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Thema: Eine Frage an die Christen

  1. #511
    Freigeist Benutzerbild von Nereus
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Kleine Jesuiten-Mogelei: Ein Loyola mit dem üblichen Schnauzbart hätte um 1940 wie der "Teufel Stalin" ausgesehen?

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  2. #512
    Mitglied Benutzerbild von dr-esperanto
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Pater Buob erklärt das Fegefeuer:
    "...Das Fegfeuer hat seinen Namen von dem Pauluswort in 1 Kor 3,15 – Paulus sagt, wir werden wie durch das Feuer zur Seligkeit gelangen. (1 Kor 13-15) Das Werk eines jeden wird offenbar werden. Jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er den Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch).
    Viele Kirchenväter, wie z.B. Ambrosius, Papst Gregor der Große und Thomas von Aquin vergleichen den Ort der Reinigung mit Feuer. Auch der tridentinische Katechismus lehrt uns wörtlich: „Es gibt ein Reinigungsfeuer, in dem die Seelen der Frommen eine bestimmte Zeit lang noch geläutert werden, damit sie in das ewige Vaterland eintreten können, in das nichts Beflecktes eingehen kann, wie es in der Offb 21,27 heißt: Nichts Unreines kann ins Himmelreich eingehen.“
    Jesus selber sagt in Mt 25,41: Weichet von mir in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engel bereitet ist. Auch dieses Wort zeigt, dass Geister Feuerstrafen erleiden können. Dies ist ein Bild - das, was sie erleiden, was reinigt, ist so etwas wie bei uns Feuer, das Eisen reinigt. Das zeigt die Art u. das Schmerzhafte dieser Reinigung und es gibt keine Reinigung, die nicht weh täte.
    Der Hl. Gregor von Nazianz, gest. 389, nennt das Fegfeuer eine Feuertaufe, weil es reinigt und reinigend wirkt wie die Taufe. Tertullian, Priester zu Karthago, gest.240, nennt es sogar eine vorübergehende Hölle.*) Ein hartes Wort, aber er will nicht nur etwas von der Reinigung zeigen, sondern auch vom Schmerz, Gott noch nicht schauen zu können, weil dort Schmerzen ähnlich der Hölle sind, aber nicht ewig. Manche in der Tradition nennen das Fegfeuer auch Kerker, weil eben die Seelen dort so lange zurückgehalten werden, bis sie den letzten Heller bezahlt haben, wie es in Mt 5,26 heißt: Du wirst ins Gefängnis geworfen und kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
    Das Fegfeuer kann auch Gnadenort genannt werden, weil die begnadeten Sünder ihre Schuld dort abtragen können, weil sie es nicht aushalten würden, Gott schon zu sehen. Mit Unrecht wird dieser Ort Vorhimmel genannt, das ist in der Tradition das Paradies, das ist etwas anderes.
    Warum kommen viele Menschen zuerst an diesen Ort der Reinigung? Weil sie meist einfach so dahinleben und sich wenig um die Seligkeit und Gott kümmern. Sind wir wirklich ausgerichtet auf das Ziel, ist das unsere Triebkraft, was bedeutet mir Himmel als Christ, was bedeutet er einem Durchschnittschristen? Prüfen wir auch unser eigenes Herz!
    Die Sünde ist etwas Gewaltiges! Dies haben wir in der letzten Sendung von der Hölle gehört. Es gibt keine Bagatelle im Bereich der Sünde, wir sehen es an dem Preis, den Jesus dafür bezahlt hat! Das Fegfeuer ist nicht nur Ort der Gerechtigkeit, sondern ein Ort der Barmherzigkeit Gottes. Würde die Barmherzigkeit nicht seine Gerechtigkeit übertreffen, hätten diese Menschen nicht das Glück, an diesen Ort der Reinigung zu kommen. Die Barmherzigkeit ermöglicht uns diese Reinigung im Bereich der Gerechtigkeit, deshalb wird abgerechnet, bis der letzte Heller bezahlt wird. Im Fegfeuer werden, wie wir aus der Lehre der Kirche wissen, die zeitlichen Sünden und Sündenstrafen und der Hang zur Sünde gereinigt, damit wir Gott schauen können. Der Hl. Augustinus sagt: Gott, du lässt die Sünden derer, denen du verziehen hast, nicht ungestraft.
    Die Sünde hat Folgen. Der Hl. Bernhard sagt, es ist so wie beim menschlichen Leib, es bleibt nach der Wunde noch eine Narbe zurück..."
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    ______________
    *) In dem Sinne kennt auch der sunnitische Islam ein Fegefeuer, da muslimische Sünder für eine Zeitlang in die Hölle müssen, bevor sie ins Fardaus (Paradies) vorgelassen werden.
    Oliver von Paderborn (1220/22): "Lex autem eorum...a gladio cepit, per gladium tenetur et in gladio terminabitur." 'Denn ihr Gesetz...hat mit dem Schwert begonnen, wird mit dem Schwert aufrechterhalten und wird im Schwerte enden.'

