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Thema: Der Erste Weltkrieg

  1. #2261
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    Standard AW: Der Erste Weltkrieg

    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  2. #2262
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    Standard AW: Der Erste Weltkrieg

    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  3. #2263
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    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  4. #2264
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    Standard AW: Der Erste Weltkrieg

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    Was nützt eine freie Gesellschaft und die Demokratie wenn man alles erst nach Jahrzehnten erfährt.
    Wie englische Politiker, Adlige und Hochfinanziers Deutschland in den 1. Weltkrieg verwickelten
    Rezension aus Deutschland
    Die beiden britischen Autoren ziehen den Schleier der Lüge, Desinformation und Propaganda weg, den eine britische Geheimgesellschaft über die Fakten breitete, um an den demokratischen Institutionen vorbei das nach 1870/71 er-
    starkte Deutschland zu zerstören, das ihnen im Wege stand. Sie wollte damit die Profite ihrer Mitglieder sichern und
    eine englische Weltherrschaft etablieren; sogar die Einbeziehung der USA in das britische Empire wurde diskutiert.
    Unter der Führung Alfred Milners waren daran Cecil Rhodes, Lord Esher, Lord Rosebery, König Edward VII., Lord Salis-
    bury, Lord Kitchener, Earl Grey, L. Starr Jameson, William Stead, Alfred Beit, Lord Nathaniel Rothschild, und später
    auch Winston Churchill beteiligt.

    Einen Vorgeschmack lieferte der Geheimbund mit dem Burenkrieg. Er provozierte den Burenpräsidenten Krüger so-
    lange, bis sich dieser nicht mehr zu helfen wußte und losschlug. Die Briten brachten so die Gold- und Diamantminen
    Südafrikas in ihren Besitz und nahmen eine brutale ethnische Säuberung vor: 30.000 Burenhöfe wurden niederge-
    brannt, 26.000 Frauen/Kinder und 20.000 Buren sowie 12.000 Afrikaner starben in britischen Konzentrationslagern.
    Als Ersatz lockten die Briten 30.000 chinesische Arbeitskräfte nach Südafrika, die dort wie Sklaven gehalten wurden
    und für 0,25 Dollar/Tag schuften mußten.

    Doch weiter mit der Intrige gegen Deutschland. Obwohl sich Wilhelm II. in der Marokkokrise korrekt verhielt, hetzte
    die britische Presse gegen ihn als angeblichen Kriegstreiber. Da starb seine Großmutter Königin Viktoria von England.
    Zu seinem Cousin Nikolaus II. von Rußland suchte Wilhelm gute Beziehungen, die Geheimgesellschaft schaffte es je-
    doch, eine Achse zwischen England und Frankreich (entente cordiale) zu schmieden und Rußland einzubeziehen, so
    dass Deutschland plötzlich allein dastand. Der "Dreibund" taugte nichts: Österreich-Ungarn war eine unfähige Mili-
    tärmonarchie, und Italien nutze 1915 die erste Gelegenheit, um die Seite zu wechseln. Wilhelms Großgetue und der
    Bau von 60 Kriegsschiffen, der in England als Gefahr für die britische Seeherrschaft beargwöhnt wurde, nützte den Intriganten in der Öffentlichkeit. „Rule Britannia, Britannia rule the waves“, den Refrain aus einer Opernarie des Ba-rockkomponisten Thomas Augustine Arne singen die Briten noch heute viel inbrünstiger als ihre Nationalhymne.

    Es würde zu weit führen, all die Tricks und Winkelzüge der perfiden Albion-Mafia gegen Deutschland wiederzugeben; dazu liest man am besten das empfehlenswerte Buch. Rußland hetzte und unterstützte Serbien gegen Österreich-Un-
    garn mit Waffen und Sprengstoff; nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand, der Kriegs-erklärung an Serbien, dem russischen Kriegseintritt und der Unterstützung Österreichs durch das verbündete Deutsche Reich hatte der Geheimbund Deutschland endlich dort, wo er es haben wollte: es wurde im Verein mit dem nach der Niederlage von 1871 rachedurstigen französischen Premier „le tigre“ Clemenceau besiegt, demontiert, und mit dem Versailler Diktat, wie die unheilige Allianz erhoffte, endgültig erledigt. Damit luden die Intriganten aber die Schuld am Emporkommen Hitlers auf sich, der es ohne die ausweglose Lage in Deutschland nie und nimmer geschafft hätte. Der Rest ist bekannt.

