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Thema: Soll die Nationalität von Verdächtigen und Tätern genannt werden?

  1. #1
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    Standard Soll die Nationalität von Verdächtigen und Tätern genannt werden?

    Tagesspiegel fragt: Soll die Nationalität von Verdächtigen und Tätern genannt werden?
    Muß man das fragen ?

    Sicherlich.

    Sonst heißt es in jedem Fall: Mal wieder die Deutschen - und welcher Deutsche heutigentags - derjenige, der zwei Pässe hat, damit er sich aussuchen kann, welchen er wann und wo und bei welcher Gelegenheit vorzeigen kann.

    Warum nennen wir also überhaupt die Herkunft eines Täters oder Verdächtigen, im vorliegenden Fall die eines "Deutschen", sonst aber auch die diverser Einwanderergruppen? Zunächst einmal, weil es schlicht der Job eines Polizeireporters ist, so viel Informationen wie möglich zu einer Tat, den Tatverdächtigen und den Hintergründen zu recherchieren. Natürlich erwächst daraus eine Verantwortung, aber kein erzieherisches Ziel, in welcher Richtung auch immer. Wir wollen Sie, liebe Leserinnen, liebe Leser, weder zur politischen Korrektheit anhalten, noch uns - wie es derzeit schwer in Mode zu sein scheint - am politisch inkorrekten Tabubruch der Marke "Man wird doch wohl mal sagen dürfen..." erregen.
    So schreibt ein Leser:

    16:43 UhrEigentlich ist die Sache doch einfach. Keiner derer, die die Nationalität genannt haben wollen, wollen doch den Deutschen genannt haben. Wunderbar auch der Hinweis auf den Migrationshintergrund. Mit diesem schicken Wort ist doch nicht der niederländische oder kandadische Migrationshintergrund gemeint! Es ploppt sofort das Klischee vor dem inneren Auge auf: Muslim, arabischer / nordafrikanisch / türkischer / persischer "Kulturkreis" (natürlich ein Kulturkreis, da wird nicht differenziert, weil Franzosen, Deutsche und Russen ja auch ein Kulturkreis sind - das nur am Rande)

    Es gibt nur die Lösung: Ganz oder gar nicht. Ganz ist aber auch nicht die Lösung, jedenfalls wenn man es an der Nationalität festmacht. Denn der besorgte Bürger weiß ja, dass der Migrationshintergrund etwas anderes meint. Dann ist schon auch die Frage, wie weit man das zieht. Deutscher Vater, türkische Mutter will man wissen? Nur der türkische Großvater, der Rest deutsch auch? Man kriegt ihn also nur zufrieden gestellt, wenn die Presse das füttert, was der besorgte Leser lesen will.

    Das hängt aber nicht nur an der Nennung der Nationalität, sondern auch an der Auswahl. Anfang Dezember hat eine Gruppe Menschen abends die Matratzen einer Gruppe Obdachloser angezündet, die auf den Matratzen lagen! Waren wohl keine Täter mit passendem Migrationshintergrund. Die Tat hat es nicht in die überregionale Presse geschafft. Soweit ich es verfolgt habe, hat auch keine noch so schwere Vergewaltigung überregionale Beachtung gefunden... die keinen Täter aus diesem "Kulturkreis" hatte. Man darf mich korrigieren.

    So entsteht der Eindruck, den viele hier wollen: Täter sind nur die da. Bei Deutschen sind das Einzelfälle.


    Soll ja auch Deutsche geben, die keine Deutschen mögen....

    Und jetzt sind Sie wieder dran, liebe Leserinnen, liebe Leser. Was denken Sie? Halten Sie meine Argumente für schlüssig? Sind Sie anderer Meinung? Soll die Herkunft der Täter oder Verdächtigen in Polizeimeldungen genannt werden oder nicht? Kommentieren und diskutieren Sie mit. Nutzen Sie dazu bitte die einfach zu bedienende Kommentarfunktion etwas weiter unten auf dieser Seite.
    Naja, die Zeitungen fragen nun endlich die Leser: vielleicht wollen sie einen Pfad haben, auf dem sie weiter wandeln wollen...[Links nur für registrierte Nutzer]

  2. #2
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    Standard AW: Soll die Nationalität von Verdächtigen und Tätern genannt werden?

    Staatsbürgerschaft, Herkunft, Religion, Ideologie, Beruf usw. usw. sind zu nennen, sofern sie mit der Tat in einem Zusammenhang stehen. Wenn ein Fliesen-, Platten- und Mosaikleger mit SPD-Mitgliedschaft und finnischem Grossvater eine Schlägerei anfängt, interessiert mich gar nicht, wer genau er ist.
    Kalenderspruch, Woche 46: (folgt)

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