Umfrageergebnis anzeigen: Hat das dreigliederige Schulsystem ausgedient?

Teilnehmer
37. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    13 35,14%
  • Nein

    21 56,76%
  • Weiß nicht .... schwierige Frage ....

    2 5,41%
  • Mir egal ... ich hab keine Kinder ...

    1 2,70%
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Thema: Was ist das richtige Schulsystem?

  1. #1
    Mitglied Benutzerbild von esperan
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    Standard Was ist das richtige Schulsystem?

    BILDUNGSMOGELPACKUNG
    Baden-Württemberg pappt neues Etikett an Hauptschulen

    Von Oliver Trenkamp

    Die Hauptschulen stecken tief in der Misere, ein Bundesland nach dem anderen beerdigt das Konzept - sogar Baden-Württemberg. Doch das Musterländle betreibt nur Kosmetik und gibt den Schulen einfach einen neuen Namen: Das dreigliedrige System soll erhalten bleiben.

    Wenn etwas nicht funktioniert, gibt es zwei Möglichkeiten: reparieren oder abschaffen. Baden-Württemberg hat sich für einen dritten Weg entschieden: umbenennen. Die Hauptschule kriselt überall und genießt auch im Südwesten keinen guten Ruf, die Landesregierung klammert sich aber an ihren Erhalt. Darum will sie kurzerhand das Türschild auswechseln: Ab dem Schuljahr 2010/2011 sollen Hauptschulen "Werkrealschulen" heißen.

    AP

    Ab in die Zukunft: Aber wohin geht's nach der Grundschule?
    Das Konzept von Kultusminister Helmut Rau (CDU) sieht so aus: Er will die Werkrealschule als "Weiterentwicklung" der umstrittenen Hauptschule verstanden wissen. Dort können die Schüler dann nach neun Jahren einen Hauptschulabschluss oder nach der zehnten Klasse die mittlere Reife machen. Unterschiedliche "Züge" soll es nicht mehr geben: Bis zur neunten Klasse werden die Schüler gemeinsam unterrichtet. Realschulen und Gymnasien sollen daneben aber bestehen bleiben. In zwei Wochen will die Landesregierung aus CDU und FDP darüber beraten.


    "Oettinger schafft die Hauptschulen ab" oder "Baden-Württemberg verabschiedet sich von den Hauptschulen", meldeten Nachrichtenagenturen und Zeitungen prompt. Tut das Land das wirklich? Tut es nicht. Kreatives Umtopfen könnte man den Vorstoß wohlwollend nennen - oder Etikettenschwindel, wie es SPD und Grüne sehen. In der Werbung würde man von "Relaunch" sprechen: Ein in die Jahre gekommenes und nicht sehr gefragtes Produkt wird aufgehübscht, umbenannt, neu verpackt und vermarktet.

    Quelle und mehr: [Links nur für registrierte Nutzer]


    Kommentar:

    Was ist richtig, was ist falsch? Ich erachte es für falsch, einen kriminellen Mob von Kindern (die es wahrlich gibt), Schulverweigerern und nicht lernfähigen oder willentlich nicht wollende Menschen mit Kindern zusammen zu stecken, denen diese dabei die Chance nehmen das zu erreichen, das sie erreichen wollen und könnten.

    Wenn das zweigliedrige Schulsystem eingeführt werden soll, dann bitte die Problemfälle auf eine Sonderförderschule. Vor allem diejenigen, die erst mal Probleme mit der Sprache haben und gar nicht lernen können - weil Mama und Pap sie auch nicht fördert. Diese hindern andere in ihrer Entfaltung. Das ist meine Meinung.

    Fazit:

    Umbenennung der Sonderschulen in: Werksförderschulen :] und schon sind die Menschen dort nicht mehr stigmatisiert. Das Wort "Sonder..." wird ja seit langem als Unwort gesehen ... . Also wech damit !
    Unsere Demokratie ist die schlechteste Staatsform - doch es gibt keine bessere ...

  2. #2
    marc
    Gast

    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Man muss zwar bzgl. der Hauptschule etwas differenzieren, weil dieses Clichee von ihr in erster Linie auf die westdeutschen Großstädte mit hohem Migrantenanteil zutrifft und die Kluft zwischen einer bayrisch-ländlichen Hauptschule und einer Berliner Hauptschule sehr groß ist.

    Trotzallem denke ich, dass ihre Zeit schon vorbei ist und ihre Apologeten nur Totenwache an einem Kadaver halten, den sie aus teils verständlichem Eigeninteresse irgendwie als reanimierbar verkaufen wollen.

