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Thema: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

  1. #1
    HPF Server - Administrator Benutzerbild von Klopperhorst
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    Standard Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Deutsche Mittelständler werden gerne als sog. "Hidden Champions", also unbekannte Weltmarktführer in gewissen Sparten, bezeichnet.

    Da ich selbst Software für Mittelständler entwickel, die ihre Prozesse optimieren (CRM-Lösungen), kann ich mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern, was an dieser steilen These wirklich dran ist
    bzw. wie sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren verändern dürfte.

    1. Die Belegschaften und v.a. die Geschäftsführungen sind absolut überaltert. Ich sehe selten junge Geschäftsführer, die meisten sind 60+.
    -> Dieser hohe Altersdurchschnitt bedingt auch eine gewisse Eingefahrenheit und Schwerfälligkeit des Denkens.
    -> Weiterhin haben viele keine Nachfolger, z.B. tritt eine kleine Messtechnik-Bude an mich heran, ob ich die Firma übernehmen will, weil sie keinen Nachfolger haben.

    2. Die EDV bzw. das Denken in IT-Prozessen ist in den 90'ern stehen geblieben. Man verwendet die klassische Buchungssoftware, die auf stationären Rechnern (Windows) installiert wird.
    Online-Lösungen für Warenwirtschaft und Auftragswesen sind kaum bekannt. Onlineshops und Webservices werden von den wenigstens effizient verwendet.
    Man verwendet v.a. auch keine Projektmanagement-Software und erst recht keine KI-gestützten Planungsmethoden.
    Grund ist, dass diese Dinge a) den überalterten Geschäftsführern unbekannt sind, b) sie nicht selbst solche Dinge konzeptionieren können, c) immer in denselben
    Mustern gedacht wird "Schuster bleib bei deinen Leisten".

    3. Sog. Industrie 4.0 ist für den Arsch in einem solchen Umfeld, wo überkommene und verkalkte Verhaltensweisen an der Tagesordnung sind.
    Man ruht sich auf seinen Lorbeeren aus.

    Ich erinnere nur an das Beispiel von Hans Nixdorf, der dieser Prototyp des deutschen Mittelständlers war.
    Er hatte mit Anfang 20 den richtigen Riecher und genug Biss. Mit 60 hat er versagt bzw. unbewusst keinen Antrieb mehr gehabt, worauf seine Bude von der Bildfläche verschwand.

    Ich schätze, dass diese demografische Komponente in den kommenden Jahren bis zu 50% der sog. "Hidden Champions" von der Bildfläche verschwinden lassen wird.

    Die BRD'linge werden hier ihr Armageddon erleben.

    ---
    "Groß ist die Wahrheit, und sie behält den Sieg" (3. Esra)

  2. #2
    GESPERRT
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Eine Gesellschaft die sich nur auf den Mammon und schnellen Gewinn ausrichtet wird unweigerlich dekadent und schwach.
    Auch der fehlende Zusammenhalt trägt dazu bei. Welcher Deutsche unterstützt heute noch deutsche Firmen die in
    Deutschland produzieren und hier Arbeitsplätze schaffen ? Kaum einer. Lieber wird der Monopolismus irgendwelcher
    großer internationaler Unternehmen unterstützt, weil das zum guten Ton in der BRD gehört.

  3. #3
    HPF Server - Administrator Benutzerbild von Klopperhorst
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Zitat Zitat von Sjard Beitrag anzeigen
    Eine Gesellschaft die sich nur auf den Mammon und schnellen Gewinn ausrichtet wird unweigerlich dekadent und schwach.
    Auch der fehlende Zusammenhalt trägt dazu bei. Welcher Deutsche unterstützt heute noch deutsche Firmen die in
    Deutschland produzieren und hier Arbeitsplätze schaffen ? Kaum einer. Lieber wird der Monopolismus irgendwelcher
    großer internationaler Unternehmen unterstützt, weil das zum guten Ton in der BRD gehört.
    Genau. Die vielen alten Säcke, die diese Firmen beherrschen (Generation Boomer) werden kaum noch mental in der Lage sein, das BRD-Denken, welches sie in ihrem Leben verinnerlicht haben, zu durchbrechen.

    ---
    "Groß ist die Wahrheit, und sie behält den Sieg" (3. Esra)

  4. #4
    Mitglied Benutzerbild von herberger
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Trittin verkündete voller Stolz vor den letzten Bundestagswahlen "Der neue Mittelstand das sind jetzt wir"!

    Ich befürchte der hat recht, denn sein Mittelstand finanziert sich durch den öffentlichen Dienst oder staatlich subventionierte Firmen oder Organisationen.

    Der eigentliche Mittelstand waren Leistungsträger die Vermögen erwirtschafteten und Arbeitsplätze schufen.

    Trittins Mittelstand erwirtschaftet keine Werte sondern zieht leistungsunabhängig Vermögen aus dem wirtschaftlichen Kreislauf!

