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Thema: Künstler, dessen Werke nicht so leicht zu erkennen sind

  1. #1
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    Standard Künstler, dessen Werke nicht so leicht zu erkennen sind

    Habe einen Vortrag über Anselm Kiefer gehört - bin immer erstaunt, wie die Vortragenden nicht wirklich erkennen, mit welchen Themen sich die Künster noch beschäftigt haben - nur Menschen, die auch ein bißchen mit anderen Themen beschäftigt waren, erkennen vielleicht etwas mehr als der/die VortragendeR.

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    Seine weitere Arbeit war stark geprägt von Themen aus der deutschen Geschichte und Kultur, von der [Links nur für registrierte Nutzer] bis zum [Links nur für registrierte Nutzer], kulminierend im [Links nur für registrierte Nutzer] und der Zerstörung der jüdischen Kultur in Deutschland. Kiefer gilt als ein Erneuerer der [Links nur für registrierte Nutzer] und großer Illustrator geschichtlicher Katastrophen. Generell zählen überlieferte Mythen, Bücher und Bibliotheken zu seinen bevorzugten Sujets und Inspirationsquellen. Literarische Einflüsse, namentlich von [Links nur für registrierte Nutzer] und [Links nur für registrierte Nutzer], schlugen sich in seinen Arbeiten der mittleren Jahre nieder. In seinem späteren Werk erweiterte er den sondierten Mythenkreis auf jüdisch-christliche, ägyptische und orientalische Kulturen sowie auf [Links nur für registrierte Nutzer]. Als Künstler des Gegenständlichen sucht und findet er in ihnen seine Quellen zur Weltdeutung und entlehnt ihnen Motive für die Darstellung des Unbegreiflichen und Nicht-Darstellbaren.

    Seine Abschlussarbeit 1969 in Karlsruhe war eine fotografische Dokumentation einer [Links nur für registrierte Nutzer], die Kiefer Besetzungen nannte.[Links nur für registrierte Nutzer] In ihr führte er an verschiedenen Stätten Europas (Schweiz, Holland, Frankreich, Italien) den [Links nur für registrierte Nutzer] aus, womit er „konzeptuell die Identifikation mit den Tätern simuliert“.[Links nur für registrierte Nutzer] Die Arbeit rief einen Skandal hervor und wurde von der Mehrheit der Akademieprofessoren abgelehnt. Kiefer setzte das Kunststudium danach von 1969 bis 1972 bei [Links nur für registrierte Nutzer] in [Links nur für registrierte Nutzer] fort, der an Kiefers kritischer Absicht bei dieser Aktion keinen Zweifel hegte.[Links nur für registrierte Nutzer] Beuys war indessen weniger Lehrer als informeller [Links nur für registrierte Nutzer], in den Worten Kiefers: „Ich war nie in seiner Klasse, sondern arbeitete im Odenwald. Von da aus bin ich dann einige Male nach Düsseldorf gefahren, mit meinen zusammengerollten Bildern auf dem Dach eines VW-Käfers, um sie Beuys zu zeigen.“[Links nur für registrierte Nutzer]

    Skeptisch beurteilt Kiefer den „klassischen Arbeitsprozess des Malers, mit Idee, Skizzenbuch, Ausführung“, den es bei ihm nicht gebe; „denn dafür müsste ich von einem angestrebten Ergebnis ausgehen, und das interessiert mich nicht“.[Links nur für registrierte Nutzer]„Ich sehe meine Bilder wie Ruinen, oder wie Bausteine, die man zusammensetzen kann. Sie sind Material, mit dem man etwas bauen kann, aber sie sind nichts Vollendetes. Sie sind näher am Nichts als an der Vollendung.“[Links nur für registrierte Nutzer] Nur selten werden in seinen Arbeiten menschliche Personen dargestellt, wenn dann als „Ikonen, kulturgeschichtlich verankerte Symbole für Menschen“ oder als Selbstdarstellungen.[Links nur für registrierte Nutzer] Wiederkehrende Themen und Sujets sind überlieferte Mythen, Bücher und Bibliotheken. Einem Interviewer stimmte er zu, dass sich sein Schaffen „im Wechselspiel von Mythologie und Ratio“ ereigne.[Links nur für registrierte Nutzer] Er sei ein „Künstler der Unterwelt“ („I am an artist of the underworld“), lautet eine seiner jüngeren Selbstcharakterisierungen.[Links nur für registrierte Nutzer][Links nur für registrierte Nutzer] versteht Kiefers Malerei als Interpretation der Welt, nicht als Vergegenwärtigung subjektiver Wahrnehmung, sondern als Weltdeutung, „Aneignung des Unbegreiflichen“.[Links nur für registrierte Nutzer]

