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Thema: Versailler Vertrag

  1. #151
    Herzland Benutzerbild von Süßer
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von GSch Beitrag anzeigen
    Dass der Erste Weltkrieg ein Weltkrieg wurde, liegt an dem Domino-System, das die Großmächte über Jahrzehnte aufgebaut hatten. Jeder hatte sich mit jedem gegen jeden verbündet.

    Schritt 1: ausgehend von dem Attentag von Sarajevo, hinter dem nach Meinung Österreich-Ungarns Serbien steckte, erklärt ÖU Serbien den Krieg.
    Schritt 2: für so einen Fall hatten die Serben einen Beistandsvertrag mit Russland. Dieser wurde jetzt aktiv, und Russland erklärte ÖU den Krieg.
    Und Östereich hatte einen Beistandsvertrag mit Italien.
    Der Serbiche Geheimdienst ermordete den österrdichichen Kronprinzen.
    Serbien verweigerte die gerichtlich verurteilten Attentäter/Mörder.
    Österreich wollte mit einer begrenzten militärischen Operation die Täter fassen.
    Italien brach das Domino-System, mit der Begründung es wäre nicht im Falle eines Angriffkrieges gedacht. Rußland und die späteren Alliierten sahen das anders, wenn es nur gegen Deutschland ging.
    Italien wechselte später sogar die Seiten und wurden für ihren Verrat mit Südtirol belohnt...

    Aber so geht Framing, man läßt etliche Tatsachen weg und stellt einige wenige heraus, damit das gewünschte Ergebnis gefolgert wird.

  2. #152
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von GSch Beitrag anzeigen
    Dass der Erste Weltkrieg ein Weltkrieg wurde, liegt an dem Domino-System, das die Großmächte über Jahrzehnte aufgebaut hatten. Jeder hatte sich mit jedem gegen jeden verbündet.

    Schritt 1: ausgehend von dem Attentag von Sarajevo, hinter dem nach Meinung Österreich-Ungarns Serbien steckte, erklärt ÖU Serbien den Krieg.
    Schritt 2: für so einen Fall hatten die Serben einen Beistandsvertrag mit Russland. Dieser wurde jetzt aktiv, und Russland erklärte ÖU den Krieg.
    Schritt 2: ÖU hatte einen Beistandsvertrag mit Deutschland. Der wurde jetzt von Deutschland als fällig angesehen, und D erklärte Russland den Krieg. (An dieser Stelle hätte Wilhelm II. die Chance gehabt, die Entstehung eines Weltkrieges zu verhindern. Er hätte seinem Kollegen in Wien erklären können, der Beistandspakt sei für den Fall gedacht, dass jemand ÖU angreift, nicht aber für den Fall eines öu Angriffs auf jemanden. Das hätte man ihm in Wien sicher sehr übel genommen, und es hätte wohl zum noch schnelleren Untergang der Donaumonarchie geführt, aber die Entwicklung zum Weltkrieg wäre vielleicht gestoppt worden.)
    Schritt 4: Russland hatte für so einen Fall einen Beistandsvertrag mit Frankreich. Dieses erklärte jetzt Deutschland den Krieg.
    Schritt 5: da D bei seinem Vormarsch gegen Frankreich die belgische Neutralität brach, erklärte auch GB Deutschland den Krieg.
    Schritt 6: dass das Osmanische Reich an der Seite Deutschlands in den Krieg eintrat, scheint aus deutscher Perspektive weniger bedeutend zu sein, für die weitere Geschichte des Nahen Ostens ist es das aber schon. Eine ganze Reihe von Staaten der Region (Israel, Libanon, Jordanien, Irak) entstanden aus den Völkerbunds-Mandatsgebieten, die entweder GB oder Frankreich übertragen wurden.

    Klack-klack-klack-klack-klack fielen die Dominos, und schwupp, hatten sie sich alle gegenseitig an der Kehle.