    Der Staat ist der größte Steuerhinterzieher und Geld Vernichter!
    Putin: Werden Geschichtsfälschern „das Maul stopfen“!

  5. #5
    HPF Moderator Benutzerbild von Deutschmann
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Der klassische Mittelstand - der ja vorwiegend noch aus Einzelunternehmern besteht - ist dem Staat ein Dorn im Auge. Kann doch dort ein gewisser Wohlstand erwirtschaftet werden der irgendwann der staatlichen Kontrolle entgleitet. Ist der Gewinn erstmal erwirtschaftet und versteuert, kann der in alle möglichen Kanäle verschwinden. Bei Kapitalgesellschaften verbleibt der Gewinn quasi im Unternehmen. Mal so ganz grob umschrieben.

  6. #6
    Mitglied
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Zitat Zitat von Sjard Beitrag anzeigen
    Eine Gesellschaft die sich nur auf den Mammon und schnellen Gewinn ausrichtet wird unweigerlich dekadent und schwach.
    Auch der fehlende Zusammenhalt trägt dazu bei. Welcher Deutsche unterstützt heute noch deutsche Firmen die in
    Deutschland produzieren und hier Arbeitsplätze schaffen ? Kaum einer. Lieber wird der Monopolismus irgendwelcher
    großer internationaler Unternehmen unterstützt, weil das zum guten Ton in der BRD gehört.
    Warum sollte man sich zu Unternehmen hingezogen fühlen die ihrerseits die Menschen wie Nummern behandeln? Behandeln Konzerne und Unternehmen ihre Mitarbeiter derart, dass diese Belohnungen für ihre herausragende Arbeit bekommen?

    Ich sag es so wie mein Lieblingsautor: Die Belohnung für jemanden der gute Löcher graben kann ist eine größere Schaufel...

  7. #7
    Landbesitzer Benutzerbild von Apart
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Der Lebensentwurf der BRD Gesellschaft ist ja nicht mehr wie in früheren Epochen, wo man Familienvermögen aufbaute und gut verwaltete um seinen eigenen Nachkommen möglichst viel Substanz mitzugeben.
    Der heutige Lebensentwurf verlangt ein möglichst bequemes Leben, genannt "Selbstverwirklichung".
    Selbstverwirklichung geht schlecht, wenn man als Selbstständiger viel Verantwortung und Arbeit hat und andererseits wenig Respekt von Seiten der Gesellschaft erhält.

  8. #8
    Mitglied Benutzerbild von Kaktus
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Zitat Zitat von herberger Beitrag anzeigen
    Trittin verkündete voller Stolz vor den letzten Bundestagswahlen "Der neue Mittelstand das sind jetzt wir"!

    Ich befürchte der hat recht, denn sein Mittelstand finanziert sich durch den öffentlichen Dienst oder staatlich subventionierte Firmen oder Organisationen.

    Der eigentliche Mittelstand waren Leistungsträger die Vermögen erwirtschafteten und Arbeitsplätze schufen.

    Trittins Mittelstand erwirtschaftet keine Werte sondern zieht leistungsunabhängig Vermögen aus dem wirtschaftlichen Kreislauf!

    Der Staat ist der größte Steuerhinterzieher und Geld Vernichter!
    Grün geht gerade nicht!
    Alle Mitteilungen in diesem Forum sind als reine private Meinungsäußerung zu sehen und keinesfalls als Tatsachenbehauptung. Hier gilt Artikel 5 GG und besonders Absatz 3 (Kunstfreiheit-Satire) Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinung gem. Art.5 Abs.1 GG und Urteil des BVG 1 BvR 1384/16

  9. #9
    Official Benutzerbild von Merkelraute
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
    Deutsche Mittelständler werden gerne als sog. "Hidden Champions", also unbekannte Weltmarktführer in gewissen Sparten, bezeichnet.

    Da ich selbst Software für Mittelständler entwickel, die ihre Prozesse optimieren (CRM-Lösungen), kann ich mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern, was an dieser steilen These wirklich dran ist
    bzw. wie sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren verändern dürfte.

    1. Die Belegschaften und v.a. die Geschäftsführungen sind absolut überaltert. Ich sehe selten junge Geschäftsführer, die meisten sind 60+.
    -> Dieser hohe Altersdurchschnitt bedingt auch eine gewisse Eingefahrenheit und Schwerfälligkeit des Denkens.
    -> Weiterhin haben viele keine Nachfolger, z.B. tritt eine kleine Messtechnik-Bude an mich heran, ob ich die Firma übernehmen will, weil sie keinen Nachfolger haben.

