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Thema: Der Marshallplan-Schwindel

  1. #1
    Inquart
    Gast

    Standard Der Marshallplan-Schwindel

    Als Kredit (!) gegeben wurden durch den sogenannten Marshallplan nach Westdeutschland in den Jahren 1949 bis 1952


    ca. 6,4 Milliarden DM
    Dieser Kredit (!) wurde aufgrund des Londoner Schuldenabkommens vom Februar 1953 mit Zins und Tilgung bis 1962 in Höhe von

    13,00 Milliarden DM
    zurückbezahlt!
    Diese 13,00 Milliarden DM Rückzahlung müssen ausschließlich für den Marshallplan angesetzt werden. Nach dem Londoner Schuldenabkommen (12. 2. 1953) dienten sie angeblich auch der Rückzahlung von sogenannten "Gario"-Mitteln, die angeblich für Lebensmittelhilfen in den Hungerjahren 1945 bis 1948 von den Besatzern bezahlt worden sein sollen.

    Angeblich haben in den Jahren 1945-48 (also vor dem Marshallplan) die Westalliierten an Westdeutschland "Wirtschaftshilfe" (Nahrungsmittel) in Höhe von 3,386 Millionen Dollar (Deutsches Geld- und Bankwesen in Zahlen 1876-1975, S. 341, Herausgeber: Deutsche Bundesbank, Frankfurt/Main 1976, Fritz Knapp Verlag, Frankfurt) geleistet. Beim damaligen Weizenpreis von ca. 60 $ für die Tonne, hätte man damit 55 Millionen Tonnen Weizen kaufen können. Die Westzonen (später BRD) hatten damals 40-45 Millionen Einwohner. 55 mio to hätten also für jeden Bürger der Westzone ca. 1200 kg Weizen bedeutet. Eine Menge, die für 3½ Jahre für jeden Deutschen 1 kg Weizen pro Tag (= ca 4000 Kalorien) ergeben hätte. 1400 Kalorien wären noch aus eigenen Beständen (Reichsnährstand) möglich gewesen, d. h. für jeden Einwohner hätten ca. 5400 Kalorien, die Ration eines Schwerstarbeiters z. V. gestanden.

    In Wirklichkeit waren es aber nur 1000-1400 Kalorien (vom Reichsnährstand im Frühjahr 1945 noch sichergestellt).

    Die angebliche Gario-Hilfe ist also nie in Deutschland angekommen. Ist sie nach Palästina verschoben worden oder auf den Konten von US-Großschiebern gelandet?

    Doch wurde diese angebliche Hilfe beim Londoner Abkommen mit dem Marshallplan "verrechnet", so daß die gegenwärtige Bundesregierung im Journal für Deutschland August/September 1997, Herausgeber: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, in einem ganzseitigen Demuts-Dankbarkeitsartikel folgenden Schwachsinn veröffentlicht:

    "...Einmalig in der Weltgeschichte: Amerikas Staatskasse und die Vorratslager öffneten sich auch dem in Trümmer liegenden Feindstaat Deutschland!" ("Feindstaat"? 4 Jahre nach Kriegsende? - "In Trümmer liegend"? - Von den angelsächsischen Kriegsverbrechern durch Bomben zerstört!) Bundeskanzler Kohl in seiner Dankesrede: "Wir Deutsche werden das niemals vergessen... danke Amerika!" Es gebe kein anderes welthistorisches Beispiel, in der die siegreiche der besiegten Nation so großzügig aufgeholfen und sie dabei unterstützt hat, in den Kreis der Völker zurückzukehren... "Westdeutschland erhielt rund 3,3 Milliarden Dollar aus US-Hilfen. 1953 erließen die USA der Bundesrepublik zwei Drittel der Schulden. Aus den so freigewordenen Mitteln wurde der sogenannte ERP-Sonderfonds zur weiteren Unterstützung der deutschen Wirtschaft gebildet..."

    Es läßt sich also nachweisen, daß es sich dabei um einen gigantischen Betrug der Engländer und Amerikaner handelte. Selbst Ludwig Erhard, Bundes-Wirtschaftsminister ab 1949, schreibt in seinem Buch Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt, daß es von deutscher Seite keinerlei Kontrolle bzw. Bestätigungen für die angebliche Lebensmittel-Hilfe gibt.