    Am Abend des Tages, an dem GB in den Krieg eintrat, soll der damalige britische Außenminister Grey sehr lange und nachdenklich am Fenster seines Londoner Büros gestanden haben. Er beobachtete, wie man in den Straßen nach und nach die Gaslaternen anzündete, und sagte dann irgendwann: "Jetzt gehen in ganz Europa die Lichter aus; wir alle werden sie in unserem Leben nie wieder leuchten sehen." Sehr zutreffend.
    Das scheint eine Legende zu sein:
    Revealed: how King George V demanded Britain enter the First World War
    Record of previously unknown meeting between George V and his Foreign Secretary reveals that the King told him to "find a reason" to go to war with Germany
    King George V and Sir Edward Grey
    The letter documents a previously unrecorded meeting between George V (left) and Sir Edward Grey (right) Photo: Alamy/Jay Williams

    By Anita Singh, Arts and Entertainment Editor

    7:00AM BST 26 Jul 2014
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    It is a letter that throws fresh light on one of the darkest periods in Britain’s history.

    A note which has remained in private hands for a century details a previously undocumented meeting between George V and his Foreign Secretary, Sir Edward Grey, on the eve of the First World War.

    The King, mindful of his position as a constitutional monarch, made no public declarations about the situation in Europe in the lead-up to the conflict.

    But in the newly-disclosed meeting, the King informed Sir Edward it was "absolutely essential" Britain go to war in order to prevent Germany from achieving “complete domination of this country”.

    When Sir Edward said the Cabinet had yet to find a justifiable reason to enter the conflict, the King replied: “You have got to find a reason, Grey.”
    Dem o.g. zufolge sind die Briten aus purem Machiavellismus sehr vorsätzlich in diesen Krieg eingetreten.

  3. #153
    Mitglied Benutzerbild von herberger
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von Dr.Zuckerbrot Beitrag anzeigen
    Das scheint eine Legende zu sein:


    Dem o.g. zufolge sind die Briten aus purem Machiavellismus sehr vorsätzlich in diesen Krieg eingetreten.
    Die Briten hatten keinen Grund in den Krieg einzutreten, man sah in London eine günstige Gelegenheit eine Flurbereinigung zu vollziehen. Der Schlieffenplan von 1907 sah die Briten nicht als Kriegsgegner vor. Das kann ja nur bedeuten das GB und das Deutsche Reich keine tiefgreifenden Probleme hatten.
    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  4. #154
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Gab es einen Dolchstoß in den Rücken? Ja den gab es und ist keine Legende, die deutsche Linke ist verantwortlich dafür das, das Deutsche Reich in einer entscheidenden Zeit führungslos war. Die deutsche Delegation die zu den Waffenstillstands Verhandlungen reisten standen praktisch nackt da, und das ist den Alliierten natürlich nicht entgangen. Auf der anderen Seite haben die Alliierten im 2. Weltkrieg gezeigt, egal was das Deutsche Reich aufbietet wir werden mehr aufbieten, und das hätte auch im 1. Weltkrieg so geschehen können. Denn ab 1916 gaben die Alliierten die Parole aus, "Kein Frieden ohne Sieg" nach dem sich die Briten und Franzosen der totalen US Unterstützung sicher waren.

    Churchill sagte zum Bombenkrieg über Deutschland, "Wir führen den Krieg den wir 1919 nicht geführt haben"!
    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  5. #155
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    'Genosse Professor Hysteriker' hat wieder mal Unterzucker....

  6. #156
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von houndstooth Beitrag anzeigen
    'Genosse Professor Hysteriker' hat wieder mal Unterzucker....
    Hast du dein Kopp zu doll gegen die Klagemauer gehauen?
    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  7. #157
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von GSch Beitrag anzeigen
    Dass der Erste Weltkrieg ein Weltkrieg wurde, liegt an dem Domino-System, das die Großmächte über Jahrzehnte aufgebaut hatten. Jeder hatte sich mit jedem gegen jeden verbündet.

