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Thema: Ende des aktuellen Kreditzyklus

  1. #71
    Mitglied Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Liberalist Beitrag anzeigen
    Die Sachlage ist jetzt folgende, deine ausführlichen Ausführungen haben im eigentlichen Sinne mit der von mir angesprochenen Thematik nicht wirklich was zu tun, daher verstehe weder deine Ausführungen, noch den Seitenhieb.

    Ich erkläre es dir gerne anhand dieses Beispiels:



    Nun ist es hier der Fall, dass hier eine Kredittilgung stattfindet und keine Insolvenzsstattgefunden hat wobei es sich um ein volkswirtschaftliches Thema handelt. Gerne nochmal das was ich vorhin bereits erörtert habe, eine Inflation entsteht, wenn zusätzlches Geld in eine Volkswirtschaft gepumpt wurde, diese aber nicht für eine Erweiterung der Produktion und Arbeit benötigt wird, sondern für den Konsum bereits bestehender Arbeit und Produktion. Dies führt zu einem erhöhten Preisniveau.
    Wenn ein Kredit aufgenommen wird, wird neues Geld aus dem Nichts geschaffen und gelangt danach in den Umlauf, der Kreditnehmer muss es dann abarbeiten/zurückzahlen, tut er dies nicht gerät er in die Insolvenz und das Geld bleibt weiterhin im System drin.
    Nun wird behauptet durch einlösen einer Sicherheit, also dadurch, dass konten ausgeglichen werden würde eine Inflation verhindert.
    Das stimmt nicht.
    Die Sicherheit ist idr bereits abbezahlt und es findet lediglich ein Eigentümerwechsel statt, welcher dafür führt, das die Bankbilanz ausgegleichen ist, welche aber nicht dazu führt, dass das aus dem nichts geschaffene Geld wieder ins Nichts verschwindet. Dieses zirkuliert immer noch in der Volkswirtschaft und inflationiert.

    Du hast einen Sachverhalt dargestellt in dem Kredite vergeben werden und ordnungsgemäß (wir gehen hier vom Normalfall aus) zurückbezahlt werden. Das aus diesem Sachverhalt keine Inflation entsteht ist vollkommen klar und ist hier nicht Thema. Thema ist, das eben ein Kreditausfall stattfindet. Und in unserem heutigen Geldsystem finden Inflationen auch statt, wenn unternehmenin Produktivkapital investieren welches sich aber nicht rentiert udn dadurch eien Insolvenz entsteht.

    Wenn man meint, dass ein besicherter Kredit Inflation verhindert, hat man das bestehede Geldsystem nicht verstanden.

    Dieser Sachverhalt welcher hier thematisiert wird ist mit betriebswirtschaftlichen Buchungen nicht zu beantworten.

    Der Sarkamus kann dann erfolgen wenn dieser wirklich angebracht ist.


    Aber danke für die Info.
    Zunächst sei angemerkt, dass mir meine Ausdrucksweise rückblickend unglücklich erscheint. Es war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht, eine inhaltlich oder persönlich abwertende Aussage zu treffen. Die gewählte, unglückliche Formulierung sollte ausschließlich die Vermutung vorsätzlich unverständlich formulierter Beiträge zurückweisen. Angesichts der Rolle eines zentralen geldpolitischen Instruments, welche diese Transaktionen ("Repos") haben, halte ich es noch immer für nicht allzu abwegig, allgemeine Kenntnis zu vermuten. Für Banken ist es immerhin wohl das wichtigste Finanzierungsinstrument von Zentralbankengeld.

    Im übrigen sollten meine Ausführungen den Mechanismus der Bilanzverlängerung, damit stattfindender Kreditschöpfung und schließlich Bilanzverkürzung verdeutlichen, was scheinbar jedoch nicht der Aspekt war, der unklar ist. Der Gegenstand der Diskussion ist offensichtlich die Rolle von Kreditsicherheiten auf die Inflation. Es ist, meine ich, zweckdienlich, mindestens im ersten Schritt statt der Inflation die Geldmenge zu betrachten, da Inflation keine objektive Größe ist und ihre Entstehung nur anhand begründeter, jedoch nicht bewiesener, Theorien erklärt werden kann. Im Gegensatz dazu ist die Geldmenge eine jederzeit eindeutige, objektive Größe.