    Der deutsche Reichsnährstand hat noch im Frühjahr 1945 (Kriegsende 8. 5. 1945) für den Herbst 1946, also für eineinhalb Jahre voraus eine durchschnittliche Ration von ca. 1500 Kalorien pro Person sicherstellen können, sodaß es den Alliierten leicht hätte möglich sein müssen, durch eine Freigabe der deutschen Produktionsfähigkeit jede Verschlechterung sofort aufzufangen. Dies galt noch in größerem Maße für das restliche Europa. Eventuell notwendige zusätzliche Hilfen (Bedarfsspitzen-Ausgleich) wären nur für die Deckung außerordentlicher Schwierigkeiten, in kleinem Umfange notwendig gewesen.

    Doch der maßlose, verbrecherische Vernichtungswille der Westmächte zerstörte 1945 sofort auch die deutsche Ernährungsorganisation (Reichsnährstand).

    Dies war letztenendes die entscheidende Ursache für die verheerenden Hungerjahre 1946 und 1947, denen unzählige Deutsche zum Opfer fielen. Man muß davon ausgehen, daß es mindestens soviele Hungertote waren wie 1919, als der englischen Hungerblockade, verbunden mit einer verheerenden Grippeepidemie, 800.000 Deutsche zum Opfer fielen. Wer redet heute noch von diesem gezielten Massenmord der "Befreier"?1

    Im Bundeshaushalt des Jahres 1949 betrugen die von den Alliierten (West) abgepreßten Besatzungskosten 4,7 Mrd. DM. Für soziale Unterstützung für die 13 Millionen Flüchtlinge, 10 Millionen durch den Bombenterror obdachlos Gewordenen, die zurückkehrenden Millionen Kriegsgefangene, die durch die Währungsreform aller Ersparnisse beraubten 40 Millionen Westdeutsche waren nur 3,6 Mrd. DM, "für 4,5 Millionen Kriegsversehrte, Kriegshinterbliebene und Kriegswaisen rund 2,34 Mrd. DM", also grade die Hälfte als Hilfe möglich!

    Die Anwesenheit von Besatzungstruppen 4 Jahre und länger nach Kriegsende war ein absoluter Bruch des Völkerrechts. Besatzungs-Streitkräfte sind eine Kriegsmaßnahme, für sie gibt es nach dem Krieg keinerlei Notwendigkeit und deshalb auch keinerlei rechtliche Grundlage. Es war seit dem 1. Weltkrieg typisch für die Alliierten, auf diese Weise einen ehrenvollen und vernünftigen Frieden mit aller Gewalt zu verhindern.

    Selbstverständlich waren alle deutschen Nachkriegsregierungen aus Unterwürfigkeit völlig unfähig, auch hier das Völkerrecht einzufordern und durchzusetzen.


    Morgenthauplan! nicht Marshallplan!

    Hier ist es nun die ERP-Kommission selbst, die zugeben mußte, daß die Ausraubung und Nachkriegs-Zerstörung Deutschlands durch die Westalliierten die Erreichung dieses Zieles verhinderten, ja unmöglich machten. Bereits zur Jahreswende 1946/47 erreichten Westeuropa (ohne Westdeutschland!) wieder den Stand der industriellen Produktion (die entscheidende wirtschaftliche Größe) wie 1938 (1938 = 100); 1949/50, also 3 Jahre später war dieses Niveau für Westeuropa (ohne Westdeutschland!) schon um 30% überschritten, also 130% des Basisjahres 1938 erreicht!

    (Das ist u. a. der Beweis, wie Deutschland während des Krieges die industriellen Kapazitäten der besetzten Länder geschont, ja ausgebaut hatte, denn nur aufgrund dieser modernen Kapazitäten war dieser rasante Aufschwung überhaupt möglich.)

    Von größter Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Feststellung der ERP-Kommission, daß West-Europa 1946/47 insgesamt, also mit Westdeutschland, 20% unter dem Stand von 1938 lag, also bei 80%, 1949/50 erst bei 110%. Die Entwicklung in Westdeutschland verlief völlig gegensätzlich. Hier lag der Stand der industriellen Produktion 1946/47 im Vergleich zu 1938 nur bei 25% und erreichte auch 1949/50 erst 79% dieses Vergleichsjahres!