    Schritt 1: ausgehend von dem Attentag von Sarajevo, hinter dem nach Meinung Österreich-Ungarns Serbien steckte, erklärt ÖU Serbien den Krieg.
    Schritt 2: für so einen Fall hatten die Serben einen Beistandsvertrag mit Russland. Dieser wurde jetzt aktiv, und Russland erklärte ÖU den Krieg.
    Schritt 2: ÖU hatte einen Beistandsvertrag mit Deutschland. Der wurde jetzt von Deutschland als fällig angesehen, und D erklärte Russland den Krieg. (An dieser Stelle hätte Wilhelm II. die Chance gehabt, die Entstehung eines Weltkrieges zu verhindern. Er hätte seinem Kollegen in Wien erklären können, der Beistandspakt sei für den Fall gedacht, dass jemand ÖU angreift, nicht aber für den Fall eines öu Angriffs auf jemanden. Das hätte man ihm in Wien sicher sehr übel genommen, und es hätte wohl zum noch schnelleren Untergang der Donaumonarchie geführt, aber die Entwicklung zum Weltkrieg wäre vielleicht gestoppt worden.)
    Laut Reichsverfassung Artikel 11 konnte der Kaiser nur mit der Zustimmung des Bundesrats den Krieg erklären, es sei denn D wird angegriffen.

    Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reiches.

    vom 16. April 1871
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    [2] Zur Erklärung des Krieges im Namen des Reichs ist die Zustimmung des Bundesrathes erforderlich, es sei denn, daß ein Angriff auf das Bundesgebiet oder dessen Küsten erfolgt
    .
    Also kann es nur so gewesen sein, dass russische Truppen zuerst angegriffen haben, wahrscheinlich in Ostpreußen.
    Ob mit oder ohne Wissen und Billigung des Zaren ist unklar. Ich vermute aber stark, dass der Zar das nicht wollte. Der Zar stimmte lediglich der Mobilisierung zu, um "Stärke zu demonstrieren".

    Vermutlich britische Agenten innerhalb des russischen Militärs haben den Angriff Russlands auf Deutschland ausgelöst.

    Schritt 4: Russland hatte für so einen Fall einen Beistandsvertrag mit Frankreich. Dieses erklärte jetzt Deutschland den Krieg.
    Schritt 5: da D bei seinem Vormarsch gegen Frankreich die belgische Neutralität brach, erklärte auch GB Deutschland den Krieg.
    Einflussreiche Kreise in London wollten sowieso Krieg mit D, um einen lästigen Konkurrenten kleinzukriegen.
    Belgien war nur ein Vorwand.

    Schritt 6: dass das Osmanische Reich an der Seite Deutschlands in den Krieg eintrat, scheint aus deutscher Perspektive weniger bedeutend zu sein, für die weitere Geschichte des Nahen Ostens ist es das aber schon. Eine ganze Reihe von Staaten der Region (Israel, Libanon, Jordanien, Irak) entstanden aus den Völkerbunds-Mandatsgebieten, die entweder GB oder Frankreich übertragen wurden.

    Klack-klack-klack-klack-klack fielen die Dominos, und schwupp, hatten sie sich alle gegenseitig an der Kehle.

    Am Abend des Tages, an dem GB in den Krieg eintrat, soll der damalige britische Außenminister Grey sehr lange und nachdenklich am Fenster seines Londoner Büros gestanden haben. Er beobachtete, wie man in den Straßen nach und nach die Gaslaternen anzündete, und sagte dann irgendwann: "Jetzt gehen in ganz Europa die Lichter aus; wir alle werden sie in unserem Leben nie wieder leuchten sehen." Sehr zutreffend.
    Deep State, Kabale, Globalisten, Finanziers - in diesen Kreisen würde ich die Verantwortlichen suchen.
    Demokratie funktioniert nur mit einer kleinen Gruppe.
    Daher kann es echte Demokratie nur in einem Ort geben, wenn dieser Ort (Stadt, Landkreis, Großstadtbezirk) klein genug und souverän ist.
    Priorität so herum: Lokales Recht bricht Landesrecht, Landesrecht bricht Bundesrecht, Bundesrecht bricht EU-Recht - durch Opt-out-Möglichkeit



  8. #158
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von houndstooth Beitrag anzeigen
    Hat nicht die Bohne etwas mit den Ursachen des 1sten WK's zu tun gehabt. Die zwei Hauptgruende dafuer waren a) die Missachtung der Oesterreicher gegenueber dem Berliner Vertrag bzgl. Bosnien/Serbia und b. Wilhelm II, unwiderstehlicher Drang zum 'Platz an der Sonne' , i.e. ungestoerter Landweg durch den Balkan, via Turkei zu Mesopotamien - ergo Berlin-Baghdad Eisenbahnstrecke - und dann natuerlich nach Indien.