    Die britische Politik ist auch heute gegenüber dem etwas verächtlich "the Continent" genannten Europa intransi-
    gent: Maggie Thatcher erpreßte die EU mit dem Einstimmigkeitsprinzip, jährlich auf rund 5 Milliarden € zugunsten
    von GB zu verzichten. Heute will Boris Johnson mit einem harten Brexit aus den Verpflichtungen ausbrechen und
    der EG etwa 46 Milliarden € schuldigbleiben. Die "karge Insel" hat es anscheinend immer noch nicht kapiert, dass
    sie keine Weltmacht mehr ist, die die halbe Welt aussaugen konnte.
    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  5. #2265
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    Standard AW: Der Erste Weltkrieg

    Zitat Zitat von Stechlin Beitrag anzeigen
    Der Erste Weltkrieg und seine Ursachen

    Prolog

    Sowohl die jüngere als auch die ältere Geschichtsschreibung (erinnert sei an die unselige Fischer-Kontroverse) plappert gerne das Geschwätz von der Alleinschuld des deutschen Kaiserreiches am Ersten Weltkrieg, welche in Versailles als Sturzgeburt der Siegermächte das Licht der Welt erblickte, nach. Doch was geschah damals wirklich? Wie sahen weiland die europäischen Konstellationen aus, wie gestaltete sich die Rolle unseres Königs und Kaisers, die Rolle Englands?

    Christopher Clark, ein britischer(!) Historiker, veröffentlichte in den letzten Jahren zwei hervorragende Monographien zum Thema "Preußen", darunter eine Biographie unseres letzten preußischen Königs und deutschen Kaisers, Wilhelm II.

    Clark über sein Buch und über die Rolle Wilhelms in seiner Zeit:
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    Ziel dieses Beitrages soll sein, zusammenfassend Clarks Erkenntnisse, die auf einem umfangreichen und sehr sorgfältigen Quellenstudium basieren, darzulegen und die Frage aufzuwerfen, warum, trotz der Tatsache, dass diese Quellen ja kein Geheimnis waren und jedem Historiker zugänglich, bis heute an der Alleinschuld Deutschlands am WKI. festgehalten wird und warum das Bild über Wilhelm nach wie vor so negativ gezeichnet wird.

    Wie begann der Erste Weltkrieg? Wo lagen seine Ursachen? Warum kam es zum Kriegseintritt Frankreichs und Großbritanniens?

    Vorgeschichte

    Im Juni 1913 brach auf dem Pulverfass Balkan erneut ein Krieg aus, in dessen Verlauf Serbien erhebliche Territorialgewinne für sich verbuchen konnte. Zwar bestätigte sich in dessen Verlauf die Unabhängigkeit Albaniens, jedoch brach im Lande ein Aufstand aus und serbische Truppen marschierten ins Land ein, um denselben niederzuschlagen. Recht bald drohte Serbien mit einem erneuten Vorstoß nach Albanien, gar bis an die Adria. In Folge dessen setzte Österreich-Ungarn ein Ultimatum, und zwar am 18.10.1913, dessen Inhalt nach Serbien alle seine Truppen abzuziehen habe. Im Herbst desselben Jahres unterstützten alle europäischen Großmächte dieses Ultimatum und erachteten die Ansprüche Serbiens als unakzeptabel. Selbst Serbiens Verbündeter, das kaiserliche Rußland, ließ durch seinen Außenminister Sergej Sasonow verkünden, dass "Serbien an den Ereignissen, die zu dem Ultimatum geführt hatten, mehr Schuld trage, als gemeinhin angenommen werde." (Clark, Christopher, Kaiser Wilhelm II. Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers. München 2000. 259) Daraufhin drängte St. Petersburg seinen Verbündeten, das Ultimatum einzuhalten.