    Der Londoner Kunsthistoriker [Links nur für registrierte Nutzer] schreibt zur Wirkung von Kiefers Bildern: „Sie mögen den Deutschen Schmerzen bereiten, aber im Ausland wird er auch deshalb bewundert, weil er komplexe Werke zur Hitler-Zeit, auch
    zum Judentum geschaffen hat.“ Dieser Deutsche habe ein echtes Verhältnis zur eigenen Kultur, zu Beethoven, Heine, Goethe oder Wagner, und er bringe in seiner Kunst „das Schreckliche und
    das Schöne an seinem Land auf grandiose Weise zusammen“.[Links nur für registrierte Nutzer] Der französische Kunsthistoriker [Links nur für registrierte Nutzer] hebt hervor, dass Humor, Ironie und Spott „eine konstitutive Dimension“ seiner Arbeit sei,
    die es ihm bisweilen erlaube, „Verbote zu übertreten“.[Links nur für registrierte Nutzer]

    Sein [Links nur für registrierte Nutzer] formulierte er in dem [Links nur für registrierte Nutzer]: „Ich vergeheimnisse die Materie, indem ich sie entkleide.“[Links nur für registrierte Nutzer]

    Der Nationalsozialismus ist ein Element inmitten einer viel umfassenderen Struktur.[Links nur für registrierte Nutzer]Er gilt als ein Geschichtsversessener, der sich als erster deutscher Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg auf das heikle Feld der Nazisymbolik begab und
    damit Tabu- und Reizthemen der jüngeren Geschichte berührte. Insbesondere fragte er nach der ideologischen Herkunft des Nationalsozialismus und der Vorbereiterfunktion
    deutscher Nationalmythen wie Nibelungen und Hermann der Cherusker. Das Gedächtnisraster, an dem Kiefer webt, „betrifft die Gesamtheit jenes ursprünglichen Deutschtums und jener Kultur, die der Nationalsozialismus in der Geschichte
    zu aktualisieren behauptete“.[Links nur für registrierte Nutzer] Die Folge waren jahrzehntelange kontroverse Diskussionen in den Medien über den Wert seines künstlerischen Schaffens.

    Die Werkgruppe Sternenfall, entstanden in den späten 1990er Jahren, thematisiert Entstehung und Verfall von Sternen im Universum und setzt sie mit Geburt und Tod von menschlichen Wesen in Beziehung.

    Kiefer gestaltet diese Analogie, indem er das Leben auf der Erde durch eingegipste Zweige, Hemden aus Blei oder einer präparierten Gans mit dem Sternenhimmel auf Bleigrund verbindet.[Links nur für registrierte Nutzer]

    Die Skulpturen setzten sich mit Themen auseinander, die der Kabbala, dem antiken Mythos der [Links nur für registrierte Nutzer], der [Links nur für registrierte Nutzer], der christlichen Mystik und der [Links nur für registrierte Nutzer] entlehnt sind; die Hälfte der Arbeiten ordnet Harriet Häußler thematisch
    der jüdischen Mystik zu.
    [Links nur für registrierte Nutzer] Kabbala und Argonautenmythos verbindet das Motiv der Suche – die Suche nach der Schau des Göttlichen zum einen und die nach dem Goldenen Vlies zum anderen.[Links nur für registrierte Nutzer]
    Alles hat einen Bezug zueinander - wer das nicht erkennt und Anselm nur aus der materiellen Sicht beobachtet und schildert, hat ihn nicht erkannt - eines der Bilder - kam aus dem Tarot "Der Gehängte" - andere kam aus der Anthroposophie - aber wer sich diesen Themen nicht aufschließt, wird auch so manchen Künstler nicht in seiner Vielfalt entdecken können.

    Dabei fiel mir auf: oder ein: - Wenn Albert Speer das BER gebaut hätte, dann wäre es längst fertig und perfekt. [Links nur für registrierte Nutzer]

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    google: albert speer architektur anselm kiefer

    Schon seltsam, beide im Zeichen der Fische geboren - künstlerisch begabt und für manche Menschen schwer verständlich.
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    29.06.2009 - Der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer über sein erstes .... Aber über die Architektur von Albert Speer kann man nicht sagen, dass ...



  2. #2
    Schlumpfinchenfreund Benutzerbild von Suppenkasper
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    Standard AW: Künstler, dessen Werke nicht so leicht zu erkennen sind

    Zitat Zitat von Tutsi Beitrag anzeigen
    Habe einen Vortrag über Anselm Kiefer gehört - bin immer erstaunt, wie die Vortragenden nicht wirklich erkennen, mit welchen Themen sich die Künster noch beschäftigt haben - nur Menschen, die auch ein bißchen mit anderen Themen beschäftigt waren, erkennen vielleicht etwas mehr als der/die VortragendeR.