    Z.B. ?


    Der Schuh lag andersrum. Die Belgier waren Empfaenger deutscher verleumdender Maerchengeschichten.


    Nix illegal.



    Du scheinst weniger als mangelhaft ueber Geschichte informiert zu sein. Alea iacta est ..
    Schon mal etwas von den Haager Seekriegskonventionen gehört? Wer Prisenkommandos abschiesst, wie die Briten es mit den deutschen Prisenkommandos im Ärmelkanal gemacht haben, dessen Schiffe dürfen versenkt werden, nämlich die Lazaretschiffe der Briten von der Briteninsel zum Festland mit der heimlichen Konterbande an Kanonen, Waffen und Futter für die Front. Obendrauf sassen die britischen "Froleins". Ganz unschuldig mussten sie mit den Waffen an Bord sterben. Es war ja auch schade um die frommen britischen tugendhaften Mädchen, die ganz Unschuldigen. Nur weil die Bosch's aus dem Wald nicht an der Front verrecken wollten.
    Wie konnte es sein, dass die USA die Theodore Roosevelt-Doktrin von 1904 missachteten und sich auf die Seite der Angreifer stellten? Wer will sich selbst so untreu sein? Aber schon die Ermordung der Indianer westlich des Mississippi sagt alles über die Moral der herrschenden Klasse in den USA.
    Und wie konnte ein deutsches U-Boot der Bauklasse 1910 in die irische See und von dort in den Bristol-Channel gelangen um die Mauretania alias Lusitania abzuschiessen? Die Energiefrage ist bis heute ungelöst. Obwohl doch die Lusitania ein Truppentransporter war und daher zum Abschuss frei gegeben war. Und wie kommen Passagiere auf einen Truppentransporter? War wohl Absicht der Briten. Gelle, so sind sie, die Germanfr.....
    Und was hast Du gegen eine Eisenbahntrasse bis nach Istanbul? Damit hätte viel Öl nach Germany transportiert werden können. Und die Bagdadbahn war ja ganz link. War das schon britisches Land oder noch osmanisches Reich? Und die bösen Germanen hatten nicht das Recht den Briten das Erdöl abspentig zu machen. Und schon damals gehörte dieses Öl ganz allein den Briten. Gelle! Und warum mussten mal wieder die Germans zurückstecken und nicht die Briten. Sie hatten doch schon die halbe Welt in Besitz. Wie kann man nur so gefrässig sein? Queen Victoria ist die Grossmutter Willis II. Da ist es doch vollkommen normal, wenn er seine Grossmutter imitieren will und ihr imponieren will mit imperialistischen Grosstaten und ebenso wie sie globalistisch denkt. Stört dich das so sehr? Die Einstellung Willis ist nicht preussisch sondern britisch. Statt mich mit Fakten zu wiederlegen, bringst Du mal wieder Verleumdungen und Ehrabschneidungen. Das ist ehrbare Geschichtswissenschaft?
    Der Egoismus ist die Grundlage der Nächstenliebe.

  9. #159
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    Standard AW: Versailler Vertrag

    Zitat Zitat von houndstooth Beitrag anzeigen


    DER ENTSCHEIDENDE SCHRITT



    von August Thyssen




    Ich schreibe dieses Pamphlet weil ich die Augen der Deutschen, besonders die der Geschäftsleute, auf Tatsachen hin aufmerksam machen möchte. Als die Hohenzollern Unterstützung von der Geschäftswelt für ihre Kriegspläne haben wollten , boten sie uns ihre Vorstellungen als Geschäftsangebot dar. Auf Grund dessen dass Krieg sich für sie auszahlen würde , wurde eine grosse Zahl Geschäfts- und Handelsmänner gebeten die Kriegspolitik der Hohenzollern zu unterstützen . Ich muss ehrlich gestehen dass ich , als dieses Anliegen in 1912-13 den führenden Geschäftsleuten in Deutschland unterbreitet wurde, einer derer gewesen war , die den Kriegsplan der Hohenzollern unterstützt hatte. Ich bin dazu allerdings gegen mein besseres Urteil verleitet worden.

