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Thema: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

  1. #1
    Linksnational Benutzerbild von Pirx
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    Standard Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Die Hexenverfolgung soll ja einen der schlimmsten Massenmorde der Geschichte darstellen. Die nackten Zahlen ergeben aber ein anderes Bild:

    „Unter dem Strich bleibt eine Opferzahl von vermutlich 40-60.000, davon mindestens 20.000 allein in Deutschland“, aus

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    Das bedeutet 50.000 Todesopfer (25% davon übrigens männlich) in über 300 Jahren in ganz Europa.

    Dazu mal ein "Einzeltäter" zum Vergleich:

    Vlad Dracula, Wallachia (r.1456-1462)
    o PGtH: in all, 50,000-100,000 victims "impaled, tortured and killed"
    o Florescu & McNally, Dracula: Prince of Many Faces: 100,000 k. (citing Bishop of Erlau, but questioning it.)
    o Cecil Adams: 40-100,000 [[Links nur für registrierte Nutzer]
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  2. #2
    Foren-Veteran Benutzerbild von Schwarzer Rabe
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    Standard

    Zitat Zitat von Pirx
    Die Hexenverfolgung soll ja einen der schlimmsten Massenmorde der Geschichte darstellen. Die nackten Zahlen ergeben aber ein anderes Bild:

    „Unter dem Strich bleibt eine Opferzahl von vermutlich 40-60.000, davon mindestens 20.000 allein in Deutschland“, aus

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    Das bedeutet 50.000 Todesopfer (25% davon übrigens männlich) in über 300 Jahren in ganz Europa.

    Dazu mal ein "Einzeltäter" zum Vergleich:

    Vlad Dracula, Wallachia (r.1456-1462)
    o PGtH: in all, 50,000-100,000 victims "impaled, tortured and killed"
    o Florescu & McNally, Dracula: Prince of Many Faces: 100,000 k. (citing Bishop of Erlau, but questioning it.)
    o Cecil Adams: 40-100,000 [[Links nur für registrierte Nutzer]
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    Was ist mit der Inquisition?

  3. #3
    Linksnational Benutzerbild von Pirx
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    Standard

    Kenne mich mit Geschichte nicht so gut aus, aber ich dachte immer, dass die Hexenverfolgung ein wichtiger (oder der wichtigste) Teilaspekt der Inquisition war. Wenn man so sieht, was für ein feministisches, antichristliches und antideutsches Spektakel draus gemacht wird, ist ein Zwischenruf ja wohl gerechtfertigt. Ein Rechenbeispiel: In Deutschland 20.000 Opfer in dreihundert Jahren, das sind 67 pro Jahr. Das deutsche Reich hatte zu dieser Zeit schon ca. 10 Mio. Einwohner, eine Stadt wie Hamburg um die 50.000 (=0,5% der Gesamtbevölkerung). Das heißt: In einer größeren Stadt wie Hamburg kam es im groben Mittel alle drei Jahre zu einer Hinrichtung.

  4. #4
    Vollzeit-Misanthrop Benutzerbild von Angel of Retribution
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    Standard

    Bei der Inquisition war ja auch immer ein längeres bürokratisches Prozedere vorgeschrieben, das geht dann halt nicht so schnell, wie wenn man jemand sofort aufspiesen kann.
    Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.
    Arthur Schopenhauer

  5. #5
    kritischer Beobachter
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    Standard AW: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Klar sind zwei Dinge:
    1. Die Inquisition hat nicht nur Unschuldige erwischt, sondern auch Bischofsmörder und Satanisten.
    2. Durch die Hexenverfolgung allerdings ist viel an Kräuterwissen und Behandlungstechniken verloren gegangen, welches jetzt allmählich neu erlangt werden muss.
    "Parteien, die nach ihren Zielen oder nach Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig." (Grundgesetz für die Bundespepublik Deutschland, Artikel 21 Absatz 2)

  6. #6
    GESPERRT
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    Standard AW: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Zitat Zitat von Angel of Retribution Beitrag anzeigen
    Bei der Inquisition war ja auch immer ein längeres bürokratisches Prozedere vorgeschrieben, das geht dann halt nicht so schnell, wie wenn man jemand sofort aufspiesen kann.

    Die Hexenverfolgung wurde erstmals im Zuge der französischen Revolution und deren Propaganda voll und ganz der Inquisition und damit der Kirche zugeschrieben. An dieses Ammenmärchen glauben die Menschen noch heute nur zu bereitwillig.

    Die sog. "Malefitzjustiz" lag in Händen der weltlichen Macht. Tatsache ist, dass die Hexenprozesse vor weltlichen Gerichten stattfanden. Die Kirche hatte nicht das Recht, jemanden wegen Ketzerei zum Tode zu verurteilen. Eine direkte Verbindung zwischen Inquisition und Malefizjustiz lag nicht vor.

