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Thema: Warum die kategorische Verklärung der Sowjetunion nicht richtig ist

  1. #1
    Москаль Benutzerbild von Dima
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    Standard Warum die kategorische Verklärung der Sowjetunion nicht richtig ist

    Warum die kategorische Verklärung der Sowjetunion nicht richtig ist - oder: Im heutigen Russland ist auch nicht alles schlecht

    Die Sowjetunion, in der wir gelebt haben, hatte natürlich ihre guten und positiven Seiten. Doch gibt es heutzutage, gerade bei den älteren Menschen in Russland, die Sowjetunion zu verklären, sie schönzureden. Wie Goworuchin im Film "Das Russland, das wir verloren haben".

    Depressive, vergangenheitsorientierte Menschen sagen, dass in der Sowjetunion alles besser war als im heutigen Russland. Dazu bedienen sie sich zahlreicher Mythen.

    Mit einem Mythos möchten wir heute aufräumen, und zwar mit dem Mythos: In der Sowjetunion war der Lebensstandard höher als im heutigen Russland, weil alles günstiger war!

    Im Film "Das Russland, das wir verloren haben", wird gesagt, dass früher ein Teller Borschtsch im Restaurant nur zwei Kopeken kostete, dass das Benzin sehr günstig war und so weiter.

    Schauen wir uns diesen Mythos jedoch mal genauer an.



    Das ist ein staatlicher Benzin-Gutschein aus dem Jahr 1985. Fünf Liter Benzin kosteten 2 Rubel. Das sind 40 Kopeken je Liter. In Umrechnung auf den heutigen Rubel sind es 80 Rubel.

    Ende 2017 lag der durchschnittliche Literpreis für Benzin in Russland bei durchschnittlich 38 Rubel.

    Damit ist Benzin im heutigen Russland mehr als doppelt so günstig wie in der Sowjetunion!

    Dabei muss bedacht werden, dass die Ölpreise zu Sowjetzeiten wesentlich niedriger waren als heute. 1985 kostete ein Barrel Öl um die 30 Dollar, heute sind es 60. Und trotzdem war das Benzin in der Sowjetunion doppelt so teuer wie heute!

    Und das Ganze bei den sowjetischen Einkommen, die im Schnitt niedriger waren als heute.

    1985 lag das Durchschnittseinkommen eines Sowjetbürgers bei 186 Rubel. Dies sind umgerechnet 37.000 Russische Rubel. Das monatliche Durchschnittseinkommen in Russland lag 2018 bei 45.000 Rubel. Sogar bei uns in der vergleichsweise armen Oblast Rostow liegt es bei 36.000 Rubel monatlich.

    Strom kostete in der Sowjetunion zwei Kopeken je Kilowattstunde auf dem Land, und in der Stadt vier Kopeken je Kilowattstunde. Das sind 8 Russische Rubel.

    Heute kostet eine Kilowattstunde in der Oblast Rostow 3,8 Rubel. Halb so teuer wie in der Sowjetunion!

    Ein noch krasseres Beispiel: Eine Jacke oder ein paar Stiefel kosteten in der Sowjetunion 120 bis 150 Rubel. Das sind in der Umrechnung fast 30.000 Russische Rubel! Und sie waren kaum zu finden. In den USA, wo das Durchschnittseinkommen 15-mal höher war in der Sowjetunion, waren diese Waren günstiger. Ihr lest es richtig: In den USA waren viele Waren günstiger als in der Sowjetunion!

    So kostete in den USA ein Pfund Wurst im Jahr 1985 weniger als ein US-Dollar. Das heißt, ein Kilo Wurst war in den USA für 1,8 sowjetische Rubel zu haben. In der Sowjetunion lag dieser Preis bei 2,2 Rubel beziehungsweise bei 440 modernen Rubel. Doch das waren Geschäfte staatlicher Betriebe, in denen nur die Mitarbeiter dieser Betriebe einkaufen durften. In den herkömmlichen „Gastronom“-Geschäften kostete das Kilo Wurst nicht unter 4,4 Rubel, oder 880 moderne Rubel.

