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Thema: Der Neoklassizismus

  1. #31
    Mitglied Benutzerbild von Feldmann
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Arthas mag es selbstredend mindestens monumental.
    Das ist kein Widerspruch, andere Stile sind ebenfalls monumental, bspw. die Gotik.

    Zitat Zitat von derRevisor
    Besonders bei dem Kumsusan-Gedenkpalast in Nordkorea scheint dies gelungen zu sein.
    Der Kumsusan-Gedenkpalast ist wirklich kein Meisterwerk, dass geht besser, z.B. in Neu-Dehli.

  2. #32
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Zitat Zitat von Heifüsch
    Diese ganzen Jugendstilrokokorenaissancebarockbauten mitsamt dazu abgestimmtem Mobiliar sind [...] meist kitschig, überladen und vulgär.
    Findest du den Eklektizismus so schlimm? Meiner Ansicht nach ist er eher Ausdruck von Kreativität, die aus den vorhandenen Stilen eine neue harmonische Zusammenstellung erschafft.
    Geändert von Feldmann (20.09.2012 um 23:17 Uhr)

  3. #33
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Zitat Zitat von Heifüsch Beitrag anzeigen
    ... Zurück zu den Wurzeln hieß es, und es wurde wiederrömischgebaut...
    Ich halte es immer noch für problematisch, dass "römisch" gebaut wurde; das begrenzt die Antike wieder nur auf das westliche Mittelmeer. Das östliche Mittelmeer kommt dabei immer nur zu kurz - sprich: der Einfluss des originär Griechisch-Vorrömischen. Gerade in Preußen, nachdem es Spree-Sparta, dann wieder Spree-Athen geworden war, wurde im Klassizismus auch ein Neohellenismus gepflegt.

    Hier ein kleines Beispiel:







    Das Brandenburger Tor unterliegt nicht "römischer Bauart", sondern erinnert stark an die Propyläen Athens.





    Der Pariser Siegesbogen dagegen ist "römisch" wie der des Titus.

    Auch in anderen Bereichen folgte man im dt. Klassizismus gern den Hellenen - so in der Plastik. Schau mal, Luther:





    Hier mal "römische" Plastik:


  4. #34
    Bürgerrechtler >ß´( Benutzerbild von Heifüsch
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Zitat Zitat von Feldmann Beitrag anzeigen
    Findest du den Eklektizismus so schlimm? Meiner Ansicht ist es eher Ausdruck von Kreativität aus den vorhandenen Stilen eine harmonische Zusammenstellung zu erschaffen.
    Im Prinzip wäre das nix Schlimmes, wenn die Harmonie dabei nicht regelmäßig auf der Strecke bliebe. Unter den Bedingungen der industriellen Massenproduktion wird aus einem gutgemeinten Ekklektizismus eben schnell das, was man Zuckerbäckerstil oder im Möbelbereich Gelsenkirchener Barock nennt. Eine willkürliche Ansammlung krakeliger Schnörkel auf garantiert echtem Plastikfurnier in Eichenoptik, man kennt das ja von unseren Trödelmärkten. Fließband und serielles Bauen haben nun mal viel kaputtgemacht an Stilgefühl und Sinn für Authentizität.
    „Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöte? Ich kann das nicht verstehen!“
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  5. #35
    Bürgerrechtler >ß´( Benutzerbild von Heifüsch
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Zitat Zitat von Agesilaos Megas Beitrag anzeigen
    Ich halte es immer noch für problematisch, dass "römisch" gebaut wurde; das begrenzt die Antike wieder nur auf das westliche Mittelmeer. Das östliche Mittelmeer kommt dabei immer nur zu kurz - sprich: der Einfluss des originär Griechisch-Vorrömischen. Gerade in Preußen, nachdem es Spree-Sparta, dann wieder Spree-Athen geworden war, wurde im Klassizismus auch ein Neohellenismus gepflegt.
    Wie gesagt lieferten die Griechen mit ihren Tempeln das grundsätzliche Baumuster, das die Römer dann für ihre Herrschafts- und Profanbauten nach Bedarf variierten. Und natürlich steht das Vorbild für das Brandenburger Tor auf der Akropolis, ebenso wie das Vorbild der Rolls Royce-Kühlers :-)
    In Preußen war es natürlich Schinkel, dessen Hang zum Hellenismus den preussischen Spätklassizismus prägte. Napoleons Ägyptenexpedition darf man in diesem Zusammenhang vielleicht auch nicht vergessen, in deren Folge sich pharaonische Stilelemente im speziellen französischen Klassizismus wiederfanden.
    „Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöte? Ich kann das nicht verstehen!“
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  6. #36
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Zitat Zitat von Heifüsch Beitrag anzeigen
    Wie gesagt lieferten die Griechen mit ihren Tempeln das grundsätzliche Baumuster, das die Römer dann für ihre Herrschafts- und Profanbauten nach Bedarf variierten. Und natürlich steht das Vorbild für das Brandenburger Tor auf der Akropolis, ebenso wie das Vorbild der Rolls Royce-Kühlers :-)
    Napoleons Ägyptenexpedition darf man in diesem Zusammenhang vielleicht nicht vergessen, in deren Folge sich pharaonische Stilelemente im speziellen französischen Empirestil wiederfanden.
    Mich wurmt immer wieder, dass wir alleinig nur die Römer im Kopf haben. Auch wenn die Griechen in einigen Fällen "nur" das Muster geliefert haben, wurden im Klassizismus auch vorrömische Ideen rezipiert - sprich: hellenische. Dabei spielt auch die historisch-kulturelle Beziehung Römer-Griechen eine gewichtige Rolle, die man hier nicht so leicht abfassn kann.