    In 1912 sahen die Hohenzollern, dass Krieg zur Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des Militärwesens , von dem ihre Macht abhing , geworden war. In dem Jahr hätten die Hohenzollern, so sie gewollt hätten , die Aussenpolitik unseres Landes so führen können , dass in Europa Frieden für mindestens die nächsten fünfzig Jahre garantiert gewesen wäre. Doch Friede hätte mit Sicherheit die Auflösung unseres Militärwesens bedeutet , und mit dem Abbruch unseres Militärwesens wäre die Macht der Hohenzollern zu Ende gegangen.

    Doch um dies zu erreichen, brauchten sie für ihre Ziele die Unterstützung aus dem Unternehmerbereich . Das taten sie, indem sie ihnen grosse persönliche Gewinne als Lohn des Kriegs in Aussicht stellten. In Anbetracht der Ereignisse die seit August 1914 abliefen , erscheinen diese Versprechungen höchst lächerlich , doch die meisten von uns hatten damals geglaubt dass sie sich wahrscheinlich verwirklichen würden.

    Mir persönlich wurde eine freie Zuteilung von 30,000 Morgen in Australien und von der Deutschen Bank ein £15O,OOO Darlehnen zu 3 Prozent zum Ausbau meines Betriebes in Australien versprochen. Verschieden andere Firmen wurden

    273
    Verschieden anderen Firmen wurden in Indien , dass , es sei bemerkt, gegen Ende 1915 von DEU erobert sein würde, besondere Handelsverguenstigungen versprochen. Ein Syndikat zur Ausnutzung Kanadas war gegründet worden. Das Syndikat bestand aus den Vorständen von zwölf Firmen; das Betriebskapital war auf £20,000,000 festgesetzt worden, die deutsche Regierung würde die Hälfte bezahlen.

    Ich hatte gehört, dass es da noch Versprechen mit mehr persönlichen Charakter gegeben hatte. Zum Beispiel sollte "Die Eroberung Englands" Grund dafür geben, dass bestimmten bevorzugten und reichen Männern einige der wünschenswertesten Familiensitze in England geschenkt werden würden ; doch dafür habe ich keine wirklichen Besweise.

    Jedes Gewerbe und Interesse wurde angefragt. Natürlich sollten den eroberten Nationen gewaltige Schadenersatzforderungen aufgeladen werden und für Jahre nach dem Krieg, würden den glücklichen deutschen Fabrikanten dadurch die Steuern erspart geblieben.

    Diese Versprechen wurden nicht leichtsinnig gegeben. Sie wurden definitiv von Bethmann-Hollweg im Auftrag des Kaisers der versammelten Geschäftswelt und in vielen Fällen Einzelpersonen gegenüber gegeben. Ich habe das mir gegeben Versprechen von 30,000 Morgen Land in Australien erwähnt. Ähnliche Versprechungen wurden in Sonderbesprechungen mit dem Kanzler mindestens 80 anderen Personen gegeben und alle Einzelheiten dieser Versprechungen wurden in ein Buch in der Handelsabteilung eingetragen.

    Doch nicht nur wurden diese Versprechungen vom Kanzler gemacht, sie wurden vom Kaiser bestätigt der an drei Gelegenheiten in 1912 und 1913 bei grossen, privaten Veranstaltungen von Geschäftleuten in Berlin, München und Kassel Ansprachen hielt. Ich war bei so einer Versammlungen dabei gewesen. Die Rede des Kaisers war eine der verblümtesten Ansprachen gewesen die ich jeh gehört hatte und so üppig waren die Versprechen die er da gemacht hatte, dass selbst wenn nur die Hälfte davon erfüllt worden wäre , die meisten Unternehmer in DEU mehr als in ihren gierigsten Träumen reich geworden wären .

