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Thema: Wie hielt es Schopenhauer mit der Religion und der Esoterik ?

  1. #1
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    Standard Wie hielt es Schopenhauer mit der Religion und der Esoterik ?

    Hat mich mal interessiert. :-)

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    Laut Schopenhauer steht hinter Allem ein Metaphyisches, welches er “Wille” nannte.(3) Dieser (metaphysische) Wille manifestiert sich in allen Erscheinungsformen dieser Welt, wozu auch der Intellekt, ja sogar der individuelle Wille jedes Menschen gehört. Die Formen, in welcher dieser Wille erscheint, sind vergänglich, nicht jedoch der (metaphysische) Wille selbst. Daher ist das Äußere alles Lebenden zwar sterblich, was hingegen ihr Innerstes ausmacht, ist unvergänglich, also nicht dem Tod unterworfen.

    So schrieb Schopenhauer: “Da der [Links nur für registrierte Nutzer], welcher allein die Fähigkeit der Erinnerung hat, der sterbliche Theil, oder die Form ist, der Wille aber der ewige, die Substanz: demgemäß ist zur Bezeichnung dieser Lehre das Wort Palingenesie (Wiederentstehung) richtiger, als Metempsychose ( Seelenwanderung ) ...

    Mit dieser Ansicht stimmt auch die eigentliche, so zu sagen esoterische Lehre des Buddhaismus, wie wir sie durch die neusten Forschungen kennen gelernt haben, überein, indem sie nicht Metempsychose, sondern eine eigenthümliche, auf moralischer Basis ruhende Palingenesie lehrt, welche sie mit großem Tiefsinn ausführt und darlegt ...”(4) Für die meisten Buddhisten sei aber, wie Schopenhauer hinzufügte, diese Lehre von der Palingenesie “zu subtil”. Daher werde ihnen als “faßlicher” Ersatz die Metempsychose, also die Seelenwanderung, gepredigt.(5)
    suche: schopenhauer in der esoterik

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    Das Thema “Magie” war für Schopenhauer so wichtig, daß er hierauf in einem besonderen Kapitel, nämlich “Animalischer Magnetismus und Magie”, ausführlich einging. Dort weist er auf “die Beharrlichkeit” hin, “ mit welcher ... überall und jederzeit die Menschheit den Gedanken der Magie verfolgt hat”. Er schloß daraus, “daß er (der Gedanke an Magie) einen tiefen Grund, wenigstens in der Natur des Menschen, wenn nicht der Dinge überhaupt, haben müsse, nicht aber eine willkürliche ersonnene Grille seyn könne”.
    “Okkultismus”, abgeleitet von lateinisch “occultum”, das heißt “das Verborgene”, bedeutete ursprünglich “die Beschäftigung mit den vires occultae, den verborgenen oder geheimen Kräften, die in der Welt und im Menschen wirken und der sinnlichen Wahrnehmung nicht zugänglich sind” (Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 2. Aufl. 1955, S.442). Es sind wohl diese verborgenen und geheimen Kräfte, die es vermögen, den Menschen in seinem Innersten derart zu verändern, wie es auf anderem Wege nicht möglich ist. Hierzu gibt es aus dem Schamanismus und dem mit ihm verwandten Tantra überzeugende Belege.
    Okkultismus und Mystik - beide haben die gleiche Grundlage: die Einheit, die letztlich hinter aller scheinbarer Vielheit unserer Welt steht. Dieses ist die Erkenntnis, die der Philosophie Schopenhauers zugrunde liegt, und die Schopenhauer vielleicht nicht mit der Universitätsphilosophie, wohl aber mit den östlichen Weisheitslehren über Jahrtausende hinweg verbindet.
    Unsere alten Philosophen - :-)

    Ich habe weiter gesucht:

    suche: schopenhauer in der religion

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    3) Wovon der Wert einer Religion abhängt.

    Religionen können, als auf die Fassungskraft der großen Menge berechnet, nur eine mittelbare, nicht eine unmittelbare Wahrheit haben. Der Wert einer Religion wird demnach abhängen von dem größeren oder geringeren Gehalt an Wahrheit, den sie unter dem Schleier der Allegorie in sich trägt, sodann von der größeren oder geringeren Deutlichkeit, mit welcher derselbe durch diesen Schleier sichtbar wird, also von der Durchsichtigkeit des letzteren. Fast scheint es, dass, wie die ältesten Sprachen die vollkommensten sind, so auch die ältesten Religionen. (W. II, 186.)
    Könnte man auch bei Nietzsche nachfragen - eine Zeit, in der Religion einen ganz anderen Stellenwert hatte als heute, wo Jeder glaubt, darüber zu stehen und alles ablehnt, was ihm unbekannt und fremd vorkommt. Und dann kommen gleich abwehrende Hände - das kann man mir nicht erzählen - Punkt - Aus - Fertig :-)

