsthaften Odin-Anbeter, etc. begegnet.

Es hat sehrwohl etwas mit traditioneller Verbundeheit zu tun,
da das Heidentum vom Christentum nur teilweise übernommen und
teilweise zerstört wurde.

Beverly
21.12.2004, 23:07
Es hat sehrwohl etwas mit traditioneller Verbundeheit zu tun,
da das Heidentum vom Christentum nur teilweise übernommen und
teilweise zerstört wurde.

Ich kenne aus den Geschichtsunterricht noch den Todesstrafen-Katalog mit dem Karl der Große bei uns das Christentum durchdrückte. Das ist zwar 1200 Jahre her, zeigt aber nichtsdestoweniger, dass das Christentum zumindest durch die für beide Seiten schädliche Verbindung von "Thron und Altar" zu einem Zwangssystem wurde. Es illustriert auch, dass so manche angeblich altehrwürdige Tradition auf Zwang, Gehirnwäsche und Ausrottung noch altehrwürdigerer Traditionen basiert.

Beverly
21.12.2004, 23:19
Erstmal hass ich diese gleichung Heidnisch=Nazireligion hass ich wie die Pest. Nicht jeder der Odin oder andeere germanische Götter glaubt ist rechts oder sogar rechtsextrem. Das sind vorurteile und die zum Teil auch gezielt schürren. Klar gibt es rechtsextreme Organisationen das sind aber eher getarnte Nazivereine. Allerdings sind die grossteil der heidnischen Vereine unpolitisch und nicht nationalistisch. Leider führen oft Medien ein falsches Bild voran wo meistens die gesamte heidnische Religion als Nazi kram abgetan das ist einfach nur falsch.

Der Nationalsozialismus kann als eine Amok laufende Moderne gedeutet werden. Gerade seine schlimmsten Verbrechen geschahen unter dem Deckmantel falsch verstandener wissenschaftlicher Theorien (Vererbung, Evolutionstheorie), die in einem wahnwitzigem Sozialdarwinismus kulminierten.
Die Verbindung dieser wahnwitzigen, technik- und wissenschaftsgläubigen modernistischen Ideologie mit dem Leben und der Geisteswelt vormoderner Germanen ist im Grunde widersinnig.
Ich wage die Vermutung, dass den die damals bereits vorhandenen Annehmlichkeiten der Moderne genießenden Nazifunktionäre Alltagsleben nach Germanenart - ohne Strom, fließend Wasser, Auto mit Chauffeur ... - ein Graus gewesen wäre. Und die Germanen hätten sich für den Rassenschwachsinn, in dem sie ihre braunen Nachfahren einordneten, nicht die Bohne interessiert.