    Fakten siehe hier: [Links nur für registrierte Nutzer]

  7. #7
    Hände weg von Syrien! Benutzerbild von cajadeahorros
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    Standard AW: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Zitat Zitat von Pirx Beitrag anzeigen
    Kenne mich mit Geschichte nicht so gut aus, aber ich dachte immer, dass die Hexenverfolgung ein wichtiger (oder der wichtigste) Teilaspekt der Inquisition war. Wenn man so sieht, was für ein feministisches, antichristliches und antideutsches Spektakel draus gemacht wird, ist ein Zwischenruf ja wohl gerechtfertigt. Ein Rechenbeispiel: In Deutschland 20.000 Opfer in dreihundert Jahren, das sind 67 pro Jahr. Das deutsche Reich hatte zu dieser Zeit schon ca. 10 Mio. Einwohner, eine Stadt wie Hamburg um die 50.000 (=0,5% der Gesamtbevölkerung). Das heißt: In einer größeren Stadt wie Hamburg kam es im groben Mittel alle drei Jahre zu einer Hinrichtung.
    Das ist ja nicht schlimm wenn man sich nicht in Geschichte auskennt, es geht ja auch nicht darum wieviel Hexen umgebracht wurden sondern dass überhaupt Menschen aufgrund irgendwelcher herbeiphantasierter Behauptungen umgebracht wurden, nach "Prozessen", die jede Vernunft beleidigen.
    Auf geb' ich mein Werk; nur Eines will ich noch: das Ende - das Ende!

    (Wotan, Die Walküre)

  8. #8
    Hände weg von Syrien! Benutzerbild von cajadeahorros
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    Standard AW: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Zitat Zitat von valentin Beitrag anzeigen
    Die Hexenverfolgung wurde erstmals im Zuge der französischen Revolution und deren Propaganda voll und ganz der Inquisition und damit der Kirche zugeschrieben. An dieses Ammenmärchen glauben die Menschen noch heute nur zu bereitwillig.

    Die sog. "Malefitzjustiz" lag in Händen der weltlichen Macht. Tatsache ist, dass die Hexenprozesse vor weltlichen Gerichten stattfanden. Die Kirche hatte nicht das Recht, jemanden wegen Ketzerei zum Tode zu verurteilen. Eine direkte Verbindung zwischen Inquisition und Malefizjustiz lag nicht vor.

    Fakten siehe hier: [Links nur für registrierte Nutzer]

    So ein Schwachsinn.

    Die Verfolgung der "Hexen" nebst den Hexenprozessen oblag selbstverständlich der Kirche, da die größten Verbrechen der "Hexen" in Komplizenschaft mit einer von der Kirche gepredigten Person ausgeführt wurden, dem sog. Teufel. Nach Verurteilung wurde sie der "weltlichen" Justiz übergeben, weil sich die Priesterlein ungern die Hände schmutzig machen.
    Geändert von cajadeahorros (23.07.2007 um 14:05 Uhr)
    Auf geb' ich mein Werk; nur Eines will ich noch: das Ende - das Ende!

    (Wotan, Die Walküre)

  9. #9
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    Standard AW: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Zitat Zitat von cajadeahorros Beitrag anzeigen
    Nach Verurteilung wurde sie der "weltlichen" Justiz übergeben, weil sich die Priesterlein ungern die Hände schmutzig machen.
    Übrigens mit der Formel "Mit der Bitte um milde Behandlung".
    Die weltlichen Instanzen wussten dann schon, was von ihnen erwartet wurde.
    We are bringing you all the evidence, based only on the secret testimony, of the miserable souls, who survived this terrifying ordeal. The incidents, the places. My friend, we cannot keep this a secret any longer. Let us punish the guilty. Let us reward the innocent. My friend, can your heart stand the shocking facts of grave robbers from outer space?
    Criswell, Plan 9 from outer Space

  10. #10
    GESPERRT
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    Standard AW: Hexenverfolgung - was soll der Hype?

    Zitat Zitat von cajadeahorros Beitrag anzeigen
    So ein Schwachsinn.

    Die Verfolgung der "Hexen" nebst den Hexenprozessen oblag selbstverständlich der Kirche, da die größten Verbrechen der "Hexen" in Komplizenschaft mit einer von der Kirche gepredigten Person ausgeführt wurden, dem sog. Teufel. Nach Verurteilung wurde sie der "weltlichen" Justiz übergeben, weil sich die Priesterlein ungern die Hände schmutzig machen.

    Ist natürlich auch eine Möglichkeit, alles, was nicht ins eigene Geschichtsbild passt, als Schwachsinn abzutun. Das erspart das Nachdenken bzw. die Beschäftigung mit einem Sachverhalt. Ist auch einfacher so.

    Wenn die Hexenverfolgung tatsächlich alleine der Inquisition oblegen hätte, wie erklärst du dir den Umstand, dass auch in lutherischen oder reformierten Gegenden Hexenverfolgungen stattfanden?

    Tatsächlich unterstand die Malefitzjustiz im HRR dem Reichskammergericht. Und nur dieses (weltliche) Gericht konnte die Hexenverfolgungen dann auch stoppen. Weitere Berichte zur Geschichte der Hexenverfolgung findest du hier: [Links nur für registrierte Nutzer]

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