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    Zwischen Schopenhauer und Empedokles gibt es Verwandtschaften.(1) Friedrich Nietzsche hatte hiermit auf Gemeinsamkeiten hingewiesen, die nur selten erwähnt werden, denn Arthur Schopenhauer wird zumeist mit Platon, aber kaum mit dem altgriechischen Mystiker Empedokles in Verbindung gebracht. Wer war Empedokles?Empedokles ist eine der merkwürdig
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    „Jenseits von Gut und Böse“






    Friedrich Nietzsches Ansatz zu transzendentaler Erkenntnis

    … denn ihr glaubt heute ungern,
    wie man mir verraten hat, an Gott und Götter.
    Vielleicht auch, daß ich in der Freimütigkeit
    meiner Erzählung weiter gehen muß,
    als den strengen Gewohnheiten eurer Ohren immer liebsam ist?
    Gewißlich ging der genannte Gott bei
    dergleichen Zwiegesprächen weiter, sehr viel weiter,
    und war immer um viele Schritte mir voraus …

    Friedrich Nietzsche
    Jenseits von Gut und Böse (Absatz 295)

    Heute, über einhundert Jahre später, wo die von Nietzsche genannten Gefahren weltumspannend geworden sind, können diese wiedergeborenen Sucher Finder höherer Offenbarungen werden. Und wieder sind es Außenseiter, die dieses Tor aufstoßen, wie in jeder Wendezeit, wie z. B. auch vor hundert Jahren.
    Was würden die Philosiphen heute sagen, in einer übertechnisierten Welt, in der nur noch das Wissen zählt, daß öfters ausgetauscht werden kann - wo man mit Tod und der Vergänglichkeit so schwer umgehen kann.

    Tja, so ist das halt - vielleicht werden diese Philosophen auch wieder vergessen werden, denn die Menschen danach lesen kaum noch - und schreiben nur noch in Kürzeln.

    Was soll`s.....
    Heute, über einhundert Jahre später, wo die von Nietzsche genannten Gefahren weltumspannend geworden sind, können diese wiedergeborenen Sucher Finder höherer Offenbarungen werden. Und wieder sind es Außenseiter, die dieses Tor aufstoßen, wie in jeder Wendezeit, wie z. B. auch vor hundert Jahren.

  2. #2
    Mitglied Benutzerbild von dr-esperanto
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    Standard AW: Wie hielt es Schopenhauer mit der Religion und der Esoterik ?

    Also den schopenhauerischen "Willen" hat er doch sicher aus dem Buddhismus übernommen, wo dieser Wille (cetanâ, sankhâra, "Tatabsichten") die Wiederentstehung bedingt. Denn was ist das Nirvana? Wenn man also keine neue Wiederentstehung eines neuen leidenden Lebewesens oder Gegenstandes auslöst?: Spruch des Buddha im Anguttara-Nikâya 10, 60, 9: "Das ist der Friede, das ist die Erfüllung: das Zurruhekommen aller Tatabsichten, das Aufgeben aller Grundlagen (für eine Wiederentstehung), die Vernichtung der Gier, die Leidenschaftslosigkeit, das Nirvana." Gier, Hass und Unwissenheit nennt man die drei Leidensantriebe. Die Tatabsichten, also der Wille des Menschen, prägen sich in sein Bewusstsein ein und es ist eben das Bewusstsein des Menschen, das sogenannte vi-jñâna, das beim Tod in einer befruchteten Frau das Werden eines Embryos entzündet und dort sofort nach der Initialzündung verlischt (Majjhima-Nikâya 38, 5). Das Bewusstsein ist KEINE transmigrierende Seele; der Mönch Sâti, der dies annahm, wurde vom Buddha scharf getadelt!
    Iudex ergo cum sedebit, quidquid latet apparebit!
    Asperges me, Domine, hyssopo, et mundabor: lavabis me, et super nivem dealbabor!

  3. #3
    Mitglied Benutzerbild von Schopenhauer
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    18.09.2015
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    Standard AW: Wie hielt es Schopenhauer mit der Religion und der Esoterik ?

    Zitat Zitat von dr-esperanto Beitrag anzeigen
    Das Bewusstsein ist KEINE transmigrierende Seele;...
    Korrekt.
    (Über Hirnforschung, Hirnchemie, Entwicklung, Entwicklungsbiologie, Anlagen, Genetik und angrenzendes habe ich im Laufe meiner Forenzeit genug eingestellt. Auch zur Sprache -Definitionen im jeweiligen Kontext, Herleitung (griech./Latein etc. pp) bezüglich der Verwendung verschiedener Begriffe. Sprache im Besonderen und Allgemeinen.)
    Ohne Wahrheit gibt es keine Freiheit.

    "Ich glaube, ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich Leute von Anfang an doof finden darf. Ich habe ja nicht ewig Zeit."

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