    2. Die EDV bzw. das Denken in IT-Prozessen ist in den 90'ern stehen geblieben. Man verwendet die klassische Buchungssoftware, die auf stationären Rechnern (Windows) installiert wird.
    Online-Lösungen für Warenwirtschaft und Auftragswesen sind kaum bekannt. Onlineshops und Webservices werden von den wenigstens effizient verwendet.
    Man verwendet v.a. auch keine Projektmanagement-Software und erst recht keine KI-gestützten Planungsmethoden.
    Grund ist, dass diese Dinge a) den überalterten Geschäftsführern unbekannt sind, b) sie nicht selbst solche Dinge konzeptionieren können, c) immer in denselben
    Mustern gedacht wird "Schuster bleib bei deinen Leisten".

    3. Sog. Industrie 4.0 ist für den Arsch in einem solchen Umfeld, wo überkommene und verkalkte Verhaltensweisen an der Tagesordnung sind.
    Man ruht sich auf seinen Lorbeeren aus.

    Ich erinnere nur an das Beispiel von Hans Nixdorf, der dieser Prototyp des deutschen Mittelständlers war.
    Er hatte mit Anfang 20 den richtigen Riecher und genug Biss. Mit 60 hat er versagt bzw. unbewusst keinen Antrieb mehr gehabt, worauf seine Bude von der Bildfläche verschwand.

    Ich schätze, dass diese demografische Komponente in den kommenden Jahren bis zu 50% der sog. "Hidden Champions" von der Bildfläche verschwinden lassen wird.

    Die BRD'linge werden hier ihr Armageddon erleben.

    ---
    Kann ich so vollkommen bestätigen. Ich kenne auch viele Boomer, die auf dem Stand von 1990 arbeiten. Die scheinen seitdem nichts neues gelernt zu haben. Die Boomer kleben auf ihren Posten, obwohl sie völlig unfähig sind. Hier bestätigt sich mal wieder das Peter-Prinzip, daß in einer Hierarchie jeder den Zustand der Unfähigkeit erreicht.
    Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören - in ihre Löcher. Franz Josef Strauß


  10. #10
    Nak Muay Tae Benutzerbild von Differentialgeometer
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    Standard AW: Wird der deutsche Mittelstand sterben?

    Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
    Deutsche Mittelständler werden gerne als sog. "Hidden Champions", also unbekannte Weltmarktführer in gewissen Sparten, bezeichnet.

    Da ich selbst Software für Mittelständler entwickel, die ihre Prozesse optimieren (CRM-Lösungen), kann ich mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern, was an dieser steilen These wirklich dran ist
    bzw. wie sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren verändern dürfte.

    1. Die Belegschaften und v.a. die Geschäftsführungen sind absolut überaltert. Ich sehe selten junge Geschäftsführer, die meisten sind 60+.
    -> Dieser hohe Altersdurchschnitt bedingt auch eine gewisse Eingefahrenheit und Schwerfälligkeit des Denkens.
    -> Weiterhin haben viele keine Nachfolger, z.B. tritt eine kleine Messtechnik-Bude an mich heran, ob ich die Firma übernehmen will, weil sie keinen Nachfolger haben.

    2. Die EDV bzw. das Denken in IT-Prozessen ist in den 90'ern stehen geblieben. Man verwendet die klassische Buchungssoftware, die auf stationären Rechnern (Windows) installiert wird.
    Online-Lösungen für Warenwirtschaft und Auftragswesen sind kaum bekannt. Onlineshops und Webservices werden von den wenigstens effizient verwendet.
    Man verwendet v.a. auch keine Projektmanagement-Software und erst recht keine KI-gestützten Planungsmethoden.
    Grund ist, dass diese Dinge a) den überalterten Geschäftsführern unbekannt sind, b) sie nicht selbst solche Dinge konzeptionieren können, c) immer in denselben
    Mustern gedacht wird "Schuster bleib bei deinen Leisten".

    3. Sog. Industrie 4.0 ist für den Arsch in einem solchen Umfeld, wo überkommene und verkalkte Verhaltensweisen an der Tagesordnung sind.
    Man ruht sich auf seinen Lorbeeren aus.

    Ich erinnere nur an das Beispiel von Hans Nixdorf, der dieser Prototyp des deutschen Mittelständlers war.
    Er hatte mit Anfang 20 den richtigen Riecher und genug Biss. Mit 60 hat er versagt bzw. unbewusst keinen Antrieb mehr gehabt, worauf seine Bude von der Bildfläche verschwand.

    Ich schätze, dass diese demografische Komponente in den kommenden Jahren bis zu 50% der sog. "Hidden Champions" von der Bildfläche verschwinden lassen wird.

    Die BRD'linge werden hier ihr Armageddon erleben.

    ---
    Die Frage ist eigentlich nicht ob sondern wann - und ob ein Verkauf nach China oder Indien als Tod interpretiert wird.

    Gödel described his religion as "baptized Lutheran (but not member of any religious congregation). My belief is theistic, not pantheistic, following Leibniz rather than Spinoza." He said about Islam: "I like Islam: it is a consistent [or consequential] idea of religion and open-minded."
    Kurt Gödel

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