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Thema: Nachrichtenabstinenz

  1. #1
    No Loitering! Benutzerbild von Haspelbein
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    Standard Nachrichtenabstinenz

    Eine Autorin der Welt-Online (Kaja Klapsa) sorgt sich über die [Links nur für registrierte Nutzer] einiger Mitbürger. International soll jeder Dritte keine Lust mehr auf die etablierten Medien haben.

    Das wundert mich freilich wenig. Ich selbst lese Wirtschaftszeitungen, BBC ist ganz okay, und es gibt durchaus einige wissenschaftliche und technische Publikationen, die man lesen kann. (Smithsonian, Scientific American, usw.) Dann noch ein paar Lifestylegeschichten wie "Gun & Garden". (kein Witz)

    Nach diesem Entzug wirken so gut wie alle Fernseh- oder Radiosendungen wie eine Satire. Dabei ist es nicht einmal so sehr eine politische Ausrichtung, sondern vielmehr eine Kommerzialisierung und Verdummung. Mir ist es egal, ob sich ein Fussballspieler beleidigt fühlt, ein Mädchen segelt, oder sich Merkel gut mit dem japanischen Kaiser versteht. Es hat für mein Leben einfach keine Relevanz.

    Wie haltet ihr das?
    Der einzige Weg, mit einer unfreien Welt umzugehen, ist, selbst so absolut frei zu werden, dass allein Deine Existenz ein Akt der Rebellion ist.

    Albert Camus

  2. #2
    Antagonist Benutzerbild von Affenpriester
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Das ist in etwa so, als wenn ein unbegabter, dicker Pole ein italienisches Restaurant eröffnet, dort minderwertigen Tiefkühlfraß serviert, den er als gehoben anpreist, und sich dann wundert, wenn die Leute woanders fressen.
    Der Gerechtigkeitssinn der Menschen ist nur ein verkrüppeltes Portfolio idealistischer Selbstherrlichkeit.

  3. #3
    Mitglied Benutzerbild von Kaktus
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Zitat Zitat von Haspelbein Beitrag anzeigen
    Eine Autorin der Welt-Online (Kaja Klapsa) sorgt sich über die [Links nur für registrierte Nutzer] einiger Mitbürger. International soll jeder Dritte keine Lust mehr auf die etablierten Medien haben.

    Das wundert mich freilich wenig. Ich selbst lese Wirtschaftszeitungen, BBC ist ganz okay, und es gibt durchaus einige wissenschaftliche und technische Publikationen, die man lesen kann. (Smithsonian, Scientific American, usw.) Dann noch ein paar Lifestylegeschichten wie "Gun & Garden". (kein Witz)

    Nach diesem Entzug wirken so gut wie alle Fernseh- oder Radiosendungen wie eine Satire. Dabei ist es nicht einmal so sehr eine politische Ausrichtung, sondern vielmehr eine Kommerzialisierung und Verdummung. Mir ist es egal, ob sich ein Fussballspieler beleidigt fühlt, ein Mädchen segelt, oder sich Merkel gut mit dem japanischen Kaiser versteht. Es hat für mein Leben einfach keine Relevanz.

    Wie haltet ihr das?
    Bei der Autorin von Welt-Online könnte man sagen: Nomen est omen!

    Ich lese nur noch im Internet und oft nur alternativ. Meine Nase stecke ich nur in Artikel der MM, wenn dorthin verlinkt wird.
    Deutschland ist nicht mehr mein Land - Merkel + den dt. Volksvertretern sei Dank!
    GG 20,2 !!! - Immer dran denken:
    https://www.youtube.com/watch?v=f5PMX_FzRzw

  4. #4
    Wir sind das Pack! Benutzerbild von Maitre
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Ich höre mir morgens im Auto gern die Radionachrichten an, nicht so sehr aus Interesse, mehr zur Belustigung bzw. zum Gruseln.

  5. #5
    Mitglied Benutzerbild von Schopenhauer
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Ich nenne das Zeug:
    Tittytainment.
    Ohne Wahrheit gibt es keine Freiheit.

    "Ich glaube, ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich Leute von Anfang an doof finden darf. Ich habe ja nicht ewig Zeit."

  6. #6
    Mitglied Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Zitat Zitat von Haspelbein Beitrag anzeigen
    Eine Autorin der Welt-Online (Kaja Klapsa) sorgt sich über die [Links nur für registrierte Nutzer] einiger Mitbürger. International soll jeder Dritte keine Lust mehr auf die etablierten Medien haben.

