Guaidó-Opposition in Venezuela will gegen TV-Sender Telesur vorgehen
In Venezuela hat der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó angekündigt, gegen den multistaatlichen Fernsehsender Telesur mit Sitz in Caracas vorzugehen. Bei einer Kundgebung vor Anhängern in der venezolanischen Hauptstadt sprach sich der Oppositionspolitiker für Aktionen zur "Rückeroberung" des Senders "auf dem Kontinent" aus. Konkrete Ausführungen zu seinen Plänen machte er nicht. Mitarbeiter des Senders in Caracas und weiteren Standorten zeigten sich alarmiert.

Telesur war im Jahr 2005 auf Initiative der damaligen Präsidenten von Venezuela und Kuba, Hugo Chávez und Fidel Castro, als Gegenmodell zu US-amerikanischen Mediennetzwerken wie CNN gegründet worden. Der Sender hatte von Beginn an eine linksliberale Redaktionslinie und stand linksgerichteten Regierungen nahe, von denen er getragen wurde.

Im Zuge der Abwahl und von Putschen gegen beteiligte Staatsführungen traten Argentinien und Bolivien aus dem Betreiberkreis aus. In Staaten wie Kolumbien kam es vermehrt zu Angriffen gegen Telesur-Korrespondenten. Derzeit wird Telesur noch von Venezuela, Kuba, Nicaragua und Uruguay finanziert.
"Morgen werden wir die Ankündigungen machen, um das Signal von Telesur zurückzuerobern", sagte Guaidó vor hunderten Anhängern in der Gemeinde El Paraíso von Caracas. "Stellt Euch vor, dass es dann auf dem ganzen Kontinent keinen Sender mehr gibt, der lügt, der unausgewogen berichtet, Desinformation verbreitet und terroristische und destabilisierende Gruppen fördert, sondern nur noch Sender, die der Demokratie in der Region dienen, die der Stärkung der Bürger dienen", sagte er unter Beifall.

Telesur selbst reagierte nicht auf die Ankündigungen des Oppositionspolitikers, auch die kolumbianische Journalistin und Chefredakteurin Patricia Villegas kommentierte die Äußerungen Guaidós nicht. Mitarbeiter in Caracas und Quito zeigen sich jedoch beunruhigt.

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