  3. #513
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Ich werde mich auch "reinigen" lassen

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  4. #514
    Mitglied Benutzerbild von Schopenhauer
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Zitat Zitat von nurmalso2.0 Beitrag anzeigen
    Ich werde mich auch "reinigen" lassen

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    Ohne Wahrheit gibt es keine Freiheit.

    "Ich glaube, ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich Leute von Anfang an doof finden darf. Ich habe ja nicht ewig Zeit."

  5. #515
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Zitat Zitat von dr-esperanto Beitrag anzeigen
    "...Das Fegfeuer hat seinen Namen von dem Pauluswort in 1 Kor 3,15 – Paulus sagt, wir werden wie durch das Feuer zur Seligkeit gelangen. (1 Kor 13-15) Das Werk eines jeden wird offenbar werden. Jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er den Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch).
    Du solltest das mal im Zusammenhang lesen. Paulus spricht hier nicht von der Rettung des einzelnen Christen, sondern davon, ob das, was er durch sein Lehren bei anderen "baut", Bestand haben wird oder nicht. Es geht nicht um die Rettung des Bauenden, sondern des Gebauten.

    Selbst anerkannte katholische Autoritäten wie etwa die New Catholic Encyclopedia sagen zu dem Thema, dass die Lehre vom Fegefeuer "auf Tradition und nicht auf der Heiligen Schrift" beruht. Immerhin gibt es große Diskussionen unter den Theologen, was das eigentlich sein soll, nur die Trennung von Gott oder wirkliche Leiden. Zitat aus der genannten Quelle:

    Die römische Kirche vertritt allgemein die Auffassung, daß diese Leiden durch wirkliches Feuer bewirkt werden. Für den Glauben an das Fegefeuer ist das jedoch unwichtig. Es ist sowieso nicht beweisbar.

  6. #516
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Zitat Zitat von GSch Beitrag anzeigen
    Ich bin ja auch dafür, den Pfaffen das Latein zu verbieten. Und Griechisch auch.
    Also bitte, theologisches Gelaber und wirres Geschwafel klingt nur auf Latein gelehrt und gebildet.
    Wenn Wahlen nichts ändern könnten, würde man nicht alles versuchen, die Wahl der Rechten zu verhindern.

  7. #517
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Zitat Zitat von Schopenhauer Beitrag anzeigen
    Toleranz gegen Intolerante ist einfach nur dumm ( Hamed Abdel Samad )
    Der Islam denkt nicht in Jahrzehnten sondern in Jahrhunderten ( PSL - RIP)
    Toleranz & Apathie sind die letzten Tugenden einer sterbenden Gesellschaft (Aristoteles)

  8. #518
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Zitat Zitat von dr-esperanto Beitrag anzeigen
    Pater Buob erklärt das Fegefeuer:
    "...Das Fegfeuer hat seinen Namen von dem Pauluswort in 1 Kor 3,15 – Paulus sagt, wir werden wie durch das Feuer zur Seligkeit gelangen. (1 Kor 13-15) Das Werk eines jeden wird offenbar werden. Jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er den Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch).
    Viele Kirchenväter, wie z.B. Ambrosius, Papst Gregor der Große und Thomas von Aquin vergleichen den Ort der Reinigung mit Feuer. Auch der tridentinische Katechismus lehrt uns wörtlich: „Es gibt ein Reinigungsfeuer, in dem die Seelen der Frommen eine bestimmte Zeit lang noch geläutert werden, damit sie in das ewige Vaterland eintreten können, in das nichts Beflecktes eingehen kann, wie es in der Offb 21,27 heißt: Nichts Unreines kann ins Himmelreich eingehen.“ ....
    Hat das sogenannte Fegefeuer etwas mit einem symbolischen Brandopfer zu tun, um Glaubensstärke zu prüfen?