    Das wundert mich freilich wenig. Ich selbst lese Wirtschaftszeitungen, BBC ist ganz okay, und es gibt durchaus einige wissenschaftliche und technische Publikationen, die man lesen kann. (Smithsonian, Scientific American, usw.) Dann noch ein paar Lifestylegeschichten wie "Gun & Garden". (kein Witz)

    Nach diesem Entzug wirken so gut wie alle Fernseh- oder Radiosendungen wie eine Satire. Dabei ist es nicht einmal so sehr eine politische Ausrichtung, sondern vielmehr eine Kommerzialisierung und Verdummung. Mir ist es egal, ob sich ein Fussballspieler beleidigt fühlt, ein Mädchen segelt, oder sich Merkel gut mit dem japanischen Kaiser versteht. Es hat für mein Leben einfach keine Relevanz.

    Wie haltet ihr das?
    Damit meint sie vermutlich Personen wie mich. Vor wenigen Wochen kündigte ich mein FT-Abo. Die etablierten deutschen Medien boykottiere ich bereits seit geraumer Zeit durch stringente Meidung aller Seitenaufrufe. Ich gebe Dir jedoch auch vollständig Recht darin, dass die vermittelten Inhalte nicht geringen Wert haben, sondern zu 99% völlig wert- und belanglos sind. Zusätzlich stelle ich immer wieder fest, dass teilweise eine Art von Pornografie des Leids und Schicksals anderer Menschen veröffentlicht wird. Wenn beispielsweise die Kurzmitteilung verbreitet wird, dass mir völlig unbekannte Personen möglicherweise noch besonders tragisch verunglückt sind, fehlt mir auch hier der Nutzen, während zugleich in unangenehmer Weise die Vergänglichkeit und Empfindlichkeit des Lebens der Nächsten beschwört wird.

    Zusätzlich ist meine Überzeugung, dass die deutsche Presse das Kunststück vollbracht hat, eine vor Idiotie schreiende Nachricht nach der anderen zu veröffentlichen. Beispielsweise wie sich zwei Politiker darüber streiten, ob der Regionalexpress der Deutschen Bahn eine separate erste Klasse aufweisen sollte. Wenn Mandatsträger ihre bezahlte Arbeitszeit belanglosen Details wie diesen widmen, findet wirklich eine Beleidigung des Souveräns statt. Die resultierende Frage wäre, ob die Diskutanten ihre Audienz für derart unterbelichtet halten oder es selbst sind.

    Neben den beschriebenen Belanglosigkeiten kann ein Teil der Inhalte auch als lupenreine Propaganda bezeichnet werden. Dabei wird oftmals derart offensichtliche und primitive Agitation betrieben, dass mir nichts mehr einfällt. Zusätzlich wird gelogen, Fakten werden zugedichtet und ungültige Schlussfolgerungen getätigt, sofern sie der abgezielten Ideologie nutzen.

    Insgesamt ist die FT durchaus eine qualitativ hochwertige Zeitung, sofern ein Leser sich eine Zeitung zumuten möchte. Neben spezialisierter, kommerzieller Research-Veröffentlichungen war meine Auffassung ohnehin bereits seit langer Zeit, dass alle relevanten Nachrichten an Zinssätzen, Renditen und Wechselkursen abzulesen sind. Beispielsweise fiel der Kurs einer hundertjährigen Argentinien-Anleihe mit reichhaltigen Coupons vorgestern auf Kurse um die 40 Cent/USD Nennwert. Die Interpretation eines Journalisten, dass die Staatspleite droht, ist zumindest für mich wertlos.

    Fernsehen und Radio erscheint mir ohnehin bereits seit längerer Zeit als mittlere Zumutung. Mangels Empfangsgerät erhalte ich nur gelegentlich und kurzzeitig einen Einblick in die ausgestrahlten Inhalte, wenn ich unterwegs bin. Es erscheint mir immer wieder unbegreiflich, wie Menschen ihre Zeit dafür aufwenden können, diesen geistlosen Unsinn zu ertragen.
    危機

  7. #7
    divers Benutzerbild von tabasco
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    If news is that important, it will find me
    being home

  8. #8
    No Loitering! Benutzerbild von Haspelbein
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Zitat Zitat von Kaktus Beitrag anzeigen
    Bei der Autorin von Welt-Online könnte man sagen: Nomen est omen!
    Einfach perfekt, oder?