    Ein ganzes Huhn kostete auf dem Markt 3 Rubel beziehungsweise 600 moderne Rubel. Zucker, Öl, Fleisch und sogar Nudeln – alles war wesentlich teurer als im heutigen Russland. Und das bei deutlich schlechterer Qualität der Waren!

    Einen Neuwagen zu kaufen, das war in der Sowjetunion kaum möglich! Ein neuer Lada kostete umgerechnet 1,4 Millionen moderne Russische Rubel!!!

    Für den Preis bekommt man in Russland heutzutage beispielsweise einen Toyota Camry, eine hochwertige Limousine mit 249 PS, oder einen Volkswagen Passat. Günstige Neuwagen-Modelle, wie der Lada Granta, sind ab 400.000 Rubel zu haben.

    Besonders horrend waren die Preise auf Gold. Es war so teuer, dass es günstiger war, Dollar zu einem ungünstigen Umrechnungskurs zu erwerben, das Gold im Ausland zu kaufen und mit einer hohen Spanne wieder zu verkaufen. Dabei war es sehr schwierig in der Sowjetunion, Goldschmuck zu kaufen. Sogar Trauringe wurden nur dann verkauft, wenn die Käufer eine Bescheinigung vom Standesamt vorgelegt haben.


    Aber die kostenlose Medizin, werden die Sowjet-Romantiker jetzt sagen! Darauf kann ich euch nur mit Fakten erwidern: Die Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit war in der Sowjetunion der 1980er Jahre auf afrikanischem Niveau. Heute leben die Menschen in Russland länger und gesünder als in der Sowjetunion, die Säuglingssterblichkeit hat sich mehr als halbiert, trotz "nicht kostenloser" Medizin.
    Quelle: CONT.Ru

    Ein etwas provokanter und umstrittener Artikel aus der paneurasisch-patriotischen Online-Zeitung CONT ("Der Kontinentalist").

    Nunja, ich sehe es wie Putin mal sagte: "Wer die Sowjetunion nicht vermisst - der hat kein Herz. Wer sie sich zurückwünscht - keinen Verstand."
    "Das Infragestellen grundlegender, moralischer Normen und die unerschöpfliche Toleranz, die absurde, ja sogar völlig skurille Züge annimmt, schaden der geistlichen Gesundheit der Menschen und entfernen diesen von seinen kulturell-zivilisatorischen Wurzeln."
    Sergei Lawrow (Russlands Außenminister)

  2. #2
    Mitglied Benutzerbild von herberger
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    Standard AW: Warum die kategorische Verklärung der Sowjetunion nicht richtig ist

    [Links nur für registrierte Nutzer]

    Vor hundert Jahren im März 1919 begann der 2. Weltkrieg


    Polnisch-Sowjetischer Krieg
    Im Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 (russisch Советско-польская война/ Transkription: Sowetsko-polskaja woina; polnisch Wojna polsko-bolszewicka ukrainisch Польсько-радянська війна) versuchte einerseits das wieder errichtete Polen, im Osten den historischen Grenzverlauf von 1772 wiederherzustellen und eine osteuropäische Konföderation (→ Międzymorze) unter polnischer Führung zu schaffen. Das sich noch im Bürgerkrieg befindende Sowjetrussland war andererseits bestrebt, seinen Einflussbereich in den Westen zu verschieben. In der Ukraine wurde Polen von nationalistischen Kräften unterstützt, die zuvor von den Bolschewiki von der Macht vertrieben worden waren.
    Das Hauptmotiv der polnischen Führung, allen voran des Staatsoberhauptes Józef Piłsudski, war die Erlangung einer möglichst starken Position gegenüber jenen Staaten, die mehr als hundert Jahre zuvor an den polnischen Teilungen beteiligt waren – also Russland, Preußen und Österreich. Dies führte nicht nur zu Auseinandersetzungen mit Russland, sondern beispielsweise auch in den Abstimmungsgebieten Schlesiens, wo sich deutsche Freikorps und polnische Nationalisten zeitweise (bis 1921) gegenüberstanden. Den größten Spielraum sah die polnische Führung im Osten. Einem möglichen Wiedererstarken Russlands, diesmal unter kommunistischer Führung, setzte Piłsudski die Idee einer von Polen dominierten Konföderation in Mittel- und Osteuropa entgegen.[3] Als historisches Vorbild für das polnisch geführte „Zwischenmeerland“ (poln. Międzymorze) diente hierfür die polnisch-litauische Realunion, die bis 1791 bestanden hatte. Der Staatenbund sollte Polen, die Ukraine, Weißrussland und Litauen umfassen.
    Auch wenn die Deutschen weniger werden, so ist das noch lange kein Grund das Land anderen zu überlassen.