    Seine Majestät der Kaiser, Wilhelm II., drängte im Verlauf der Ereignisse Österreich-Ungarn mehr als einmal zu einer friedlichen Koexistenz mit Serbien, so dass Kaiser Franz Joseph am 16. Mai 1914 sich gegenüber seinem Außenminister, Graf Berchthold, beklagte: "Trotzdem scheint man sich in Berlin von dem Gedanken einer politischen Annäherung Österreichs-Ungarns und Serbiens [...] noch nicht frei gemacht zu haben." (Ebd. 263)

    Als Wilhelm II. auf seiner königlichen Jacht "Hohenzollern" die Nachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo erhielt, brach er nach eingehender Beratung sofort Richtung Berlin auf, um den Frieden in Europa noch erhalten zu können. Zwar äußerte Wilhelm in einer Randbemerkung, dass man den Serben zunächst eine Reihe von Forderungen stellen müsse, die, wenn sie selbige nicht akzeptieren, energisch durchgesetzt werden sollten; "jetzt oder nie", "mit den Serben muss aufgeräumt werden, und zwar bald." (Ebd. 265 f.), jedoch wurde in der bisherigen Geschichtswissenschaft dieser Notiz jene Bedeutung beigemessen, welche als Beweis für Wilhelms Kriegsentschlossenheit angesehen wurden. Nur handelte es sich lediglich um eine von Wilhelms regelmäßig gemachten Randbemerkungen, die keinesfalls als Befehl galten und als einen solchen auch nie angesehen wurden. Denn die folgenden Ereignisse sprechen eine andere Sprache.

    Die Juli-Krise

    Am 6. Juli 1914 sagte Wilhelm zu seinem geschäftsführenden Staatssekretär, Admiral Eduard von Capelle, dass er (seine Majestät der Kaiser) nicht daran glaube, dass es zu größeren kriegerischen Verwicklungen kommen werde, denn seiner Ansicht nach seien Rußland und Frankreich noch gar nicht kriegsbereit. Wilhelm hoffte immer noch, dass dieser Konflikt regional begrenzt bleibe und fügte wörtlich hinzu, dass es keinen Anlass zur Besorgnis gäb, denn "für die nächsten sechs Jahre könne man von der Seite (gemeint war Rußland) sicher sein." (Ebd. 270).

    Serbien seinerseits akzeptierte überraschend einige der wichtigsten Punkte jener nach dem Mordanschlag von Sarajevo aufgestellten Forderungen, woraufhin Wilhelm II. auf die Kopie der serbischen Antwort schrieb: "Eine brilliante Leistung für eine Frist von 48 Stunden. Das ist mehr als man erwarten konnte! Ein großer moralischer Erfolg für Wien, aber damit fällt jeder Kriegsgrund fort." und fügte hinzu, als er von der Teilmobilmachung Österreichs erfuhr: "Darauf hätte ich niemals Mobilmachung befohlen." (Ebd. 274)
    Der Kaiser wies seinen Staatssekretär für auswärtige Beziehungen, Gottlieb von Jagow, an, Österreich sofort darüber zu informieren, dass es für Berlin keinen Kriegsgrund mehr gäbe und er bereit sei, "den Frieden in Österreich zu vermitteln." (Ebd. 274)
    Jedoch leistete Jagow diesem kaiserlichen Befehl nicht Folge, und die Ereignisse nahmen ihren schicksalhaften Lauf.

    Erich von Falkenhayn, kaiserlich-deutscher Kriegsminister, notierte, dass Wilhelm "wirre Reden [halte], aus denen nur klar hervorgeht, dass er den Krieg jetzt nicht mehr will und entschlossen ist, um diesen Preis selbst Österreich sitzen zu lassen." (Ebd. 274). Zeichnet sich uns hier das Bild eines Kriegshetzers oder das eines um jeden Preis, selbst um den des Verrats an einen Bundesgenossen bereiten friedenswilligen Monarchen?

    Die europäischen Konstellationen

    Um zu verstehen, in welcher internationalen und vor allem isolierten Lage sich das deutsche Kaiserreich weiland befand, ist es von Notwendigkeit, die Konstellationen der europäischen Großmächte verständlich nachzuzeichnen.

    Deutschlands einziger noch verbliebener Verbündeter war das Königliche und Kaiserliche Österreich-Ungarn, nachdem es zu einer Verlängerung des Bismarckschen Rückversicherungsvertrages mit Rußland nicht mehr gekommen war. Warum, stellt sich die Frage? Dieser Rückversicherungsvertrag war ein geheimes Dokument gewesen, dessen Paragraphen ein Beistandsabkommen beider Reiche beinhalteten, von dessen Existenz das Haus Habsburg aus guten Gründen jedoch nichts wusste. Rußland war der natürliche Verbündete Serbiens, das wiederum in starker Opposition zu Österreich ob der Vorherrschaft auf dem Balkan stand. Wenn es zu einer Konfrontation auf dem Balkan zwischen Serbien und Österreich-Ungarn kommen sollte, und die damalige Zeit ging mit dieser Möglichkeit hoch schwanger, so wäre sofort Rußland auf den Plan gerufen worden, dem serbischen Brudervolke beizustehen. Da das deutsche Reich, wie erwähnt, jedoch mit Österreich vertraglich gebunden war, so hätte sich eine Konfrontation mit Rußland nicht mehr vermeiden lassen, wenn Wilhelm gleichzeitig das Bündnis mit Österreich nicht gefährden wollte, ohne den Vertrag mit Rußland zu brechen. Die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages mit Rußland war also, aus damaliger Perspektive, nur folgerichtig gewesen.