    Die Hauptschule zielt in doppelter Hinsicht am Bedarf der Moderne vorbei: Einerseits deswegen, weil die Berufszweige, für die ihre Absolventen einst gedacht waren, nach und nach aussterben - oder schon ausgestorben sind.
    Andererseits, weil die Anforderungen der Moderne größer werden, auch die Anforderungen der Demokratie an einen "mündigen Bürger" - und wie will man z.B. über Risiken und Chancen der Gentechnik debattieren, wenn ein Großteil der Bevölkerung "keine Gene in den Tomaten" will?

    (Das wirft natürlich noch weitere Fragen auf - die nach den Migranten z.B., die nach der tatsächlichen Teilhabe des Bürgers am mehr oder minder demokratischen Prozess usw.)

    Die Frage ist jetzt nur, ob das Scheitern der Hauptschüler tatsächlich das Ende des dreigliedrigen Schulsystems bedeuten sollte, oder ob die Nachteile der Gesamtschule größer sind als die Vorteile.
    Das ist natürlich eng mit dem jeweiligen Menschenbild verzahnt, und umso weniger optimistisch-egalitär es ist, desto geringer schätzt du die Vorteile der Gesamtschule ein. ?(

  3. #3
    in memoriam Benutzerbild von Zimbelstern
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    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    @ marc:

    Der Konvoi bewegt sich nur so schnell, wie das langsamste Schiff in ihm. Was wir brauchen, sind keine Elitenbremsen, sondern eher eine Elitenförderung. Die ist mE. nur mit einer besseren Differenzierung durchzuführen. Daher mein Plädoyer: 3-gliedriges Schulsystem, wie gehabt.
    sapere aude!

    Die "EU" steht nicht für Europa!
    Die "UN" steht nicht für die Welt!

  4. #4
    Mitglied Benutzerbild von Volkov
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    7.229

    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Das ist eine interessante Frage, da es jeder anders sieht.

    Ich finde man sollte das Modell Finnland übernehmen und auf Deutschland anpassen.

  5. #5
    Mitglied Benutzerbild von esperan
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    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Zitat Zitat von marc Beitrag anzeigen
    Man muss zwar bzgl. der Hauptschule etwas differenzieren, weil dieses Clichee von ihr in erster Linie auf die westdeutschen Großstädte mit hohem Migrantenanteil zutrifft und die Kluft zwischen einer bayrisch-ländlichen Hauptschule und einer Berliner Hauptschule sehr groß ist.

    Trotzallem denke ich, dass ihre Zeit schon vorbei ist und ihre Apologeten nur Totenwache an einem Kadaver halten, den sie aus teils verständlichem Eigeninteresse irgendwie als reanimierbar verkaufen wollen.

    Die Hauptschule zielt in doppelter Hinsicht am Bedarf der Moderne vorbei: Einerseits deswegen, weil die Berufszweige, für die ihre Absolventen einst gedacht waren, nach und nach aussterben - oder schon ausgestorben sind.
    Andererseits, weil die Anforderungen der Moderne größer werden, auch die Anforderungen der Demokratie an einen "mündigen Bürger" - und wie will man z.B. über Risiken und Chancen der Gentechnik debattieren, wenn ein Großteil der Bevölkerung "keine Gene in den Tomaten" will?

    (Das wirft natürlich noch weitere Fragen auf - die nach den Migranten z.B., die nach der tatsächlichen Teilhabe des Bürgers am mehr oder minder demokratischen Prozess usw.)

    Die Frage ist jetzt nur, ob das Scheitern der Hauptschüler tatsächlich das Ende des dreigliedrigen Schulsystems bedeuten sollte, oder ob die Nachteile der Gesamtschule größer sind als die Vorteile.
    Das ist natürlich eng mit dem jeweiligen Menschenbild verzahnt, und umso weniger optimistisch-egalitär es ist, desto geringer schätzt du die Vorteile der Gesamtschule ein. ?(
    Also müssen andere lernwillige Schüler darunter leiden, dass der Sinn der Hauptschule nicht mehr existent ist (Berufszweige). Es gibt nun mal in meinem Verständnis 3 Klassen ... nein, noch mehr ... (und natürlich die Mischformen - der Graubereich).

    1. Klasse ... Total lernunwillige Schüler, die nichts lernen wollen und die anderen lernwilligen Schüler davon abhalten, etwas lernen zu dürfen.

    2. Klasse ... Kinder, die nicht lernen können, weil sie unterbemittelt sind, bzw. viele auch nicht lernen können, welche die Deutsche Sprache nicht erlernt haben (Elternhaus).

    3. Klasse ... Die lernwilligen Schüler, die keinen Hipe darstellen, aber mit gewisser Förderung (der Lehrer hat genügend Zeit für die Kinder, weil er sich um keine Problemfälle kümmern muss) gute Leistungen erbringen können.