    Die Geschäftsbankengeldmenge steigt durch Bilanzverlängerung und sinkt durch Bilanzverkürzung. Für die Geschäftsbankengeldmenge ist es nicht relevant, ob Sicherheiten existieren oder nicht. Eine Sicherheit hat nur Einfluss darauf, wie ausgefallene Kredite abgerechnet werden. Ohne Sicherheit und als Totalverlust wird ein Kredit abgeschrieben, also das Aktivum entfernt, wodurch die Bilanzverkürzung und Minderung der Geldmenge zulasten einbehaltener Gewinne und danach Eigenkapital stattfindet. Wenn eine Sicherheit existiert, verringern die Verkaufserlöse der Sicherheit die abzuschreibende Kreditforderung auf der Aktivseite und anfallende Verluste. Die Geschäftsbankengeldmenge verringert sich mit der Ausbuchung des Kredits und der damit stattfindenden Bilanzverlängerung, unabhängig von Sicherheiten oder Ausfall.
    危機

  2. #72
    Aluhut Akbar Benutzerbild von Liberalist
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Zunächst sei angemerkt, dass mir meine Ausdrucksweise rückblickend unglücklich erscheint. Es war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht, eine inhaltlich oder persönlich abwertende Aussage zu treffen. Die gewählte, unglückliche Formulierung sollte ausschließlich die Vermutung vorsätzlich unverständlich formulierter Beiträge zurückweisen. Angesichts der Rolle eines zentralen geldpolitischen Instruments, welche diese Transaktionen ("Repos") haben, halte ich es noch immer für nicht allzu abwegig, allgemeine Kenntnis zu vermuten. Für Banken ist es immerhin wohl das wichtigste Finanzierungsinstrument von Zentralbankengeld.

    Im übrigen sollten meine Ausführungen den Mechanismus der Bilanzverlängerung, damit stattfindender Kreditschöpfung und schließlich Bilanzverkürzung verdeutlichen, was scheinbar jedoch nicht der Aspekt war, der unklar ist. Der Gegenstand der Diskussion ist offensichtlich die Rolle von Kreditsicherheiten auf die Inflation. Es ist, meine ich, zweckdienlich, mindestens im ersten Schritt statt der Inflation die Geldmenge zu betrachten, da Inflation keine objektive Größe ist und ihre Entstehung nur anhand begründeter, jedoch nicht bewiesener, Theorien erklärt werden kann. Im Gegensatz dazu ist die Geldmenge eine jederzeit eindeutige, objektive Größe.

    Die Geschäftsbankengeldmenge steigt durch Bilanzverlängerung und sinkt durch Bilanzverkürzung. Für die Geschäftsbankengeldmenge ist es nicht relevant, ob Sicherheiten existieren oder nicht. Eine Sicherheit hat nur Einfluss darauf, wie ausgefallene Kredite abgerechnet werden. Ohne Sicherheit und als Totalverlust wird ein Kredit abgeschrieben, also das Aktivum entfernt, wodurch die Bilanzverkürzung und Minderung der Geldmenge zulasten einbehaltener Gewinne und danach Eigenkapital stattfindet. Wenn eine Sicherheit existiert, verringern die Verkaufserlöse der Sicherheit die abzuschreibende Kreditforderung auf der Aktivseite und anfallende Verluste. Die Geschäftsbankengeldmenge verringert sich mit der Ausbuchung des Kredits und der damit stattfindenden Bilanzverlängerung, unabhängig von Sicherheiten oder Ausfall.
    Es geht um folgendes:

    Nehmen wir als fiktives Beispiel eine Insel, ich befinde mich dort mit 10 weiteren Personen, 9 davon jagen, fischen, pflücken Früchte, handwerken, einer ist die Bank und schöpft Geld aus dem nichts wenn Kredit benötigt wird.
    Jeder der 11 Teilnehmer ist Eigentümer eines Hauses.
    Da ich mein Haus vergrößern will nehme ich einen Kredit auf von 100.000 GE, ansonsten beträgt das Geldvolumen 1.000.000 GE, meine Schulden sind 1/10 des gesamten Geldvolumens. Als Sicherheit besichere ich den Kredit mit meinem Haus.
    Ich lasse mir das Geld von der Bank nun auszahlen und anstatt meine Immobilie zu vergrößern verkonsumiere ich das Geld, esse Fleisch, Fisch und Früchte. Das Geld gerät nun in den Umlauf, sorgt auf der einen Seite für höhere Produktion, auf der anderen Seite aber auch für eine Erhöhung des Preisniveaus, das System inflationiert. Dies geschieht, weil real physisch Geld in den Umlauf fliesst.
    Da ich meinen Kredit verfuttert habe, bin ich nicht mehr in der Lage den zu tilgen. Diesbezüglich zieht die Bank mein Haus ein. Damit ist meine Schuld beglichen, die Bank bietet das Haus zum Verkauf.

    Nun gibt es nach wie vor 11 Häuser, ich jedoch bin eigentumslos, mein Haus steht zum Verkauf. Das von mir geliehene Geld ist nach wie vor im Umlauf, es hat den Umlauf nie verlassen. Das neue Geldvolumen beträgt 1.100.000 GE. Das System ist inflationiert.

    Darum geht es.

    Mein Einwand ich würde dies nicht verstehen bezog sich darauf, dass dieser Sachverhalt ein anderer als der von dir beschriebene ist. Buchhalterisch werden die Konten immer ausgebucht, es wird aber nicht die Inflation verhindert. Wenn physisch Geld abgeflossen ist, kann die Inflation nur verhindert werden, wenn dem System Geld entzogen wird.
    Es ist einfach, auffallend mitfühlend zu sein, wenn andere dafür gezwungen sind, dafür die Kosten zu tragen. (Murray Rothbard) Man kann entweder einen Wohlfahrtsstaat oder offene Grenzen haben, beides zusammen geht nicht. (Milton Friedman) Das Optimum an sozialer Gerechtigkeit ist erreicht, wenn wir alle als Penner durch die Städte irren. (Roland Baader)

  3. #73
    Mitglied Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Liberalist Beitrag anzeigen
    Es geht um folgendes:

    Nehmen wir als fiktives Beispiel eine Insel, ich befinde mich dort mit 10 weiteren Personen, 9 davon jagen, fischen, pflücken Früchte, handwerken, einer ist die Bank und schöpft Geld aus dem nichts wenn Kredit benötigt wird.
    Jeder der 11 Teilnehmer ist Eigentümer eines Hauses.
    Da ich mein Haus vergrößern will nehme ich einen Kredit auf von 100.000 GE, ansonsten beträgt das Geldvolumen 1.000.000 GE, meine Schulden sind 1/10 des gesamten Geldvolumens. Als Sicherheit besichere ich den Kredit mit meinem Haus.
    Ich lasse mir das Geld von der Bank nun auszahlen und anstatt meine Immobilie zu vergrößern verkonsumiere ich das Geld, esse Fleisch, Fisch und Früchte. Das Geld gerät nun in den Umlauf, sorgt auf der einen Seite für höhere Produktion, auf der anderen Seite aber auch für eine Erhöhung des Preisniveaus, das System inflationiert. Dies geschieht, weil real physisch Geld in den Umlauf fliesst.
    Da ich meinen Kredit verfuttert habe, bin ich nicht mehr in der Lage den zu tilgen. Diesbezüglich zieht die Bank mein Haus ein. Damit ist meine Schuld beglichen, die Bank bietet das Haus zum Verkauf.