    Warum führte Deutschland dann Krieg gegen Frankreich, was ja immer als Beweis für des deutschen Königs und Kaisers „imperialistischer“ Eroberungsgelüste herhalten muss? Frankreich seinerseits hatte 1907 ein Beistandsabkommen mit Rußland geschlossen, die zusammen mit England die sogenannte Triple Entente bildeten, das heißt, führt eine europäische Macht Krieg gegen Rußland, so wären Frankreich und England verpflichtet gewesen, Rußland militärisch zur Seite zu stehen. Das wusste man in Berlin nur allzu gut und das war zur damaligen Zeit "normale" Praxis gewesen. Die Einkreisung des deutschen Reiches also war somit kein Hirngespinst ewiggestriger Revanchisten, sondern gerierte zur militärpolitischen Tatsache, die ab den Juli-Tagen des Jahres 1914 zu folgenden Ereignissen führte: Österreich-Ungarn eröffnete den Krieg gegen den serbischen Verbündeten Rußland, um Serbien seinerseits in die Schranken zu weisen, um freie Hand auf dem Balkan zu haben. Deutschland, mit Österreich verbunden, befand sich somit im Krieg gegen Rußland, was wiederum Frankreich und England auf den Plan rief, die durch den Vertrag von St. Petersburg mit Rußland verbündet waren. Der „lachende Dritte“ war England gewesen, dessen Rolle sich als entscheidend gestaltete, dass es zu einem großen kontinentalen Krieg überhaupt erst kam; denn hätte England Frankreich und Rußland nicht garantiert, im Falle einer militärischen Auseinandersetzung an ihren Seiten zu kämpfen, so wäre man in Paris, Vertrag hin oder her, wo man immer noch auf eine Revanche für 1870 begierig hoffte, niemals in diesen Krieg gezogen, weil man, trotz des deutschen Zweifrontenkrieges, den deutschen Truppen militärisch unterlegen war.

    Die Rolle Englands

    Ein, wie immer, dreckiges Spiel spielte dabei natürlich London. König Georg V. lies am 28. Juli 1914 mitteilen, dass England im Falle eines Krieges neutral bleiben werde, was zur Folge gehabt hätte, dass auch Frankreich nicht in den Konflikt eingegriffen hätte, trotz des Vertrages von 1907. Dieser Eindruck einer englischen Neutralität verstärkte sich noch, als der britische Außenminister, Sir Edward Grey, zögerte, die englischen Intentionen zu verkünden.
    Sehr schön! Die Rolle Habsburgs und Italiens im Dreibund-Vertrag ist nicht die, die diese beiden Staaten vorgaben. Ihre Rolle diente allein der Täuschung des deutschen Reiches. Italien sollte gemäss Dreibundvertrag Frankreich in Schach halten. Mit der Erklärung Italiens schon vor dem 28.7.1914 freundschaftliche Neutralität üben zu wollen, war der Dreibundvertrag nur noch Makulatur. Frankreich hatte nun freie Hand zur Rache für 1970. Woher wusste Italien vor dem 28.7.1914, dass Habsburg Serbien den Krieg erklären wird? Man sieht, dass auch Habsburg in die Verschwörung gegen das Deutsche Reich verwickelt war. Da man auf den Kleidern des Erzherzogs und der Erzherzogin kein Blut sieht, darf man diese Ermordung als Fake ansehen. Kaiser Wilhelm II. nahm an der Beerdigung des Erzherzogpaares nicht Teil trotz all der markigen Worte, die er abgegeben haben soll. Wo ist die von Wilhelm II. unterschriebene Ernennungsurkunde eines de Caprivi? Denn dieser Herr hat die Fortschreibung des Rückversicherungvertrages mit Russland vertrödelt oder war es gar Absicht?