    4. Klasse ... Schüler, die ohne größere Anstrengung das Erlernte umsetzen können und gute bis sehr gute Noten schreiben.

    5. Klasse ... Hochbegabte


    Da muss man doch gliedern, damit der Zukunft Deutschlands das Maximum geboten werden kann ... und es wieder bergauf geht in diesem Land.

    Kann eine Gesamtschule dem allem gerecht werden? Ja, wie sieht eine Gesamtschule aus? Gibt es da keine Probleme ... und ist es wirklich positiv für die Schüler ... vor allem, die in meiner als 3. Klasse benannten Kategorie? Das sind doch die, die am gefährdetsten sind ... .

    Und was geschieht: Wirst sehen - die Eltern wandern samt Kinder ab oder schicken sie in Privatschulen (die ohnehin bald einen Hype darstellen werden).
    Unsere Demokratie ist die schlechteste Staatsform - doch es gibt keine bessere ...

  6. #6
    Mitglied Benutzerbild von esperan
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    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Zitat Zitat von Zimbelstern Beitrag anzeigen
    @ marc:

    Der Konvoi bewegt sich nur so schnell, wie das langsamste Schiff in ihm. Was wir brauchen, sind keine Elitenbremsen, sondern eher eine Elitenförderung. Die ist mE. nur mit einer besseren Differenzierung durchzuführen. Daher mein Plädoyer: 3-gliedriges Schulsystem, wie gehabt.
    Stimme ich dir zu. Wegen vielen Schwachköpfen dürfen die anderen nicht leiden. Hört sich hart an ... aber ist einfach so, um das System aufrecht erhalten zu können.
    Unsere Demokratie ist die schlechteste Staatsform - doch es gibt keine bessere ...

  7. #7
    Mitglied Benutzerbild von esperan
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    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Zitat Zitat von Volkov Beitrag anzeigen
    Das ist eine interessante Frage, da es jeder anders sieht.

    Ich finde man sollte das Modell Finnland übernehmen und auf Deutschland anpassen.
    Was ist das finnische Modell?
    Unsere Demokratie ist die schlechteste Staatsform - doch es gibt keine bessere ...

  8. #8
    marc
    Gast

    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Zitat Zitat von esperan Beitrag anzeigen
    Kann eine Gesamtschule dem allem gerecht werden? Ja, wie sieht eine Gesamtschule aus? Gibt es da keine Probleme ... und ist es wirklich positiv für die Schüler ... vor allem, die in meiner als 3. Klasse benannten Kategorie? Das sind doch die, die am gefährdetsten sind
    An den Möglichkeiten der Gesamtschule habe ich ja ebenfalls meine Zweifel, das habe ich ja auch geschrieben. Ich denke nur, dass man feststellen muss, dass die Hauptschule am Ende ist, die meisten ihrer Absolventen weder für das Berufsleben, noch für den modernen Alltag zu gebrauchen sind.

    Übrigens: Mein Bruder ist Lehrer an einer Gesamtschule (für die Realstufe) und wenn ich ihn augenzwinkernd auf die Zustände dort anspreche, dann meint er immer, dass das alles gar nicht so schlimm wäre, die Medien übertreiben würden usw. Wenn ich ihn dann aber frage, auf welche Schule er seine Kinder mal schicken will, dann sagt er mir, dass ...öhm...naja, für die ein reines Gymnasium schon irgendwie besser... wäre.
    Und das ist natürlich verständlich, vollkommen.

    Ich glaube, in der gegenwärtigen Situation -schau auf die Rütlischulen- befindet sich Deutschland in einer Loose-Loose-Situation.

  9. #9
    Österreich Benutzerbild von sporting
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    3.474

    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    nein.
    Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren.
    (Paul Valéry)

  10. #10
    marc
    Gast

    Standard AW: Was ist das richtige Schulsystem?

    Zitat Zitat von Zimbelstern Beitrag anzeigen
    Der Konvoi bewegt sich nur so schnell, wie das langsamste Schiff in ihm.
    ...
    Daher mein Plädoyer: 3-gliedriges Schulsystem, wie gehabt.
    Ja, aber wenn Deutschland der Konvoi ist und die Hauptschule n' versifft-kaputte Fregatte, dann bewegen wir uns sehr langsam.

    Und wenn wir uns schneller bewegen wollen, dann ist "wie gehabt" keine wirklich sinnvolle Antwort, weil das deutsche Schulsystem ja in doppelter Hinsicht versagt: wir produzieren oben keine Elite, aber dafür unten lauter Versager.

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