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Thema: Abstürze der Boing 737 max8

  1. #81
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    Standard AW: Abstürze der Boing 737 max8

    Zitat Zitat von OneDownOne2Go Beitrag anzeigen
    Fly-By-Wire ist vielleicht "irreführend" als Ausdruck. Bei den heute üblichen Lasten auf den Steuer- und Regelflächen kommt man fast nirgends um hydraulische Betätigung herum, höchstens in Ausnahmefällen - z.B. Trimmung - kommen elektrische Systeme vor. Der Unterschied liegt heute meistens nicht mal mehr in der Ansteuerung, in aller Regel werden die Steuereingaben des Piloten schon seit Jahren elektrisch aufgenommen und auch elektrisch an die Hydraulik übermittelt, sondern alleine darin, ob die Flugsteuerung die Befehle des Piloten "einfach so" durchreicht, oder sie als "Absichtserklärung" betrachtet und den Computer darüber entscheiden lässt, wie diese Absicht in die Tat umgesetzt wird. Wie weit die Kompetenz des Computers dabei reicht, legt das jeweilige flight regime law fest. Das reicht von "der Computer entscheidet alles" unter Autopilot bis hin zu "der Pilot entscheidet alles" unter full manual control. Auch der Betriebszustand der Anlage spielt dabei eine Rolle, nur dann, wenn alle Systeme nominal arbeiten, stehen alle Modi zur Wahl, Ausfälle einzelner Komponenten führen zu Einschränkungen, die im Extremfall auch dazu führen können, dass bestimmte Kanäle (Querruder, Seitenruder, Höhenruder) gar nicht mehr verfügbar sind. Um die Kontrolle zu behalten, reichen allerdings jeweils zwei Kanäle aus, darunter leidet "nur" der Komfort für die Passagiere. Die mechanische Redundanz sorgt für zusätzliche Sicherheit in dem insgesamt sehr unwahrscheinlichen Fall, dass bei einem Flugzeug selbst die Notstromversorgung und die von elektrischen Pumpen betriebene Notfallhydraulik nicht mehr arbeiten, aber ich möchte nicht der sein, der z.B. eine 747 mit reiner Körperkraft fliegen muss - was bis einschließlich der Serie 400 zumindest theoretisch noch ging.
    Dies ist ja mit ein Grund, warum ich dieser fortschreitenden Digitalisierungshörigkeit kritisch gegenüber stehe - ein System kann und soll den Menschen unterstützen, aber kein digitalisiertes System der Welt kann und wird einen Menschen ersetzen, da solch ein System immer nur im Rahmen der programmierten Parameter arbeiten kann und wird.

    Zitat Zitat von OneDownOne2Go Beitrag anzeigen
    Die Haftung ist schon heute happig, zumindest immer dann, wenn in den USA geklagt werden kann. Für den Fall, dass Sicherheit und Kosten gegeneinander abgewogen worden sind, gibt es entsprechende Präzedenzfälle, in denen es auch schon zu Strafen für Manager kam, zum Beispiel beim Skandal um den "etwas brandgefährlichen" Ford Pinto, als Ford schon wusste, dass das Brandrisiko wegen einer fehlerhaften Konstruktion so hoch war, aber nichts unternahm, um das zu ändern. Die Finanzabteilung hatte ausgerechnet, dass eine Rückrufaktion mit entsprechenden Umrüstungen mehr kosten würde, als an Kosten durch verlorene Schadenersatz-Prozesse zu erwarten war. Soweit ich mich erinnere, ging der zuständige Vorstand damals in den Knast, zusammen mit einigen seiner Mitarbeiter, die sich an dem Vertuschungsversuch tatkräftig beteiligt hatten.

    Das dürfte sich allerdings schwer auf die Luftfahrt übertragen lassen, eine 737 ist "etwas komplexer" als ein Ford Pinto, und wenn wir von Software sprechen, wird es noch mal komplizierter, das VW beim "Schummeln" erwischt wurde liegt nur daran, dass sie das relativ plump gemacht hatten, für so dämlich halte ich Boeing nicht, entsprechend sind wüste Strafandrohungen gegen das Management eher witzlos, weil man sich im Bereich der Unbeweisbarkeit bewegt. Es sei denn, es würde irgend ein Ingenieur plaudern und gleich entsprechende Belege mitbringen.
    Dass die Amis auch mit Managern und Firmen - im Gegensatz zu der deutschen Justiz - nicht zimperlich umgehen, wenn man bewusstes "Fehlverhalten" darstellen kann ist ja durchaus richtig - scheint aber immer noch nicht weit genug zu gehen. Sicher ist es immer eine Sache der Beweisbarkeit - aber irgendwer plaudert immer und wenn es denn stimmt, dass nur EIN Sensor für die ganze Malaise verantwortlich ist - dann würde ich meinen, dass ein Management schon in Erklärungsnot kommt, wieso das System nur von einem Sensor abhängig ist, nicht redundant ausgelegt ist und - glaubt man den allgemeinen Veröffentlichungen - weder die Airlines noch Piloten über wesentliche Änderungen im Bereich der Software informiert wurden.

  2. #82
    Mitglied Benutzerbild von rumpelgepumpel
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    Standard AW: Abstürze der Boing 737 max8

    hier ein Start in einer Boeing 737 max 8 aus der Cockpit-Sicht,

    auffallend ist in der Tat das im Flug der Button zur Kontrolle der Warnfunktion gedrückt wird,
    die vertrauen dem Ding nicht,
    bei Videos anderer Maschinen sieht man das maximal 1-2 mal vor dem Start

    ansonsten durchaus gruselig,
    das Video bricht 5 Minuten nach den Takeoff ab, die 2 abgestützten Maschinen haben glaube ich 7 Minuten durchgehalten bevor das MCAS-System "automatisch" den Sinkklug eingeleitet hatte

    takeoff ab 10:50
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    komplettes Video:

    Geändert von rumpelgepumpel (21.03.2019 um 19:21 Uhr)

  3. #83
    KEINE FRAKTION Benutzerbild von kotzfisch
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    Standard AW: Abstürze der Boing 737 max8

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    Beste Erklärung MCAS.
    Pro Flugcomputer nur 1 Sensor.Jeder Flug PC greift jeweils auf nur einen
    AOA Sensor zu.
    Schlechter kann man es kaum machen.
    Undokumentierte Abschaltung des MCAS.
    Keine Anzeige, ob MCAS überhaupt engaged ist.
    (Aufpreispflichtig....!)

    Ich fasse es nicht.

    Das wird der teuerste Flop der Luftfahrtgeschichte.
    Zulassung erlischt sicher bald.Dann können sie 350 Maschinen zurücknehmen* und an die 150 unverkäuflich im Hof
    parken.Ziemlich teurer Schrott.

    *bzw. vor Ort verschrotten (Flugverbot!) und Geld zurücküberweisen.....Viel Spaß soweit.
    Verschrottungen in 35 Ländern organisieren, Geld zurück.Hahahaha........
    Getretener Quark wird breit, nicht stark



    J.W.v.G.

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