    In der Bundesrepublik wurden 100% der Produktion von 1938 erst 1950/51 erreicht und 130% erst 1954. West-Deutschland hinkte also dem westlichen Europa 5 Jahre hinterher.

    (Zahlen aus: Gerhart Jentsch, Der Marshallplan und Deutschlands Platz darin, S. 31 und 83, Herausgeber ECA Mission für Westdeutschland, Frankfurt/Main 1950. Zu beachten ist, daß in dieser Veröffentlichung ab 1948/49 nur noch von Westeuropa und Westdeutschland die Rede ist, Osteuropa, die Hälfte Europas, hatten die US-Kreuzfahrer ja 1945 zur Ausraubung und Ausmordung an den bolschewistisch-asiatischen Blutsäufer Stalin ausgeliefert, sodaß dann diese Völker auch nicht am Marshallplan teilnehmen konnten.)

    Diese unterschiedliche Entwicklung zwischen Deutschland und Europa, das 5jährige (west)-deutsche Hinterherhinken haben ihre ausschließliche Ursache in der Zerstörung und Ausraubung der deutschen Wirtschaft durch die Alliierten.

    Deshalb ist es gerade heute (1997), im Zeitalter der vollständigen wirtschaftlichen Vereinigung Europas (Maastricht-Vertrag) eine zwingende Notwendigkeit, die durch die alliierten Kriegsverbrechen verhinderten deutschen Möglichkeiten und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart und Zukunft darzustellen.

  2. #2
    A.D. Benutzerbild von Siran
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    Wenn man den Artikel liest, könnte man meinen, Deutschland hätte die 13 Mrd. DM im Londoner Schuldenabkommen allein für die Kredite des Marshallplanes gezahlt. Das ist schlichtweg Blödsinn. Im Londoner Schuldenabkommen ging es unter anderem um die Schulden, die die BRD vom dritten Reich übernommen hatte. Alles in allem belief sich die Summe vor diesem Abkommen auf über 30 Mrd. DM. Im Londoner Schuldenabkommen wurde diese Summe dann radikal gekürzt, auf eben die oben genannnte Summe. Erst durch dieses Abkommen erhielt Deutschland wieder Internationale Kreditwürdigkeit und konnte dem IWF beitreten.

    Über diese Gario Mittel, konnte ich absolut nichts finden. Die werden nirgendwo erwähnt. Aber angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der Schulen erlassen wurde, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass man da vorher noch extra 3 Mrd. Schulden dazu lügen soll.

    Der einzige Marshallplan-Schwindel hier ist dein Text zum Marshallplan.
    Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.
    (George Bernard Shaw)

    Die Demokratie setzt die Vernunft des Volkes voraus, die sie erst hervorbringen soll.
    (Karl Jaspers)

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  3. #3
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    Standard @Siran

    Sag mal, Siran, kann es nicht sein, dass (Seyß-)Inquart* wieder ein Aufklärer-Account ist?

    *Artur Seyß-Inquart war von 15. 3. 1938 bis 30. 4. 1939 Leiter der österreichischen Landesregierung (mit dem Titel Reichsstatthalter, im Rang eines SS-Obergruppenführers).

    Mehr dazu [Links nur für registrierte Nutzer].
    "Nur ein Deutschland, getragen von einem staatsbürgerlichen Bewusstsein und sozialer Gerechtigkeit, kann erfolgreich in der Abwehr totalitärer Tendenzen sein." (Kurt Schumacher, 1952)

  4. #4
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    Zitat Zitat von Siran
    Der einzige Marshallplan-Schwindel hier ist dein Text zum Marshallplan.
    Trotzdem wurde der Marshallplan jarzehntelang hierzulande als leuchtendes
    Beispiel für die Großzügigkeit und Menschlichkeit der Amerikaner verkauft.
    Als ich dann gelesen hatte, daß die viel weniger zerstörten Länder England
    und Frankreich viel mehr Geld bekommen haben, das völlig zerstörte Deutschland dagegen seine Schulden als erster komplett zurückgezahlt hatte, da habe ich
    das Ganze schon in einem etwas anderen Licht gesehen.