    Der Kaiser war besonders angetan über die bevorstehende Eroberung Indiens. " Indien" sagte er , " ist von Engländern besetzt. Es wird sozusagen von England regiert, aber es wird keineswegs von ihnen völlig regiert. Wir

    w .. VOL. 1.-18. 274
    werden Indien nicht nur besetzen. Wir werden es erobern und die reichen Einnahmen die die Engländer den indischen Prinzen goennen , werden dann in einem goldenem Strom in's Vaterland fliessen. In den reichsten Ländern der Erde wird die deutsche Fahne über jede andere Fahne wehen." Zum Schluss resümierte der Kaiser: "Ich mache Ihnen keine Versprechungen die nicht lern zufolge sollte der Sieg ieingehalten werden können und sie werden eingehalten wenn Sie jetzt dazu bereit sind die dazu nötigen Opfer zu bringen, die die Position, die unser Land in der Welt einnehmen muss und wird, gewährleistet. Der, der sich weigert zu helfen ist ein Vaterlandsverräter; der der bereitwillig und grosszügig hilft, wird seine reiche Belohnung bekommen."

    Ich muss gestehen, das sich das Alles verlockend und verführerisch angehört hatte. Und trotzdessem dass es einige gegeben hatte ,die die Aussicht dass DEU die Welt in einem Jahr erobern würde ,ziemlich skeptisch betrachteten, hatte doch die Mehrheit der Geschäfts- und Handelsleute den Hohenzollern-Kriegsplan unterstützt. Die meisten von ihnen haben sich seitdem gewünscht sie hätten ihm nie zugehört.

    Den Versprechungen der Hohenzollern im Dezember 1915 stattgefunden haben und die Versprechungen, die mir und anderen Geschäftsleuten in Deutschland gemacht worden waren als unser Geld für die Kriegskasse des Kaisers benoetigt wurde , würden dann eingelöst werden.

    Doch das ist was in Wirklichkeit geschah : Im Dezember 1916 fing der Kanzler Bethmann-Hollweg wieder an Besprechungen mit Geschäftsleuten zu führen. Der Zweck dieser Besprechungen bestand darin mehr Geld von ihnen zu bekommen. Garantien wurden von fünfundsiebzig Geschäftleuten in DEU , mich einbeschlossen, dahingehend verlangt dass wir die nächste Kriegsanleihe mit £200,000,000 unterschreiben würden. Ich persönlich wurde um eine Garantie in Höhe von £200,000 gebeten. Ich hatte die Garantie abgelehnt , einige Andere taten das Gleiche; danach hatte ich die Ehre für eine Unterredung mit dem Sekretär von Kanzler Bethmann-Hollweg der mir sagte, dass wenn ich die Garantie und daraufhin kein Geld geben würde, ich den Vertrag mit dem Kriegsministerium verlieren würde. Falls ich die Garantie nicht geben würde, wurde mir nicht bloss mit dem praktischen Zusammenbruch meiner Firma gedroht.
    275

    Ich nannte diese Verlangen Erpressung der übelsten Sorte und weigerte mich auch nur eine Mark für die Kriegsanleihe zu garantieren. Zwei Monate später hatte ich meinen Vertrag verloren und der grösste Teil meiner Firma wurde für einen Betrag übernommen der Konfiszierung gleichkommt. Mehr noch, ich werde bis zum Ende des Kriegs nicht bezahlt, doch soll ich vier Prozent vom Kaufpreis erhalten.
    Jeder Mann, der das Versprechen für eine Vorbestellung in der verlangten Höhe abgelehnt hatte, wurde auf gleiche Weise behandelt.

    Die Mehrzahl der Männer zog es allerdings vor, lieber zu zahlen als ruiniert zu werden, und somit hatten die Hohenzollern sich im Grossen und Ganzen durchgesetzt. Doch abgesehen von der Erpressung der Männer die sich geweigert hatten irgendwelches Geld in die Hohenzollern Kriegskasse zu zahlen, betrachten wir mal wie sich die Hohenzollern Versprechen abgespielt hatten.