    Ich lese nur noch im Internet und oft nur alternativ. Meine Nase stecke ich nur in Artikel der MM, wenn dorthin verlinkt wird.
    Man kann auch seine Meinung kunstvoll in den Kommentarbereichen der MM umschreiben. Aber ja, ansonsten stimme ich zu.

    Zitat Zitat von Schopenhauer Beitrag anzeigen
    Ich nenne das Zeug:
    Tittytainment.
    Dann hat es zumindest teilweise positive Aspekte.

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Damit meint sie vermutlich Personen wie mich. Vor wenigen Wochen kündigte ich mein FT-Abo. Die etablierten deutschen Medien boykottiere ich bereits seit geraumer Zeit durch stringente Meidung aller Seitenaufrufe. Ich gebe Dir jedoch auch vollständig Recht darin, dass die vermittelten Inhalte nicht geringen Wert haben, sondern zu 99% völlig wert- und belanglos sind. Zusätzlich stelle ich immer wieder fest, dass teilweise eine Art von Pornografie des Leids und Schicksals anderer Menschen veröffentlicht wird. Wenn beispielsweise die Kurzmitteilung verbreitet wird, dass mir völlig unbekannte Personen möglicherweise noch besonders tragisch verunglückt sind, fehlt mir auch hier der Nutzen, während zugleich in unangenehmer Weise die Vergänglichkeit und Empfindlichkeit des Lebens der Nächsten beschwört wird.
    Ja, es sind entweder die Meldungen der Presseagenturen, aber immer mehr und mehr unqualifizierte Kommentare, die in Muss-Sätzen geradezu ersticken. (“Wie müssen die amerikanische Trillermeise vor Donald Trump bewahren!”) Dazu kommen noch Artikel, die eigentlich nur Umschreibungen von YouTube-Videos oder ein Kommentar zu Meldungen von Prominenten oder Politikern sind. Also letztendlich vom Informationsgehalt vollkommen wertlos.

    Zusätzlich ist meine Überzeugung, dass die deutsche Presse das Kunststück vollbracht hat, eine vor Idiotie schreiende Nachricht nach der anderen zu veröffentlichen. Beispielsweise wie sich zwei Politiker darüber streiten, ob der Regionalexpress der Deutschen Bahn eine separate erste Klasse aufweisen sollte. Wenn Mandatsträger ihre bezahlte Arbeitszeit belanglosen Details wie diesen widmen, findet wirklich eine Beleidigung des Souveräns statt. Die resultierende Frage wäre, ob die Diskutanten ihre Audienz für derart unterbelichtet halten oder es selbst sind.
    Mich erinnert sowas wirklich an Loriot, nur halt nicht ganz so lustig.Nein, ich nehme wirklich an, dass die Politiker meinen, sich hiermit profilieren zu können. Sie halten den Wähler tatsächlich für dumm. (Das lässt sich auch aus anderen Dingen ableiten, und ich befürchte, dass sie damit nicht ganz falsch liegen.)

    Neben den beschriebenen Belanglosigkeiten kann ein Teil der Inhalte auch als lupenreine Propaganda bezeichnet werden. Dabei wird oftmals derart offensichtliche und primitive Agitation betrieben, dass mir nichts mehr einfällt. Zusätzlich wird gelogen, Fakten werden zugedichtet und ungültige Schlussfolgerungen getätigt, sofern sie der abgezielten Ideologie nutzen.
    Stimmt, aber das eher nur bei Reizthemen wie Klimawandel oder der AfD. Trump bildet hier eine Ausnahme, d.h. der Beissreflex der Medien ist einfach überwältigend, also ungefähr so wie eine Bulldogge, die sich in einen Igel verbeisst und nicht loslassen kann, egal wie absurd es wirkt oder schmerzhaft es ist.

    Insgesamt ist die FT durchaus eine qualitativ hochwertige Zeitung, sofern ein Leser sich eine Zeitung zumuten möchte. Neben spezialisierter, kommerzieller Research-Veröffentlichungen war meine Auffassung ohnehin bereits seit langer Zeit, dass alle relevanten Nachrichten an Zinssätzen, Renditen und Wechselkursen abzulesen sind. Beispielsweise fiel der Kurs einer hundertjährigen Argentinien-Anleihe mit reichhaltigen Coupons vorgestern auf Kurse um die 40 Cent/USD Nennwert. Die Interpretation eines Journalisten, dass die Staatspleite droht, ist zumindest für mich wertlos.
    Ja, wo wir wieder bei der Kommentarfunktion von Journalisten wären. Es gibt im Englischen einen schönen Spruch, der im Deutschen nicht so lustig wirkt: “Opinions are like assholes: Everybody has one.” Das haben Journalisten einfach nicht verstanden. Im WSJ gab es heute eine sehr detaillierte Analyse dazu, wie sich die Politcal Correctness auf unabsehbare Weise auf die Marketingagenturen auswirkt. Für sowas zahle ich hingegen gern, aber nicht für Kommentare, es sei denn sie beleuchten einen völlig neuen Aspekt.