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    Alles hat einen Bezug zueinander - wer das nicht erkennt und Anselm nur aus der materiellen Sicht beobachtet und schildert, hat ihn nicht erkannt - eines der Bilder - kam aus dem Tarot "Der Gehängte" - andere kam aus der Anthroposophie - aber wer sich diesen Themen nicht aufschließt, wird auch so manchen Künstler nicht in seiner Vielfalt entdecken können.

    Dabei fiel mir auf: oder ein: - Wenn Albert Speer das BER gebaut hätte, dann wäre es längst fertig und perfekt. [Links nur für registrierte Nutzer]

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    google: albert speer architektur anselm kiefer

    Schon seltsam, beide im Zeichen der Fische geboren - künstlerisch begabt und für manche Menschen schwer verständlich.
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    29.06.2009 - Der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer über sein erstes .... Aber über die Architektur von Albert Speer kann man nicht sagen, dass ...


    Das ist ja alles schön ,aber geht das Ganze bitte ich in einer Schriftgröße, dass es einem nicht gleich vor dem Bildschirm dei Netzhaut wegschmilzt?

    Zum Thema: Kiefer trifft nicht meinen Geschmack, aber einiger seiner Monumentalwerke sind durchaus beeindruckend. Und ja, da ist durchaus eine sehr bewusste und durchdachte ästhetische Bezugnahme auf Albert Speer vorhanden. In manchen Werken sogar ganz explizit.
    If all of the dead allied soldiers could see their countries now, they would have thrown down their weapons and fought with the Germans.
    (D. Irving)

  3. #3
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    Standard AW: Künstler, dessen Werke nicht so leicht zu erkennen sind

    Der Vergleich Kiefer mit Speer erscheint mir doch etwas weit hergeholt.
    Kiefers Arbeiten atmen seinen tiefgründigen Geist und erbilden seine Innenwelten
    im Kontrast zur Außenwelt oft mit einer guten Prise Ironie.
    Ein Speer bietet pure Funktionsästhetik der Herrschaft mit Überwältigungsbotschaft
    welche der Verkleinerung des Betrachters dient.
    Im Dienste seines geliebten Herrn., .
    > wie der Herr so's Gscherr.. <

  4. #4
    Sekte BRD, Sektion Süd Benutzerbild von Flüchtling
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    Standard AW: Künstler, dessen Werke nicht so leicht zu erkennen sind

    Zitat Zitat von Suppenkasper Beitrag anzeigen
    Das ist ja alles schön ,aber geht das Ganze bitte ich in einer Schriftgröße, dass es einem nicht gleich vor dem Bildschirm dei Netzhaut wegschmilzt?
    ....
    Zitat Zitat von Diskurti Beitrag anzeigen
    [...]
    Ein Speer bietet pure Funktionsästhetik der Herrschaft mit Überwältigungsbotschaft
    welche der Verkleinerung des Betrachters dient.
    [...]
    Deshalb also die Verkleinerung der Schrift auf Miniaturformat.
    Frau Dr. Merkel hat mein vollstes Vertrauen.
    Und auch Greta Thunberg, die zweitmächtigste Frau der Welt.


    Der KAMPF GEGEN WAHRHEIT muss verstärkt werden - mit allen demokratischen Mitteln!

  5. #5
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    Standard AW: Künstler, dessen Werke nicht so leicht zu erkennen sind

    Also ist Anselm Kiefer bekannt - :-) - es ging mir auch darum, daß ich erstaunt war, daß Kiefer jetzt in Vorträgen vorkommt, in der ex-DDR wäre er schon deshalb, weil er seinen Hitlergruß präsentiert hat, um, wie die Vortragende sagte, die Menschen auf verschiedene Arten des Hitlerreiches hinzuweisen und warum, wie sie sagte, es dazu kam, daß ihm so viele Menschen gefolgt sind und keiner was gegen ihn unternommen hat.

    Nun, da habe ich mich gefragt, wie sich die Leute gegen den Gulag und die anderen Menschen gegen die Kulturrevolution gewehrt häben.

    Wehren sich Leute überhaupt gegen Diktaturen ?

    Abgesehen davon, bei manchen seiner Werke hat der Künstler sicherlich gewußt, worum es ihm geht, er hat die Menschen nur rätseln lassen, denn ehe er ein Werk begonnen hat, hat er sich sicher mit vielen Themen beschäftigt, und das war, wie man lesen kann,eine ziemliche Spannweite an Wissen.

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