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Thema: Was war so verderblich am Nationalismus?

  1. #11
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    Standard AW: Was war so verderblich am Nationalismus?

    Zitat Zitat von Nietzsche Beitrag anzeigen
    Wie immer gibt es verschiedene Auslegungen des Wortes Nationalismus.

    Die USA haben einen vermeintlichen, da gehts aber nur um Sklaven und Konsum. Selbiges aber unter dem Namen "Multikulti" macht Deutschland.
    Dann gab es so etwas wie Nationalismus "damals" in Deutschland. Der, darüber könnten wir nun streiten ob es so war oder nicht, bezog sich nicht nur nach innen, sondern der wollte sich nach außen vergrößern um aus der Welt eine Nation zu generieren.
    Dann gibt es die Schweiz, die wären das beste Beispiel eines gelungenen Nationalismus. Fremde Elemente in sich aufnehmen um sich zu verbessern, ansonsten keinen rein lassen. Das Land von innen her stärken, mehr Macht und Einfluss ansammeln um Kaufkraft zu haben.
    Ebenso Japan. Die können ja auch nirgends hin, schaffen es aber auch ohne Rohstoffe per Dienstleistungen und Im-/Export das Land zu stärken.

    Ein expandierender Nationalismus über Landesgrenzen hinaus. Der scheint nicht zu klappen und ist viel zu kompliziert. Lieber ein geschlossener Staat und Gesellschaft.


    Findige Soziologen, Philosophen und Historiker aus der kulturmarxistischen Ecke, haben da Typisierungen von Nationalismen, deren Unzahl hier nicht erwähnt werden muss, vorexerziert. Diese Werke behaupten aber unisono, alles gesellschaftliche, was über ein Dorf hinausgeht, ist erfunden, konstruiert und die Selbsttäuschung von Nationalismen, wobei eine anonyme Gesellschaft von atomisierten Existenzen entsteht, die durch den neuen, erfundenen Gott abhängig und dumm gehalten werden. Letztlich geht es wieder um die Loslösung von allen tradierten Bindungen, die umso sicherer jene Existenzen produzieren, die beklagt werden, jeder kennt die Gestalten, die in der BRD aus den Röhren kommen. Und was wäre dieser Europa-Fetisch von Transatlantikern und Nationalmasochisten bei den Medien und der Politik denn zu Ende gedacht; die Vision heißt ja, aus Europa einen Staat wie die USA zu machen? Davon ab, dass es noch unendlich mehr konstruiert ist, als der gefestigte, geschichtlich bewährte Block einer Nation- Wo ist dann der Unterschied zwischen America first und einem Europe united oder together oder was das Eichmann-Double neulich sagte? Ein Chauvinistentum, nur noch irrationaler und weit gefährlicher aufgrund der Machtkonzentration, als Egoismen eines Einzelstaates. Wobei übrigens evident ist, dass, wäre Europa 1500 ein einziger Riesenblock gewesen, es nie große Teile der Erde beherrscht hätte; hierfür war unabdingbare Prämisse, der ständige Erneuerungs- und Wettbewerbsdruck (militärisch, wirtschaftlich, technologisch), dem sich aufgrund der Nähe der Wettbewerber zueinander kein Staatswesen verweigern konnte. Nur deshalb konnte man nicht einfach wie die Ming-Chinesen, Japaner oder Moslems Jahrhunderte die Tür abschließen, um dann, viel später, umso brutaler von den Europäern ihre Rückständigkeit aufgezeigt zu bekommen.

    Eins darunter ist es übrigens auch von den selben Egoismen entfacht, der Regionalpatriotismus, der auch wiederum, von den Links-Grünen bejubelt wird. Wenn im Radio des ÖR posaunt wird, ihr Bundesland sei Bildungssieger, nach Platz zwei im Vorjahr: Ja, dann hat man ein anderes Bundesland verdrängt, welches den Slogan nicht mehr bewerben kann; die im Abstieg begriffen sind.

  2. #12
    Mitglied Benutzerbild von mathetes
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    Standard AW: Was war so verderblich am Nationalismus?

    Das Problem ist nicht Nationalismus sondern Imperialismus, die Alternativen zum Nationalstaat sind entweder archaische Clangesellschaften oder monströse Imperien.
    "Wem es bestimmt ist unterzugehen, wird untergehen. Und wem es bestimmt ist herunterzufallen, wird fallen."

  3. #13
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    Standard AW: Was war so verderblich am Nationalismus?

    Zitat Zitat von mathetes Beitrag anzeigen
    Das Problem ist nicht Nationalismus sondern Imperialismus, die Alternativen zum Nationalstaat sind entweder archaische Clangesellschaften oder monströse Imperien.
    Ein Europa als einheitlicher Staat wäre zumindest auf dem BRD-Teilgebiet wohl Beides, vor der Haustür die Realitäten aus 1001 Nacht, nach außen imperial.

  4. #14
    Mitglied Benutzerbild von Valdyn
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    Standard AW: Was war so verderblich am Nationalismus?

    Zitat Zitat von mathetes Beitrag anzeigen
    Das Problem ist nicht Nationalismus sondern Imperialismus, die Alternativen zum Nationalstaat sind entweder archaische Clangesellschaften oder monströse Imperien.
    Auch die multikulturelle USA sind ein Nationalstaat. Es ist die Frage wie man Nation und Volk definiert. Darüber herrscht eben keine Allgemeingültigkeit.

  5. #15
    Mitglied Benutzerbild von mathetes
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    Standard AW: Was war so verderblich am Nationalismus?

    Zitat Zitat von Valdyn Beitrag anzeigen
    Auch die multikulturelle USA sind ein Nationalstaat. Es ist die Frage wie man Nation und Volk definiert. Darüber herrscht eben keine Allgemeingültigkeit.
    Ein Nationalstaat kann natürlich auch multi-ethnisch sein, darum ging es mir an dieser Stelle nicht, mir gings um etwas anderes, die Sowjetunion war eine Art Imperium, ein zentralistischer Moloch wie die EU schlimmstenfalls auch einer werden könnte, keine verlockende Alternative, wenn es um Demokratie und ein solidarisches Miteinander geht, was gerade Linken ja vorgeblich wichtig ist, die andere Alternative zum Nationalstaat ist eben ein vorzilisatorischer Zustand ohne jegliche staatliche Ordnung.

    Probleme beginnen erst mit Expansionswünschen oder Gebietsansprüchen, das ist dann imperialistisch und führt zu Krieg.
    "Wem es bestimmt ist unterzugehen, wird untergehen. Und wem es bestimmt ist herunterzufallen, wird fallen."

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