    Letzten März schickte die Aussenhandelsabteilung einer grossen Zahl Geschäftmännern ein Rundschreiben dass folgende Vorschläge enthielt:
    " Es wird für Arbeitgeber mit ausländischen Handelsinteressen ratsam sein , im Ausland Vertreter einzustellen die als geborene Franzosen oder Engländer gelten können.
    Deutsche Vertreter und Reisende werden bei Geschäften nach dem Krieg wahrscheinlich noch für einige Zeit Schwierigkeiten erleben , nicht nur in Feindländern sondern auch Neutralen. Zweifellos wird es persönliche Voreingenommenheit gegen Deutsche geben, die es Vertretern deutscher Firmen wahrscheinlich schwer machen koennte Geschäfte zu machen. Obwohl diese Voreingenommenheit , weil sie bloss persönlicher Natur sein wird, deutschen Handel nicht stören wird, koennte es bei Handelstransaktionen behilflich sein, wenn Arbeitgeber Vertreter anstellen, die sich vorzugsweise als Franzosen oder Engländer ausgeben können oder auch als Holländer, Amerikaner oder Spanier."

    So, das sind die Aussichten die uns nach dem Krieg erwarten. Was das Rundschreiben in einfacher Sprache sagt ist dies: Nach dem Krieg sind Deutsche ausserhalb ihres eigenen Landes so verabscheut und gehasst, dass niemand mehr persönlich etwas mit ihnen zu tun haben möchte.

    Mehr noch, eine grosse Anzahl Firmen werden insgeheim mit Staatshilfe unterstützt. Vorraussetzung für diese Hilfe ist, dass die Firmeneigentümer sich damit einverstanden erklaeren, dass der Staat nach dem Krieg einen beträchtlichen Grad an Kontrolle über ihre Firmen ausübt. Das ist fester Bestandteil des Plans der Hohenzollern um
    276

    die Unternehmerschicht am Ende des Kriegs fest in ihren Griff zu bekommen um so die Möglichkeit einer Revolution zu verringern.

    Diese Männer, die darauf eingegangen sind jetzt Unterstützung für ihre Betriebe und Staatskontrolle nach dem Krieg anzunehmen , haben einen Bescheid vom der Aussenhandelsabteilung erhalten der darauf hinausläuft, dass , mit richtiger Organisation, DEU, drei Jahre nachdem der Friede erklärt sein würde, seine Vorkriegs-Handelsposition wieder erreicht haben dürfte.
    Hier ist die Hohenzollernmethode Versprechen einzulösen. Wir sollen unseren Vorkriegshandel drei Jahre nachdem Frieden erklärt worden sei, zurück bekommen, und deswegen müssen wir uns unterwerfen um unsere Handelstransaktionen vom Staat kontrollieren und überwachen zu lassen.

    Kann irgendein Deutscher, dem vom Kaiser solche Vorhaben in Aussicht gestellt wurden, nicht sehen dass ihm etwas vorgegaukelt wurde er für blödsinnig gehalten und zum Narren gehalten wurde einen Krieg zu unterstützen,von dem er höchstens hoffen könnte ohne nationalen Bankrott davonzukommen?


    ☙ ❧ ☙ ❧ ☙ ❧
    Und das muss ich nun glauben, weil ein gewisser Thyssen das geschrieben hat? Wer hat ihm die Feder geführt? Und ein gewisser Thyssen-Bornemitza, wahrlich ein Deutscher, hat im Jahre 1932 für Hitler in Deutschland Geld gesanmelt. Da aber auf Grund der Wirtschaftskrise die Mehrzahl der deutschen Unternehmen in ausländische Hände gelangt war, ist klar, woher das Geld für Hitler kam: Aus dem Ausland!
    Soviel zur Ehrbarkeit eines Thyssen.
    Der Egoismus ist die Grundlage der Nächstenliebe.

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