    Fernsehen und Radio erscheint mir ohnehin bereits seit längerer Zeit als mittlere Zumutung. Mangels Empfangsgerät erhalte ich nur gelegentlich und kurzzeitig einen Einblick in die ausgestrahlten Inhalte, wenn ich unterwegs bin. Es erscheint mir immer wieder unbegreiflich, wie Menschen ihre Zeit dafür aufwenden können, diesen geistlosen Unsinn zu ertragen.
    Vor allen Dingen, da man per Streaming wirklich den schlimmsten Inhalten problemlos entgehen kann.
    Der einzige Weg, mit einer unfreien Welt umzugehen, ist, selbst so absolut frei zu werden, dass allein Deine Existenz ein Akt der Rebellion ist.

    Albert Camus

  9. #9
    HPF Moderator Benutzerbild von Mütterchen
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Die Autorin redet von Meinungsmache in den sozialen Netzwerken und muss trotzdem in dem kurzen Artikel auch noch unterbringen, ohne die Qualitätsmedien würde man nicht seriös über die Gefahren des Klimawandels informiert oder über einen drohenden Sieg der AfD im "Osten".
    Sie führt das natürlich nur beispielhaft an, aber wieso schreibt sie nicht einfach von einer Diskussion über den Klimawandel und/oder über einen evtl. Sieg der AfD? Das wäre neutral und ich hätte nicht den Eindruck, die Autorin versuchte, während sie über einen Vertrauensverlust schreibt, genau das zu tun, was den Vertrauensverlust mit verursacht hat, nämlich diese Meinungsmache, die eben keineswegs nur in sozialen Netzwerken und alternativen Plattformen versucht wird.

    Ich mag das HPF auch deswegen, weil hier ein breites Spektrum von verschiedenen Nachrichten aus unterschiedlichen Printmedien zu lesen ist, natürlich liegt hier die Fokussierung auf bestimmten Themenbereichen.

    Ich muss zu sagen, dass mir - ähnlich wie dem Themenersteller - bestimmte Informationen, mit denen mich die Medien versorgen, einfach auf den Nerv gehen. Das Schlimme ist, man kann sich dem gar nicht entziehen, obwohl ich niemals Interesse daran hatte wurde ich trotzdem informiert, wer Sarah Lombardi ist, dass Kate und Meghan sich angeblich nicht mögen, ich lese von irgendwelchen Bachloretten und davon, was irgendwelche Influencer irgendwo getwittert haben. Vieles davon verfolgt mich hartnäckig über Schlagzeilen. Wer jetzt behauptet, dem könne nicht so sein, dem rate ich mal dazu, einige Wochen lang alleine den Nachrichtenticker der HPF-Startseite im Auge zu behalten.

    Die Medienlandschaft hat sich gravierend verändert. Und ich glaube auch nicht, dass dieser Trend nochmal umkehrbar ist. Auf der einen Seite bin ich froh darüber, aus Gründen, die ich ja eben angeführt habe. Mir tun nur die Arbeitnehmer bei den Printmedien leid, es gibt ja neben Journalisten noch viele andere Jobs.
    Im Saarland gibt es die "Saarbrücker Zeitung", die Auflage ging in den letzten 20 Jahren um über 36% zurück und sie wird auch weiter zurückgehen, da nur ältere bis alte Menschen dieser Zeitung wirklich die Treue halten, die Leserschaft stirbt weg, eine neue ist nicht zu gewinnen.
    [Links nur für registrierte Nutzer]