  5. #5
    A.D. Benutzerbild von Siran
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    Zitat Zitat von derNeue
    Trotzdem wurde der Marshallplan jarzehntelang hierzulande als leuchtendes
    Beispiel für die Großzügigkeit und Menschlichkeit der Amerikaner verkauft.
    Als ich dann gelesen hatte, daß die viel weniger zerstörten Länder England
    und Frankreich viel mehr Geld bekommen haben, das völlig zerstörte Deutschland dagegen seine Schulden als erster komplett zurückgezahlt hatte, da habe ich
    das Ganze schon in einem etwas anderen Licht gesehen.
    Es ist natürlich richtig, dass Deutschland weniger Geld gekriegt hat, als die alliierten Staaten. Allerdings: Deutschland war der Kriegsgegner im gerade erst gewonnenen Krieg. Was verpflichtete denn die USA oder die anderen Alliierten dazu, Deutschland überhaupt in irgendeiner Art und Weise zu helfen? Mit gleichem Recht hätten sie auf Reperationen, wie von der UdSSR durchgeführt, bestehen können oder auf der vollständigen Zahlung der Schulden.

    Egal ob Deutschland das Geld später zurückzahlen musste oder nicht, der Plan war damals großzügig und hat Deutschland erlaubt, Lebensmittel, Rohstoffe und all das einzukaufen, was man für den Wiederaufbau und das Weiterleben benötigt hat.
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  6. #6
    DDFU-Mitglied Benutzerbild von Müller
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    Standard

    Wie schwach die Argumente sind, lässt sich schon daran ablesen, wie viel mal der Verfasser das Wort "angeblich" benutzt.
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    "Demokratie lebt vom Streit, von der Diskussion um den richtigen Weg. Deshalb gehört zu ihr der Respekt vor der Meinung des anderen."

    Richard von Weizsäcker (1920), dt. Politiker (CDU), 1984-94 Bundespräsident

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  7. #7
    Bereut nichts Benutzerbild von Kaiser
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    Der Marshallplan ist in der Tat vollkommen überbewertet und so wie er von der amerikanischen und der eigenen Politikerkaste verkauft wird, ist es in der Tat ein Betrug.

    Sehen wir uns die Zahlen an:

    England: 3,2 Mrd. $
    Frankreich: 2,7 Mrd $
    Italien: 1,5 Mrd $
    Deutschland: 1,4 Mrd $
    Holland: 1,1 Mrd. $

    Wie wir sehen bekam Deutschland verglichen mit Frankreich und England wesentlich weniger und selbst Italien bekam mehr. Zusätzlich hatten wir hier größere Verluste an Menschen, größere Zerstörungen, Millionen von Flüchtlingen, massiver Landverluste, die gestohlenen Patente in Milliardenhöhe, Verlust der Souveränität, Teilung des Staates, zahlende Reparationen und keine Kolonialreiche zum ausplündern...

    ...und denoch geht es uns bei weitem besser als alle anderen der genannten Länder. Wir verdanken den heutigen Wohlstand gewiß nicht dem Marshallplan sondern dem Fleiß, Pünktlichkeit, Innovationsfähigkeit und Sparsamkeit der damaligen Generation. Einer Generation die heute um ihre Rente betrogen wird.

    Auch gilt es noch etwas zu bedenken, was die Zahlen des Marshallplanes geradezu lächerlich für die volkswirtschaftliche Entwicklung Deutschlands darstellen, nämlich der Wiedergutmachungsvertrag Deutschland von 1952 nach 5 Jahren nach Begin des Marshallplanes. Alleine dieerste Zahlung betrug 3,5 Milliarden Mark, was ein Viertel des damaligen Bundeshaushaltes ausmachte. Bis heute hin wurden fast 200 Milliarden Dollar geleistet.

