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Thema: Star Wars und der Weg zur Diktatur

  1. #1
    Aufklärungsbeauftragter Benutzerbild von Roter Sturm
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    Standard Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Was Star Wars einmalig macht sind nicht nur kleine grüne Kerle die mit Lichtschwertern herumwirbeln, viel wichtiger als alle Effekte ist nämlich die Story. Die meisten sollten langsam die Geschichte von den guten Jedi-Rittern und den bösen Sith kennen, und so werde ich sie hier nicht nochmal zusammenfassen. Ich will viel mehr auf ein Teil der Story eingehen, der für unsere Welt (die ohne Lichtschwerter und Yodas) von großer Bedeutung ist und uns allen eine Lehre sein sollte.

    Am Anfang von Star Wars steht eine blühende friedliche Demokratie, in der alle Galaxien des Universums friedlich vereint sind. Es gibt einen großen Galaktischen Senat und einen Kanzler der Republik. In so einem System ist für die bösen Sith aber nicht viel zu holen, sie wollen das ganze Universum beherrschen und dafür ist eine Demokratie nicht das geeignete Mittel. Solange die Bürger etwas zu sagen haben (der Sinn von Demokratie), gibt es nämlich keine großen Armeen, mit denen man Aufständische auslöschen kann. Also muss etwas passieren.

    Das weiß auch der Sithlord Darth Sidious. Unter dem Namen Palpatine ist er Abgeordneter im Galaktischen Senat, und weil der Senat von langsamen Bürokraten beherrscht wird, die seiner Ansicht nach eine handlungsfähige und starke Regierung behindern, muss er auf irregulärem Weg nach oben kommen. Der Planet den er repräsentiert ist Naboo. Ein friedlicher Planet regiert von der schönen Königin Amidala, die voll und ganz zu ihrem Volk steht. Das weiß Palpatine/Darth Sidious natürlich, und deshalb bringt er Amidala dazu, die Steuern für die große Handelsföderation nicht mehr zu bezahlen. Gleichzeitig bringt er die Handelsföderation dazu, dies nicht zu tolerieren und Naboo anzugreifen. Jetzt nützt ihm die Tatsache dass Amidala eine gute Königin ist und ihr Volk niemals der gierigen Handelsföderation überlassen würde. Also bringt Palpatine Königin Amidala dazu, mit dem Fall vor den Galaktischen Senat zu treten und eine militärische Intervention zu fordern.
    Da der Galaktische Senat aber wie gesagt von Bürokraten beherrscht wird, die erstmal ein paar Ausschüsse bilden lassen wollen (was Palpatine natürlich weiß), wird ihr Antrag abgelehnt. Dies nutzt Palpatine, denn das Zögern des Senats stellt er als Inkompetenz des Kanzlers Valorum dar und er überredet Amidala, den Rücktritt des Kanzlers zu fordern. Dies tut sie und weil Palpatine ein Befürworter einer Intervention war und durch den von ihm selbst angeleierten Angriff der Handelsföderation Symphatiebonus besitzt, wird er zum neuen Kanzler gewählt. Palpatine/Darth Sidious hat also gleichzeitig ein Problem (den Angriff der handelsföderation) und die Lösung (seine Wahl zum neuen Kanzler) geschaffen. Aber weil er ein machthungriger Sith ist, reicht es ihm nicht dass er Chef der Demokratie ist. Wie gesagt, Demokratien stellen nicht freiwillig Armeen auf mit denen man jeden Widerstand zerschlagen könnte. Also erschafft Palpatine nochmal ein Problem:

    Er ruft durch seinen Schüler Count Dooku a.k.a Lord Tyranus eine Separatistenbewegung ins Leben. Diese Separatisten fordern die Unabhängigkeit von der Republik, und sie haben dummerweise eine große Droidenarmee um ihrer Forderung Nachdruck zu verschaffen. Die Republik hat jetzt Angst vor den Separatisten und wieder bietet Kanzler Palpatine die Lösung an: Die Senatoren müssen ihn nur mit Sondervollmachten ausstatten, die er nach der Krise *natürlich* großzügig wieder abgibt. In ihrer Panik glauben ihm die Senatoren und verleihen ihm Sondervollmachten, mit denen er sofort eine große Klonarmee aufstellt. Die hat er geschickterweise schon Jahre früher in Auftrag gegeben, damit sie einsatzbereit ist wenn er Kanzler ist. Mit dieser Klonarmee und der Hilfe der Jediritter, die ihre geliebte Republik verteidigen wollen, besiegt er die Droiden mit Leichtigkeit. Kanzler Palpatine ist der Held, weil er die Lösung zu einem von ihm geschaffenen Problem hatte. Weil er ein böser Sith ist hat er jetzt natürlich nicht vor seine Sondervollmachten abzugeben.