  6. #2266
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    Standard AW: Der Erste Weltkrieg

    Zitat Zitat von Stechlin Beitrag anzeigen
    Der Erste Weltkrieg und seine Ursachen

    Prolog



    Die europäischen Konstellationen

    Die Rolle Englands

    Ein, wie immer, dreckiges Spiel spielte dabei natürlich London. König Georg V. lies am 28. Juli 1914 mitteilen, dass England im Falle eines Krieges neutral bleiben werde, was zur Folge gehabt hätte, dass auch Frankreich nicht in den Konflikt eingegriffen hätte, trotz des Vertrages von 1907. Dieser Eindruck einer englischen Neutralität verstärkte sich noch, als der britische Außenminister, Sir Edward Grey, zögerte, die englischen Intentionen zu verkünden. Doch schon zwei Tage später, am 30. Juli, erfuhr Wilhelm von seinem Botschafter, dass London davor gewarnt habe, dass Großbritannien in diesem Krieg nur unter der Bedingung "abseits stehen" werde (Ebd. 279), wenn der Krieg auf Rußland, Österreich und Serbien beschränkt bliebe. Die Doppelzüngigkeit ist hier offensichtlich. Somit war der Kriegseintritt Englands besiegelt. Seine Majestät der König und Kaiser war außer sich vor Wut, bezeichnete die Engländer als "Halunken", als "gemeines Krämergesindel" und erkannte scharfsinnig, dass England das deutsche Reich dazu zwingen wollte, seinen Verbündeten Österreich "sitzen zu lassen" (Ebd. 280) und nur einen Vorwand suchte, um eine Ausweitung des Konfliktes zu Gunsten Londons herbeizuführen und alle europäischen Festlandmächte gegeneinander auszuspielen.

    Doch das englische Doppelspiel ging noch weiter. Wilhelm hoffte noch immer auf einen Gesinnungswechsel in London. Nur ganze 24h später, am 31. Juli, unterbreitete König Georg V. das Angebot der englischen und französischen Neutralität, falls Deutschland auf einen Angriff auf Frankreich Abstand nähme. Der deutsche König und Kaiser ließ daraufhin England mitteilen, dass er zwar im Moment den Befehl zur Generalmobilmachung nicht mehr zurücknehmen könne, aber bereit wäre, gegen die Zusage der englisch-französischen Neutralität jeden Angriff auf Frankreich zu stoppen. Daraufhin gab Wilhelm den Befehl, keine weiteren Truppen Richtung französischer Grenze zu entsenden, bis man aus London ein Bestätigungstelegramm erhielte, was zu einem heftigen Streit zwischen dem Kaiser und seinem Generalstabschef führte, der seinerseits sofort losschlagen wollte (Vgl. Ebd. 280), denn Frankreich selbst hatte bereits mobil gemacht. Falkenhayn befürchtete nicht zu Unrecht, dass durch den Stopp der Truppendislozierung sich Deutschland in seinem Rücken entblöße. Doch der Kaiser ließ sich davon nicht beeindrucken. Er verfügte den Stopp der 16. Division, die bereits auf dem Weg in Richtung Luxemburg war. Generalstabschef Moltke äußerte gegenüber Kriegsminister Falkenhayn tränenüberströmt: "...diese Entscheidung des Kaisers [...] zeige [ihm], dass dieser immer noch auf Frieden hofft." (Ebd. 281).
    Gegen 17 Uhr desselben Tages traf aus London die Nachricht ein, dass England sogar für den Fall einer Auseinandersetzung mit Frankreich bereit wäre, neutral zu bleiben, doch nur ganze sechs Stunden später widerrief Grey dieses Angebot und Wilhelms Botschafter Lichnoswky gab das dem Kaiser zur Kenntnis (Vgl. Ebd. 282). Einen Tag später brach der Erste Weltkrieg aus.
    Diese Erklärung Georg V. ist lächerlich, wenn man beachtet, was Frankreich am 3. August 1914 in einer offiziellen Note an das Deutsche Reich sich geleistet hat. An diesem Tage hat Frankreich dem deutschen Reich den Krieg erklärt, indem es erklärte dem Beispiel Russlands vom Abend des 1. August 1914 zu folgen. Von Kriegserklärungen eines Wilhelm II. an Russland und Frankreich kann daher keine Rede sein.

  7. #2267
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    Standard AW: Der Erste Weltkrieg

    Wer macht die beste Militärmusik ? Richtig, die Briten !

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