    Der Begriff Holocaust stammt vom griechischen Partizip ὁλόκαυστος (holókaustos, als Neutrum ὁλόκαυστον - holókauston)‚ das „vollständig verbrannt“ bedeutet und so in die erste griech. Bibelübersetzung gelangte.
    In der jüdischen Echatologie spielt die Brandopfer-Probe der überlebenden „drei Männer im Feuerofen”, als Beispiel für religiöse Glaubensstärke von Verfolgten zur Zeit des babylonischen Königs Nebukadnezar, eine wichtige Rolle.

    Der Begriff „Holocaust“ ist offenbar so alt , wie es griechische Bibelübersetzungen aus dem Hebräischen gibt.

    »Das “Brandopfer“ (griech. „Holocaust“) oder Ganzopfer, so genannt, weil das ganze Opfertier auf den Altar kommen mußte und kein Teil (außer der Haut) dem Altar vorenthalten wurde, ist das allgemeinste und häufigste Opfer, neben anderen Opferarten. Bei Rind und Kleinvieh war ein männliches Tier vorgeschrieben. In dem bei diesem Opfer das ganze Tier in Duft zum Himmel aufstieg, stellt dieses Opfer den Grundgedanken alle Opfer, Sinnbild der völligen Hingabe an Gott zu sein, am deutlichsten dar.«

    (Biblisches Nachschlagewerk, Würtembergische Bibelanstalt Stuttgart 1961 S.115)

    Andere historische Reiche mit einer multikulturellen Vielvölkergemeinschaft, die eine verbindende Staatsgottheit und Religion hatten, die von allen Staatsbürgern verehren werden mußte, sahen in der Abetungsverweigerung und demonstrativer Ungläubigkeit eine staatsfeindliche Tätigkeit und eine aufwiegelnde Bevölkerungsverhetzung. Die Gottheit konnte dann nur mit einem Brandopfer versöhnt werden, in dem der Frevler selber in einem besonderen Feuerofen zur Ehre der Staatsgottheit verbrannt wurde. (Die Scheiterhaufen aus den jesuitischen Inquisitionsverbrennungen sind noch in schrecklicher Erinnerung.)

    Die Bibel berichtet über diesen Brandopferkult:

    Holocaust [Bilder nur für registrierte Nutzer]

    »Die drei Männer im Feuerofen«

    Luther-Bibel 1912, AT, Daniel - Kapitel 3, Vers 1-33

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    ”Babylonischer Hitler” Nebukadnezar [Bilder nur für registrierte Nutzer]

    »Nebukadnezar wird einerseits als Tyrann, andererseits durch die Propheten als Werkzeug Gottes zur Bestrafung der Sünden Israels dargestellt. Nebukadnezar ließ eine goldene Statue errichten, die alle seine Beamte kniefällig verehren sollten, was die drei Freunde Daniels, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, verweigerten. Daraufhin wurden sie in den dafür besonders stark beheizten (Ziegel) Ofen geworfen, was sie aber (angeblich wundersam) überlebten. Nun sah sich Nebukadnezar genötigt, gemäß der Bibelgeschichte, den Gott Israels anzuerkennen.«

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  9. #519
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    Standard AW: Eine Frage an die Christen

    Wissenswertes bei Tag für Tag - im DLF -

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    hoehepunkte-der-macht-im-mittelalter-der-papst-steht-ueber.

    Im Mittelalter kam es zu einer "extremen Zuspitzung" päpstlicher Ansprüche. Ein Papst wie Gregor VII. war aus heutiger Sicht "ein Fundamentalist", sagte der Historiker Volker Reinhardt im Dlf. Doch es regte sich Widerstand. Was ist geblieben von diesen mächtigen, umstrittenen Päpsten?

    In den vorangehenden Jahrhunderten ist die Kirche von den weltlichen Herrschern weitgehend vereinnahmt worden. Grafensöhne und Königssöhne bekleiden ganz selbstverständlich Führungspositionen. Die Weltlichen ernennen die Kleriker. Das muss sich ändern, radikal verschieben. Die Kirche muss, ihren Ansprüchen gemäß, wieder über den weltlichen Gewalten stehen. Sie muss moralisches Vorbild sein. Auch das ist in der Antike bereits angelegt, aber es gab Päpste, die als Ehebrecher galten und unter sehr peinlichen Umständen erwischt wurden und ums Leben kamen im 10. Jahrhundert.
    Diese Erinnerung muss getilgt werden durch ein Papsttum, dessen menschliches Antlitz diese schwindelerregend hohe Würde auch angemessen zu repräsentieren vermag. Das sind die großen Forderungen des 11. Jahrhunderts, die dann von Gregor VII. mit unerhörter Schroffheit und Schärfe verkündet und umgesetzt werden sollen...


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