  3. #3
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    Standard AW: Warum die kategorische Verklärung der Sowjetunion nicht richtig ist

    Zitat Zitat von herberger Beitrag anzeigen
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    Vor hundert Jahren im März 1919 begann der 2. Weltkrieg


    Polnisch-Sowjetischer Krieg
    Im Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 (russisch Советско-польская война/ Transkription: Sowetsko-polskaja woina; polnisch Wojna polsko-bolszewicka ukrainisch Польсько-радянська війна) versuchte einerseits das wieder errichtete Polen, im Osten den historischen Grenzverlauf von 1772 wiederherzustellen und eine osteuropäische Konföderation (→ Międzymorze) unter polnischer Führung zu schaffen. Das sich noch im Bürgerkrieg befindende Sowjetrussland war andererseits bestrebt, seinen Einflussbereich in den Westen zu verschieben. In der Ukraine wurde Polen von nationalistischen Kräften unterstützt, die zuvor von den Bolschewiki von der Macht vertrieben worden waren.


    Das Hauptmotiv der polnischen Führung, allen voran des Staatsoberhauptes Józef Piłsudski, war die Erlangung einer möglichst starken Position gegenüber jenen Staaten, die mehr als hundert Jahre zuvor an den polnischen Teilungen beteiligt waren – also Russland, Preußen und Österreich. Dies führte nicht nur zu Auseinandersetzungen mit Russland, sondern beispielsweise auch in den Abstimmungsgebieten Schlesiens, wo sich deutsche Freikorps und polnische Nationalisten zeitweise (bis 1921) gegenüberstanden. Den größten Spielraum sah die polnische Führung im Osten. Einem möglichen Wiedererstarken Russlands, diesmal unter kommunistischer Führung, setzte Piłsudski die Idee einer von Polen dominierten Konföderation in Mittel- und Osteuropa entgegen.[3] Als historisches Vorbild für das polnisch geführte „Zwischenmeerland“ (poln. Międzymorze) diente hierfür die polnisch-litauische Realunion, die bis 1791 bestanden hatte. Der Staatenbund sollte Polen, die Ukraine, Weißrussland und Litauen umfassen.

    Adolf bewunderte Pilsudski
    an seiner Stelle hätte er mglw ebenso gehandelt.,
    Im Übrigen meine ich dieser Feldzug gehörte historisch noch zum WKI

  4. #4
    Mitglied Benutzerbild von herberger
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    Standard AW: Warum die kategorische Verklärung der Sowjetunion nicht richtig ist

    Zitat Zitat von Diskurti Beitrag anzeigen
    Adolf bewunderte Pilsudski
    an seiner Stelle hätte er mglw ebenso gehandelt.,
    Im Übrigen meine ich dieser Feldzug gehörte historisch noch zum WKI
    Das war eher ein Folge Krieg,für deutsche Historiker ist die ganze 2. polnische Republik die ja eine extreme Militärdiktatur war überhaupt kein Thema, ob Hitler Pilsudski bewunderte mag dahin gestellt sein, aber Pilsudski war nicht so ein extremer Amokläufer.
    Auch wenn die Deutschen weniger werden, so ist das noch lange kein Grund das Land anderen zu überlassen.

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