    Für jüngere Generationen sind Zeitungen und Fernseher einfach nicht mehr interessant.
    ...Von allen Medien nutzen Jugendliche das Handy bzw. das Smartphone am häufigsten. Laut einer Umfrage zur Mediennutzung von Jugendlichen in Deutschland gaben rund 94 Prozent der Befragten im Alter von 12 bis 19 Jahren an, ihr Smartphone täglich zu verwenden. Beim täglichen Medienkonsum folgen das Internet (91 Prozent) und das Musik hören (84 Prozent). Online-Videos schauen insgesamt 65 Prozent der Jugendlichen täglich. Digitale Spiele nutzen ein knappes Drittel der Befragten jeden Tag. Bücher lesen immerhin noch 19 Prozent der Jugendlichen täglich, Tageszeitungen hingegen deutlich weniger (10 Prozent). Die Internetnutzungsdauer von Jugendlichen lag 2018 bei 214 Minuten pro Tag. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 117 Minuten. Die tägliche Sehdauer bei der Fernsehnutzung der 14- bis 19-Jährigen in Deutschland lag 2017 mit 70 Minuten unter dem Vorjahreswert (81 Minuten). ...
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    Meine volljährigen Kinder betrachten auch meine Liebe zum HPF mit leicht nachsichtigem Lächeln. An politischen Diskussionen sind sie trotzdem interessiert. Sie sind auch informiert, ich weiß nur nicht wirklich, wo sie ihre Infos herhaben. Ich weiß nur, dass sie diese nicht den sogenannten Qualitätsmedien entnehmen.

  10. #10
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    Standard AW: Nachrichtenabstinenz

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Damit meint sie vermutlich Personen wie mich. Vor wenigen Wochen kündigte ich mein FT-Abo. Die etablierten deutschen Medien boykottiere ich bereits seit geraumer Zeit durch stringente Meidung aller Seitenaufrufe. Ich gebe Dir jedoch auch vollständig Recht darin, dass die vermittelten Inhalte nicht geringen Wert haben, sondern zu 99% völlig wert- und belanglos sind. Zusätzlich stelle ich immer wieder fest, dass teilweise eine Art von Pornografie des Leids und Schicksals anderer Menschen veröffentlicht wird. Wenn beispielsweise die Kurzmitteilung verbreitet wird, dass mir völlig unbekannte Personen möglicherweise noch besonders tragisch verunglückt sind, fehlt mir auch hier der Nutzen, während zugleich in unangenehmer Weise die Vergänglichkeit und Empfindlichkeit des Lebens der Nächsten beschwört wird.

    Zusätzlich ist meine Überzeugung, dass die deutsche Presse das Kunststück vollbracht hat, eine vor Idiotie schreiende Nachricht nach der anderen zu veröffentlichen. Beispielsweise wie sich zwei Politiker darüber streiten, ob der Regionalexpress der Deutschen Bahn eine separate erste Klasse aufweisen sollte. Wenn Mandatsträger ihre bezahlte Arbeitszeit belanglosen Details wie diesen widmen, findet wirklich eine Beleidigung des Souveräns statt. Die resultierende Frage wäre, ob die Diskutanten ihre Audienz für derart unterbelichtet halten oder es selbst sind.

    Neben den beschriebenen Belanglosigkeiten kann ein Teil der Inhalte auch als lupenreine Propaganda bezeichnet werden. Dabei wird oftmals derart offensichtliche und primitive Agitation betrieben, dass mir nichts mehr einfällt. Zusätzlich wird gelogen, Fakten werden zugedichtet und ungültige Schlussfolgerungen getätigt, sofern sie der abgezielten Ideologie nutzen.

    Insgesamt ist die FT durchaus eine qualitativ hochwertige Zeitung, sofern ein Leser sich eine Zeitung zumuten möchte. Neben spezialisierter, kommerzieller Research-Veröffentlichungen war meine Auffassung ohnehin bereits seit langer Zeit, dass alle relevanten Nachrichten an Zinssätzen, Renditen und Wechselkursen abzulesen sind. Beispielsweise fiel der Kurs einer hundertjährigen Argentinien-Anleihe mit reichhaltigen Coupons vorgestern auf Kurse um die 40 Cent/USD Nennwert. Die Interpretation eines Journalisten, dass die Staatspleite droht, ist zumindest für mich wertlos.

    Fernsehen und Radio erscheint mir ohnehin bereits seit längerer Zeit als mittlere Zumutung. Mangels Empfangsgerät erhalte ich nur gelegentlich und kurzzeitig einen Einblick in die ausgestrahlten Inhalte, wenn ich unterwegs bin. Es erscheint mir immer wieder unbegreiflich, wie Menschen ihre Zeit dafür aufwenden können, diesen geistlosen Unsinn zu ertragen.
    Ich mag Deine Bewertungen, sie gehen immer auf den Kern einer Sache ein.

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