    Nun gibt es nach wie vor 11 Häuser, ich jedoch bin eigentumslos, mein Haus steht zum Verkauf. Das von mir geliehene Geld ist nach wie vor im Umlauf, es hat den Umlauf nie verlassen. Das neue Geldvolumen beträgt 1.100.000 GE. Das System ist inflationiert.

    Darum geht es.

    Mein Einwand ich würde dies nicht verstehen bezog sich darauf, dass dieser Sachverhalt ein anderer als der von dir beschriebene ist. Buchhalterisch werden die Konten immer ausgebucht, es wird aber nicht die Inflation verhindert. Wenn physisch Geld abgeflossen ist, kann die Inflation nur verhindert werden, wenn dem System Geld entzogen wird.
    Für die Beurteilung der Ergebnisse erscheint es mir unerlässlich, auch hier Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld zu unterscheiden. Zentralbankgeld ensteht bekanntlich allenfalls in einem zweiten Schritt, der erst durch die Entstehung einer zentralbankfähigen
    Sicherheit in Form des gewährten Kredits möglich wird. Darüber hinaus muss zwischen einem Aktivtausch der Kreditforderung gegen Zentralbankgeld und verfügbarer Finanzierungsinstrumente unterschieden werden.

    Das Geld, was (physisch) abgeflossen ist, kommt abgesehen von dem Aktivtausch (der die Zentralbank zum Eigentümer und Träger der Verluste werden lässt) immer zurück (wird vernichtet), wenn der Kredit ausgebucht wird. Die einzige Unterscheidung entsteht dadurch, wessen Geld vernichtet wird. Die gewährte und ordentlich zurückgezahlte Kreditsumme (kein Ausfall), die Verkaufserlöse + Eigenkapital/Reserven in Zentralbankgeld bzw. Geschäftsbankengeld (Ausfall und Wertverfall der Sicherheit) oder ausschließlich Reserven/Eigenkapital der Geschäftsbank sind Szenarien (Totalausfall), die möglich sind.

    Diese Fragen gelangen allerdings mittlerweile in einen Bereich, der nicht unbedingt durch einfache, allgemein gültige Aussagen mehr abgedeckt werden kann. Es ist beispielsweise nicht unbedingt anzunehmen, dass ein Kredit durch den anfallenden Haircut (Puffer um Kreditrisiko der Zentralbank gegenüber Geschäftsbanken zu vermindern, indem der Marktwert durch einen risikoabhängigen Anteil vermindert wird und nicht darüber hinaus beliehen werden kann ) immer ausreicht, um das Kreditvolumen in Zentralbankgeld zu finanzieren.
    Noch weniger ist die Notenbankfähigkeit selbstverständlich. Insofern halte ich es für sinnvoll, ggf. ausschließlich klar definierte Teilprozesse zu betrachten.

    Eine kurze Zusammenfassung der Mechanismen, die auch für ausgefallene Kredite die Rückkehr der Geldmenge auf jene vor Kreditschöpfung ,bietet auch die Bundesbank:
    Zitat Zitat von Bundesbank
    Welche Verluste treten bei einer Bank ein,wenn ein Kredit abgeschrieben werden muss?Typischerweise verlangen Banken von ihren Schuldnern, dass sie Kredite mit Sicherheiten unterlegen. Kann derSchuldner den von ihm aufgenommenen Kredit nicht bedienen, kann die Bank die Sicherheiten verwerten unddadurch einen Verlust vermeiden oder begrenzen. Der Ausfall eines Kreditnehmers kann eine Abschreibung derKreditforderung seitens der Bank erforderlich machen. Wenn eine Bank einen Kredit abschreiben – als Verlustbuchen – muss, läuft dies auf eine Verkürzung der Aktivseite ihrer Bilanz hinaus (der entsprechende Betrag wirdausgebucht). Auf der Passivseite der Bilanz muss es dann zu einer entsprechenden Verkürzung kommen. In einerArt Kaskade vermindert dies in einem ersten Schritt zum Beispiel den in der laufenden Periode aus der übrigenGeschäftstätigkeit erwirtschafteten Gewinn, oder es vermindern sich die (in früheren Perioden erwirtschafteten)Rückstellungen. Reichen diese Positionen zur Abdeckung des Verlusts nicht aus, vermindert sich das Eigenkapitalder Bank.
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    Für Zentralbankgeld sind die Prinzipien die gleichen, auch wenn die praktische Abwicklung etwas komplexer ist.
    危機