    M.W. gibt es auch keine Propyläen in Rom. Es ist der Komplexität der Antike geschuldet, dass wir hier abstrahieren müssen.

  7. #37
    Bürgerrechtler >ß´( Benutzerbild von Heifüsch
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    Standard AW: Der Neoklassizismus

    Zitat Zitat von Agesilaos Megas Beitrag anzeigen
    Mich wurmt immer wieder, dass wir alleinig nur die Römer im Kopf haben. Auch wenn die Griechen in einigen Fällen "nur" das Muster geliefert haben, wurden im Klassizismus auch vorrömische Ideen rezipiert - sprich: hellenische. Dabei spielt auch die historisch-kulturelle Beziehung Römer-Griechen eine gewichtige Rolle, die man hier nicht so leicht abfassn kann.

    M.W. gibt es auch keine Propyläen in Rom. Es ist der Komplexität der Antike geschuldet, dass wir hier abstrahieren müssen.
    (Den von mir angeführten "Empirestil" hatte ich eben noch korrigiert, da er ja nichts mit dem originalen Klassizismus zu tun hat. Aber das nur nebenbei.)

    Zufällig war ich erst vorgestern in Athen und bin eigentlich ganz froh darüber, daß dieser stickige Moloch so gut wie nichts mit meinem geliebten Spreeathen zu tun hat :-) Aber was will man den alten Griechen schon groß entlehnen, was die Römer nicht schon zigfach durchgekaut haben? Außer Stadien und Tempeln gibt´s da nichts zu holen und auch Ägypten mit seinen primitiven Kraggewölben bietet allenfalls Inspirationen für unsere Bauhäusler. Zumindest, was die Bauten selbst angeht - die ägyptische Ornamentik ist natürlich phänomenal.
    „Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöte? Ich kann das nicht verstehen!“
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  8. #38
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    Zitat Zitat von Heifüsch Beitrag anzeigen
    (Den von mir angeführten "Empirestil" hatte ich eben noch korrigiert, da er ja nichts mit dem originalen Klassizismus zu tun hat. Aber das nur nebenbei.)

    Zufällig war ich erst vorgestern in Athen und bin eigentlich ganz froh darüber, daß dieser stickige Moloch so gut wie nichts mit meinem geliebten Spreeathen zu tun hat :-) Aber was will man den alten Griechen schon groß entlehnen, was die Römer nicht schon zigfach durchgekaut haben? Außer Stadien und Tempeln gibt´s da nichts zu holen und auch Ägypten mit seinen primitiven Kraggewölben bietet allenfalls Inspirationen für unsere Bauhäusler. Zumindest, was die Bauten selbst angeht - die ägyptische Ornamentik ist natürlich phänomenal.
    Ich seh' s Dir nach; denn so habe ich früher, als ich noch nicht reif genug war, auch gedacht. Das originär Griechische wurde, wie dargelegt, oft genug rezipiert und war keineswegs "nur" Inspiration.

    PS: Das heutige Athen ist kein Maßstab für die Antike. Wenn Du wüsstest, dass die Zeitgenossen ihrerzeit von einem Athen ausgegangen sind, das sie niemals mit eigenen Augen gesehen haben, erscheint Spree-Athen Berlin leicht idealisiert.

    PPS: Nach der Plättung Berlins durch die roten Horden sehe ich keinen großen Vorzug Berlins mehr vor anderen Stadtsümpfen - die Infrastruktur jedoch ist besser, das war' s.

  9. #39
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    Zitat Zitat von Agesilaos Megas Beitrag anzeigen
    Ich seh' s Dir nach; denn so habe ich früher, als ich noch nicht reif genug war, auch gedacht. Das originär Griechische wurde, wie dargelegt, oft genug rezipiert und war keineswegs "nur" Inspiration.

    PS: Das heutige Athen ist kein Maßstab für die Antike. Wenn Du wüsstest, dass die Zeitgenossen ihrerzeit von einem Athen ausgegangen sind, das sie niemals mit eigenen Augen gesehen haben, erscheint Spree-Athen Berlin leicht idealisiert.

    PPS: Nach der Plättung Berlins durch die roten Horden sehe ich keinen großen Vorzug Berlins mehr vor anderen Stadtsümpfen - die Infrastruktur ist besser, das war´s.
    Du vergisst das Flughafengebäude in Tempelhof, das Arbeitsamtsgebäude in der Friedrichstraße (noch mit Reichsadler versehen!) und das ehemalige Luftfahrtministerium in der Wilhelmstraße. Allesamt böse Bauten einer bösen Zeit, wobei ich die angebliche Bosheit steinerner Artefakte noch nie so richtig nachvollziehen konnte. Richtig brutal wird deutsches Bauen erst in der Nachkriegszeit, wie ich finde (Wolf Jobst Siedler - Die gemordete Stadt!).
    Außerdem haben wir die Museumsinsel und in einigen Jahren wird (wahrscheinlich noch vor dem neuen Flughafen) das Stadtschloß wiedereröffnen :-)
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  10. #40
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    Zitat Zitat von Heifüsch Beitrag anzeigen
    Außerdem haben wir die Museumsinsel und in einigen Jahren wird (wahrscheinlich noch vor dem neuen Flughafen) das Stadtschloß wiedereröffnen :-)
    Ja, das ist die letzte Hoffnung Berlins. Ich fürchte aber, dass aus diesem ehrenwerten Stadtschloß wohl eine "Gedenkstätte", "Mahnmal" oder etwas anderes Abartiges wird. Wir werden sehen!

    PS: Höchstwahrscheinlich noch vor dem neuen Flughafen!

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