    Genaueres sieht der Interessierte hier:

    [Links nur für registrierte Nutzer]

    Das sollte einem die Lächerlichkeit des Marshallplanes endgültig bewußt machen. Er war lediglich eine gute Propagandaaktion der USA die noch heute ihre Blüten treibt.
    Geändert von Kaiser (12.04.2004 um 00:21 Uhr)
    Siegen heißt Leben

  8. #8
    A.D. Benutzerbild von Siran
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    Zitat Zitat von Inquart
    Hier ist es nun die ERP-Kommission selbst, die zugeben mußte, daß die Ausraubung und Nachkriegs-Zerstörung Deutschlands durch die Westalliierten die Erreichung dieses Zieles verhinderten, ja unmöglich machten. Bereits zur Jahreswende 1946/47 erreichten Westeuropa (ohne Westdeutschland!) wieder den Stand der industriellen Produktion (die entscheidende wirtschaftliche Größe) wie 1938 (1938 = 100); 1949/50, also 3 Jahre später war dieses Niveau für Westeuropa (ohne Westdeutschland!) schon um 30% überschritten, also 130% des Basisjahres 1938 erreicht!

    In der Bundesrepublik wurden 100% der Produktion von 1938 erst 1950/51 erreicht und 130% erst 1954. West-Deutschland hinkte also dem westlichen Europa 5 Jahre hinterher.
    Nur noch ein kleiner Kommentar dazu:

    Schon mal aufgefallen, dass die Produktion von 1938 sich auf das damalige Gesamtdeutschland bezieht? Also mit Ostdeutschland und den verlorenen Gebieten?
    Dass die Produktion von 1950/51 sich aber nur auf die Produktion von Westdeutschland bezieht?
    Dass man das also nicht so ganz vergleichen kann, da die Grunddaten verschieden sind?
    Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.
    (George Bernard Shaw)

    Die Demokratie setzt die Vernunft des Volkes voraus, die sie erst hervorbringen soll.
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    Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, daß es der Milchmann ist, dann weiß ich, daß ich in einer Demokratie lebe.
    (Winston Churchill)

  9. #9
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    Zitat Zitat von Siran

    Egal ob Deutschland das Geld später zurückzahlen musste oder nicht, der Plan war damals großzügig und hat Deutschland erlaubt, Lebensmittel, Rohstoffe und all das einzukaufen, was man für den Wiederaufbau und das Weiterleben benötigt hat.
    Du hast sicher recht mit allem, was du schreibst.
    Richtig ist aber auch, daß der Marshallplan in der Nachkriegszeit
    dazu benutzt wurde, die Dankbarkeit der Deutschen gegenüber den
    Amerikanern wachzuhalten. Ich erinnere mich z.b., wie unser Geschichts-
    lehrer sagte, die Amerikaner hätten die Deutschen "aus dem Dreck gezogen".
    Daß sie gleichzeitig eine Million deutscher Gefangene in den Kriegsgefangenen-
    lagern haben verhungern lassen, wurde natürlich nicht gesagt.
    Politiker wie Pflüger oder Schäuble setzen diese Tradition bis heute fort.
    Bei der SPD sieht es in der Hinsicht etwas besser aus. (aber nur etwas)

  10. #10
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    Standard Kurzes

    Hallo,

    nur kurz zwei Anmerkungen:

    Nach dem Ersten Weltkrieg ist es bekanntlich gründlich mißlungen, die Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen. Diesen Fehler wollte Truman nicht wiederholen. Und dafür brauchte er die Deutschen Verbraucher. Wer aber Importe bezahlen soll, muss ersteinmal selber was zum verkaufen haben.
    Der Marshallplan war also nie irgendwie selbstlos, sondern nur Mittel zum Zweck. Italien hat z.B. mehr bekommen, um den Stalinistischen Einfluß zurückdrängen zu können. Wer satt ist, wählt nicht so leicht links.
    Die Briten mußten noch ihr Kriegsmaterial Made in USA bezahlen.
    Trotzde ist es leicht verständlich, dass die Deutschen für den Schwenk von Rooseveltscher Bedingungsloser-Kapitulation und Morgenthau-Poltitik zum Wiederaufbau dankbar waren.
    Nach WK I sollten 60 Jahre lang Reparationen gezahlt werden. Da war nichts mit Kredit, in keiner Form!

    Die Rechnung mit dem Weizenpreis ist eine Milchmädchenrechnung. Kein Mensch kann nur von Mehl leben (igitt).
    Die größte Kostenposition ist wie immer "Verpackung und Versand". Oder wie soll ein Sack Weizen beim deutschen Verbraucher landen?

    Tosch

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