  4. #74
    Aluhut Akbar Benutzerbild von Liberalist
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Für die Beurteilung der Ergebnisse erscheint es mir unerlässlich, auch hier Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld zu unterscheiden. Zentralbankgeld ensteht bekanntlich allenfalls in einem zweiten Schritt, der erst durch die Entstehung einer zentralbankfähigen
    Sicherheit in Form des gewährten Kredits möglich wird. Darüber hinaus muss zwischen einem Aktivtausch der Kreditforderung gegen Zentralbankgeld und verfügbarer Finanzierungsinstrumente unterschieden werden.

    Das Geld, was (physisch) abgeflossen ist, kommt abgesehen von dem Aktivtausch (der die Zentralbank zum Eigentümer und Träger der Verluste werden lässt) immer zurück (wird vernichtet), wenn der Kredit ausgebucht wird. Die einzige Unterscheidung entsteht dadurch, wessen Geld vernichtet wird. Die gewährte und ordentlich zurückgezahlte Kreditsumme (kein Ausfall), die Verkaufserlöse + Eigenkapital/Reserven in Zentralbankgeld bzw. Geschäftsbankengeld (Ausfall und Wertverfall der Sicherheit) oder ausschließlich Reserven/Eigenkapital der Geschäftsbank sind Szenarien (Totalausfall), die möglich sind.

    Diese Fragen gelangen allerdings mittlerweile in einen Bereich, der nicht unbedingt durch einfache, allgemein gültige Aussagen mehr abgedeckt werden kann. Es ist beispielsweise nicht unbedingt anzunehmen, dass ein Kredit durch den anfallenden Haircut (Puffer um Kreditrisiko der Zentralbank gegenüber Geschäftsbanken zu vermindern, indem der Marktwert durch einen risikoabhängigen Anteil vermindert wird und nicht darüber hinaus beliehen werden kann ) immer ausreicht, um das Kreditvolumen in Zentralbankgeld zu finanzieren.
    Noch weniger ist die Notenbankfähigkeit selbstverständlich. Insofern halte ich es für sinnvoll, ggf. ausschließlich klar definierte Teilprozesse zu betrachten.

    Eine kurze Zusammenfassung der Mechanismen, die auch für ausgefallene Kredite die Rückkehr der Geldmenge auf jene vor Kreditschöpfung ,bietet auch die Bundesbank:
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    Für Zentralbankgeld sind die Prinzipien die gleichen, auch wenn die praktische Abwicklung etwas komplexer ist.
    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Das Geld, was (physisch) abgeflossen ist, kommt abgesehen von dem Aktivtausch (der die Zentralbank zum Eigentümer und Träger der Verluste werden lässt) immer zurück (wird vernichtet), wenn der Kredit ausgebucht wird. Die einzige Unterscheidung entsteht dadurch, wessen Geld vernichtet wird. Die gewährte und ordentlich zurückgezahlte Kreditsumme (kein Ausfall), die Verkaufserlöse + Eigenkapital/Reserven in Zentralbankgeld bzw. Geschäftsbankengeld (Ausfall und Wertverfall der Sicherheit) oder ausschließlich Reserven/Eigenkapital der Geschäftsbank sind Szenarien (Totalausfall), die möglich sind.
    Für dieses Beispiel welches ich eben nannte fand eine Sicherung in Form einer Immobilie statt. Der Ausbuchung bei der Zentralbank wird dann stattfinden durch eine Neuaufnahme eines weiteren neuen Kredits.
    Der geldpegel ist durch diesen abgeschriebenen Kredit also auf Dauer gestiegen.