    Die einzigen die ihn dazu noch zwingen könnten sind die guten Jediritter. Doch die sind wegen dem großen Krieg gegen die Separatisten im ganzen Universum verteilt, und so ist es ein leichtes die meisten von ihnen von den eigenen Klonarmeen töten zun lassen. Es überleben nur wenige. Einen, Anakin Skywalker, verführt Palpatine mit Lügen und Manipulation zur dunklen Seite der Macht und damit auf die Seite der Sith. Anakin tötet dann fast alle Jedis. Die mächtigsten Jedis muss Palpatine aber selber zur Strecke bringen, und das tut er dann auch weil er nämlich ein ziemlich mächtiger Sith Lord ist. Nützlicherweise lässt Palpatine den Kampf mit Jedimeister Yoda wie ein Attentat auf ihn aussehen, und so hat er den Senat endgültig auf seiner Seite und gegen die Jedis aufgewiegelt. Nachdem also niemand mehr widersprechen kann ruft Palpatine das Ende der Republik und den Anfang des ersten Galaktischen Imperiums aus. Mit der Begründung, dass der Staat vor “Bedrohungen” wie den Jedi beschützt werden muss, errichtet er eine totalitäre Diktatur mit ihm als Imperator. Der Senat stimmt natürlich zu weil er Angst vor der “Bedrohung” durch die Jedi hat.

    Palpatine/Darth Sidious wurde also zum brutalen Herrscher über das Universum, indem er das Volk vor inexistenten und von ihm initiierten Gefahren “beschützt” hat. Das Volk hat alle seine Rechte aufgegeben um vor einer “Gefahr” beschützt zu werden.

    Diese Taktik funktioniert leider auch in der Realität. Hitler hat damals selber den Reichstag angezündet, es als terroristischen Anschlag der Kommunisten verkauft und sich damit seiner politischen Gegner entledigt. Amerika hat Japan provoziert Pearl Harbor anzugreifen, der Flotte vor Hawaii nichts davon gesagt und den “Überraschungsangriff” dazu genutzt, sein Volk dazu zu bringen in den 2. Weltkrieg zu ziehen. “Operation Northwoods” war ein Plan vom Militär und CIA, terroristische Anschläge gegen US-Bürger zu inszenieren und sie dann Kuba in die Schuhe zu schieben, um einen Grund haben Kuba anzugreifen. Zum Glück hat Kennedy dem Plan nicht zugestimmt.
    Immer wieder haben Regierungen Gefahren für die Bevölkerung inszeniert, wie Palpatine, um sie dann vor diesen “Gefahren” beschützen zu können. Hitler hat es dann auch bis zur Diktatur geschafft, Amerika bis jetzt noch nicht. Amerika ist aber leider auf dem besten Weg dorthin, genau so wie England.

    Und mit Wolfgang S. schaffen wir Deutschen das auch!!!

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    Geändert von Roter Sturm (12.07.2007 um 21:36 Uhr)
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  2. #2
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Auf jeden Fall war das Imperium wesentlich geiler als diese läppische Rebellen-Bande

    An Lukes Stelle hätte ich diese Jammerlappen im Stich gelassen und den Laden übernommen :cool2:

  3. #3
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Zitat Zitat von Fritz Fullriede Beitrag anzeigen
    Auf jeden Fall war das Imperium wesentlich geiler als diese läppische Rebellen-Bande

    An Lukes Stelle hätte ich diese Jammerlappen im Stich gelassen und den Laden übernommen :cool2:
    Kannst dich ja bei Schäuble bewerben, vielleicht schaffst du es irgendwann mal sein Imperium zu übernehmen!
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  4. #4
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Schäuble ist ein uncooler Irrer, Darth Vader hatte wenigstens Stil. Das Unterscheided den Bösewicht von Welt vom gemeinen Irren brDischer Prägung

  5. #5

    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Versuch das mal den Menschen zu sagen und du wirst sehen: Sie interessieren sich nicht dafür. Sie bauen vor ihrer Nase eine Diktatur auf, aber die Leute wehren sich nicht, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, dafür zu arbeiten, um all die Güter aus der Werbung zu kaufen. Die Menschen werden mit Konsumgütern überschüttet und mit der Werbung geblendet. Deshalb geht sowas heute so einfach.
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  6. #6
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Zitat Zitat von Patrik Marxyciel Beitrag anzeigen
    Versuch das mal den Menschen zu sagen und du wirst sehen: Sie interessieren sich nicht dafür. Sie bauen vor ihrer Nase eine Diktatur auf, aber die Leute wehren sich nicht, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, dafür zu arbeiten, um all die Güter aus der Werbung zu kaufen. Die Menschen werden mit Konsumgütern überschüttet und mit der Werbung geblendet. Deshalb geht sowas heute so einfach.
    Fette abgestumpfte Mastschweine die im Käfig in ihrer eigenen Scheiße hocken sind das/

    Wenn das Volk sich nicht für Politik interessiert, ist es nicht besonders verwunderlich, dass die Volksherrschaft zu Gunsten der einen und auf Kosten der Anderen Schritt für Schritt abgebaut wird. X(
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  7. #7
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Den Schwaben-Wolfi mit einem Intergalaktischen Imperator zu vergleichen ist - na ja - skurril.