    Die Zetralbank reguliert hier nicht die Inflation durch ausbuchen, sie sorgt lediglich für eine ausgeglichene Bilanz.
    In diesem Fall ist es allgemein richtig, dass der Kredit vernichtet wird durch Ausbuchung, volkswirtschaftlich aber eben der kredit durch bestehede "Werte" ausgebucht wurde, was automatisch zur Inflation führt. Wäre der Kredit durch zusätzlich geschaffene Produktivkräfte geschaffen wurden, wäre der Fall ein anderer.

    1. Reales Wachstum:

    Geld wird produktiv verwendet zur finanzierungeines Mehreinsatzes bzw. Verbesserung des Produktionsfaktors Arbeit und Realkapital, was eine Ausdehnung bzw. Veränderung der Produktion bewirkt. Unternehmen, die sich von einer Geschäftsbank Geld ausleihen, verwenden das Geld dafür, neue Maschinen oder Anlagen zu kaufen, die Beschäftigung zu erweitern, und die Produktionsprozesse zu verbessern, so dass sie in Zukunft mehr oder auch neue Arten von Gütern und Dienstleistungen produzieren zu können. Das zusätzlich in der Wirtschaft umlaufende Geld ermöglicht dann sowohl eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage als auch des gesamtwirtschaftlichen Angebots. In der Realität sind allerdings nicht alle finanzierten Investitionsprojekte erfolgreich, und die Finanzierung nicht erfolgreicher Investitionsobjekte führt zur Inflation, da den erhöhten Ausgaben keine Mehrproduktion gegenüber steht. Solange aber eine Mehrheit der Investitionsprojekte erfolgreich ist, bewirken Investitionen in Realkapital genau wie die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in erster Linie reales Wirtschaftswachstum. Nur teilweise produktiv sind Hypothekarkredite. Dienen sie der Finanzierung des Baus von Immobilien, dann führen sie über einen gewissen Zeitraum auch zu einer Zunahme der Produktion. Dienen die Hypothekarkredite hingegen nur zum Erwerb von schon bestehenden Liegenschaften, was bei der Mehrheit der Hypothekarkredite der Fall ist (Congdon, 2005, S.114), dann werden sie nicht produktiv genutzt, und mehr Hypothekarkredite führen in diesen Fall zu einer Zunahme der Immobilienpreis.
    (Binswanger, Mathias – Geld aus dem Nichts. 2015, S. 131f.
    Bei Inflation (in heutigen Fiatgeldsystem ist zudem nicht entscheidend wie hoch die "Geldmenge" ist, sondern wofür das neu geschaffene Geld verwendet wird. Wird es verkonsumiert, inflationiert das System.
    Es ist einfach, auffallend mitfühlend zu sein, wenn andere dafür gezwungen sind, dafür die Kosten zu tragen. (Murray Rothbard) Man kann entweder einen Wohlfahrtsstaat oder offene Grenzen haben, beides zusammen geht nicht. (Milton Friedman) Das Optimum an sozialer Gerechtigkeit ist erreicht, wenn wir alle als Penner durch die Städte irren. (Roland Baader)

  5. #75
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Liberalist Beitrag anzeigen
    Nein, um Gottes willen, ich bin keiner der gegen Banken ist, gegen Zins oder für Negativzins oder anderes esoterisches Zeugs.

    Ich hab nur etwas gegen staatlichen Einfluss im Geldsystem. Kredit muss es immer geben und man muss an diesem verdienen dürfen.
    Der Staat hat schon immer Einfluss genommen. Er hat mal den Besitz von Gold verboten, den "Lastenausgleich" (Ostpreussen) vorgenommen (die nichtbetroffenen hatten den betroffenen einen Ausgleich zu bezahlen) und besteuert willkuerlich Besitz. Wenn du glaubst, du koenntest so einfach dein Geld in Haeuser umtauschen - das sind IMMOBILIEN, nicht mobil. Da gibt es Grundsteuern, Erbschaftssteuer, ... Diese sind dann zahlenmaessig immer teurer, und wenn das dann Millionen sind, wird der Freibetrag immer kleiner. Ein Wohnmobil ist mobil, muss aber, wenn du laenger als drei Monate z.B. in Spanien bist, dort EINGEFUEHRT und umgemeldet werden. Dabei zahlt man dann ebenso Steuern... Und beim Drucken von Geld wird das eigene dann wertloser. In sofern sollte man sich ueberlegen, in welchem Staat man leben sollte. Je groesser und teurer der Verwaltungsapparat ist, desto mehr zahlst du. Die lassen sich schon was einfallen, um dir dein Geld abzunehmen, um sich selbst grosszuegig zu alimentieren.

  6. #76
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Neu Beitrag anzeigen
    Der Staat hat schon immer Einfluss genommen. Er hat mal den Besitz von Gold verboten, den "Lastenausgleich" (Ostpreussen) vorgenommen (die nichtbetroffenen hatten den betroffenen einen Ausgleich zu bezahlen) und besteuert willkuerlich Besitz.
    Der Staat muss wieder demokratisiert werden.


  7. #77
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Die Konvexität des Preises in Abhängigkeit von Zins wird in der Fachliteratur gelegentlich auf diese Art und Weise definiert:
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    Dieser Ausdruck kommt nicht unbegründet bekannt vor:

    Für N instabile Kerne, die zur Aktivität A zerfallen:

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    危機

  8. #78
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Deutschmann Beitrag anzeigen
    Meine Vermutung: die Zinswende kommt. Aber erst etwas später. Dafür umso heftiger und auch nicht langsam steigend, sondern auf einen Schlag um ein paar Punkte rauf.
    Wird auch Zeit, denn nur so steigt auch der Habenzins wieder. Toll wäre ein Anstieg auf 4-5% Habenzins beim Tagesgeld und Baukredite so um die 5-6% wären auch nicht schlecht.
    Für eine Trennung von Kulturen und Religionen.

  9. #79
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von schastar Beitrag anzeigen
    Wird auch Zeit, denn nur so steigt auch der Habenzins wieder. Toll wäre ein Anstieg auf 4-5% Habenzins beim Tagesgeld und Baukredite so um die 5-6% wären auch nicht schlecht.
    Das wäre vertretbar.

    Ih selbst bin ja kein so ein Zins-Fetischist. Ich stehe eher auf Liquidität und die Möglichkeit kurzfristig Geschäfte abwickeln zu können. Da bleibt bedeutend mehr über als durch Zinsen. Aber die Sollzinsen ... wenn die plötzlich um 3 Punkte steigen, haben so manche ein Problem. Vor allem Leute die ein Haus finanziert haben und sich nicht um die Anschlussfinanzierung gekümmert haben. Bei 200.000 Euro wären das locker mal 500 Euro Mehrbelastung. Pro Monat! Und ich bezweifle dass die meisten an sowas gedacht haben.

  10. #80
    Mitglied Benutzerbild von Neu
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Pelle Beitrag anzeigen
    Der Staat muss wieder demokratisiert werden.
    Diese Art von Diktaturdemokratie fuehrt IMMER in Krisen. Die Schweiz zeigt, welche Art von Demokratie man braucht, um sich zum Beispiel 300 Jahre lang aus Kriegen herauszuhalten. Deutschland dagegen fuehrt immer noch Krieg, zur Zeit in Afghanistan, Syrien, Afrika,... Und was nutzt ein Zinssatz von 5%, wenn wir 10% Geldentwertung haben. Gut, dann setzen wir den Zinssatz halt auf 10% und haben dann 15% Geldentwertung... Alles schonmal dagewesen, wenn der Staatskonsum ins unendliche geht und abgehobene selbstherrliche machtbesessene Politiker ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen.

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