    Ein paar äußerliche Parallelen gibt es natürlich. Auch Darth Vader war behindert, und hatte ebenfalls eine etwas spezielle Aussprache.

    :vader:

  8. #8
    Orthodox Benutzerbild von Ausonius
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Die Parallele Schäuble - Imperator lasse ich mir ja noch gerade so gefallen, aber irgendwie fällt es mir sehr schwer, sich Lafontaine oder Gysi als Jedi-Ritter vorzustellen.

  9. #9
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Zitat Zitat von Roter Sturm Beitrag anzeigen
    Diese Taktik funktioniert leider auch in der Realität. Hitler hat damals selber den Reichstag angezündet, es als terroristischen Anschlag der Kommunisten verkauft und sich damit seiner politischen Gegner entledigt. Amerika hat Japan provoziert Pearl Harbor anzugreifen, der Flotte vor Hawaii nichts davon gesagt und den “Überraschungsangriff” dazu genutzt, sein Volk dazu zu bringen in den 2. Weltkrieg zu ziehen. “Operation Northwoods” war ein Plan vom Militär und CIA, terroristische Anschläge gegen US-Bürger zu inszenieren und sie dann Kuba in die Schuhe zu schieben, um einen Grund haben Kuba anzugreifen. Zum Glück hat Kennedy dem Plan nicht zugestimmt.
    Immer wieder haben Regierungen Gefahren für die Bevölkerung inszeniert, wie Palpatine, um sie dann vor diesen “Gefahren” beschützen zu können. Hitler hat es dann auch bis zur Diktatur geschafft, Amerika bis jetzt noch nicht. Amerika ist aber leider auf dem besten Weg dorthin, genau so wie England.
    Also mit den Beispielen in der Wirklichkeit hapert's aber ganz gewaltig. Hat Roosevelt die Republik abgeschafft, hat Hitler selbst Feuer gelegt, gibst du zu, daß es einen Unterschied zwischen Planen und Durchführen gibt?
    Aber natürlich, Gefahren werden immer wieder gerne beschworen, gerade solche, die geeignet sind, dem Volk vorzugaukeln, daß die Politik noch in der Lage ist was zu tun. Klimakatastrophe und die Chimäre Al Quaida sind prima Beispiele.
    Andererseits ist es ja gerade Wesen jedes erfolgreichen Mythos, daß er in gewisser Weise zeitlos Parallelen zur Wirklichkeit aufweisen kann, insofern ist es nicht verwunderlich, daß selbst die banale nach dem Gut-Böse-Schema arbeitende Star-Wars-Saga Parallelen bis heute vorzuweisen hat.

    Godwin's Law: As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.

  10. #10
    Entarthet Benutzerbild von EinDachs
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    Standard AW: Star Wars und der Weg zur Diktatur

    Oje, da nimmt wer den Film zu Ernst.

    Ich persönlich muss sagen, dass mir Star Wars immer zu plump vorgekommen ist, wenn es um politische Belange geht.
    Der Imperator tritt auf mit hämischen Grinsen und schwarzer Kapuze und sofort merkt jeder "Uh, der Kerl ist sauböse".

    Außerdem ist das mit der Republik immer so eine Sache, denn so funktionstüchtig ist die ja wirklich nicht und welches politische Gewicht die Jedis ( bewaffnete Streitkräfte, die selbstverständlich allesamt absolute Gutmenschen sind) haben, ist nicht ganz ersichtlich, aber scheinbar weit mehr als bei uns die Bundeswehr, was demokratiepolitisch nicht ganz unbedenklich ist.

    Ich könnt da noch weiter ausführen, aber ich machs kurz:
    Zu Schwarz-weiß. Zu simpel. Zu eindeutig. Im echten Leben gibts Grauzonen und unheilige Allianzen um das geringere Übel zu erreichen. Soetwas fehlt in Star Wars.
    Es kennzeichnet die Deutschen, dass bei ihnen die Frage »was ist deutsch?« niemals ausstirbt.
    Friedrich Nietzsche

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